Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2438141-2438483-2438511--4283-2444118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 29 Hochschule Wien 36 (s. o.), Offizierstöchterinstitute 3, Marinevolkssdiulen in Pola 6. Mittelschulen für die männliche Jugend 1910/11: Gymnasien und Realgymnasien: Niederösterreich 3486, Oberösterreich 20, Salzburg 2, Steiermark 49, Kärnten 3, Krain 3, Triest 117, Görz 4, Istrien 6, Tirol 19, Böhmen 1625, Mähren 938, Schlesien 256, Galizien 7858, Bukowina 2183, Dalmatien 8, zusammen 15.576, Totale 95.933. Realschulen: Niederösterreich 1817, Oberösterreich 23, Salzburg 7, Steiermark 27, Kärnten 2, Krain 4, Triest 38, Görz 6, Istrien 3, Böhmen 1114, Mähren 726, Schlesien 247, Galizien 759, Bukowina 271, Dalmatien 3, zusammen 5059, Totale 47.652. Mädchengymnasien: Niederösterreidh 170, Böhmen 64, Mähren 2, Galizien 811, zusammen 104S, Totale 3254. Bildungsanstalten für Lehrer, 1911: Istrien 1, Böhmen 1, Mähren 1, Galizien 4, Bukowina 21, zusammen 13, Totale 12.236; für Lehrerinnen: Niederösterreidi 10, Böhmen 2, Mähren 7, Sdile sien 11, Galizien 137, Bukowina 15, zusammel. 187, Totale 10.619. Handelslehranstalten 1910/11: Niederösterreich 3112, Oberösterreidi 19, Salzburg l,Steie/- mark 86, Kärnten 7, Krain 4, Triest 26, Görz 3, Tirol 7, Böhmen 1449, Mähren 484, Schlesien 68, Galizien 668, Bukowina 244, Dalmatien 5, {zusammen 6183, Totale 44.803. Gewerbliche Lehranstalten 1910/11: Niederösterreidi 1521, Oberösterreidi 5, Salzburg 1, Steiermark 6, Triest 9, Vorarlberg 2, Böhmen 341, Mähren 345, Schlesien 157, Galizien 1805, Bukowina 529, Dalmatien 1, zusammen 4722, Totale 81.444. Für die übrigen Lehranstalten, wie landwirtschaftlichen Mittelschulen (Ackerbau-, Weinbau- und Forstschulen), ist keine konfessionelle Unterscheidung angegeben. Ebenso fehlen leider die bezüglichen Daten im Volkssdiulbetriebe. Tabelle XVIII macht „auf Grund der Berichte der k. k. Staatsanwaltschaften“ Mitteilungen über die periodische Presse. Da die Presse nur nach der Sprache, nicht aber nach dem politischen Charakter erfaßt ist, so können über die jüdische Presse keine Daten gegeben werden. Es geht aus der Tabelle nur hervor, daß in Galizien 17 Blätter in hebräischer Sprache (eines in der Bukowina) ersdieinen. Da sich diese Tabelle aut Relationen polnischer Staatsanwälte stützt, darf man in die Genauigkeit der Angaben kein allzu starkes Vertrauen setzen. Audi die Miti teilung, daß in Oesterreich 7 „hebräisdi-deutsche“ Zeitungen erscheinen, beruht auf einer solchen Relation, die den Ausdruck „Jargon“ schamhaft vermeidet. Zivilstrafreditspflege: Wegen Verbredien 1910 verurteilte Personen über 14 Jahre: Im ganzen 30.716, davon jüdisch 976, und Zwar wegen: Gewalt gegen Amtspersonen 107, schwerer körperlicher Beschädigung 53, Totschlages 5, Diebstahls 370, Betrugs 262, Unzucht 23; wegen Vergehen verurteilt 5731 Personen, davon 873 jüdisch. Militärstrafrechtspflege: Verurteilte 1912: wegen Militärverbrechen und Militärvergehen 175; wegen gemeiner Verbrechen und gemeiner Vergehen 95; zusammen 270; Im ganzen 8982 Personen. HerzHeiem. Grabbesuch und Feier im Wiener Stadtteuqiei. Wie jedes Jahr fand auch heuer der Gang zum Grabe Herzls auf dem Döblinger Friedhof unter großer Beteilung statt. ' Der imposante Zug, der wohl 1200 Personen zählte, bewegte sich von dem Treffpunkt vor der Hochsdiule für Bodenkultur, nachdem sich auch die jüdischen Turnvereine Wiens in großer Zahl eingefunden hatten, gegen den Döblinger Friedhof. Herr Oberkantor Landau trug am Grabe die üblichen Trauergesänge vor. Sodann defilierte der Zug vor dem Grabe des unvergessenen Führers, um auf diese stille und doch eindrudksvolle Weise die unverbrüchliche Anhänglichkeit an die Idee, in deren Dienst sich Herzl geopfert, zu bezeugen. * Am1 13. d. M. fand im Wiener Stadttempel eine Traueraridadit statt. Die kantoralen Funktionen versah in gewohnt ausgezeichneter Weise Oberkantor Fuchs unter Begleitung des Tempelchores. Die Gedenkrede hielt Herr Rabb. Dr. Israel T a g I i c h t, der in meisterhaften und vorn nationalem Geiste getragenen Worten von unserem verstorbenen Führer sprach'. Nachher verrichtete er das Kaddisch-Gebet. * Sonstige Herzlfeiem in Wien. Der Tempelvorstand für den 3. Bezirk veranstaltete im Einvernehmen mit * der Sektion Landstraße-Schüttel des Zionistischen Zentralvereines am 12. d. M. eine Trauerandacht im Bethause III., Viaduktgasse. Nadi dem Gesänge des Kantors bestieg Rabb. Dr. Julius Max Bach die Kanzel, um in ergreifenden Worten Theodor Herze eine Gedenkrede zu widmen. # Auch die Sektion Alsergrund des1 Zionistischen Zentralvereines veranstaltete anläßlich des 10. Todestages Dr. Theodor Herzls am 8. d. M. einen Trauergottesdienst im Tempel, VIII., Neudeggergassc, den in liebenswürdiger Weise de: Tempel Vorstand zur Verfügung stellte. CH eil Rabbiner Dr. Bauer hielt die Gedenkrede und würdigte darin die Verdienste Theodor Herzls für das jüdische Volk, insbesondere für die jüdische Jugend. Die Gebete wurden in wirkungs voller Weise von Kantor Grob rezitiert. — Am1 9. d. M. fand im IX. Bezirke, Floriansaal, eine außerordentlich gut besuchte Herzlgeder.kfeier statt, bei welcher der Festredner Dr. Emil Stein von der Bedeutung Theodor Herzls1 und der Entwicklung des Zionismus -sprach. Herr Artur Frankl las nachher aus Herzls Schriften vor, worauf die Feier nach Absingung des Hatikwah geschlossen wurde. » Ungarisch Brod. Am 12. Juli d. J. fand zum erstenmale im hiesigen Tempel ein Trauergottes!- dienst anläßlich der Wiederkehr des1 zehnten Todestages Theodor Herzls statt. Auf die sehr zahlreich Erschienenen imachte die schwungvolle Rede des Rabb. Dr. K. Nürnberger, die das Thema „Herzl und wir“ behandelte, einen begeisternden Eindruck. Die Einstudierung Jder Chöre hatte in liebenswürdigster Weise Herr Oberkantor M. Körner übernommen. * Trebitsch. Der hiesige Jüdische Volksverein veranstaltete am 7. d. M. eine Herzlfeier, bei der Herr Dr. Wilhelm Stein aus Wien die Gedenkrede hielt. Er versuchte in kurzen Zügen ein Bild des persönlichen Wirkens Herzls zu geben, vor allem aber ließ er sich es1 angelegen sein, die Nachwirkung von Herzls Gestalt auf die Umgestaltung des Judentums nachzuzeichnen. Nachher las Herr Prof. P o 11 a k in schlichter und schöner Weise „Herzls Selbstbiographie“ vor. Den Abend leitete ein Violinvortrag des Alef Beth, vorgetragen von zwei Schülern des Herrn Oberkantor Fuchs, ein, der eben so wirkungsvoll War, wie die Hatikwah, die von dem gleichen Herrn einstudiert worden war. * Baden. Ein Lokalkomitee, bestehend aus den Herren Rabb. Reich, Dr. S. Deutsch, Dr. S. Kraus, Ob.-Ing. Lau und Lettner, veranstaltete gemeinsam mit dem Zion. Distriktskomitee für jnnerösterreich' |am 12. d. ‘M. eine Herzlfeier in Baden, zu der die Kultusgemeinde Baden in zuvorkommendster Weise den Sitzungssaal zur Verfügung gestellt hatte. Herr Dr. Emil Stein, der wieder einmal in seiner warmen und persönlichen und darum so eindringlichen Weise sprach’, erzielte eine tiefe Wirkung auf das zahlreich' anwesende Publikum. Fräulein Friederike Löwy auS Wien las Herzls „Menorah“ und Rosenfelds „Jüdischen Mai“ mit solcher Vollendung und wahrem Ausdruck, daß die Beifallskundgebungen kein Ende finden wollten. Herr Rabb. Reich, der den Abend mit einer herzlichen Begrüßungsansprache eingeleitet hatte, schloß die Veranstaltung mit dem berechtigten Hinweis auf den wirkungsvollen Verlauf der Feier. Eine von Herrn Dr. S. Deutsch eingeleitete Sammlung für den Herzlwald ergab einen namhaften Betrag. * Lundenburg. Sonntag, den 5. Juli fand die diesjährige Herzl-Feier des Gödinger Kreises statt. Beim .Trauergottesdienst sprach Herr Rabb. Dr. Schw enger. Er schilderte, was Herzl dem Judentum war, wie er uns die Jugend zurückgab und unseren gekrümmten Nacken steifte und stählte. Den gesanglichen Teil versah in dankenswerter Weise der Lundenburger Chor unter Führung des dortigen Oberkantors. — Abends fand im Saale der „Krone“ eine von der jüd.-akad. Ferialverbindung „Hatikwah“ einberufene Trauerversammlung statt. Nach Begrüßung der überaus zahlreich Erschienenen durch den Präses cand. phil. Leo Spitz, er-; griff Gg. Dr. Emit Stein das Wort und führte in einstündiger Rede aus, wie Herzi auf die Einzelperson wirkte, wie er ihm (dem Referenten) Mut gab, für unsere Sache weiter zu kämpfen; wie durch Herzls Geist sich heute Palästina verjüngt. Gg. Dr. Wilhelm’S t ein sprach' über den Zionismus seit Herzls Tod. Er erörterte die Schöpfungen Herzls im Zionismus. Herzl lehrte uns über das Materielle hinweg das Ideal zu ergreifen und es uns zu eigen zu machen. Am Schlüsse wurden für den Herzl- Wald 40 Bäume gesammelt. * Graz. Samstag, den 27. v. M. veranstaltete der Verein „Zion“ im Kaufmannshaus eine äußerst würdevoll verlaufene Herzlfeier anläßlich des 10. Todestages. Die Gedenkrede hielt Herr Religionslehrer Gg. Abraham Beck, der in eindrucksvoller Weise die Persönlichkeit Herzls schilderte. Med. Jakob Friedmann las hierauf einiges aus Herzls Schriften. Nach einer kurzen Schlußrede des Obmannes ög. Freudmann fand die Feier ihren Abschluß. Eine Sammlung für den Herzl-Wald findet gegenwärtig statt. Fortsdipiffe der Palästina-Idee. (Aus1 der Achusa-Bewegung.) Die glänzenden Erfolge der Londoner Palästina-Pflanzungsgesellschaft „Acliusa“ und die dadurch geschaffene Möglichkeit einer stärkeren Emigration von England nach Palästina haben vor einigen Tagen in der englischen Hauptstadt zur Gründung des Vereines „Hechaluz“ (Der Pionier) geführt, der sich die Aufgabe stellt, die Auswanderung nach Palästina zu erleichtern und zu regeln. In einem1 Aufrufe des neugegründeten Vereines, an dessen Spitze bewährte Zionisten stehen, wird auf die in letzter Zeit immer mehr zunehmende Einwanderung nach Palästina hingewiesen und auf die Notwendigkeit einer Informationsstelle für äße, die die Möglichkeit und den Willen haben, si.ch in Palästina anzusiedeln. Da an der Spitze des „Hechaluz“ Männer stehen, die die Verhältnisse in Palästina genau kennen und mit dem Gange der dortigen Entwicklung aufs beste vertraut feind, ist die neue Londoner zionistische Gründung gewiß dazu berufen, die Aufgabe, die sie sich gestellt hat zu lösen. Der Verein will, um1 es: kurz zu Sagen, Pioniere für Palästina zu werben. In diesem Zusammenhänge söi erwähnt, daß die großen jüdischen Arbeitermassen in England, die bis vor kurzem stark zum Sozialismus hinneigten, nach und nach in jüdisch-nationale Bahnen einlenken. Die zionistische Idee gewinnt in diesen Kreisen immer mehr Anhänger. Auf die Anwerbung von kräftigen und tüchtigen jüdischen Arbeitern hat es nun der „Hechaluz“ teilweise abgesehen. Neben den Arbeitern kommen gewisse Schichten deS Mittelstandes in Betracht, die bei einiger Propaganda für die Uebersiedlung nach Palästina zu gewinnen sind. Die jüdische Presse im' Osten von London begrüßt die Gründung des neuen Palästinavereines auf das wärmste und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß dem neuen zionistischen Unternehmen eine fruchtbare Tätigkeit vergönnt sein wird. ■ In zahlreichen Städten der Vereinigten Staaten gibt efe sogenannte Achusa-Gesellfechaften, deren Mitglieder die Absicht haben, sich nach einigen Jahren als Pflanzer in Palästina niederzulassen. Zu diesem Zwecke erwerben die betreffenden Gesellschaften schön jetzt ausgedehnte Ländereien in Palästina, die sie von jüdischen Landarbeitern bepflanzen lassen. Die erste Gesellschaft dieser Art wurde ir St. Louis begründet und fand bei den amerikanisthen Juden solchen Anklang, daß gegenwärtig bereits Dutzende von Achusa-Grunpen in den verschiedenen Staaten bestehen, die sich alle glänzend entwickeln. Von Amerika breitet sich der Achusä-Gedanke auch nach anderen Ländern, aus. so nach England, Südafrika, Frankreich und Rußland. * Schon im' vorigen Jahre hat der bekannte Orientalist und Professor an der Pariser Sorbonne Dr. Nahum Slo u ch z versucht, unter dem hebräischen Namen „Zorfath“ (Frankreich) eine Achusä in Paris zu gründen. Dieser Versuch ist jetzt von Herrn Dr. Salkind aus London wieder aufgenommen worden. Dr. Salkind hat sich auf seiner Rückreise aus Palästina einige Tage in Paris aufgehalten, und hat dort mif der Jewish Colo-1 Nation Association (J. C. A.) betreffs einer Anleihe für die englische Achusa- Geseßschaft verhandelt, Tür deren 'Rechnung er in Palästina ein Grundstück von 5.400 Dunam erworben hat. Bei dieser Gelegenheit ist die Gesellschaft „Zorfath“ wieder zu neuem Leben erwacht. In der ersten Sitzung waren zehn Gründer anwesend, von denen jeder sofort 100 Frcs. zur Gründung der Gesellschaft einzahlte. Außerdem haben sich die Mitglieder verpflichtet, jeden Monat die gleiche Summe zu entrichten und durch energische Propaganda die Acliusa-Idee in Frankreich zu verbreiten und neue Anhänger dafür zu werben. * Auch in Deutschland ist unter dem Eindrücke des Leipziger Delegiertentages, auf dem Theodor Zlocisti ein ausgezeichnetes Referat über die Idee der Achusa-Vereine hielt,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.