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Jüdische Zeitung · 1916-07-21 · 29 (21.7.1916) · p. Seite 16

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
29 (21.7.1916)
Date
1916-07-21
Page
Seite 16 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 29 ins GeniCk, dafür aber ist das Städtdhen ein bisdien reiner geworden.“ Die iHilfctätigkeit der Wiener „ISrael't. Allianz“. Bis Anfang Mai hatte die Allianz in Wien 203.816 K für Speisung und Unterstützung der jüdischen Flüchtlinge verausgabt. Für Galizien selbst wurden — besonders zur Erhaltung von Volksküchen, zur Anschaffung von Lebensmitteln und zur zeitweiligen Unterstützung Üer .Waisenkinder — 876.766 K verwendet. Die Unterstützungen in den eroberten Gebieten betrugen 303.950 K. Insgesamt sind drei Millionen Kronen verausgabt worden, und es gelangen monatlich in Galizien und in Russisch-Polen rund 200.000 K zur Auszahlung. Die Spendensammlungen der Allianz ergeben 360.000 K. Hierzu kam eine Sammlung von 160.000 K des Verbandes der Humanitätsvereine „Bnai Brith“ und ein Betrag von 50.000 K des Galiz. Hilfsvereines. Die Hauptsumme bradite das Hilfskomitee in Amerika auf; allein bis Ende 1915 sandte es 11/2 Millionen Kronen. Hebräische Konferenz in Petrograd. Demnächst findet in Petrograd .eine Konferenz der hebräischen Sprachvereine Statt# dief die bekannte Gesellschaft „Chowewe SfatEiver“ organisiert Zu dieser Konferenz werden eine große Anzahl von Vertretern aus der Residenz und (der Pnovmiz erwartet. Eine größere Anzahl von bekannten . Hedraisten, Lehrern und Schriftstellern hat ihre Beteiligung" zugesägt, Es werden- Referate halten der Dichter Cb. N. Biplik„ Dr. J. L. Katzenelsohnl, Dr. Josef Klausner, Dir. Mohilewer, S. Pertäte, Hillel Zlatopolski und andere mehr. Hauptsächlich wird sich die Konferenz mit den Sdhulfragen beschäftigen, namentlich mit der Reorganisierung der Chedarim und der Durchführung der hebräischen Unterrichtssprache in den der Gesellschaft unterstellten Schuleni. Ein Zionisten-Prozeß. ln Kiew, im gleichen Gerichtsaal, in dem vor (drei Jahren sich der Beilis-iProzeß abgef spielt hat, fand im Juni d. J. der Prozeß' gegen den Zionisten Hillel ZIatop o Isk i' statt. Der Angeklagte Wurde der Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft beschuldigt, die das Ziel der Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina hat. Als Beweis dafür diente ein Schekelblock, der bei einer Untersuchung im Hause des Angeklagten gefunden wurde. Auf die Frage, ob er wirklich dem Zionismus angehöre, antwortete der Angeklagte; „Meinem Glauben und meinen Ueberzeugungen nach bin ich Zionist, Für die Wiederbelebung hi einles Volkes war ich auf kulturellem Gebiet tätig und habe bei der Herausgabe hebräischer Bücher, die alle vom Zensor gestattet wurden, mitgewirkt.“ Als Sachverständiger, der den Richtern die geheimnisvollen Ausdrücke wie „Schekel“, „Kinhor Zion“ UsW. aufklären Snußte, wurde der Rabbiner Aleschkovsky berufen. "Nach langen Gerichtsverhandlungen wurde “Zlatopolski schuldig erklärt- und zu einem Monat Gefängnis verurteilt. HerzkßeienMeier in Hinz. Die hier bisher nur in geringem Maße betriebene parteimäßige zionistische Propaganda ist durch idie jetzige erste Herzlfeier in das Sta-> dium der nunmehr großzügig vorgesehenen Aufklärungs- und Werbetätigkeit getreten. Die Beit drei Jahren fortgesetzten Bemühungen Zu Gunsten einer rein zionistischen Veranstaltung Scheiterten an Schwierigkeiten lokaler Natur, bis es endlich in diesem Jahre der NF- Kommissaon gelang, die Herzlfeier durchzu- Ssetzen. Sonintag, den 9. Juli vormittags, fand zunächst jm Tempel ein TrauergotteSdienst statt Innerhalb der Gebetsordnung trug Herr Oberkantor L ö w einsoh n unter Mitwirkung des Wanderbundes „Blau-Weiß“, in erhebend Schöner Weise das ,,'Adonoj m'o odotm!“ vor. Die der Trauerfeier im vollsten Maße würdige Ansprache seiner Ehrwürden des Heriyi 'Rabbiner Mr Friedmann, löste bei allen Anwesenden auf- . richtige Trauer um den unersetzlichen Verlust des großen Toten aus. Herr Rabbiner Friedmann ermutigte auch' die Jugend neuerdings1, an ihren Bestrebungen festzuhalten |und der Fahne des Zionismus, dem sie geschworen, unverbrüchliche Treue zu bewahren. Das hierauf einsetzende, von Herrn Oberkantor Löwens’ohh für die Herzlfeier eigens komponierte Präludium zur „Hatikwah“, wurde von den Herren <cand, ing. chem. Max Sonn und E.-Fr. Robert Herzhaft in meisterhafter [Weise vorgetragen, sodann der jugendliche Chor des Wanderbundes „Blau-Weiß“, mit (der „Hatikwah“ begeisternd einfallend, ergab Momente feierlichen Gedenkens, dem weihevollen Tage entsprechend. Abends Sprach im landwirtschaftlichen Redoutensaale, den Herr Landeshauptmann Johann Nepomuc Hausier in liebenswürdigster Weise zur Verfügung stellte, Herr Dr. Wilhelm Ste in aus Wien. Die der Festrede 'entgegengebrachten 'Erwartungen Wurden durch die formvollendeten und eindrucksvollen Worte des Redners weit übertroffen und erzielten auch einen vorzüglichen Erfolg, welcher durch den nicht en'denwollenden Beifall Ausdruck fand. Unter den zahlreich erschienenen Anwesenden bemerkte man Herrn Oberst Reißegger, in Vertretung des Stationjskommandanten General Dürfeld, ferner vom Kultusvorstand die Herren Benedikt Schwager, Dr. Hermann Schneeweiß, Albert Tandler, die Vorsteherinnen Frau Helene Engelmann, Marie Heller und Betty Veitler. Aus den Kriegsgefangenenlagern, welche durch die NF-Kommission eingeladen wurden, entsandten Aschach, Mauthausen und Wegscheid größere Abordnungen von Offizieren und Mannschaften, auch erschienen solche aus der Linzer Garnison una Spitälern, welche durch das Stationskommando von der Herzlfeier verständigt wurden. Es nahm so die erste größere zionistische Veranstaltung einen guten Verlauf, welcher auch die Durchführung der folgenden zionistischen Tätigkeit günstig beeinflußen wird. Als erste der folgenden Veranstaltung |ist eine Agitationstournje des Herrn Dr. Wilhelm Stein gemeinsam jmit dem Linzer NF-Kommissär Paul Stein durch Oberösterreich vorgesehen. —n,- Zionisten im Felde. Gg. Jng. Oskar Gro f, Leutn. in d. Res. des bosn.-herz. Inf.-'Reg. Nr. 1 (A. H. der „Bar Giora“ in Wien), der die silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse bereits besitzt, Wurde neuerlich für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit der silbernen Tapferkeitsrnedaille II. Kl. ausgezeichnet. Gg. phil. Leo S c h ö n e r, Fäh’nr. des1 Lir. Nr .19, (Mitglied der „Jvria“, Wfen), erhiel|t die silberne Tapferkeitsrnedaille II. Klasse. OeffentliChkeit. ,;M agyar-ZSidö- Hadi- Archivum Almanachja“ (Ungarischjüdischer Kriegsfälmanach) heißt die Neuerscheinung und ist von Dr. Simon' Hevesi, Eugen von Polnay und dem Redakteur der Monatsschrift „Mult es Jövö“, Dr. Josef P a t a i, redigiert. Es sei vorweg gesagt, auf publizistische Wertung erhebt das Buch, das in sehr vornehmer Ausstattung erschienen -ist, keinen Anspruch. Es will zum Herzen sprechen und ist sohin mehr auf die S t i m m u n g eingestellt, es fiberwiegt in ihm das Feuilletopistische. Die besten Federn Ungarns haben an dem Werke mitgearbeitet und den Herausgebern, die leine große und schwierige Arbeit zu bewältigen (hätten, gebührt jedes! Lob. Besonders hervorzuheben sind die illustrativen Beiträge, von denen namentlich die Bilder Wilhelm Wachtels (Flüchtlingsgruppe) hervorragen. Vielen Aufsätzen gellt leider das bewußt Jüdische ab, was der Einheitlichkeit 'des Buches Abbruch1 tut. Sehr wünschenswert wäre es, wenn 'der zweite Kriegsalmanach mehr Tatsächliches brächte, was in Ungarn dank der ganz milden Handhabung der Zensur viel leichter besorgt werden könnte# als in Oesterreich. L. B. □□□□ if§S3| - nacia □ .;D □ Edif Silber-Ring § Q amtlich punziert, mit hebräischer In- Q m sebrift: „Zum Andenken an den Krieg“ n n per Stück Kronen 3.— q m Bei grösserer Bestellung Rabatt! SS □ Alleinverkauf M.Toch q q Uhrmacher rj □ Wien, IX. Spitalgasse Nr. I a q □□□□□□□□□□□□□□□□ ■ ■ ■ RESTAURATION * ■ „zur rumänildien Ködie“ ■; Ch. Weiß vorm. Korn; ■ Wien) II., Hammerpurgstallg. 3. ■ g Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. g ■■■■■■■■■■■■Bus■■■■■■■■■ .. Gg. Baruch G ruber g aus Tarnopol, Fähnr# im’ 15. Inf.-'Reg;., der sich zum Militärdienbte freiwillig gemeldet hatte, ist am 20. Juni 1916 im 21. Lebensjahre an der Südlichen Front gefallen. Er wurde njach’ dem Tode m'it der silbernen Tapferkeitsrnedaille I. Klasse ausgezeichnet. Gg. Korp. Gustav K o h n aus Wien hat während der letzten Kämpfe den Heldentod gefunden. In ihm verliert der Jüd. Handlungsgehilfenverband einen seiner eifrigsten Mitarhejter und die Wiener zion.' Organisation einen treudn Kampfgenossen!. Gg. Kadett i. R. Max Leo Ros enwald v. Inf.-Reg. Nr. 95 ist gelegentlich eines Gefechtes zwischen 10. und 12. v. M. in russische Gefangenschaft geraten und befindet sich gegenwärtig in Penlsa. Büdiersdiau. Das jüdische Kriegsarchiv in U,nigarn, von dessen Gründung wir seinerzeit beridhtet haben, tritt jetzt mjt einer Publikaion in die Cafe „Marienbrücke“ I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN ■■■■•■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ äl l Mm* dm mm i las t, ImmMi lalMitti fl. Untersuchung der Augen und Vorordnung passender Augengläser täglich von 9 Uhr bis 7 Uhr abends kostenlos unter Leitung d. Augenarztes Hm. Dr. Poborski.* Brillen und Zwicker von K 3.— Telephon Nr. 8636. ZIVNOSTENSKÄ BANKA FILIALE WIEN l.f Herrengasse 12 Wechselstuben in Wien; L, Graben 15, I., Herreng. 12, II„ Praterstr. 24, - IIL, Land Straße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, V-, Margaretenstr. 71, VI., Gumpendorferstr. 100, VII., Mariahilferstr. 84, VIIL, Josefstädterstr. 103, IX., Porzellangasse 9, X., Favoritenstr. 95, XU. Meidlinger Hauptstr. 15, XXL, Am Spitz 15. Kulante Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen. Aktienkapital u. Reserven: über K 103 Millionen. EINLAGEN 73L°L auf Büchel » P I* Zentrale in Prag, gegründet 1868. Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Karlsbad, Klattau, Königgrätz, Krakau, Lern berg, Melnik, Olmütz, Mährisch-Ostrau, Pardubitz, Pilsen, Pisek, Prossnitz, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkammer mit vermietbaren Sales Abonnement von K 7.— an. Herausg. Alexander Geller, verantwortl. Red. David NebenzahL — „Adria“ Druck- und Verlagslgesellschaft m.b.H. (verantw. Karl Kamer), Wien, II.

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