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Jüdische Zeitung · 1916-05-26 · 21 (26.5.1916) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
21 (26.5.1916)
Date
1916-05-26
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nh 21 ima in diesem Jahre wurden folgende Flächen mi. Getreide und Viehfutter bestellt:. Weizen 160 Dunam, Gerste 200 Dunam, Bohnen 80 Dunam, Viehfutter 50 Dunam, insgesamt 490 Dunam. Auch Gemüse wurde auf einer Parzelle von 40 Dunam angelegt. 7. Sarona. Nicht weit von Poriah entfernt liegt die Kolonie Sarona, die kurz vor dem Kriege von der Chicagoer Achuzagesellsdiaft ge-i gründet worden ist. Diese Kolonie umfaßt 5525 Dunam, von denen 1483.58 Dunam im vorigen Jahre und 674 Dunam in diesem Jahre mit Mandein und Oliven bepflanzt wurden. Augenblicklich sind 42 Arbeiter in der "Farm beschäftigt. 8. Migdal. Nördlich von Tiberias am Ufer desi Sees liegt Migdal, die Farm der Land- und Plantagengesellschaft „Tiberias“. In Migdai sind jetzt folgende Pflanzungen vorhanden: 65 Dunam Orangerie, 400 Dunam Oliven und Mandeln, 100 Dunam Weinberge, 15 Dunam Fruchtbaumgarten, 10 Dunam Eukalypthusälleen, insgesamt 590 Dunam. Außerdem wurde in diesem Jahre folgende Fläche für den Ackerbau verwendet: 660 Dunam Weizen, 330 Dunam Gerste und Hafer, 110 Dunam Ackerbohnen, 165 Dunam Futter, 330 Dunam verpachtet, hierzu kommen noch für den Gemüsebau bestellte 110 Dunam und 'für Baumwolle 60 Dunam, insgesamt 1765 Dunam, An Milchvieh sind in Migdal 20 Melkkühe, die 'jetzt täglich 70—80 Liter Milch geben und 60 Stück Jungvieh. Außerdem acht Paar Pferde, von denen drei Paar bei Regierungsarbeiten in Berseba arbeiten. Die diesjährige Ernte wird etwas über den Durchschnitt ausfallen. Leider hat der Umsfcnd, daß die Felder infolge des! Mangels an Arbeitstieren nicht genügend vorbereitet werden konnten, den Erträgen etwas Abbruch getan. Aus Mangel an Arbeitstieren konnten die Pflanzungen bisher noch nicht völlig aufgeackert werden, während im vorigen Jahre um diese Zeit die Pflanzungsfläche bereits drei Mal gepflügt war. Das Gemüse wird meistenteils an die Arbeiterküchen zu billigen Preisen abgegeben. Augenblicklich sind 60 Arbeiter in der Farm beschäftigt. Insgesamt arbeiten in Galiläa zur Zeit über 600 Arbeiter, die sich auf folgende Plätze verteilen : Merdiawjah 80, Mesra 30, Mascha 5,- Sedjera 25, Rama 42, Jabniel 25, Poriah 40, Dagania 35, Semach 70, Kinereth 85, Migdal 60^ Melhamie 3, Mizpa 4, Nijmed Subech 8, Rosdi- Pina 7, an verschiedenen Plätzen zirka 90,' insgesamt 609. Oie Verfassnngsfeier in Polen. Zum ersten Male durften die Polen in Russisch-Polen ihren großen nationalen Erinnerungstag der Verfassung vom 3. Mai 1791 öffentlich ■feiern. In Warschau, sowie in sämtlichen größeren Städten des deutschen und österreichischen Okkupationsgebietes fanden an diesem Tage Straßenumzüge, Gottesdienste, Versammlungen und dgl. statt, an welchen alle Bevölkerungskreise sich beteiligten. Fast überall haben die Juden, denen die Konstitution des , 3. Mai bedingungslos! die vollste Gleichberechtigung gewährte, mitgefeiert und mancherorts1, so z. B. in Warschau se des Kassierers stattgefunden hat, zurückkommt. „Daß Eudi.Schön wieder etwasl angestellt?!“ schreit er. „Euer Glück, daß ich.’1 von Motje, dem Kassierer komme und gut aufgelegt bin .... Kinder, war das ein Essen:.... So'n Kerl! Nun freilich, wenn man bei der Kassie y ist. Ich würde auch nicht nein sagen.' Besser als Kontrolleur sein und jedem Wagen wie ein Hund nachlaufen! .... Aber Leute! Was ist denn da geschehen? Wieder ein Malheur? Wieder ein Zusammenstoß? Wo habt ihr denn eure Augen? Die Passagiere >— hol’ sie der Kuckuck! Aberl gut, daß die Wagen ganz geblieben sind. Doch nun macht ein Ende, Kinder . . . Ihr, Reb Kassriel, mein Herz, spannt gefälligst um und fahrt zum Bahnhof zurück, und Reb Asriel wird Euch nachfahren ... “. „Warum gerade ich?“ fragt Kassriel. „Soll Asriel umspannen und in die Stadt zurückfahren, und ich fahre nach.“ „Reb Asriel“, wendet sich der Kontrolleur zum andern Kutscher, „seid Ihr so jgut Sind spannt um una fahrt itt die Stadt zurück.“ „Fällt mir nicht im Traum ein“, sagt Asrieh „Mir ist’s lieber, wenn Kassriel zum Bahnhof zurückfährt. Er sehafft’s schon/' „Und wenn’s ans Leben geht, ich fahre nicht zurück“, versteift sich Kassriel. „Una wenn ach hier auf der Stelle zu Grunde gehe — ich’ rühr* midi nicht vom Fleck'*, überbietet ihn Asriel. und Lodz, konnte man sogar unter den verschiedenen Fahnen auch blau-weiße Fahnen mit dem Magen-David und Tafeln mit hebräischen und jidischen Aufschriften bemerken. Die politische Berechnung der Polen ließ den zweifellos noch starken Antagonismus zwischen ihnen und den Juden für eine Weile in den Hintergrund treten und sie luden sogar die ihnen so verhaßten Zionisten und jüdischen Nationalisten zur Teilnahme an der Feier und den Festzügen ein. In Lodz \vurde dem zionistischen Komitee ein Platz neben den offiziellen assimilatorischen Kultus Vorstehern angewiesen, "Allerdings mußten dann die zionistischen Vertreter mit ihrer Fahne etwas abrücken, dies geschah jedoch — wie der,offizielle Vertreter des polnischen Festkomitees zur Entschuldigung desselben erklärte — auf aus -• drückliches Verlangen der Assimilänten, die die Zionisten und ihre Fahne in1 einem weiten Abstande von sich wissen wollten, damit sie ja nicht als mit den Ersteren zusammengehörig betrachtet werden ... Allein nicht überall bekundeten die Polen die nötige politische Einsicht. So konnte z. B. das polnische Festkomitee in Sosnowiec seine über alle Maßen gehende Judenfeindlichkeit auch in diesem für die Polen feierlich-ernsten und gleichsam schicksalsschweren Momente nicht verbergen. Die Mitteilung des dortigen jüdischen Festkomitees, daß die jüdische Bevölkerung dieser Stadt bereit sei, an dem Festzuge teilzunehmen, und die Bitte um Anweisung eines entsprechenden Platzes für das Rabbinat und die jüdischen Vertreter wurde seitens des offiziellen polnischen Festkomitees brüsk zurückgewiesen und zwar mit folgender Motivierung: b,Da der festliche Umzug vom 3. Mai eine polnische Manifestation ivon durchaus national-religiösem Charakter ist, kann keine besondere nationale Gruppe zur Teilnahme am Festzug zugelassen werden.“ Wie viele andere polnische Komitees müßten den Juden dieselbe Antwort gegeben haben, würden sie weniger der Eingebung des Momentes und der politischen Berechnung gefolgt und mehr Offenherzigkeit bekundet haben! So sehr Wir eine offene Peklarierung der Juden Als „besondere nationale Gruppe“ seitens der Polen begrüßen würden, müssen wir solche im gegebenen Falle, insofern sie nur negativ verstanden werden will, zurückweisen. Wir sind tatsächlich eine besondere nationale Gruppe und fordern daher unsere Rechte als solche im positiven Sinne. M. H. Eaiästinahilfsuerlt für die jüdischen Kolonien/) 9. Ausweis. Durch Julius Singer, Sarajevo : Sammlung der Frl. Ida Jellinek una Ella Ungar 380.—, Sanun- *) Geld- und Briefsendungen sind zu richten an: Palästinahilfswerk für die jüdischen Kolonien, Wien, 18., Hasenauerstraße 43. Bei Einzahlungen im Wege der Postsparkasse bediene man sich mit entsprechendem Vermerk der Erlagscheine des Verbandes „Zion“ Nr. 47115. „Daß euch . . .“ flucht jetzt die Aepfelfrau, packt ihren Korb und wackelt vom Wagen herunter. „Ein schönes Fahren das! Fünfer lassen sie sich noch zahlen! Zu Fuß wäre ich sdiön! sechsmal in der Stadt, ja. Eine ,Trampelbahn' haben sie sich für Berditschew ausgedacht .... Nötig gewesen . . . .“ Und sie flucht und spuckt aus .... i , Ich aber sehe ein, daß mir auch1 nichts übrig, bleibt, als zu Fuß zu gehen. Und so nehme ich denn meinen Koffer und steige aus. Hinter mir kommen Wagen gefahren. Die Droschkenkutscher pfeifen, höhnen und lachen: „Dem Rebben haben Fleckchen mit Bohnen, nicht geschmeckt? Ha? Eine einfache Droschke hat Euch nicht gepaßt? Ausgerechnet nur aufi der ,Trampelbahn'! Ihr könnt noch von Glück reden, dab Ihr mit heilen Gliedern heraus seid, daß keine Eierspeise aus Euch geworden ist. . . Na, steigt schon ein mit Eurem Koffer, Herr,. Nachbar, in welchen Wagen Ihr wollt. Wir halten zusammen .... Hot, Kinder, hot, hot!“ .... Und so halte ich endlich samt meinem Koffer Einzug in Berditschew. (Aus: „Die verlorene Schlacht“, übersetzt von Dr. Nathan Birnbaum. — Jüdischer Verlag, Berlin.) ■ Iung Julius und Leopold Singer 213.20, Sammlung Ch. Weitzner 58.—, zus. 650.20 (Spezifikation s. unten), Jüdischer Wanderbund „(Blau- Weiß“ durch sehie Ortsgruppen (2. Rate): OImiitz 100.—, Znaim 121.60, Prag 160.—, Troppau 20.—, zus. 401.60, Eingegangen bei der Sam-i melstelle Oesterreich des -JNF (s. Nr. 20 der. „Jüdischen Zeitung“) 270.99, Sammlung Frau Dr. Sidonie Kahn 231.— (Spezifikation s. unten), gesammelt durch Frau Dr. Annie Kohn: Israelit. Tempelverein Döbling 100.—, Verbindung „Judäa“ Lemberg 100.—, Sammlung Dr. Edmund Weitzmann in Bruck a. L. 70.— (Spezifikation s. unten), Sammlg. Abraham Zahler, Kolomea 53.90 (Spezifikation s. unten), Sammlung Oberleutnant Dr. S. Jammer im Felde 45.—, Sammlung Bahnkommissär Dr. Jaques Kornfeld, Oswiecim 32.— (Spezifikation S. unten), .Weitere Spende der Bene-Berith-Loge „Eintracht“ 20.—, Sammlung E. Fr. Feldwebei Samuel Lander im Felde 20.-- (Spezifikation s. unten), Jüdische Kriegsgefangene im Lager Eger . in Böhmen 15;.—, Kanonier Siegfried Glück im Felde 10.—, Ldst. Ing. Artur Grün im Felde 10.—, Leutnant Dr. Hermann Löw anl. des 50. Semesters der jüd.-akad. Verbindung „Ivria“ 10.—, Adolf Böhm, Wien, 9., 6.—. Wilhelm Wachtel 'LHebronia“, DrohobyCz) im Felde anläßlich der Beförderung zum Kadetten 5.—, Josef Thom, Wien 5.—, E. Fr. Joachim Leiden im Felde 5.—, Eda Czwal 2.—. Summe 2062.69 Eingegangen beim Zionistischen Distriktskomitee für Böhmen in Prag: Dux: Ignatz Weil 2. —, C. Robitschek 3.—, R. Feuerstein 1.—; Karlsbad: Leopold Weil 5.—, Nemecitz: MoriC Frischmann 10.—; Prag: Siegmund Leckner V. V. d. H. Bauer 5.—, Friedrich Engländer 4.—, Kraus und Epstein 2.—, Dr. M. Kohn und Frau, Poric 14 10.—, Siegmund Thein 20.—, Dr. Eduard Kraus 4.—, M. Lauer u. Straus- 10.—, Alfred Reach 2.—, Dr. Siegmund Pollacek 5.—, Direkt. Emil Kux 10.—, P. W. 30.—, M. Graf, Karolinentha 120.—; Saaz: Ungenannt HO.—; Teplitz: Emst Bechert 200.—, Ing. Buchwald 100.—. Zusammen _553.— Summe K 2.615.69 Früher ausgewiesen K 16.604.57 Somit bisher K 19.220.26 Sammlung Frl. Ida Jellinek und Ella Ungar, Sarajevo: Jesua D. Salom, Moise D. Salom, Attias u. Israel je 100.—, Sändor Török 50.—, Albert Baruch 30.—, zus. 380.—. Sammlung Julius und Leopold Singer in Sarajevo : K. Albert, J. Alkalay, Abr. M. Altarac je 50.—, K. Leopold Stein 20.—, Sammlung H. Klein im Felde 18.20, Natan Horwitz, B. Weitzner, Dr. Singer, S.1 Altaras je 10.—, San. Kadett Med. Danon 8.—, M. Alkalay, H. Kalderon, Wi. Ast, K. Koller, M. Deutsch “je 5.—, A. Rechnitzer 2.—, zusammen 213.30. Eingegangen bei Herrn Ch. Weitzner zufolge Aufrufes in der „Bosnischen Post“: Ch. Weitzner, M. Alkalay, Gorazda je 20.—, M. Fürth;, Tuzla 10.—, F. Stein, Sarajevo 5.—, J. Spiegel1, Jäblanica 3.—, zus. ’58.—. Sammlung Frau Dr. Sidonie Kahn, Wien: Jüdischer Frauen-Wohltätigkeitsverein für den 19. Bezirk 100.—, Fr. Jenny Schur 40.—, Fr. F(A>, Herr F. Aschkenasy, Frau Sidonie Kahn, Frau Bertha Müller je 20.—, H. S. 7.—, S. B. 4.—, zus. 231.—. Sammlung Dr. Edmund Weitzmann im k. und k. Res.-Spital Bruck a. L.: Dr. Weitzmann . 50.—, Dr. Deutsch 10.—, Dr. Birnbaum, Ingfl Ltnt. Maurber je 5.—, zus. 70.—. Sammlung Abraham Zahler, Kolomea: S. I. Ball, S. Bali je 6.—, I. Ball, K. Jägermann je 3. —, Sch. Pames, I. Allerhand, A. Schaffel, L. Becher, E. Delfiner, St. Hübscher je 2.—, N. Ni I. 50, E. Welzer, I. Bernstein, I. Lustig, -S. Tanh, E. Bükel, B. Neumann, A. Bergmann, G. Buchhalter, L. Kohn, M. Horowitz, S. Lustig, L. Tannenzapf, L. Nadler, Drücker, O. Schiffer, I. Tepper, I. Ramler je 1.-7-, S. Ringelblum —.80, A>. Tepper, H. Lanczener je —.70, M. Mauthner, H, Sender, L. Fuchs je —.60, L. Lustig, L. Silber, je —.50, I. Teicher —.40, zus. 53.90. Sammlung Bahnkommissär Jacques Kornfeld' in Oswiecim: S. Fischer 5.—, Jos. Band, E.'N Blumenfeld, M. Brenner, Hanna Reicher, Zajdband, M. Neumann, M. Bachner, Dr. Kornfeld;, E. Wassertheil je 1.50, E. Lehrer, M. Förster, S. Zeitinger, S. Lichter, M. Kohme, M. Silbjger!, J. J. Kanner, Jos. Tauber, Jos. Eichner, E. Kuppermann je 1.—, zus. 32.—. Sammlung E. Fr. Feldw. Samuel, Lander im Felde: E. Fr. Feldw. S. Lander 4.—, Kdtt. Stein, med. Paul Schmer, A. Kästner, S. Satz, Korp, Katz je 2.—, „Nochri“, J. Just, D. Wolf, Dr. - Spitzmann, S. Duhl, |L. Klarfeld je;1.—, [zus. 20.—j. Ham CfhttkAi muß von jedem Zionisten bezahlt werden. Die Zionistische »UlCIiCI Organisation muß erhalten und gestärht werden.

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