Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 24 (16.6.1916)
- Date
- 1916-06-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JQEHSCHE ZEITUNG Seite 5 Nr. 24 Eine Stiftung Jacob Schiffs. Anläßlich der 50. Wiederkehr des Tages seiner 'Ankunft!in Newyork stiftete Herr Jakob Schiff der Harvard-Universität 500.000 Doll, zur Errichtung einer Studentenhalle. Der jüdische Unterstaatssekretär. Im Zusammenhang mit der Revolution in Irland, schreibt eine englisch-jüdische Zeitung, daß der Unterstaatssekretär für Irland in Dublin der Jude Sir Matthew Nathan ist. Sir Nathan hat eine glänzende politische Laufbahn hinter sich, in der ihm aber oft Hindernisse infolge gewisser Hetzereien und Vorurteile in den Weg gelegt worden Sind. Zionistische Arbeit in Griechenland. In Saloniki fand vor kurzem ein Schekcltag Statt, der von den (zionistischen Vereinen Bnei Zion, Societe Nordau, Bnoth Zion, Sowie den zionistischen! Sektionen der Vereine' Kadimah und Makkabi veranstaltet wurde. Ein Aufruf, der in Tausenden von Exemplaren verbreitet worden war, hatte die jüdische Bevölkerung Salonikis aut den Schekeltag vorbereitet. An dem Tage selbst arbeiteten eine Reihe von Kommissionen vom frühen Morgen an, und das1 Resultat war. daß mehr als 1000 Schekel verkauft wurden. Mittags erschien leine Sondernummer der zionistischen Zeitung „La Esperanza“, von der. innerhalb zwei Stunden 2000 Exemplare abgesetzt wurden. Um 5 Uhr fand im „Odeon“ eine große Versammlung statt, an der mehr als tausend Personen teilnahmen. Ansprachen hielten die Herren David Florentin, Moise Betis'iglio, Aron Par-, do, Josef Usiel u nd Madame lonina Cohen. Die Versammlung nahm einen glänzenden Verlauf, Durch den Schekeltag haben sich die Zionisten in Saloniki aufs neue,die Sympathien weiter Kreise der jüdischen Bevölkerung erworben * Von der jüdischen Hilfsaktion. In Rumänien hat die von Herrn Asbruc geleitete Sammlung für die durch den Krieg ge-' schädigten Juden bis zum 1. Mai die Summe von 80.000 Francs ergeben — In Frankreich, wo Sich besonders die Herren Eberlin, M. Segal, M. J. Schaniro und Madame Gübbay um die Hilfstätigkeit verdient jgenAcht haben, sind bis zum 15. 'Mai ca. 300.000 Francs aufgebracht worden. * Hebräische Theatervorstellung In Petersburg. AuS Petersburg Wird über die Schweiz gemeldet, daß im dortigen Theater namens „Musikalisches Drama“ in kurzen eine interessante Theatervorstellung stattfinden wird. Es wird nämlich die Oper „Simson U‘ dlilah“ in hebräischer Sprache gegeben werden. In de Sim son Rolle Wird der bekannte russische Ooerinsänger. Jerschow, der diese in hebräischer Sprache bereits einstudiert haben soll, auf-) treten. Das Reinerträvnis ist für die vom Kriege betroffenen jüdischen Künstler und Schau-* Spieler bestimmt. Zionisten inf Felde. Gg. Dr Siegfried Frankl erhielt daS goldene-Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeits'medaille. Go. Arthur Wechsberg, Kadetas'p., das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der TapferkeitSme-- daille. Beide ‘A. H. A.- H. des Jüd. Akad. Verbindung „Ivria“, Wien und derzeit im Felde. . Ing. Leutnant Borys'C z a c z k e s, Kommandant einer Landsturmabteilung, A. H. der jüd. akad. Verbindung „Judäa“, Lemberg, wurde mit dem Signum laudis am Bande des Militärver-' dienstkreuzes ausgezeichnet. Gg. Ing. Salomen Nußban m-S p e i se r aus Giinianv ist zum Ob°r'eutnant ernannt wördeai. - Gg. med Adolf Czysz, S-m.-Fhnr. des S4. Inf.-Reg erlag den auf d-u i-1 liehen Kriegsschauplätze erlittenen Wunden. Der Verstorbene war Bb. der „Makkabäa“ und einer der tätigsten jungen Zionisten in Lemberg. Er arbeitete mit besonderer Hingabe für den JFN. Papleinadipiditen. Mittwoch, den 7. d. M. fand unter dem Vorsitze des Herrn Reichsratsrevisors Taussig eine Sitzung des Zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich statt, die der Besprechung! wichtiger zionistischer Angelegenheiten gewidmet war. Nach Entgegennahme des Berichtes über den Stand mancher lokaler zionistischer Institutionen wurde beschlossen, der Gg. Frau Erna Patak für ihre ausdauernde und hingebungsvolle Leitung des 1. zionistischen Kinderhortes, ferner Gg. Frl. Laura Neu mann für ihre_ se'hsl'ose Arbeit bei der Ausspeisungsakti m und sch'i-ßlich Gg. Herrn Karl Meise Is für seine Tätigkeit zugunsten des Schekels und Zentra'fonds den Dank des Z. K. auszusprechen. Das Z. K. hat die Mitteilung betreffs der Herausgabe des zweiten "Jahrganges des „'Jüdischen Nationalkalenders“ unter der Redaktion der Gg. Dr Otjo Abeies und Ludwig Bato und im Verlage der „Jüdischen Zeitung“ mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Die Angelegenheit der weiteren Ausgestaltung der „Jüdischen Zeitung“ wurde einem mehrgliedrigen Komitee übertragen. Die infolge Einrückung Tod und 'Domizilveränderung vakant gewordenen Stellen im Kuratorium des Armenambulatoriums wurden durch die Wahl der Gg. Isidor Gewit sch, Dr. "Emil Krasny und Max Markus weder besetzt. (Inzeigen. Wien. HaThüah Sonntag, den 18. Juni. Ausflug nnch Hütteldorf. Treffnunkt: Haltestelle Fr. Josefs-Kai—Schottenrirvr. s/,2 Uhr nachmittags", Abfahrt 2 Uhr nachmittags. Vom BGMsdi. rw Jud-1. Fine Monatsschrift. I. lahrnrnng. Heft 2. Mai 1916. R. Löwit Verlag, Berlin-Wien. Ganz zutreffend kennzeichnet L. H. unter der UcberSchrift „Interessenten“ am Eingänge der Bemerkungen die">s Heftes den Zweck der Zeitschrift. „Die ihr Antlitz bestimmen und ihren Weg bahnen, haben nicM <‘r-+ s°it gestern und vorgestern das Judentum als Tatsache und eine Aufgabe im ReWußtsein un i im tätigen Geist — Die neue Zeitschrift haben si~ neg-ündet, weil es ihnen als unabweish'che. Pf'i"ht in der Seele brennt, all** Kraft an die Uut-chwtzung ihres jüdischen Seins und Zukunfwwillens zu setzen. — — — Wei' ihre Teiln ahme am Geschick der Gemeinschaft, der sie verbunden sind. 1 eb e n d i" ist bis in den tiefsten Grund des Lebens.“ Das bedeutet eine reinliche Absonderung in der Tenderz von allen lenen, die trotz der Not der Stunde und trotz der drängenden Entscheidung abseits stehen und me+rUvoll oder sentimental. doch völlig tatenio-, betrachten; von; allen ienen. die =ich aus Franzos romantisieren-* den Schilderungen von ein-tma's. Wahrheit zu holen glauben o Ic an der Berichterstattung über äußeres Geschick Genüge finden. Statt dessen soll eire Einfühlung in das GefüMs- und Geistesleben der Gemeinschaft ann-eh-^nt werden, um deren Zukunft die Frage geht. Aus! dem distanzierten Interesse soll 7”m I"idvoi|en. freudvollen M'terleben imd Mitdchaffen des Schick-* sales geführt werden. Diesem Ziele dient Martjn B ** h e r s Fragment „Das Gestaltende“ füdie Gesamtheit des Volkes, das von dem ewig fruchtlosen und do-h so schöpferischen Kampf de- Formenden n*F der ges+altfeindlicben, widerstrebenden Materie H"s Volkes und von dem gefährlichen Frm->,t«n der gestaltenden Kräfte im Gallith spricht. Der Vergangenheit der Osfiuden. widmen R. S n 1 m i n JjDie jüdische Selbsfverwa’tung im polrischen Staate“) und Lazar Abramson („Die ostjüdische Gemeinde“), zwei Arbeiten, die nicht allein eine gute Beherrschung jdes Materials geigen, sondern auch das Bestreben, die Vergangenheit des Ostens für seine zu erwartende Neugestaltung nutzbar zu machen; die hiedurch gelieferten Hinweise sind nicht zu unterschätzende Argumente im Kampfe um die nationale Sicherimg des Ostjudentums. Dagegen fordert Max Mayers „Rivalen oder Verbündete“ mit dem Versuche, Bestehendes zu glorifizieren imd zu stabi'isieren zum Widerspruch heraus. Wir leiden zu sehr unter* die:er Zweiheit, al9 daß wir solche als normalen Zustand hinstellen wollten oder auch nur könnten. Hillel Zeitlins „Aufgaben der polnischen Juden“ sind leider nur Andeutungen über die zweifache Funktion des Ostens im Volkskörper, stodaß sie zu viel und doch zu wenig verraten, um voll auswirken zu können. Diese Frage von der Leistung eines Volksteiles für die Gesamtheit, bat viel zu selten Versuche einer Beantwortung erfahre.!. Das oft behandelte Thema „Jüdische Volkslieder“ hat Arno Nadel in einer vertiefenden Weise zu fassen getrachtet; die folklöristischen und kulturhistorischen Erörterungen der gutgewählten Proben erfreuen als rechte Beweise einer ernsten, wissenschaftlich geschärften Betrachtungsart. Salomon L e h - nerts „Jüdische Volksarbeit“ erregt in unsi Wienern den Neid, ähnliche, völkisch so wertvolle Arbeit im Dienste des Volkes nicht geleistet zu haben;, es sind zugleich Fingerzeige für eine bessere Zukunft. Von zionistischen Aufsätzen hat Adolf Böhm „Jüdische Positionen in Palästina“ beigesteuert. Diese Schilderung verrät deutlich genug die innere Anteilnahme und das lebendige Mi'sehaffen an Palästina, wo doch so leicht eine trockene, enzyklopädische Aufzählung zu fürchten war; gerade diese Art von Rückschauen macht die Zeitschrift für die nicht ganz informierten jüdischen Kreise wertvoll. Oskar Epst eins „Grundsätzliches zur zionistischen Gegenwartsärbeit“ rührt an die jüngst vom Referenten in d er „ Jüdisichen Zfeitung“ erörterte Streitfrage, stellt sie aber in eine weitere, fruchtbare Perspektive. Die „Bemerkungen“ bringen kurze, oft tiefgrabende Beiträge zu den bewegenden Problemen des Tages. w. st. | Cafe Jägerhof (Weiss) » ■ IX., Porzellangasse 22. 5 j Vornehmes Familien-Cnf6 ■ ■ modernst eingerichtet * ■ gut ventilierte Spielsäle. * ■ Zentral-Lokal der Zion. Fernverbindungen. » ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen 5 sowie alle Zion. Blätter liegen auf. J m. Cafe „Marienbrücke“ I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN Gcularlum sin. L ttitMtinaJi, Qmm kamt Mwmi, ItMÜk Laln-itM W. Untersuchung der Augen und Vorordnung 1 passender Augengläser täglich von 9 Uhr bis 7 Uhr abends kostenlos unter Leitung d. Augenarztes Hrn. Dr. Poborski. Brillen und Zwicker von K 3.— Telephon Nr. 8636. rsiwiw* toi ZIVNOSTENSKA Wechselstuben in Wien: 1.. Graben 15, I., Herreng. 12, II.. Praterstr. 24, 1IL, Land xtraße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, V„ Margaretenstr. 71, VI., Gumpendorferstr. 100. VII., Mariahilferstr. 84, VIII., Josefstädterstr. 103, IX., Porzellangasse.9, X.. Favoritenstr. 95. XII. Meidlinger Hauptstr. 15, _XXI„ Am Spitz. 15._ Kulante Besorgung aljer Bank« und Börsentransaktionen. BANKA FILIALE WIEN U Herrengasse 12 Aktienkapital u. Reserven; über K 103 Millionen. EINLAGEN?\°L auf Büchel I» 1° Zentrale in Prag, gegründet 1868. Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau. Karlsbad. 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