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Jüdische Zeitung · 1916-04-14 · 15-16 (14.4.1916) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
15-16 (14.4.1916)
Date
1916-04-14
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 15/16 derzufolge Gg. Revisor Taussig bisher schon 40.000 Kronen den Adressaten in Russisch-Polen, Galizien, Westösterreich, Ungarn, Rumänien usw. hat zumitteln können. Nicht genug kann hier das Entgegenkommen besonders der Reichsdeutschen Zivil- und Militärbehörden anerkannt werden. Durch unsere diesbezüglichen Aufrufe in den gelesensten Blättern Oesterreichs, Ungarns, Deutschlands und der okkupierten Gebiete Rußlands aufmerksam gemacht, meldeten sich nicht nur alsbald die gesuchten Adressaten, sondern sie und andere Juden allerorts begehren und erhalten wieder die Hilfe des Zentralkomitees, um mit ihren Verwandten jenseits des Ozeans in Verbindung zu kommen. viele Hunderttausende an Volksvermögen gerettet worden. ln weiteren 7000 Fällen hat die von Revisor Rudolf Taussig und Dr. Wilhelm Stein geleitete lnterventionsstelle, 2., Zirkusgasse 33, für die Flüchtlinge bei öffentlichen Aemtern und Behörden, bei Vereinen und Privaten sich fürsprechend betätigt. Die Erfahrungen dieser beiden Büros haben ferner dem Zentralkomitee, , bezw. später dem „Exekutivkomitee der Zionisten Oesterreichs“ wiederholt Anregung zu Denkschriften an die Regierung und zu Audienzen beim Ministerpräsidenten und bei den Ministern des Innern, der Justiz und der Landesverteidigung gegeben, m Vor der Kinderambulanz. Eine besondere Hervorhebung verdient das vom Zentralkomitee gleichfalls im Oktober 1914 kreierte Rechtschutzbüro, Wien, 2., Zirkusgasse 33, welches sich als eigenes Departe- ' ment V der staatlichen „Zentralstelle für Flüchtlingsfürsorge“ darstellt und daher Juden, wie Nichtjuden offen ist. Dieses Büro, erst unter der Leitung Drs. Max Bernhardt, dann Drs. Ernst Schubert, hat durchaus unentgeltlich gearbeitet, indem folgende 66 Advokaten, bezw. Konzipienten aus Wien und Galizien—Bukowina, in bestimmtem Turnus hier tätig waren: J. U. C. Antal Fritz, Dr. Baranek Siegfried, Bauer Max, Dr. Beigel Wilhelm, Dr. Berger Paul, Dr. Bernhardt Max, Dr. Brenderjulius, Dr. Dauber Luzian, Dr. Engelstein, Dr. Enoch, Dr. Erber Hugo, Dr. Feldmann Binem, Dr. Feuerstein Michael, Dr. Finkelstein Z. F., Dr. Fiscfhl, Dr. Frischauer Max, Dr. Fünkler Michael, Dr. Geyerhahn Siegfried, Dr. Goldberg, Dr. Haas, Dr. Hahn, Dr. Halpem Anselm, Dr. Hessel, Dr. Holdengräber Simon, Dr. Hornung, Dr. Immerglück Arthur, Dr. Kardegg Berthold, Dr. Kleinmann Anselm, Dr. Koch David, Dr. Koch Josef, Dr. Körner, Dr. Korkis Jakob, Dr. Kreissler, Dr. Leder, Dr, List Karl, Dr. Margulies Isidor, Dr. Medak David, Dr. Mense Emil, Dr. Müller Theodor, Neubrunn Bela, Dr. Olesker, Dr. Plaschkes Leopold, Dr. Pordes Pinkas, Dr. Reich, Dr. Rohrlidi E., Dr. Rosenkranz Leo, Dr. Rosenrauch, Rosner Emil, Dr. Rothblum David, Dr. Salz Abraham, Dr. Schajowicz Eugen, Dr. Schapiro, Dr. Scherlag Marek, Dr. Schiffmann Heinrich, Dr. Schipper Ignaz, Dr. Schubert Ernst, Dr. Silberschein Adolf, Dr. Sinnreich, Ing. Sobek, Dr. Stark Max, Dr. Syrop Hersch, Dr. Wahrhaftig Samuel, Dr. Waschitz Fischei, J. U. C. Weidenfeld Gottfried, Dr. Weiner Georg, Dr. Zweig Egon. Unter den Vorangeführten taten sich als ständige. Mitarbeiter Antal, Dr. Feldmann, Dr. J. Koch, Dr. Rosenkranz und Dr. Syrop besonders hervor. Bis Ende März 1916 sind von diesem Büro laut Journal 9000 Fälle aktenmässig aufgearbeitet worden, nicht gerechnet jene außer Evidenz stehenden Fälle, in denen die Flüchtlinge diese „ihre Advokaten“ nachträglich1 mit neuen Gratiskausen befaßt haben. Das Büro hat, um •sein Arbeitsfeld nureinigermaßen zu kennzeichnen, behandelt: Reklamationen gegenüber den Eisenbahnen, Liquidierung der Vergütung für Kriegsleistimgen, Amortisierung verlorner oder verrichteter Wertpapiere, Erwirkung und Betreibung der Flüchtlingsunterstützung und des Unterhaltsbeitrages, die Vertretung vor 'Zivil- und Strafgerichten, die Beschaffung von Kredit u. s. f. Durch die Arbeit dieses Büros sind gewiß Wie betreffs der Zensurpraxis, krasser Rechtsfälle, Polizeiverfügungen und noch zuletzt betreffs Ausdehnung des Rechtes aut den Unterhaltsbeitrag für die Angehörigen aus rituellen Ehen. Vom Rechtschutzbüro wurde dann im Juni 1915 ein eigenes Schadenerhebungsbüro abgezweigt, welches gleichfalls 2., Zirkujsgasse 33 seinen Sitz hat, von befreundeten jüdischen Körperschaften miterhalten wird und unter der Leitung erst Dr. F. Waschitz. und nach dessen Einrückung unter der des Gg. Meir Henisch stand. Dieses Büro hat bisher an mehr als 20.000 durch den. Krieg geschädigte Juden aus Galizien und der Bukowina detaillierte Fragebogen verteilt und bis Ende März d. J. ihrer 7220 ausgefüllt zurückerhalten, ein wertvolles Material für künftige Verfechtung der jüdischen Schadenersatzansprüche. Auch bat dieses Büro die Gründung von Lokalkomitees in Galizien und der Bukowina zum Selbstschutz durchgeführt. Die schönste Leistung der Wiener Zionisten aber war zweifellos das „Armenambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für die Kriegsflüchtlinge“, welches — hässlichen Widerständen zutrotz — am 14. Dezember 1914, 2., Taborstraße 20 a seine Pforten erschloß und seither den Kriegsflüchtlingen aus idem Osten, später auch aus dem Süden — und zwar, wieder ohne Unterschied der Nationalität und der Konfession — unentgeltliche Hilfe bringt. Die Kranken genießen hier nicht nur die ärztliche Behandlung, sondern bekommen auch noch vielfach gratis Bäder, Milch und Butter, Medikamente, Brillen, Bandagen und orthopädische Apparate, letztere Behelfe teils aus den Mitteln des Ambulatoriums,- teils aus jenen des Staates. Hatte doch das Ministerium des Innern schon im Feber 1915, in Anerkennung der großen Bedeutung des Ambulatoriums für die Sanitätspflege, die Armenrezeptur verliehen. Das Ambulatorium hat sich aber nicht nur in sanitärer Hinsicht, insbesonders durch Bekämpfung und Verhütung epidemischer Krankheiten, sondern auch durch Erziehung seiner Schützlinge zur Reinlichkeit und Körperpflege verdient gemacht. Zwei Photographien, welche den Andrang bei der Nummemverteilung und eine Grunne auS dem Warteraum darstellen, mögen unseren Freunden einen gewiß willkommenen Einblick in das Leben unseres Ambulatoriums geben. Der geschäftsführende Ausschuß des Kuratoriums besteht aus dem Präsidenten Dr. Karl Pollak, Rudolf Taussig, Dr. Erich von Kahler, bezw. na di dessen Abgang Dr. Karl Horwi+z. . Dr. Pollak teilte sich mit Herrn Primarius Dr. Ludwin- Stricker in die ärztliche Leitung, während Revisor Taussig die administrative Leitung und Dr. Horwitz das' Sekretariat besorgt. Am Ambulatorium sind nachstehende 23 Aerzte. 4 Assistenten und 21 Pflen-eschwectem tätig, bez"'. tätig gewesen, bis auf die 'Oberschwester, die Berufspflegerin ist, durchwegs im Ehrenamt. Aerzte: Dr- Adler Alfred (Nervenkrankheiten ). ‘ Dr. Rarhrich lulius (Interne I). Dr. Böhin S. (Zahn- UoilknnH^L Dr. Cemarh Alexander (Hals,und Nase), Dr. Ekler Rudolf (Frauenkrankheiten), Dr. Fröschets Ftnil (Sprachstörungen), Dr. Galatti. Demetrjo (Kinderkrank'1. 11),‘ Dr. Glattauer Rertho'd (Chirurgie). Dr. Kalmar Edmund (Interne I). ■ D>-. Kaufmann. Daniel (Ohrenkrankheiten). Dr. Kobn Gustav (Interne II), Dr. Neu- Wirth Karl (Frauenkrankh. I),. Dr. Perutz Alfred (Haut- und Ge~chl.). Dr. Poborski Louis (Augenkrankheiten). Dr. Pollak Kari (Zahnheilkunde), Dr. Rehs Rudolf (Ohrenkrankheiten), Dr. Schlichter Felix (Kinderkrankh. I). Dr. Schreier Emil (Zahnheilkunde). Frau Dr. Rozia Singer (Hals. Nase und Brillenbestimmen), Dr. Steiner S. COrthonädie). Dr. Sternberg Josef (Interne UI), Dr. Stricker Ludwig (Frauenkrankh. II), Dr. Weleminsky Josef (Hals und Nase). Assistenten: ' Dr. Berg Svlvia (Brillenbestimmen), Dr. Laufbahn Sarah (Haut- und Geschlechtskrankh.), Frau Dr. Rozia Singer (Hals1 und Nase), Dr. Meiseis M. (Brillenbestimmungen und Haut- und Geschlechtskr.). ' PflegeschWestem: Eckerstorfer Bertha, Oberschwester (Chi - rurnie, Orthopädie und Frauen), Abelis Mizzi (Hals und Nase), Fhtlich Helene (Aufnahme der Patienten). Geller Kornelia (Aufnahme der Patienten). Goldhgmmer Else (Interne II), Hofmann Martha (Frauen). KasSner Marianne (Aufnahme). Kohn Paula (Kinder und Ohren). Kronland Lina (Nerven). Lichtschein Marie (Interne •I, II. llf und Augen), Lmschütz Blanka (Hals und Nase). Löw Rosa (Aufnahme), Mendl Gusti (Kinder II). Perschak Grete (Nerven und Zahn). Pollak-Sobotka (Aufnahme). Rosenzweig Flse (Kinder 1), Stein Rosa (Aufnahme "der Patienten), Weidenfeld Mathilde (Nerven und Auf-

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