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Jüdische Zeitung · 1916-04-28 · 17 (28.4.1916) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
17 (28.4.1916)
Date
1916-04-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Hermann Licht. Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 17 Aus Agram kommt eine tiefbetrübende Nachricht. Hermann Licht, einer unserer Treuesten, ist nicht" mehr. Seit vielen Jahren war er mit allein Eifer für die zionistische Sache tätig. Auf den Parteitagen unserer südslavischen Organisation, in der Redaktion des dortigen Parteiblattes „Zidovska Smotra“ und in der Agram er Parteileitung, besonders in deren Nätionalfondsabteflung, ragte die' Arbeit Hermann Lichts beispielgebend und aneifernd hervor. Nun ist er einer langwierigen Krankheit erlegen. Nicht nur der engere Kreis, der ihn persönlich kannte, sondern alle Zionisten beklagen den schweren Verlust. Zionisliabe Bewegung. Krakau. Unter Vorsitz des Gg. Dr. S. Wahrhaftig fand hier neulich eine vertrauliche Zusammenkunft statt. Gg. Dr. Leo Rosenkranz referierte ausführlich über die Tätigkeit des „Exekutivkomitees der Zionisten Oester-, reichs“ in Wien und befürwortete einen engeren Anschluß der galizischen, Distriktskomitees an dasselbe. Speziell beantragte der Referent die Inangriffnahme einer Reorganisierung "des westgalizischen Distrikts.; Nach längerer Diskussion wurde diesen Ausführungen prinzipiell zugestimmt und die — zunächst inoffizielle — Fühlungnahme mit der Wiener Exekutive beschlossen. * Chrzanow. Durch die Ereignisse des Krieges wurde unser zionistisches Leben sehr mitgenommen. Schon beim Ausbruch des Krieges, als der größte Teil unserer Gesinnungsgenossen eingezogen wurde, hatten wir große Schwierigkeiten bei der zionistischen Arbeit. Fast ganz zerstört wurde sie aber erst, als im November 1914 wegen der drohenden Rucseninvasion der größte Teil der jüdischen Bevölkerung nadi dem Westen flüchten mußte und unsere Gesinnungsgenossen sich über ganz Oesterreich zerstreuten. Von der Russeninvasion blieben wir verschont, und als wir, nachdem man nach’ einigen Monaten zurückzukehren begonnen hatte, an unsere Arbeit wieder gingen, wurde es uns wegen Mangels so vieler Gg. sehr schwer. Die Arbeit ganz wieder aufgenommen hat nur der zionistische Mädchenverein „Hatediijah“, dagegen fast ganz eingestellt die Vereine „Bnei Zion“, „Hatikwah“ (jugendlicher Zionisten) und „Radiel“ (jugendl. Mädchen), wie auch' der Klub der Hebräischsprechenden „Ivria“. Das ganze jüdisdie Leben konzentriert sich jetzt in der „Jüdischen Volksbibliothek“, wo wir zusammen mit den Poale-Zion arbeiten. Dort haben wir auch eine Lesehalle, in der die gesamte zionistische Presse aüfliegt. Da unsere frühere NF-Kommission sich auflöste, hat Gg. B. Kühnreich einstweilen die Funktion eines NF-Kommissärs übernommen. Seit September v. J. wurden über K 500.— aufgebracht Es wurde eine Oelbaum-Sammlung auf den Namen eines gefallenen Gg. veranstaltet, die cä. 35 Bäume einbrachte. Für Kriegslandspende wurden gegen K 200.— abgeführt und_ jetzt wird die Sammlung für das „Hilfswerk für die jüdischen Kolonien" in Angriff genommen. Für das Jahr 5675 wurden in Chrzanow durch' die Vermittlung des Wiener Zentralbüreaus 47 Schkolim verkauft So ist doch nicht alles ins Stocken geraten, und es wird das Möglichste getan. =±ru= -- =ini= Hans Low und Frau Frida geborne Hoffmann empfehlen sich als Uermählte. Osuiiecim im Bpril 1916 Rnzelgen und Korrespondenzen. Vortrags-Zyklus des junghebräischen Dichters Abraham Sonne. Wien. Der erste Vortrag, der am 20. d. M. stattfand, beschäftigte sich mit der Persönlichkeit M. J. BerdyczewskyS, die einen vielverheißenden Auftakt zu einer lebendigen junghebräi- »clien Dichtung bildet. Der Vortragende versteht es, in tiefdringender und formschöner Weise ein Charakterbild nach den Grundtendenzen zu entwerfen. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die Ausführungen Sonnes zu den seit Jahren bedeutsamsten Erscheinungen im nationaljüdischen Leben Wiens gezählt werden müssen; würde ja die Literaturbeschreibung der führenden Kulturvölker mit Stolz auf diese Art der Charakterisierung ihrer Dichter hinweisen. Im Hinblick auf seine Bedeutung werden wir auf den Vortragszyklus noch im Zusammenhang zu- , rückkommen, wir wollen aber jedem, der echtes Verständnis für das junge Judentum hat, den Besuch der Vorträge dringend ans Herz legen. w. st. Die nächsten 2 Vorträge, die die Charakterbilder J. Ch. Brenners und S. Tschernichowskys zum Inhalt haben werden, finden am 3. bezw. (>. Mai präzise V28 Uhr im Saale der Literalurfreunde 1. Pqstgasse 13, statt. Sitzplätze 1 K, Stehplätze 50 h.; „Oesterreichisch-Israeiitische Union". Die 30. ordentliche Generalversammlung der „Oesterreichisch-Israelitisdhen Union“ findet Samstag, den 29. April d. J., halb 8 Uhr abends, im Restaurant Guth, Wien, II., Stefaniestraße 14, statt. In derselben wird, da die vorjährige 'Generalversammlung infolge der Kriegsereignisse entfiel, der Bericht über eine zweijährige Tätigkeitsperiode erstattet werden, der unter den .gegenwärtigen Umständen ein hervorragendes Interesse bietet. Gäste sind herzlich 'willkommen. Tamow. Der „Jüdische Klub“ veranstaltete am 7. April eine Gedenkfeier zu Ehren J. L. Perez und Hugo Zuckermann. Die Feier fand im Lokal des Frauenvereines „Mirjam“ in Anwesenheit von einigen hundert Personen statt. Nach einer Eröffnungsrede des Herrn Holländer hielt Herr cand. jur. Daniel Leibei die Festrede, in der er das Leben und Schaffen Perez’ in eindringlichen Worten besprach. Herr L. Südwerts aus Gorlice sprach über Zuckermann. und las zum Schlüsse aus seinen Gedichten vor. Mit einer Rede des. Herrn Potschochowsky über das Wirken Perez’ schloß der Abend. '• Baden. Im Einvernehmen Init den zuständigen Militärbehörden hat die hiesige Kultusgemeinde den im Krankenstände des Gamisonsspitales 27 befindlichen jüdischen Soldaten die rituelle Feier der Pessachtage gesichert. Im hiesigen k. u. k. Kriegsspitale wurde eine Baracke zur Verfügung gestellt, deren eine Hälfte als Schlafstätte, die andere als Bet- und Speiseraum dient. Das am ersten Pessachtage stattgehabte Festmahl verlief sehr feierlich und eindrucksvoll. Unter den ungefähr 80 Teilnehmern befand sich auch der Oberarzt Dr. Rosen zweig. Während des Mahles sprach Herr Oberarzt Df. Rosenzweig über die Bedeutung des.Pessach1 als nationa - ' Ies Fest und betonte in seiner Ansprache; daß die Juden in diesem Kriege das Märchen von der jüdischen Feigheit zu Schanden gemacht und im Gegenteile Beispiele hervorragender . Tapferkeit und glänzenden Heldenmutes abgelegt haben. Den Schluß der schönen Feier bildete die Absingung nationaler und patriotischer Lieder. *. Wien. Donnerstag, den 20. April I.J., um 12 Uhr mittag wurde der nach einem kurzen schweren Leiden verschiedene stud. phil. und theol. Jakob Leib Holländer — Blumenkranz aus Lemberg, Mitglied des jüd.-akad. Vereines „Theologia“ unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. An der Bahre des so früh Verblichenen hielt der Rektor der Isr. Theol. Lehranstalt, Prof. Dr. A. Schwarz einen warmen, tiefempfundenen Nachruf. Am Grabe nahm der Präsident der „Theologia“ Dr. A. J. Mark in ergreifenden Worten im Namen aller Vereinsfnitglieder vom toten Kollegen den letzten Abschied. Die kantoralen Funktionen versah als Gönner des Vereines Oberkantor J. Morgenstern. 9. Täfigfeeitsbepidil des Armenambulatoriums des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge, Wien, II., Taborstraße 20a. In der Besuchszeit vom 1. bis 31. März 1916 wurden behandelt in der Ambulanz für: . Augen 361, Chrirurgie 193, Frauenkrankheiten 1,483, Frauenkrankheiten II 29, Haut- und Geschlechtskrankheiten 123, Interne I 211, Interne II 276, Interne III 479, Kinderkrankheiten I 66, Kinderkrankheiten II 125, Nase und Kehlkopf 174, Nerven 323, Ohrenkrankheiten 72, Orthopädie 126, Zahnheilkunde I 75, Zahn’heilkunde II 317. Zusammen 3433 Patienten. Seit Bestand des Ambulatoriums 59.373 Patienten. Primarius Dr. Ludwig Stricker, * verantwortlicher Leiter. Dr.' Karl Pollak,' _ '' Präsident des Kuratoriums, Leiter-Stellvertreter. Schmerzerfüllt bringen wir hiemit allen Gg., Freunden und Bekannten die traurige Nachricht zur Kenntnis, daß unser Bb. JöttlillillftisJlKltoBIIZ aus Lemberg stud. phil. u. theol. Montag, den 17. April 1916, 10 Uhr abends^erster Sederabend), einer kurzen heimtückischen Krankheit in der Blüte seiner Jahre (27. Lebensjahr) erlegen ist. . ' V Wer ihn im Leben kannte, wird ihn auch im' Tode nicht vergessen, .ramn „THEOLOGIA“ Verein jüd. Hochschüler an der Isr. Theol. Lehranstalt in Wien. Cafe „Marienbrücke“ li I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN RESTAURATION; „zur Fumäniidien Küthe“ ■ Ch. Weiß vorm. Korn 5 Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. J Anerkannt vorzügUche polnische u.' rumänische Küche. _ mW' Alle Gattungen echter Weine ■ nos bv Restaurant HERLINGER vormals Sohr.. Wien, II. Zirbusgnsse Nr. 3. Abhaltung eines feierlichen tid. ZIVNOSTENSKÄ BANKA FILIALE WIEN I., Herrengasse 12 Wechselstuben in Wien: 1., Graben 15, I., Herreng. 12, II., Praterstr. 24, III., Land straße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, V., Margaretenstr. 71, VI., Gumpendorferstr. 100, VII., Mariahilferstr. 84, VIII., Josefstädterstr. 103, IX., Porzellangasse 9, X., Favoritenstr. 95, XII. Meidlinger Hauptstr. 15, _ XXL, Am Spitz 15. Kulante Besorgung aller Bank, und Börsentransaktionen. Aktienkapital u. Reserven: über K 103 Hillionen. EINLAGEN J« auf Büchel GP “ N Zentrale in Prag, gegründet 1868. Filialen: Brünn, Budweis, Friedefc-Mistek, Iglau, Karlsbad, Klsttau, Königgrätz, Krakau, Lern berg, Melnik, Olmütz, Mährisch-Ostrau, Pardubitz, Pilsen, Pisek, Prossaitz, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkammer mit vermietbaren Safes Abonnement von K 7.— an. Herausg. Alexander Geller, verantwortL Red. David NebenzahL — „Adria“ Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H. (verantw. Karl Karner), Wien, II.

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