Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 24 (16.6.1916)
- Date
- 1916-06-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2438141-2438572-2438595--4843-2444758- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG NI1. 24 A. b. je 10.—; Josef Strauß, Frl. Kornreich gesammelt im Mädchenheim je 50.—; Fischer 4—: A. Feuerring, Siegfried Popper, Josef Göldesi je 3.—; Rosenfeld 1.—; zus. 101.—. Sammlung Ruza Sachsei: Ignaz Arnstein, Kolin; Adolf Arnstein, Kolin je 25.—; Heinrich1 Beutler, Kolin 6.—; Victor Pomeranz 4.—; Adolf Heller 4.—; N. N. 4.—; E. Bergmann 2.—; zus). 71 — Sammlung Frl. Springer: Max Markus 30.—; Clara Gutherz 8.—; Fr. Therese Schweinburgy Gertrude Donath 3.—; P. Klaar, Paula Grüner,- Therese Woliner je 2.—; Fr. Nefti Kohn,- S. Sprecher/ Therese Jirandweinier, B. Holzer, M. Wieseltier, Rubin Eisig Berglas, D_ 'Brücker, M. Adler, S .'Bittmann, ReisS, F. Nadelstich, Gottestnann, S. Springer, Isidor Hirschfeld, Netti Gnossmann, Ella Beer, Rosa Prinz, Paula Blau, Arnold Breuer, Leontine Bloch, Cilli Steiner, Erna Weisis je 1.—; Salzer, Schöffer, Emil Friedmann je —.50; zus 73.50. Sammlung Emmy Grün: durch Hilde Egger in Ung. Hradi9ch 34.—; Gustav Politzer 10.—; Hugo Blau, Engelstein, Frau Elsa Singer, Frau R .Grün, Hella 'Klein, Hans Lederer, 'S Lustig, Frau Glas,. Arthur Grün, E. Gnün je 1.—; Ergebnis einer Sammlung im Büro 7130, zus.'63.20 Moriah-Sammlung beim Konvent 40.—. Sammlung Selma Rohatin : J .Tiliinger, ‘Alfred Ferenczv je 5.—; Geza Menzl, Frieda Glücksmamv, Bruno Schallinger je 2.—; F. J., Arpad Freund je 1.—; zus 18.—. Sammlung Amalia Schmetterling: R. Günsburg 2.—: Max Obembreit, F. Schächter, Haas, lotte Mund 'je 1.—: Diverse 3 —- zu«. 14.—. Koppel,' Katz, M. Lustig, Lövv, Weininger, Char- Durch Rosa Rapäpport: Emanuel Sand 5.—. Sammlung Sophie Beldegrün: Dr. Reiss (durch Eva Seidmann) 20.—; "Dr. Seidmainn, Meiersohnf Pommeranz, Neumann je 1.—; Strasser i, Sch. je —.50; N. N. —.20; zus. 25.20. Sammlung Irene Berger: Dr. F. Nemath, Hugo Bondi,. Adolf Bruckner je 20.—; Habs Freiberger 10.—; L. Diamant 3.—; Hans Freiberger 2.—; Jacques Plasichkes 1.60; Irene Berger 1.40; Ernst Kaufmann, Ilka Birnbaum je 1.—; zus. 80.’—. II. zionisfisdie Mestonferenz in SbanOInavicn. Am 28. und 29. Mai fand in Kopenhagen die zweite Landeskonferenz der skandinavischen Zionisten matt, an der 31 Delegierte aus 8 Ortsgruppen teilnahmten. DaS Engere ActionS-Comite war durch Herrn Dr. Victor Jacobson vertret ten. Unter den Ehrengästen befand Sich’ Professor Simonisen, der die Konferenz im Namen der Kopenhagener Ch'owewe Zion begrüßte. In einer feierlichen Eröffnungssitzung, der etwa 400 Gäste beiwohnten, sprach' Herr Dr. Louis! Fränkel — Kopenhagen über „Zionismus“. Dr.- Jacobson erstattete einen eingehenden Bericht über „Die gegenwärtige Lage der Zionistischen Organisation“. . Nathan: So darf man alsio auch' heute an eine Herrlichkeit deutschen Wesens glauben. Ich bin froh, daß Sie mir die Zweifel daran benahmen. Denn es kann mir genügen, daß bei einer Minderzahl echtes Deutschtum vorhanden ist, daß überhaupt deutsches Loben gelebt' wird. Und doch bleibt noch ein bitteres Gefühl übrig. WaS mich beunruhigt, möchte ich' jetzt so ausdrücken: es ist der Abstand izwischen deri Spitzen und der großen MasSe, der-große Zeitraum. den Taten und Gedanken brauchen, um sich durchzusetzen, und- — was Im Grunde alles auf dasselbe hinausläuft — das prozentuale Verhältnis zwischen Verständnisvollen Gefolgsleuten und der breiten Menge. Kd n r a d: Das ist nichts anderes als das Problem aller Volksbildung und Volkserziehung, und hier liefet eigentlich auch der Grund, weshalb alle Bildung, alle Erziehung national sein muß. Nur durch die Erhaltung unseres geistigen Volksbesitzes bleiben wir fein Volk, und durch Steine immer stärkere Eroberung (werden wir immer mehr ein starkes,. gesundes Volk .... Ich weiß wohl, trotz aller meiner schönen BeweisJe bleibt es ein Wagnis, mir zu folgen. Es heißt da, wie wir Schon einmal Sagten-: glauben. Glauben an die Macht des Tüchtigen, an die Kraft des GeisteS. Glauben vor allem a” dadeutsche Volk, isowohl wie es sich darstellt in Seinen großen Führern, wie in der Mass'e, die einst Werden soll gleich jenen. Abends fand zu Ehren des Delegiertentages ein jüdischer Volksliederabend, veranstaltet von dem bekannten jüdischen Sänger Jassinowski, Statt, der feinen Reinertrag von etwa 1000 Francs für die notleidende jüdische Bevölkerung PalästinaSergab. Der folgende Tag begann mit -einer gesChlos-* stenen Sitzung, -in welcher eine Aussprache über die Politik (der Leitung während des1 Krieges? stattfand. Nach eingehender Debatte wurde mit 20 Stimmen bei 5 Enthaltungen (dagegen stimmte niemand) folgende Resolution angenommen: Indem die Konferenz mit Genugtuung, anerkennt, daß die Leitung der zionistischen Organisation eine neutrale und reinzionistische Politik führt, und indem sie wünscht, daß die politische Arbeit weiter in diesem Sinne geführt werdet Soll, spricht sie der Leitung Volles Vertrauen aus und drückt den Wunsch aus, daß weiterhin mög-, lidhst mit größerer Intensität in allen Ländern gearbeitet werden möge und daß das Kopenhagener Büro der zionistischen Organisation durch Hinzuziehung weiterer führender Kräfte vergrößert und verstärkt werde. In öffentlicher Sitzung erstattete Herr M. Tarschis-Stockbolm', der Vorsitzende des Zionistischen Landeskomitees, den Tätigkeitsbericht für die abgelaufene Berichtsperiode. Herr Dr. Bernstein berichtete (über „Die zionistische Presse in Skandinavien“. Herr Mark sw ach über „Der TüdisChe Nationalfonds und srine Tätigkeit in Pa-; lästina“. Oberrabbiner Dr. Schornstein und Herr Feiern erstatteten Referate über „Die Frage der jüdischen Erziehung in Skandinavien“, Herr Slor Sprach über „Die Notwendigkeit der körperlichen Ausbildung der jüdischen Jugend“.. Es wurde ferne Reihe von Resolutionen angenommen, die eine Neuordnung der organisatorischen und propagandistischen Arbeiten in Skandinavien bezwecken. Folgende Re~telutionen sind auch für die weitere jüdische Oeffentlichkeit von' Interesbe: . ‘ Emipr ationsfage. -'Die Konferenz fordert das1 Engere Actlons^Oom'ite auf, vorbereitende Schritte zu tun, um -in Verbindung mit_anderen'Organfeatioren an der Regulierung der jüdischen Emigration teilziinehmen. die nach dem Krieg zu erwarten. ist. Die Konferenz verpflichtet den Skandinavischen IZionisitenverband. sich mit der Frage der Vorbereitung und Regulierung der Emigration zu b°Tch.äfh‘gen, soweit Skandinavien dafür in Betracht kommt. Am erikan iSch-Jü dis eher Kon greß. Die Konferenz begrüßt mit wärmster Svmnathie die Bestrebungen der Amerikanischen Judenheit zur Organisierung des Amerikanis'ch-iüdischlen Kongresses und 'drückt die sichere Erwartung auS, daß (die amerikanische Judenheit auf diesem! Wege die Möglichkeit haben wird, alle Lebensfragen des jüdischen Volkes bei den zukünftigem FriedenSverhandlungen vorzubringen. Jugendarbeit: Die Konferenz ersticht das engere Aktions-Komitee in Erwägung, daß die Organisierung Ider Jugendarbeit eine der wichtigsten zionistischen Aufgaben ist, ein besonderes „ResSort für Jugendarbeit“, dem auch pädagogische und medizinische Sachverständige angehören stellen, sobald wie möglich' -einzurichten. Ein leitender Gesichtspunkt für die zioniStische Jugendarbeit muß d er Sein, d a ß d ie k ö r ne rl ich e Ausbildung der (Jugend einer der wichtigsten Faktoren zu deren Erziehung 1 s ü. Das „Reösort für' Jugendarbeit“ beim-E. A.tC. hat die Aufgabe, darübe" Z" 'wachen, daß in allen zionistischen Landesve-bänden der Jugendarbeit die gebührende Aufiue’-k-amk-rit gewidmet wird, und soll den Landesverbänden hiebei tni* Rat und Tat zur Seite stehen-. Im (einzelnen gehören zuden Aufgaben deS „Ressorts für Jugendarbeit“: 1. .Gründliche 'Ausbildung von-. Tum- und Sportlehrern und Einrichtung von Turnhallen in denjenigen Orten, wo keine Solchen zur Verfügung Stehen. 2. Gründung von- Tum- und Sportvereinen. 3. Herausgabe hebräischer. Turnlieder mit Noten in billigen Volksausgaben. 4. Veranstaltung von Vorträgenüber die Notwendigkeit der körper'ichen Erziehung. Der Leitung des Skandinavischen Zionistenverbandes wurde Dank u-d. Vertrauen votieril. Für 'die neue Tätigkeitsneriode wurde ein neungliedrigeS Zentralkomitee gewählt, das aus seiner Mitte einen engeren Arbeitsausschuß nominieren \vird. Der Sitz des Zentralkomitees bleibt auch weiterhin Stockholm. _ , Im Anschlüsse an den zionistischen Delegiertentag fand unter Vorritz von Herrn Professor Sirao nsen -Kopenhagen -eine Konferenz der während 'des Krieges gegründeten .Jüdischen Hlfskomitfees in "Skandinavien“ statt. Aus Oer jDöisdnm Nett. Juden Im französischen Heere. Der „American .Hebrew“ veröffentlicht folgende Aufstellung: Von den im französischen Heere kämpfenden Juden haben-1058 <den Heldentod erlitten. In die Ehrenlegion wurden aufgenommen: 1 .Großoffizier. 1 Kommandeur, 15 Offiziere, 126 Ritter. Mili+ürmedai'len wurden verlieben an 145 luden. Im Tagesbefehl als1 tapfer erwähnt 617. Kriegskreuz verlieben an 254 Juden Die Pariser Advokatenkammer ve-ans‘altet am 19. Mai in der Synagoge Rue de la Victoire einen Trauergottesdienst für ihre im Felde gefallenen Mitglieder. Unter den 104 Advokaten, die auf dem Schlariitfelde geblieben sind, befinden (sieb 9 'Juden: Robert Lew-Fleur. Louis Helbronner. Robert Lowis. Maurice 'Ernst, Oscar Kiefe, Rene Gaben. Andre May, Oskar Franck, Alpbonse Benvenisfti. Unteroffizier "Cami^e 'Lew. Sohn de-?1 R-rifor- . ter KantorS zeichnete sich' bei d»n Kämpfen im September 1915 besonders aus’. Als die S'vnavoge mm Feuer ergriffen wurde, stürzte er mit zwei Kameraden in das brennende Gotteshaus, und es gelang ihm, die Thorarollen zu retten. * Die Familie Dreyfus im Kriege. Alfred DreyfuS. der seinerzeit so vielgenannte Märtyrer der TeufelsinSel. kommandiert gegenwärtig als Maior einen ArtiHerieabsriinitt von Paris. Sein Sohn Pierre Drevfus steht als LTnterleutnant vor Verdun -und ist letzthin in eifern Tagesbericht ehrend erwähnt, worden. Fin Sohn des Mathien Drevfus ist in der Qbfun-' naomeschlacb4gefallen, (nachdem er mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet worden war. * An Allem sind die Juden schuld! In dem berüchtigten französischen Hetzblatt ..Libre Parole“ untc-sufeht tiefen ebenso b°- riiririi'-ier Herausgeber Fd''nrd Drumout die TaiR-irhe des starken Sinkens des französischen Geldkurse« in Saloniki. Er kommt zu dem famosen Schlüsse, daß daran niemand anderer als die Juden die Schuld tragen, denn Saloniki iri eine jüdische Stadt und die Juden beherrschen' den dortigen Geldmarkt. « ' — Antisemitische Umtriebe in Rumänien. Hach einer Bukareste' Meldung berichtet die in JaSsv erscheinende „On'nia“. daß dort irl den Postwagen Karien mi+ der Aufforderung zur Veranstaltung ein-fes Pogroms «»mn die luden verbreitet werden. .On-Vea“ fordert dje Regierung auf, den Umtrieben ein Fnde zu machen, was i( m So leichter sei. als die Leitung der rumänischen Antisemiten ihren Sitz in Jassy habe. * Von dpr Korrgreßbewegupg. Das Organisierungskomifee des amerikaris-ebiüdgeben Kongresses, hat den von Louis D1. BrandfeiS am 24. T.änner in Newvork gehaltenen Vortrag über ..Jüdische Rerii+e und Her Kongreß“ Sowie die Rede von Dr. Stenben S. Wise auf der Vorkonferenz des Kongresses in Philadelphia. ..Amerikanisches Judentum und Demokratie“, in Broschürenform herausgegeben. .'lewirii Adyorä+e« h-.e-öffentlicht in seiner Nummer vom 4. Mai einen;vqu Herrn Jacob de HaaS vorgeJeg'en P’an füdie Wahlen zum Kongreß. wonach auf i“ 10 0*10 Seelen der Jüdischen Bevölkerung eines jeden Staates in den Vereinigten Staaten >ie ein Delegierter und weitere Delegierte für i“ weit"1-» 5000 Seelen gewätdt werden Sollen. Unter 'Zugrundelegung, der Zählung des Tahres 1r>i() wü-'te das eine Gesamtzahl von 258 Delegierien ergeben. * Ein jöT'Cher Kongreß in Süd-Afrika. Am 30. April und 1. Mai fand in Johannesburg e’n ütnUorher Kongreß statt, der von Delegierten aus R-i'iSch-Südafrika, Rhodesia und dem Kongostaat b-’s'-ebt war. Es wurden Resoiu-' tionen angenommr1 in welchen für die. luden aller Länder Gleichberechtigung und eine Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina gefordertwird. , '! ' ■ (i * Bestätigung der Nominierung BrarfdeisL' Aus Chicago meldet ein Telegramm vom 25. Mai: Der Senatsaussfchuß für juristische Angelegenheiten hat die Nominierung von Louis EK Brandeis als Richter des Obersten Geririitshofes gebilligt. Das ist gleichbedeutend mit einer Bestätigung der durch Präsident Wilson erfolgten Nominierung. Aav CfhollAl muB von jedem Zionisten bezahlt werden. Die Zionistisdie »»■■vllwl Organisation muß erbalten und geätärht werden. '