Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 9 (1915)
- Issue
- 40 (8.10.1915)
- Date
- 1915-10-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 Zionistisches A. B. C. auch antiquarisch, von Vereinigung gegen gute Bezahlung zu kaufen gesucht. Anerbieten an Viktor Neiss, II., Tandelmarktgasse Nr. 12. Bevölkerung wird vor militärischen Uebergriffen geschützt; auch jedes Ueberschäumen eines religiösen Fanatismus gegen Andersgläubige niedergehalten. In den zahllosen türkischen 'Kriegslagern wird1 lauf Sauberkeit und Ordnung gesehen. Ueberall herrscht Pünktlichkeit. Auch für die Soldaten, für ihre Gesundheit und Verpflegung wird in noch nie gekannter Weise gesorgt. Das Rätsel dieser Umwandlung löst sich beim Klang der Offiziersnamen: sie lauten sehr vertraut, denn die meisten dieser „Paschas“ sind gute Deutsche! Das hatte allerlei günstige Folgen. In Jerusalem sorgen Straßenpolizisten für Ordnung und Reinlichkeit, ln der Davidstraße, die die alten Herodestürme mit dem ehemaligen Tempelplatz verbindet, sind auf höheren Befehl sogar alle Türen und Fensterläden mit grüner Oelfarbe gestrichen worden. Außerhalb der Stadt werden solche Straßen, die zu eng sind, erweitert und ungeschickte Winkel beseitigt, ln den Kaufläden für Lebensmittel müssen Fliegen-Schutzvorrichtungen angebracht sein. Käse, Butter, Tomaten, Datteln, Fleisch hingen früher frei in den Basare^ und waren gewöhnlich mit einem dicken Pelz schwarzer Fliegen bedeckt. Jetzt müssen diese Dinge alle in Fliegenschränken oder unter Glas untergebracht oder mit Tüchern bedeckt sein. Der ganze bisher so schmutzige Markt für Nahrungsmittel strahlt in einer für orientalische Verhältnisse fast märchenhaften — man möchte sagen „preußischen“ Sauberkeit. Auch alte und neue Verkehrswege wurden ausgebaut. Leider darf über den Bau der strategischen Bahnen zum Suezkanal nichts mitgeteilt werden. Aber jedenfalls wurde eine neue Bahnlinie von Nazareth bis nach Lydda an der Mittelmeerküste fertiggestellt. In der Mitte dieser Strecke ist die Hauptstation Sebastje, die alte israelitische Königsstadt Samarje. Man kann also jetzt mit der Eisenbahn von Jerusalem über Lydda, Sichern, Samaria, Nazareth, See Genezareth, Damaskus durch ganz Palästina, Syrien bis zum Amonnsgebirge im hohen Norden Syriens fahren. Aut dem Taurus gibt es noch eine unfertige Stelle von mehreren Tagreisen. Sonst hätte man Eisenbahnverbindung bis Haidar Pascha und Konstantinopel und damit nach Europa! Auch der Straßenbau hat unter der Leitung eines deutsch-türkischen Offiziers einen Aufschwung genommen. Die alte Straße zwischen Jerusalem und Jaffa, die sich in einem lebensgefährlichen Zustande befand, ist erneuert worden. Außerdem wird an einer neuen Straße durch die Wüste Juda über Jericho und das Jordantal bis nach Amman gearbeitet. ZurUeberschreitung des Jordans wird an Stelle der bis!-} herigen primitiven Brücke eine starke gebaut. Dadurch tritt Jerusalem in unmittelbare Wagenverbindung mit der auf der Gebirgshöhe laufenden Mekkabahn. So weist auch Palästina reichliche Spuren des Krieges auf und der Reisende wird in einer spätem Friedenszeit manches verändert finden. (N. Z. Z.) beste ffahwng für__ Säuglinge, Kinder. Rekonvaleszente nach Magen •u. Darmerkrankungen " Jederzeit erhältlich. Probedose und lehrreiche ärztliche Broschüre über Kinderpflege gratis durch die Nestle’s Kindermehl-Gesellschaft, Wien, I. Biberstrasse 1. 5. Täfigheilsberirtit des Armenambulatoriums des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge, Wien, II., Taborstraße 20 a. In der Besuchszeit vom 1. Juli bis 31. August 1915 wurden behandelt in der Ambulanz für: Augenkranke 290 — 273; Brillenbestimmungen 65 — 104; Chirurgie 393 — 776; Frauenkrankheiten 538 — 644; Haut- und Geschlechtskrankheiten 506 — 415; 1. Interne 338 — 0; 2. Interne 323 — 308; 3. Interne 497 — 560; 1. Kinder 250 — 65; 2. Kinder 117 — 195; Nase und Kehlkopf 366 — 361; Nerven 204 — 279; Ohren 226 — 133; Orthopädie 208 — 208; Zahnheilkunde und Zahnersatz 361 — 206; zusammen 9209 Patienten; seit dem Bestände des Ambulatoriums 34.288 Patienten. Anknüpfend an den obigen Tätigkeitsbe - rieht Sei hier folgendes bemerkt: Es wurde bereits wiederholt auf die ungeheure Bedeutung des zionistischen Armenambulatoriums für die Flüchtlinge in sanitärer und volkserzieherischer Beziehung hingewiesen. Jeder neue Tätigkeitsbericht, den die Leitung dieser Anstalt publiziert, läßt durch seine, die stei-, gende Frequenz dokumentierenden Ziffern erkennen, daß diese Schöpfung geradezu eine Notwendigkeit war. Die zunehmenden Spendeneingänge und Beiträge für diesen Zweck sind andererseits ein beredtes Zeugnis für die Anerkennung, die dieser hochwichtigen Institution und ihrer Leitung gezollt wird. Hoffentlich wird sich dieselbe noch steigern, indem der Leitung auch weiterhin und ausgiebiger die Mittel herbeigeschafft werden. MfggM Jttcinf psSspsä KiKüs: W.VÄ.X« Der vom Jüdischen Nationalvereiu in Oesterreich veranstaltete Vortrag des Dr. Nathan Birnbaum über das Thema „Der Krieg und die Ostjude n“, der für den 2. d. M. anberaumt war, aber infolge plötzlich eingetretener Hindernisse nicht abgehalten werden konnte, findet nun Sams, tag, den 9. d. M. im Saale des Vereines der Literaturfreunde in Wien, I., Postgasse 13 statt. Beginn 8 Uhr abends. Regiebeitrag 50 Heller, reservierte Plätze K 1.—. — Die Eintrittskarten sind in der Buchhandlung R. Löwit, Wien, I., Rotenturmstraße 22 und am Abend selbst erhältlich. * Herr A. Loubetzky veranstaltet in dieser Saison wieder eine Reihe jung-jüdischer Abende. Der erste findet Montag, den 18. Oktober 1915, 8 Uhr abends im Jüdischen Theater, Wien, II., Taborstraße 12 statt. Zur Aufführung gelangen: „Zurückgekommen“ von Schalom Asch und ein Einakter von Perez. Karten zu K 3.—, 2.—, 1.60 und 80 Heller sind zu haben in der Buchhandlung R. Löwit, Wien, I., Rotenturmstraße 22 und an der Abendkasse des Jüdischen Theaters. Wien. (Herzl-Klub, II., Untere Augartenstraße 11.) Diese Woche beginnen die hebräischen Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene (auch ein Tenachkurs) und sind die Anmeldungen ehestens an das Sekretariat zu senden. Dienstag, den 12. Oktober d. J. 8 Uhr abends Seminar Dr. . Hermann Kadisch. * Herr Sigmund Haber wurde als Gerichtsdolmetsch für die hebräische und jüdische Sprache bestellt und beeidet. Bei dieser Gelegenheit hat der Vertreter des k. u. k. Armeeoberkommandos und des k. u. k. Kriegsministeriums seine Tätigkeit in tJer Leitung der hebräischen Zensurgruppe als sehr ersprießlich bezeichnet und ihn des weitgehendsten Vertrauens würdig erklärt. * Das Lemberger jüdische Tagblatt, welches nach der Befreiung Lembergs sofort wieder zu erscheinen begonnen hat, errichtete jetzt eine Administrationsexpositur in Wien, mit deren Leitung unser Gg. Dr. Heinrich Fast betraut wurde. In allen Angelegenheiten wolle man sich an das „Lemberger Tagblatt“, Administrationsexpositur in Wien, II., Große Sperlgasse 6, Tür 6, Tel. 46.065 wenden. Unsern Bundesbrüdern und Freunden zur Nachricht, daß unser lieber und treuer Bbr. Samnel Esttenasy caml. (jur., Kadett im k. u. k. b.-h. Feldjäger- Bataillon, vorgeschlagen zur silbernen Tapferkeitsmedaille I. Klasse bei den Kämpfen in Rußland, am 15. September den Heldentod gefunden hat. Er war unsere beste Hoffnung! In tiefer Trauer: „ESPERANZA“ akademischer Verein der spanischen Juden in Wien. NISSIM MENASSE, cand. med. d. Z. Leiter. Hochschülerin (phil.) der poln., deutschen u. französischen Sprache mächtig, sucht eine Stelle als Erzieherin, Lehrerin oder Gesellschafterin! Sarah Weiss, Wien, II., Ybbsstraße Nr. 28/20 ■ Cafe Jägerhof (Weiss) 5 IX., Porzellangasse 22. £ Vornehmes Familien-Cafe ■ m modernst eingerichtet £ gut ventilierte Spielsäle. » Zentral-Lokal der Zion. 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Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Karlsbad, Klattau, Königgrätz, Krakau, Lern berg, Melnik, Olmütz, Mährisch-Ostrau, Pardubitz, Pilsen, Pisek, Prossnitz, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkammer mit vermietbaren Safes, Abonnement von K 7.— an.