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Jüdische Zeitung · 1915-11-26 · 47 (26.11.1915) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
47 (26.11.1915)
Date
1915-11-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 •JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 47 Stieben erschienen: Hugo Zucltermanns Geöidite. Herausgegeben von Otto Abeies. Einfache Ausgabe K 2.40, In Leinwand: K 3.60. In Leder (Nr. 1—100) K 12.—. — Porto K —.30. Was dem Jungjuden der Dichter des berühmten „Reiterliedes" bedeutet, davon sollen diese Gedichte zeugen. R. LÖWIT VERLAG, WIEN I. Rotenturmstr. 22 D.er schulentlassene Knabe wächst zum aktiven Staatsbürger heran. Die Schule muß und soll den Staat kennen lernen lassen als den größten Wohltäter, als den Beschützer jeder individuellen Tätigkeit — und jedes Eigendaseins. Die Schule muß den Staat kennen .und lieben lehren als die Zusammenfassung, als die jvirkende Erscheinung auch des eigenen Volkstums. Dies kann nur die nationale Schule 'leisten. Dem Schüler einer Schule, in der man sie ientnationalisieren und ihren Eltern entfremden fwill, lernen allmählich den Staat hassen, der dieses Gesetz geschaffen oder auch nur gutgeheißen h'at. So kann die fremdnationale Schule weder erziehen noch unterrichten, sondern sie erweckt in den Schülern und jn ihren Lehrern Hur Haß gegen den Staat, der diesle Schule erhält. Diese oben angeführten Motive zwingen uns eine jüdisch-nationale Volksschule zu verlangen. Wie Wir uns die Schule denken, wann Wir den Unterricht der Landessprachen einzuführen hätten, darüber später. More. Bunfcdiau. Eine neue Aktion des Wiener Kultuspräsidenten. ln der vorigen Nummer unseres Blattes berichteten wir bereits über die Kooptierung von, fünf Mitgliedern in den Wiener Kultusvorstand. Die Kooptierungs - Institution, die unter Berufung auf den § 18 der Wahlordnung nun-: mehr eingeführt wurde, stellt selbst in der sattsam bekannten, autokratisch regierten Wiener Gemeindestube ein Novum dar, das den primitivsten demokratischen Begriffen Hohn spricht. Dieser Kooptierung lagen augenscheinlich keine anderen Motive zugrunde, als der Vorsatz^des.,.Antragstellers, des Präsidenten Dr. Stern, seine „Getreuen“ um jeden Preis zu forcieren. Dies geht schon daraus hervor, daß im Wiener Kultusvorstand niemals ein Bedürfnis nach Komplettierung bestanden hat und wenn schon ,'eine vakante Stelle unverzüglich neu besetzt werden soll, so käme vor allem der Posten des verstorbenen Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n 'in Betracht, dem in der letzten Ze£t die Führung der Geschäfte der Kultusgemeinde oblag. Offenbar handelte es' sich dem Dr. 6te<rn nicht um neue A r b e i t s kräfte oder um Komplettierung des Kultusvorstandes. Er wählte hiezu nur deshalb den gegenwärtigen Moment, weil er ihm geeigneter schien, (seinen Streich unbemerkt führen zu können. In normalen Zeiten würde ein solches Vorgehen einen Sturm von Protesten hervorrufen. Heute blieb das zionistische Vorstandsmitglied der Wiener Kultusgemeinde, Herr Oberingenieur R. Stricker mit seinem Proteste allein. M. H. I Prof. Salman Schächter. | Eine überaus traurige Nachricht ist aus Newyprk eingetroffen. Der Rektor der dortigen theologischen’ Lehranstalt (Jewish Theological Seminary) Dr. Salman Schächter ist gestorben. Mit ihm ist nicht nur der jüdischen Wissenschaft, sondern auch der Paläographie eine Stütze ersten Ranges verloren gegangen. Er vereinigte jüdisches Wissen, welches er in seiner Jugend im1 Osten sammelte, mit dem allgemeinen, das er später in Wien und Berlin erwarb. Das nationale Judentum und die hebräische Sprach^ fanden in ihm stets einen begeisterten Vorkämpfer- No.ch auf der Wiener Konferenz der «HU stadruth Ib.rit“ un September 1913 (hatten wir Gelegenheit, uns von dessen enormer Begeisterung für die hebräische' Bewegung izü über-i zeugen- Dr. Schächter wurde im Jahre 1847 in Fokschany (Rumänien) seinem Vater, einem' armen Schächter (daher der Familienname), geboren. Er kam' später nach Wien, wo er im „Beth-hamidrasCh“ Weiss und Friedmahn hörte, und 'begab sich dann nach B,erlin. port besuchte ,er die Universität und studierte auch den Talmud bei Dr. Levi. 1?82 kam er nach England. 1892 wurde er in Gamibrigde zum Professor für rabbinische Literatur emannL Er unternahm' dann im' Aufträge der doijfigen. Universität Iverschieden.e Studienreisen und machte besonders in Kairo in der Genf^h wertvolle Funde. Seif 1901 bekleidete Cr den Posten eines Rektors im Seminar zu Newyork. Von seinen Werken sind besonders zu erwähnen die kritische Ausgabe von „Aboth «Trabi Nathan“ und di.e Sjtudien über den Judaismus mit besonderen Abhandlungen über Nachman Kroch mal und den Chassidismus. Er neigte überhaupt zur jüdischen Mystik. Th. taläsflnaiNaAriiUeii. Die wirtschaftliche Lage der,,jüdischen Bevölkerung in Palästina hat sich leider nicht gebessert. Die Arbeitslosigkeit hat zugenommen, da die öffentlichen Arbeiten, bei denen die Regierung auch etwa 400 jüdische Arbeiter beschäftigt hatte, im wesentlichen beendetsind. Öas Palästina - Amt versucht durch Anordnung von Notstandsarbeiten Abhilfe zu schaffen, kann aber namentlich in Jerusalem nur einen verhältnismäßig geringen Teil der Bedürftigen beschäftigen. Segensreich wirken die jüdischen Volksküchen und die mit Hilfe der APC eingerichteten Leihkassen. Leider haben die Ueberweisungen aus Amerika nachgelassen. Umso notwendiger ist daher die Unterstützung des Palästinahilfswerks aucfi in den europäischen Ländern, gei der großen Anzahl der Bedürftigen handelt es sich um Sehr große Summen. BM(er hat das Palästina- Amt über 2 Millionen Francs ausgezahif. in den jüdischen Dörfern ist die Wirtschaftliche Lage weniger ungünstig. Die Getreideernte ist meist gut ausgefallen, Die ’ Pflanzungen haben zwar durch die Heuschrecken sehr gelitten, sind aber infolge der scharfen Gegenmäßregel der Kolonisten 'wenigstens nicht für die Dauer verloren, sondern versprechen im nächsten Jahre wieder Früchte zu tragen, wenn es gelingt, die Bewässerung durchzufühjen. Leider ist die Gram genanleihe bisher nur in Höhe von Frcs. 2ÖQ.OOO zustandegekommen. Die gegenteiligen Nachrichten haben sich bedauerlicherweise als unrichtig herausgestellt. Ueber eine Anleihe für die Weinbauern schweben die Verhandlungen noch immer. Die Farmen des JNF Merchawia, Dagania und Kinereth sind in gutem Zustand. Üeberall wird dje Gemüsekultur durch'geführt, bezw. ausgedehnt, trotzdem in diesem Jahre die Heuschrecken das Gemüse fast ganz abgefressen haben. Auch sonst hat der Krieg der jüdischen Landwirtschaft in Palästina hie' und da zu gesunderen Verhältnissen verholfen. Namentlich wird berichtet, daß sich die Kolonisten una die Arbeiter genähert haben und gedeihlicher als früher Zusammenarbeiten. Das Schul werk wird auch in dem beginnenden Wintersemester im alten Umfang fortgesetzt. Der Schuletat ist einschließlich - der Subventionen für die früher selbstständigen Schulen für das Schuljahr 1915—16 auf Frcs. 200.000 festgesetzt worden. Das Gymnasium in Jerusalem ist auf Anordnung der (Behörden vorläufig geschlossen worden, da es infolge einer irrtümlichen Zeitungsnachricht als französische Schule gilt. Die Wiedereröffnung ist beantragt. * Die jüdische Kunstschule „B e z a 1 e 1“ in Jerusalem empfing, wie „Hacheruth“ meldet, am 17. September den Besuch des Marinemini- RufruM Wien, Marcheschwan 5676. Werte Gesinnungsgenossen! Liebe TB und TS! Die beiden; unterfertigten Verbände haben sich vereinigt, um die Samfiflung der Liebesgaben für unsere Brüder iirii Felde und die Expedition der Sendungen zum kommenden Chanukahfeste im Interesse einer zweckyoUep Organisierung zu konzentrieren. Wir Wollen an unsere Freunde hier nicht eist viele und eindringliche Worte richten: Jeder weiß, (laß unseren Mpkkabipi im Eelc}e Kein glückhafterer Augenblick beschieden werden kiaipn., als! der des Empfanges ein,es .Liebeszeichens aus der Heimaf, einer noch so bescheidenen Botschaft ihrer Angehörigen und Freunde. Darum bitten wir uip reichliche Zuwendungen, yon Spenden für uns.ere tapferen Kämpfer! Ali Gabeh seien’ gewidmet: warme Bekleidungsstücke, Raüchreqüisiteri und Raüchmäter-ial — und Geld, viel Geld! Alle sonstigen Gebfauchsgegenstände werden hier leicht und billig besorgt Werden, Den Spendern versandbereiter Pakete wird es freigestellt, den einzelnen' Collis FCldpostRärten mit ihrer Rückadres'se beizulegen, dapih dem1 Empfänger Gelegenheit geboten sei, Seinem Sender den Erhalt der Sendung t?u bestätigen. Feldp.östadressen, an welche Sendungen expediert werden sollen, werden gern vorgemerkt werden. An alle, den gefertigten Organisationen und der Expd. d. Bl, bekannten FeldpQstadressen wird auch dfe Chanukah-Nunvmo' der „Jüdischen Zeitung“ gesandt werden. Selbst die kleinste Spende trägt bei, unsere Zwecke zu fördern, Hilft. an. dem Bande zu weben, das unSi lind’ unsere Brüdjer draußen fest umschließen! soll! Geld-, und Materialien - Spenden werden in der Chanuka lt- Nummer ausgewiesen. Zionistisches Zentralkomitee für Westösterreich: Dr. Karl Pollak, Wien, II., ZirkuSgasSe Nr. 33. 2, Kreis (Westösterreich) der Jüdischen, Turneyschaft, ’ , Robert Kien, Wien, IX., Liechtensteinstraße Nr. 20. sters uijdl Oberbefehlshabers der IV. Armee, General Djemai Pascha. In seiner Gefolgschaft befanden sich der Pascha von Jerusalem und Xntebi. Die Herren wurden vom Leiter der Anstalt, Professor Schatz, und dem versammelten Lehrerkollegium empfangen. qqöo. Gesinnungsgenossen! Abonniert die an □ □ Fordert in allen öffentlichen Lokalen die n □nein □ □□□

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