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Jüdische Zeitung · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr 29 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 eine starke Bewegung zur Gründung von ‘Achusa- Vereinen im Zuge. Der als Nr. 2 der Zionistischen Bibliothek angekündigten Achusa-Broschüre unseres Doktor Ruppin sieht die ganze zionistische Welt mit Interesse entgegen. Demnächst wird auch in Wr i e n eine Achusagruppe gegründet werden. tarleinaArithlen. Kultuswahlfonds der Wiener Zionisten. I. Ausweis. Böhm Adolf K 10,—; Grätzer E., Hammer Moses, Dr. Russ, Dr. Weiner, Dr. Zweig je K 5,—; Berger Fritz, Ing. Th. Deutsch, Dr. Ekstein, Ing. Engel, Dr. Grosner, Isidor Gewitsch, L. Haller, Norbert Hochstimm, Dr. Hahn, Viktor Knie, Dr. Krasny, Dr. Heinr. Loebl, Dr. Steiner, Josef Thom, Samuel Thom, Leopold Weinberger, Ign. Weiss je K 4,—; Gustav Jakob (einmaliger Beitrag) K 10,—- * Histadruth Agudoth Haokademijim Hazionim be’ Galizia. Die Adresse des Präsidiums wurde geändert und lautet bis zum 1. September 1914: Dr. Ignaz Schwarzbart, Krakau, Radziwitkowska 8/3; vom 1. September 1914: Leon Lustbader, Krakau, Koletek 4. Iroppauer Brief. Am 12. Juli gab es zum erstenmal in Troppau — der Hochburg der Deutschen Schlesiens — einen richtigen Kampf zwischen Deutschen und Tschechen. Es ist Blut geflossen, von beiden Seiten viel Unrecht geschehen und von beiden Seiten in der Presse alle Begebenheiten entstellt worden. Wir können es nur bedauern, daß nun auch diese Stadt, die unmenschlichen Folgen des Nationalitätenfaustkampfes tragen muß, die Opfer an Gesundheit und Gut erfordern. Ob nun die Tschechen recht daran taten, in Troppau oder in dessen Nähe ein Demonstrationsfest zu veranstalten, das provokatiorisch wirken konnte, ob die Deutschen Recht daran taten, just an demselben Tage ein Trutzfest zu arrangieren, oder die Regierung Schuld daran trägt, daß solche Folgen entbanden, weil sie beide Feste für feinen Tag zugelassen hat — über all diese Fragen mögen sich die Beteiligten die Köpfe zerbrechen, wenn sie sich davon einen Erfolg versprechen. Was aber uns interessiert, ist die Frage, wie sich die Juden zu dem Kampfe zwischen Deutschen und Tschechen verhielten und ob ihr Verhalten richtig war. Die Juden verhielten sich vollkommen passiv, dies — trotzdem die Deutschnationalen auf ihren Plakaten alle Detschen ohne Unterschied der Parteirichtung geladen hatten . Es hat sich kein Jude gefunden, der zu Gunsten einer der beiden Nationalitäten die Lanze eingelegt hätte. Wir sind hier Gott s'ei Dank soweit in der Erkenntnis vorgeschritten, daß wir genau wissen, und empfinden, daß wir in diesem Kampfe nichts zu suchen haben und keine der beiden Nationen hat uns vermißt oder gebraucht. Es wird niemand leugnen wollen, daß dieses Verhalten das Resultat vieljähriger jüdischnationaler Aufklärungsarbeit ist und wenn man uns immer sagte, daß wir die Juden einer verderblichen Politik zuführen, so hat sich hier gleich bei der ersten Gelegenheit gezeigt, wie glücklich auch da unsere Idee wirkt, sie hat sich als das einzige Mittel erwiesen und bewährt, die Juden endlich von ihrer jahrzehntelangen unglückseligen Prügelknabenrolle zu befreien. Hätte sich nur ein Jude gemuckst — hüben oder drüben — so wäre die unmittelbare Folge ein einiges Vorgehen der Deutschen und Tschechen gegen die Juden gewesen und wer könnte die weiteren Konsequenzen Tn der antisemitischen Stadt absehen? Es wird wohl jeder Jude in diesen Tagen es als Glück empfunden haben, daß der Typus des jüdisch-deutschen oder deutsch-jüdischen Führers von der Bildfläche verschwunden ist, denn aller Grob hätte sich zunächst gegen diese und dann gegen alle Juden gekehrt. Mag es nun eingesatnden werden oder nicht — in diesen Tagen wird uns jeder Jude, der nür ein wenig politisch denkt, im Herzen dankbar gewesen sein — er durfte sich femhalten und blieb auch verschont. Und auch wirtschaftlich kann diese Politik nur die besten Folgen tragen. Ein gegenseitiger deutsch-tschechischer Boykott wird die unmittelbare Folge der Geschehnisse vom 12. Juli sein und der Lohn der Neutralität der Juden wird die Tatsache sein, daß sie hiervon verschont bleiben, wenn nicht gar einen Vorteil haben werden, da im Falle der Wahl zwischen Juden und Andersnationalen der Gegner dem Juden den Vorzug geben wird. Möge dieses Beispiel belehrend wirken! Lr. Bus dem jüflisAu Geben. Fortschritte der hebräischen Sprachibewegung in London. Die hebräische Bewegung in London, die noch bis vor kurzem auf das East End beschränkt war, greift auch in weiteren und einflußreichen jüdischen Kreisen des Westens um sich. Vor einigen Tagen hat Herr Arthur Franklin vom Bankhause Montague and Co., eine der einflußreichsten Persönlichkeiten des Londoner Westjudentums, der Preisverteilung in einer hebräischen Mädchenschule beigewohnt und bei dieser Gelegenheit eine Rede gehalten, die vielen eine Ueberraschung war. In seiner Ansprache erklärte!sich Herr Franklin als ein Freund des Hebräischen und der neuen hebräischen Unterrichtsmethode. Er wußte viel Lobendes über die hebräisch-nationale Erziehung der Kinder an der betreffenden Anstalt zu sagen, und als Zeichen seiner Sympathie mit dieser rein hebräischen Schule spendete er 2000 Mark zur Deckung des diesjährigen; Defizits. Eine ihm verwandte und ebenfalls sehr einflußreiche Dame spendete 400 Mark für die gleiche Schule. Daß eine so einflußreiche Persönlichkeit wie Herr'Arthur Franklin für die hebräische Sprachbewegung in London gewonnen wurde, wird ohne Zweifel nicht ohne günstige Folgen für die Entwicklung und Ausbreitung dieser Bewegung bleiben. yr Orangenausfuhr und Getreideernte in Palästina. Nachdem der Orangenexport in diesem Jahre abgeschlossen ist, dürfte nachstehende genaue Statistik über die Orangenausfuhr des hiesigeni Hafens allgemein interessieren: Orangenausfuhr von Jaffa 1913/14: Bestimmungsort Liverpool S87.4S1, .Manchester 400, London 4626, Uebrigesl England 3361, Marseille 3-112, Hamburg 9487, Triest 58.492, Odessa 148.409, Aegypten ündl Rotes Meer 149.S46, Türkei 268.942, ’ Rumänien, Bulgarien usw. 19.405, insgesamt 1,553.S61 Kisten. Die Aussichten für die nächste Orangensaison sind recht günstig, da die Blütezeit normal verlaufen ist und die Fruchtansätze zu den besten Hoffnungen berechtigen. Die Getreideernte ist jetzt im vollen Gange, und es sind die Resultate im allgemeinen als günstig zu betrachten, besonders bezüglich der Weizenernte. Aus Gaza, wo man auf eine gute oder doch mittelmäßige Gerstenernte hoffte, kam Nachricht, wonach die Ernte doch weit hinter den gehegten Erwartungen zurückbleibt. So hört man auch von der deutschen Kolonie Wilhelma bei Jaffa, daß dort die Getreideernte ziemlich schlecht ausgefallen ist, da die Feldmäuse großen Schaden anrichten. Die Aussichten für Sommersaat sollen recht günstig sein, nur die Wassermelonen, die für den Jaffaer Platz einen nennenswerten Ausfuhrartikel bilden, haben durch1 diu starken Regenfälle im Monat April gelitten. * Archäologische Erforschung "des vorisraelitischen Palästina. Die Erforschung des ältesten Palästina hat, wie in der jüngsten Sitzung der englischen Palästina-Forschungs-Gesellschaft (Palestine Exploration Fund) mitgeteilt wurde, im vergangenen Jahre reiche Ergebnisse gezeitigt, die sich vor allem auf die Zeit der ersten Besiedlung Palästins beziehen. Neue Einblicke in die eigenartige Zivilisation, die bereits vor dem Erscheinen der Israeliten in Palästina bestand, wurden geworf-j nen; es besteht kein Zweifel mehr, daß diese Ureinwohner des Heiligen Landes bereits über eine erstaunlich hochentwickelte Kultur verfügten. Die englische Paiästina-ForSchungs-Gesellschaft rüstet sich nun zu einer neuen großen Arbeit, die jedoch erst in Angriff genommen werden wird, wenn die nötigen Mittel zur völligen Durchführung des Planes gesichert sind. Es handelt sich dabei um die Ausgrabungen in dei alten Philisterstadt Askalon, wo nach allen An Zeichen reiche Funde und neue Aufschlüsse übe die vorhebräische Kultur Palästinas zu erwaiten| sind. Buieiig 0110 HUGO WEIB Wien, II. Taborstr. 17 [Hirschenhaus] Telephon 39247. Unzerbrechliche Erdgloben in allen Größen von 90 Hellern an bis K 50.—. Antiquariat. Provinzversand. Zentral-Verkauf: MAX LUSTIG, WIEN I., Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. aus der Fabrik L. T. Piovati Versand nach dem In- und Auslande. Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. «EMI JAKOB PIliKAS im Neubau des -WZ HOTEL NEW-YORK n?2 Wien, II., Kleine Sperlgasse bietet den P. T Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt Elegante un.i geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. Vcransnadiridifim. Wien. (Herzl-Klub, II., Leopoldsgasse Nr. 31, Tür 61.) Sonntag, den 19. d. M., Ausflug. Treffpunkt präzise 2 Uhr nachm. Stadtbahnstation Schottenring. — Mittwoch, den 22. d. M., Fortsetzung des Vortrages Dr. Arnold Friedmann über „Palästinaprobleme“; anschließend Diskussion. —- Die Mitglieder werden aufgefordert, dit Sammlungen für den Herzlwald ganz energisch zu betreiben und schon in aller nächster Zeit zu verrechnen! Auf viele Anfragen erwidernd, teilen wir mit, daß unsere Vereinstätigkeit den ganzen Sommer hindurch aufrecht bleibt. Bei all unseren Veranstaltungen, wie Vorträ cn, Ausfflügen etc. sind Gäste stets gerne willkommen! Wien. (Hatchijah, akad. Vereinigung für hebr. Sprache und Kultur.) Wir bringen unseren Bundesbrüdern zur Kenntnis, daß unsere Vereinigung ihre Arbeit wieder beginnen wird am 1. Oktober. Während der Sommerferien wird Herr cand. phil. Israel Kestenbaum, 9. Bezirk, Glasergasse 7/19, die Angelegenheiten der Hatchijah erledigen. Aussig. Am 3. Juli versammelten sich die Freunde der jüdischen Jugend im Dampfschiffhotel zu einer Besprechung, deren Grundlage ein gründliches Referat des Herrn Dr. Otto Gersuny (Wien), Mitgliedes der Leitung des österreichischen Bundes „Blau-Weiß“ für jüdisches Jugendwandern, bildete. Es wurde die Gründnug einer Ortsgruppe des Wanderbundes beschlossen, die ein Komitee vorzubereiten hat, das aus den Damen Frau Fleischner, Frau Irma Heller, Frl. Emma Fischl und den Herren Oberlehrer Kohn, Ingenieur Kölbel, Semin Katz und Leo Kohn besteht. Radautz. Am 1. Juni d. J. fand die ordentliche Generalversammlung, des XXXIV. Semesters des Vereines „Dorsche Zion“ statt, bei welcher der Obmann Gg. Dr. Josef Bierer einen ausführlichen Bericht über die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung vor der zahlreich erschienenen Mitgliedschaft erstattete. Insbesondere hob der Vorsitzende hervor, daß seit dem XI. Kongresse die Tätigkeit im zionistischen Lager der Bukowina eine deutliche Tendenz nach vorwärts zeige. Im verflossenen Semester hat der Verein „Dorsche Zion“ für zionistische Zwecke 550 Kronen abgeschickt. Nachdem dem Obmann und dem abtretenden Ausschüsse der Dank und die Anerkennung für die geleistete eifrige Arbeit ausgesprochen wurde, erfolgte die Neuwahl. Es wurden gewählt zum Obmann Dr. Josef Bierer, Obmannstellvertreter Dr. Rubin Lang sen., I. Schriftführer Dr. M. Stemschuss, II. Schriftführer Apotheker Samuel Dubs, Kassier: Ben Lehrer, Nationalfondskommissär Leib Weidenfeld, Bibliothekar Wolf Ktanzdorf, Haus- und Zeitungsrevisor Wolf Rauchbach, Isak Klein, Josef Margulies, Adolf Tritt, Chaim Schärf, ohne Funk-, tion. — Den Reigen der Vorträge im Sommersemester eröffnete der Parteisekretär Herr Dr. M. O a y e r, der es verstand, durch seine ausgezeichneten Ausführungen zahlreiche bisher dem Zionismus indifferent gegenüber stehende Personen für die Idee zu gewinnen und zu akti-: ver Beteiligung an der zionistischen Arbeit anzuregen. Herr Dr. Gayer besuchte nach dem ihm zu Ehren veranstalteten Kommers die erst vor kurzem gegründete hebräische Schule. Er war von den Fortschritten der Kinder tro.z des kurzen Bestandes der Schule hocherfreut und drückte der hebräischen Lehrerin Frl. Hasenfratz seine besondere Anerkennung über die erzielten Resultate aus. BndicrMuii. Worte Mosis. Herausgegeben durch Dr. Hugo Bergmann. („Die Weisheit der Völker“, I. C. C. Bruno, Minden.) Es kann, wie am Schlüsse der Einleitung hervorgehoben wird, natürlich nicht 'mehr als eine „erste Orientierung“ bedeuten, wenn auy dem Pentateuch, nach weiten Gesichtspunkten geordnet, einzelne Stellen herausgehoben werden, welche Geist und Art der Moseslehre charakterisieren sollen. In einer solchen Heraushebung einzelner Stellen der Lehre treten zwei wichtige Ergänzungen, welche übrigens den weitaus grollten Teil des Büchleins füllen: eine zusammenfassende Darstellung des Moseslebens in seinen gewaltigen Grundkonturen — daneben eine kürzere Darstellung der modernen bibehvissenschaft-

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