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Jüdische Zeitung · 1915-02-26 · 8 (26.2.1915) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
8 (26.2.1915)
Date
1915-02-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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jSeite2 •— Bus serbisdw Kriegsgetangensdiaft. O. B., ein Wiener zionistischer Student, Vorturner des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines, schreibt folgendes aus Cuprija: „Ich teile Euch mit, daß ich serbischer Kriegsgefangener i bin. Es geht mir persönlich sehr guit, insbesondere seitdem ich hier in den Grenzorten - einige Judenfamilien kamen gelernt habe. Ich unterrichte jetzt zwei Kinder deutsch und französisch und werde hoffentlich in den nächsten Tagen auf freien Fuß gesetzt waden, wie überhaupt alle in Nisch befindlichen österreichischen Juden dank dorr Einflüsse des dortigen Rabbina'.es in der Stadt frei ihrem Berufe .nachgehen können.“ Dieses lobenswerte Verhalten der serbischen Juden wird auch m einer Nachricht der „Greta Tagespost“ bestätigt, wonach in Nisch SO österreichische Kriegsgefangene jüdischer Nationalität, für die die dortige jüdische Gemeinde Bürgschaft übernommen hat und die sie , in jeder Weise fördat, sich in der Stadt frei bewegen können. Unsere fiillsaltfion. Der Kinderhort. ■ Kaum war für die allemötigsten materiellen Bedürfnisse der Flüchtlinge auch nur einigermaßen Vorsorge getroffen, so ergab sich schon die Notwendigkeit, auch aur die Erziehung der in dieser Not fast verkommenden jüdischen Kinder ein Augenmerk zu richten. Diese Aufgabe beschäftigte denn auch die jüdische Parteileitung längere Zeit, da es aut die Begründung eines mustergebenden Kinderhortes abgesehen war, bis es der aufopfernden Tüchtigkeit einer bewährten Gesinnungsgenossin Frau Erna Patak gelang, im Ersten zionistischen Kinderhort eine Institution zu schaffen, die selbst strengen Anforderungen genügt. In liebenswürdiger Weise überließ der Vorstand der Talmudthoraschule sein Lokal in der Malzgasse für diesen guten Zweck und die Bemühungen der Leiterin des Kinderhortes mit denen des Döblinger und Währinger, sowie des zion. Frauenvereines, wie auch des Residenzklubs brachten die K 800.— pro Monat erforderlichen Mittel für die Erhaltung des Kinderhortes auf. Ist es ja nicht blos die pädagogische Unterweisung, die in die tüchtigen Hände des Fräuleins Rosenbaum, die selbst Flüchtling ist, gelegt wurde. Die Kinder, die aus den ärmsten und unglücklichsten Schichten der Flüchtlinge stammen, erhalten tagsüber auch 'die vollständige Verköstigung (vier Mahlzeiten) und werden mit reinen una warmen Kleidern, sowie mit Wäsche versehen, für Hygiene ist in den Hallen und luftigen Räumen, die trefflich ausgestatteten Badegelegenheiten und eine zweckentsprechende Küche besitzen, bestens gesorgt Man muh die Freude und das Glück nur gesehen haben, das aus den Kinderaugen dieser Aermsten der Armen strahlt, wenn ein Besucher erscheint und sie die Möglichkeit haben, aus ihrer reichen Armut schenken zu dürfen, denn sie schenken so gerne — und hell und rythmisch richtig erschallen die Lieder, die sie in hebräischer, deutscher und jüdischer Sprache singen. Man hört mit Staunen jüdische GeschiChtchen, die da vorgetragen werden und überall sieht und spürt man die große und starke Intelligenz der jüdischen Kinder. Die Zeichenhefte erzählen von ihrer Phantasie und die Ton- und Kittarbeiten von Formensinn und richtiger Beobachtungsgabe. Die Heiterkeit der Kinder ist die glücklicher Geschöpfe, die nichts von diesen Tagen da Not :unp des Elends wissen. Sie sind gepflegt, und gut genährt, froh und gesund und ihr Aufenthalt J8PISCHE ZEITUNG in Wien in härtesten und drangvollsten . Zeiten wird bis, in die fernste; Zukunft .mir. eine Kette , froher Erinnerungen sein. Die Warmherzigkeit : jüdischer Frauen hat hier die Tat vollbracht, in 70 unglücklichen Kindern Freude und. Glück zu verbreiten imd ihnen auch für ihre fernsten Tage die Ahnung schöner Zeiten mitzügeben. Die Rleiöepsammelstelle des Zlonistisdien Zentralkomitees. ' Eine in Zahlen kaum abzuschätzende Bedeutung hat die Kleidersammelstelle des Zionistischen Zentralkomitees. in der Türkenstraße für die Flüchtlinge gewonnen. In einer mm schon 5 Monate mit nur geringen Unterbrechungen währende Tätigkeit hat. diese Stelle nicht weniger als 8000 Personen vor den Unbilden der feuchten und kalten Jahreszeit geschützt, hat nicht nur Wäsche und Kleider, Schuhe und Wintersachen verausgabt, solidem auch einer gro- \ ßen Anzahl -von Familien, die aller Mittel entblößt, in kahlen Räumen wohnen und auf der bloßen Erde hätten schlafen müssen, mit Mobiliar, Decken und . Polster versorgt. Der Wert der Dinge, die in dieser Sammlung aufgebracht werden konnten, beläuft sich gewiß auf K 160.000.—. Nur wer die Tätigkeit einer solchen Sammelstelle zu beobachten Gelegenheit hatte, kann die mühevolle Arbeit ermessen, die die Aussonderung der gesamten Gegenstände nötig machte um sie zweckentsprechend zu verteilen; denn die Flüchtlinge sollen nicht wahllos beschenkt werden, sondern iliren Bedürfnissen und Wünschen entsprechend beteilt werden. In aufaufopferndster Weise hat auch hier Frau Erna Patak Tag für Tag die Einbringung und Verteilung der Gegenstände geleitet unter der trefflichen Mithilfe der Damen Karoline Silberstern und Strompf, die mit nie erlahmen-; den Eifer den oft schwer zu befriedigenden Wün- . sehen der Flüchtlinge entsprachen. Herzlichen Dank hat sich auch die „Rede- und Lesehalle i jüdischer Hochschüler“ verdient, die in entge-; genkommenster Weise ihre Vereinslokolitäten in der Türkenstraße zur Verfügung stellten.; Zionisten im FePe. Die jüd.-akad. FerialVerbindung „Massada“ teilt folgendes mit: A. H. Dr. Erwin Horner, Assistent an da Wiener 2. chirurgischen Abteilung des allj gemeinen Krankenhauses, wurde außatourlich | zum Regjmentsa.rzt befördert und..,erhielt für 'tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde das Signum' Iaudis (allerhöchste betonende Anerkennung). Dieselbe Auszeichnung erhielten auch A. H. Dr. Oskar Horner, k. k. Leutnant und A.H, Ing. Julius* Fried, k. u. k. Leutnant (derzeit in russischer Gefangenschaft); 1. a. B. Alfred Reich, Adjunkt der bosn.-herzegowinischen Landesbahnen, erhielt in dieser Eigenschaft in Anerkennung vorzüglicher, von bestem Erfolge begleiteter Dienstleistung im Kriege das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille; Bb.' Einj.-Freiw. Med. Tit,-Korp. Ludwig G e ß 1 e r erkrankte an Ruhr und galt 15 Wochen j lang für vermißt, er befindet sich aber, soweit derzeit bekannt, in Omsk in. russischer Gefan-! genschaft; Bb. Ing. Güstav Ebel, der zum Fähnrich und Bataillonsadjunkten befördert worden war, wird gleichfalls Imonatelang vermißt; Ing. Josef Laszkowitz, A. H. des Vereines „Theodor IHerzI“ erhielt die große silberne |T a p f e r k e i t sm ed a i 11 e; Alfred Bach räch, Vortu-nedes Ersten Wiener i Jüd. Turnvereines, der bisher vermißt wurde, befindet sich in russischa Gefangenschaft in Kansk (Jenissei-Gouv. in Sibirien); Richard Stern, Zugsführer im Fe’.djägerbat. 21, der an der Kolubra (Serbien) eine Verwundung erhielt, wurde mit der großen silbernen T a p f er k e i t s m e d a i 11 e ausgezeichnet. Er ist einer ühsaer tätigstai Ggs. im Volksverein Stockerau. 2. SAedtelauswels. - Wir ersuchen alle Vereine, Vertrauensmänner und Gg„ die noch Schekelblocks für das vergangene Schekeljahr besitzen, dieselben sofort nebst Verrechnung im Zionistischen Zenträlbüro (II. Zirkusgasse 33) abzulieferri. Wien.: .„Zentralverein“ 289.20; ,;BadGiova“ 49.20; „Theölogia“ .27.60; „Gideon“ 16.80; B. Mayer 12.—; Leon Säkäch 10.8Ö; E. Kafka 4'80; I. -Wr. Turnverein 10.80; Lese- und Redehalle II. —; Rev. Taussig, 6.—; Ing. Ackermann 7:20'; Ing. Pollak 2.40 D, Nebenzahl („Ness Zionah“) 7.20; Pr., L. Meis! 3fÖ0; J. Häga 6.—; Dr. b. Schallinger 3.6(1; Wr. Zion. Vereinigung 15.60; Diverse- $.80? Klosterneuburg::; Hugw» Erber 6:-^% Zusammen 495.40;. bereits ausgewiesen 255:20;.. in Summe K 750.60. Nachtrag für 5673$ D. Nebenzahl („N'Css Zionah“) 2.40; in Summe K 3005.60. Nr. 8 Hilfsafttiönfles Zionnistisdieii Zentral* Komitees föi die Flüchtlinge aus Galizien und der Buhotiiriä. IX: Ausweis. Sammlung durch Frl. Frieda Oreridef: Dr. Mayer Präger und Frau K. 10.—, Frl. stud. phii. Malvine Beridiner K 2.—, Otto Hugo Weinberg K 5.—; .Sammlung durch Dr. Sigmund Fuchs: Frl. Malvine Steiner K 2.—, Df. I. Th. (3. Rate) K 10.—; Sammlung durch Frau R. Mahler: K 10.73; Sammlung durch Frau N. {Nettei: K 9.65. * Ari Einzelspenden liefen ein: Durch Pb.-Ing. Robert Stricker von N. N. für den Kinderhort K 10.—, Red. Julius Löwy K 10.—, Jakob Huppert, Teschen K 5.—, Bernhard Stein K 10.—, Frau Sabine Steinschneider K 6.—, Dr. Albin Lustig K 29.—, N. N. K 5.—, Dr. E. M. K 100.—, Sammlung des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: „Für die heimgesuchten Juden Galiziens“ K 160.—. Summe K 384.38 Laut VIII. Ausweis „ 13.726.89 Bisherige Gesamtsumme K 14.111.27 Für das Armenambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees Wien, II. Taborstraße 20 a. Sammlung des Herrn I. Schick, ,V1I. Zieglergasse 26: Jakob Schick K 50.—, Hermann Waller K 50.—, Direktor Schwarz, „Merkur“ K 30.—; Mizzi Günsberger K 20.—. Hotelier Franz Kubelka, Baden K 20.—, Leopold Bauer K 20.—, Beamte der Filiale VI des Wiener Bankvereines K 10.—, A. Wimberger K 10.—, Dr. E. Weiss K 10.—, M. Bloch K 10.—, Alte k. k. Feldapotheke K 10.—, Leopoldine Schick K 10.—, Theodor Rix K 10.—, Fleuer K 10.—, Oskar Halm, Ges. der Fa. A. Moritz Karpel K 10.—, E. Bauer, Schuhwarenhaus K 5.—, Herzl-Baruch K 5.—, Singer 8: Pfeiffer K 5.—, Unleserlich K 5.—, Warenhaus Lessner K 5.—, Sekulis K 5.—, Lutter, Baden K 5.—, Simon Mandl, Baden K 5.—, Otto Ooldstein K 5.—, Michael Rosenberger K 5.—, M. Iglers Neffe K 5.—, J. .Zierhut. K 5.—, Cafetier Lustbader K 5.—, Cafetier Hugo Fürst K 5.—, D. Getolin K 5.—, M. Kröcksamer K 5.—, Dorberau K 5.—, O. C. Dub K 5.—, Ignaz Fuchs K 5.—, Albert Frankl K 5.—, Eduard Kanitz K 5.—, Schüller & Co K 5.—, Stefan Bohrer K 5.—, Eleonora Fiertel, Regenschirmfabr. K 4.—, Zahnarzt Fränkel K 4.—, Emii Wahner K 4.—, Hermine Pollak K 4.—, Brüder Werfl K 3.—, Lotte Deutsch K 3.—, Ludwig Damböck K 3.—, Robert Beer K 3.—, L. Sonnenfeld K 3.—, Konstantin Jakobi K 3.—, Ludwig Katz K 3.—, Brüder Schick K 2.—, Großmann (Kleiderhaus Neumann) K 2.—, . Cat K 2.—, Jakob Weissmann K 2.—, Katz K 2.—, Starkenbach K 2.—, Pollaczek, Kaffee Mariahilf K 2.—, Emanuel Rotholz K 2.—, Tritsch K 2.—, Fanny Kobler K 2.—, Irene Steinhard K 2.—, Josef Unger K 2.—, Unleserlich K 2.—, Adolf Kohn K 2.—, S. Böhmer K 2.—, Johanna Majo K 2.—, L. Braun K 2.—, Kallich K 2.—, Dörner K 2.—, Leopold HorwathK2.—, Ch. Alandl K 2.—, Jakob Holländer K 2.—, Dr. Gustav Götzl K 2.—, Betty Prager K 2.—, Lassner 8: Ascher K 2.—, Hermann Reinelt K 2.—, Cafe Hammerling (E. Rain) K 2.—, Siegfried Omstein, Hutfabrikant IC 2.—, Radil K 2.—, Frl. Vogöin K 2.—, Michael Pollak K 2.—, L. Braun K 2.—, Grösslicht K 1.—, Holländer K 1.—, Oesterreicher K 1.—, Ktaus; Bäcker K 1.—, Cafe Kaisergarten K. 1.—, Moritz Regner K L—, Bertha Heinrich K 1.—, Joset Ferschner K 1.—, M. Mautner K 1.—, Löwinger K 1.—, Fanti & Walter K 1.—. Zusammen K 507.—. W. Zierer K 50.—, Dr. Heinrich Friess K 200.—, Bernhard Wachti K 10.—, k. u. k. Linienschiffsarzt Dr. Platsciiek K 10.—, k. k. Hofschauspieler Reimers K 20.—, kais. Rat James Landau K 10.—, Dr. Alfons Thorsch K 40.—, Frau Anna Thorsch K 23:—, Leopold Löwy K 20.—, Paul Ritter von. Schöller K 100.—, Dr. Ritter von Sonnenthai K 5.—, Max Ritter von Gutmann , noe. der Firma Gebrüd. Gutmänn K 600.—f ’ Sandor Wolf, Kis'marton K 50.—, Herr und Frau '' Dr. Aladar Wohl K 100.r—, Korporal Pitzele,- Krakau K 2.—, Ferdinand Goldschmidt K 20.—,: Moritz. Hassberg K 10.—, Dr. Ä.. P. K 10.—, Max Hiller K 100.—, Komm.-Rat Heinrich Mendi K 200.—; Alfred Steril K 20.—, Dr. Gustav. Bloch;K 50—, Frau Lilli 'Ellbogen, Prag K 50.—, Otto. Katz, statt. eines, Honorares für Dr.vWelemirisky K . '20.—,'.Linienschiffsarzt,. Dn, Kapp, Polä K 30 —, ÄmöJd von Gpldbefgef K 5.—, Max' Mandl K*. T00.—; Näthtnr Grimwäl'd R 25.—, Berthold iMüflUl JC 20;—; Eduard. Ellissen K100.—, - Ignaz Fröhlich: R .10.—Dr. Ji_ermanH Eissler K 10.—, Dr.'Julius teeferer Kl50.—, Max Rubin Herzogenburg K 10.—, Sigmund Frankl K 10.—,

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