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Jüdische Zeitung · 1915-12-03 · 48 (3.12.1915) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
48 (3.12.1915)
Date
1915-12-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 48 kanntlich die Kündigung des amerikanisch-russischen Handelsvertrages auf das Drängen der amerikanischen Juden hin geschehen. Anderseits weist ja die amerikanische Juderiheit auch im gegenwärtigen Momente Schattenseiten auf, die sich nicht verleugnen lassen. Wir erwähnen nur die Gegnerschaft des „Amerikan Jewish Comittee“ hinsichtlich des Kongreßplanes auf demokratischer Grundlage und der nationalen Forderungen der jüdischen Massen, wobei zu bedenken ist, daß dieses Komitee nicht ein quantite negligeable ist, vielmehr der Macht nach die bedeutendste Schichte im amerikanischen Judentum' repräsentiert. Auch betreffs der materiellen Opfer, die aus Amerika zu ßunsten der jüdischen Kriegsleidenden gekommen sind, ließe sich so manches sagen. Wir möchten pur auf einen „Unsere Schande“ überschriebenen Artikel des Newyorker „Tag“ vom 13. September d. J. hinweisen. Der „Tag“ verweist nämlich aut das Ergebnis der Sammeltätigkeit des „Relief-Co - mittee for Belgium“ in Amerika, das im Laufe von zehn Monaten 80 Millionen Dollar aufbrachte, während der Relief - Fonds der amerikanischen Juden im gleichen Zeiträume bloß 800.000 Dollar, also kaum ein Prozent jener Summe aufweist, und schleudert ihnen den ungeheuren Vorwurf ins Gesicht: „ln der schrecklichsten, tragischesten Stunde im Leben Eueres Volkes habet Ihr Eure Pflicht nicht getan!“ flufru! Des Hhtionsfcomifees. Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation hat sich an alle Landes- und Sonderverbände mit folgendem Aufruf gewandt: „Das Aktionskomitee sieht es heute als seine wichtigste Aufgabe an, sich sorgfältig auf alle die Möglichkeiten vorzubereiten, die sich aus den gegenwärtigen Verwicklungen für die Zukunft unserer Belegung und des jüdischen Volkes ergeben können. Wie die Dinge sich aber auch gestalten (mögen, eines ist sicher: die Stimme der zionistischen Organisation wird nur dann gehört werden (und von Bedeutung sein, wenn das Aktionskomitee darauf hinweisen kann, daß die Zionistische Organisation wirklich Massen des jüdischen Volkes vertritt. Mehr als jel ist es daher notwendig, mit allen Kräften dafür 2ii soigen, daß die Zahi der organisierten Zionisten in diesem Jahre eine imponierende Höhe erreicht Wir erwarten von dem politischen Verständnis unserer zionistischen Landeskomitees,, daß sie alles tun Werden, um jnit äußerster Intensität una Energie den Schekelverkauf zu betreiben. Die Sammlungen für das Jahr 5675 müssen demnächst abgeschlossen werden. Wir bitten die Zionistischen Landeskomiteesdringend, die nächsten Wochen zu intensiverer Schekelarbeit auszunutzen una weisen darauf hin, daß die bevorstehenden Chanukahtage und Makkabäerfeier biefür besonders günstig verwendet Werden können. Spätestens am 15. Dezember müssen die eingesammelten Schekelgelder an die zionistischen Zentralen abgeliefert werden. An diesem Tage werden die neuen Schekelblocks für das Jahr 5676 zur Verteilung ‘gebracht werden. Das Aktionskomitee der Zionistischei Organisation: Warburg. Hantke. Eine Resolution Oer Uarsibaue? Zion. Organisation in der Sdiulfrage. Das in Warschau erscheinende hebräische Tageblatt „Hazefirah“ bringt in seiner Nummer 210 nachstehende Resolution der dortigen Zionistischen .Organisation in der Schulfrage: Ausgehend von den Prinzipien und Tatsachen, daß 1) Hebräisch die einzige nationale Sprache des jüdischen Volkes ist; 2) die Umgangssprache der -jüdischen Massen im Lande Jidisch ist und 3) die Kenntnis des Polnischen für die Ju-. den als Bürger des Landes sehr wichtig ist — hat die Warschauer Zionistische Organisation beschlossen, betreffs der Schulfrage folgende Forderungen zu stellen: a) daß allen jüdischen Schulen mit hebräischer Unterrichtssprache die entsprechenden Rechte ähnlicher Schulen mit anderer Unterrichtssprache zuerkannt werden; b) das hebräische Lehrgegenstände (Religion, Bibel, Hebräisch, jüdische Geschichte (u. dg].), weil sie den Grundstein der ganzen jüdischen Erziehung bilden, in allen Schulen für die jüdischen Kinder obligat, sein Sollen; ei daß die hebräischen Lehrgegenstände in hebräischer Sprache zu unterrichten Seien; d) daß in denjenigen jüdischen Volksschulen, wo die Unterrichtesprache nicht das Hebräische ist, in Jidisch unterrichtet Werde; c) das Polnische soll in allen jüdischen Schulen unterrichtet werden. Von unseren lieben Freunden.... Dem „Warschauer Tagblatt“ zufolge, veröffentlichten die Zeitungen „Dzien“, „Goniec“ und „Dwa Grosze“ am 11. d. M. -folgende Notiz: „Im Lokal der Universität und des Polytechnikums finden sich alltäglich zahlreiche Juden ein, hiesige und aus Lodz zugereiste. Sie erkundigen sich in russischer Sprache nach'den. Aufnahmsebedingungen an den polnischen Hochschulen. Man denke daran, daß dieses jüdische Element sich in vollem Einvernehmen mit weiten jüdischen Kreisen befindet, die das Polnische nicht übel beherrschen. An der Universität und am Polytechnikum werden die Juden eine eigene, abgeschlossene Korporation bilden. In jedem Falle ist es eine Aufgabe von ungeheurer Wichtigkeit, nicht bloß die Universität vor einem derartigen Ferment zu bewahren, sondern auch darauf Izu achten, daß die Rechte der Christen an diesen Hochschulen nicht geschmälert werden. Mit anderen Worten: daß sie dort in einer Anzahl vertreten seien, die ihnen von Rechts wegen und entsprechend den Bevölkerungsverhältnissen zukommt. Es zirkuliert bereite ein Gerücht, daß Einschreibungen von Juden in gleicher Anzahl wie von Christen stattgefunden haben, trotzdem1 die letzteren 85 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Von Frauen wurden 8 Aufnahmsgesuche eingereicht, 2 von Christinnen und 6 von Jüdinnen.“ ZenlraMs. 10. Ausweis für das Jahr 1915. Innerösterreich: Wien: Vbg. „Ivriah“ 50.—, Dr. Weiner 20.—, „Moriah“ 20.—, M. Kohn 10,—, Ing. F. Ackermann (hebr. Schul werk) 10.—, S. Pikker 5.—, M. Kohn 15.—, W. Kohn 20.—, Dr. Sprecher 50.—. Aus dem Felde: Lt. K. Epler („Unitas“) 10.— zus. 210.—, Gesamts. K 2815.—. Böhmen: Landskron: Dr. L. Fantes (100.— hebr. Schulwerk) 200.—, Aussig: Oscar Pick 10.—, B. Leipa: G. Kohn 10.—, Haid: J. Rauscher 10.—, Prag: E. Wehle 5t.—, Leitmeritz: Fr. Neuburg 50.— (hebr. Schul werk), Pilsen: G. Beck (hebr. Schulw.) 10.—. Aus dem Felde: Fähnrich M. Grzyb 20.80, zus. K 360.80, Gesamtsumme K 1511.10. Mähren—Schlesien: Brünn: Dr. Ph. Schreier 20.— (hebr Schulw.), F. Brummer 10.—, Olmütz: R. Brach 20.— (hebr. Schulw.). Ung.-Ostrau: A. Hahn 12.—, zus. K 62.—, Gesamtsumme K 775.—. Gesamtelng. aus Westösterreich K 5101.10 Galizien: pr. Koretz, Rzeszow 3.—, per K Meiseis 4.—, zus. K 7.—, bereits ausgew. K 652.— Gesamts. K 659.—. * 9. Stbedtelausueis 5675. Innerösterreich : Wien: S. Gicker 9.60, Robert Sagher 9.90, „Ivria“ 24.— (zus. 60.—), „Moriah“ (Orender) 7.20 (zus. 66.—), Dr. Beigel 6.—, Dr. K. Pollak 10.80, „Neure „Jehuda“ : Grün 12.—, Jellinek 12.80, Paula Schiller 14.40, Anny Neuman 12.—, M. Pollak 12.—, Grete Schmolke 6.—, H. Schey 6.—, E. Neuman 3.60, Beldegrün 7.20, UHman 7.20, E. Grün 12.—, B. Fried 9.60, zus. 182.50, bisher ausgew. 496.40, Gesammts. K 678.90. Mähren-Schlesien: Proßnitz: Verein „Zion“ 88.80, bisher Eingang K 172.80. Böhmen: Bisherier Eingang K 580.— Gesammteingang aus Westösterrerch K 1431.70 Galizien: H. Koretz, Rzeszow (2. Rate) K 24.—, Frl. Longnes K 12.—, Ch. Verständig, Przemysl 60.—, (zus. 72.—), H. Zahler, Kolemea 8.40, J. Schumer 7.10, Dr. Kornhäuser, Jaslo 7.—, Verbind. „Judäa“ (Lbg.) 10.80 (zus. 82.80), Verb. „Tikwah“ (Lbg.) 8.40, L. Taubes (Lbg.) 12.—, S. Leder (Lbg. 2.40, zus. 146.20, bisher ausgew. 689.40, Gesammtsumme K 835.60. Bukowina: Einj.-Freiw. S. Hochstädt 12.—, bis her ausgew. 62.40, Gesammts. K 74.40. Anzeigen. Makkabäerfeier der Wiener Zionisten Die Vorarbeiten für die Makkabäerfeier, die am 7. Dezember, 8 Uhr abends, im! Hotel Continental (II. Taborstraße) Stattfinden Wird, sind so weit gediehen, daß (angesichts des sich allgemein kundgebenden Interesises, dieser großen zionistischen Demonstation der beste Erfolg vorausgesagt Werden kann. An. diesem Abend werden mitwirken: Oberkantor Morgenstern (Lichteranzünden und Gesängsvortrag), Gg. Ludwig B a t ö (Festrede), Egon (Brecher, Mitglied des Theat. i. d. Josefstadt u. Mea Steuermann, Mitgl. der Neuen Wiener Bühne. Ferner Wird der Wanderhund „Blau-Weiß“ ein Lied vortragen. — Karten sind im Zionistischen’ Zentralbüro (IL, Zirkusgasse 33), in der iBuchhandlung Löwit (I. Rotenturmstraße 22) und an der Abendkasse erhältlich. * Vortrag Dr. Thon in Wien. Das Komitee zur Aufklärung |über ostjüdische Fragen gibt bekannt, daß es1 seine Tätigkeit, die vorläufig in der Herausgabe laufklärender Schriften und in der Veranstaltung von Vorträgen besteht, aufgenommen hat. Die erste Schrift „Was sind die Ostjuden?“ gelangt demnächst zur Ausgabe. In Wien findet eine Reihe von Vorträgen über die verschiedenen Seiten des ostjüdischen Lebens: Religion, Geschichte, Wirtschaft, Spradhle, Literatur usw. statt, Wofür iu. A. 'die Herren Drf. Nathan Birnbaum (Mathias Acher), Rabb. Dr. Max Grunwald, Dr. Samuel Rappaport, Dr. Ignaz Schipper, Universitätsdozent Dr. M. Sdhorr, Adolf Stand und Rabb. Dr. p. Thon gewonnen sind. Den ersten Vortrag hält Herr Rabbiner Dr. O. Thon über das Thema „Schöpferische Kulturkräfte im osteuropäischen Juri e n t u m“ am Montag, den 16. Dezember d. J. im1 Saale des Ingenieur- und Architektenvereines, Wien, 1., Eschenbadigässe 9 (Beginn präzise halb 8 Uhr abends.) Bei der Wichtigkeit des (Themas wird starker Besuch erbeten und (erwartet. Eintrittskarten zu K —.50 (und K 1.— sind' in der Buchhandlung R. iLöWit, I., Rotenturmstrasse 22 und an (der Abendkasse erhältlich. Wer sich für das Komitee interessiert, .erhält von' diesem bereitwilligst (Auskunft (Briefadresse: 9., Seegasse 25/15). i— Monatliche und einmalige Beiträge zur Förderung des Komiteezweckes sind gütigst an (die Zahlstelle des Komitees: Bankhaus A. Hecht, Wien, 15., Mariahilferstrasse 138 zu überweisen. ((Monatlicher Mindestbeitrag K —.50. Wer i.einen einmaligen Beitrag von K 50.— .leistet, wird (als Gönner des Komitees eingetragen.) ' ' \ .j „Herzl-Klub“, Zionistisches Seminar. In dem vom „Herzl-Klub“ abgehaltenen zionistischen Seminar hat bisher Herr Dr. Hermann K a dji sch die politische und historische Seite der nationaljüdischen; bezw. zionistischen Bewegung durchgearbeitet. Daran sollen Sich nun Abende schließen, an Welchen Herr Dr. Wilh. Stein die Bedeutung und Leistung des Zionismus auf kulturellem Gebiete besprechen wird. Der Kurs wird mit der Geschichte der messianischen Juden beginnen, Perez Smolensky, Achad Haam, Mathias Acher, Dubnow und Martin Buber behandeln, um in einer zusammenfassenden Besprechung des jüdischen Nationalismus zu enden. — Auch solche Gesinnungsgenossen, die dem ersten Teil des Seminars nicht beigewohnt haben, sind willkommen. Beginn atn' SamStag, ‘den 4. Dezember 1915, 8 Uhr (abends, im Vereinsheime, II., Untere Augartensfraße 11 (Eingang Cafe Rembrandt), Eintritt frei. * Jüdische Toynbeehalle, 20. Bezirk, DenisgasSe 33. Das letztwöchentliche Konzert am 27. d. M. reihte sieh, was Reichhaltigkeit und Kunstleistungen anbetrifft, in würdiger Weisie den vorhergehenden an. 1 Mittwoch, den 1. Dezember, Sprach Herr Prof. Mor. Autsch er 1 in bekannt populärer Art über das interessante Thema: „Geist ,und Schönheit im alten Gebete“, i— Freitag, den 3. d. M., hält im Turnus der Bibelabende. Herr S. Baron den Bibelvortrag. — Samstag, den 4. d. M., findet eine Chanuka'h-Feier mit Konzert statt, arangiert von Herrn Kantor Funke. Herr

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