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Jüdische Zeitung · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 29 liehen Anschauungen über den Pentateuch' — und die Wiedergabe einiger poetischer und erzählender StüCke. Vor allem wächst die Einleitung weit über eine bloße Einführung, über historische und texterläuternde Aufklärung hinaus. Ihre Grundtendenz ist zu zeigen, wie diese Bücher, was immer die neuere Bibelkritik zu Tage gefördert hat, in dem einen Manne nicht bloß das literarische, sondern das geistige Zentrum haben. Die Art, wie die Thorah durch Jahrtausende im Munde des Volkes und der Völker gelebt hat, macht ihre historische, das heißt wirkende Wirklichkeit aus. Die Vorbildlichkeit in der Gestalt des Moses, der der altjüdischen Ueberlieferung der größte der Propheten ist, indem ihm allein die Gottheit nicht nur in Bildern, sondern „Angesicht zu Angesicht“ begegnet, ist . „der Mensch, der in immer erneutem Kampfe den Gottgeeinten in sich erzeugt.“ Die Geschichte des Moses ist ein unaufhörliches Ringen um die Gottheit, eine unerhörte Macht der Behauptung des Ideals und der Glaubensstärke. Das Leben des Moses ist zugleich' die Weckung und Erwählung seines Volkes, das er durch Zorn und Liebe zu schmieden hatte. Nicht mit vollem Recht wurde diese Vorstellung als grenzenlose Ueberhebung Israels ausgelegt, wenn auch eine spätere Auffassung innerhalb eines von einstiger Höhe heruntergesunkenen Judentums', einen solchen Vorwurf möglich machte. Denn der Gedanke der Auserwählung, der mit dem Auftauchen der Erkenntnis von der Einheit des' Menschengeschlechts zusammenfällt, bedeutet vor allem eine strenge Verpflichtung zur Würdigung der Begnadung. Daß gerade im Mosoismus die sittliche Tat alles bedeutet, wurde namentlich im Anschluß an den Bibelvers: „Wir wollen es tun und hören“ in zahlreichen Wendungen immer wieder betont. Daß diese Tat nicht aus Gesetzeszwang begründet, sondern erst als freie Menschentat überhaupt verwirklicht werden kann, tritt in der speziellen Art des „Bundesgedankens“ immer (wieder hervor. Allerdings ist die sittliche Gewalt des ganzen Lebensprinzips, das Moses vertritt, ohne die absolute Strenge schlechterdings nicht zu denken. Dieses Prinzip widerstreitet jeglicher Versöhnung, jeglichem Kompromisses mit allem, was dem absoluten Gebote widerspricht. „Im Kampfe um’ den Geist ist jede Nachgiebigkeit unsittlich’, jeder Kompromiß ein Verrat.“ Eine ähnliche Strenge der absoluten Forderung hat in unseren Tagen in Ibsen und Tolstoi ihre Auferstehung gefunden. Es ist keine Frage, daß dieses Prinzip der absoluten Forderung zu sich selbst seine Ergänzung finden muß in dem Prinzip der verständnisvollen Verzeihung. So hat auch1 die jüdische Mystik das Prinzip der Strenge unter das Prinzip der eihebenden Liebe gestellt. Von welcher Zartheit ist die dem modernen Völkerempfinden noch so fremdartige Auffassung, der wir im Talmud und Sohor begegnen, welche in dem Untergange der Aegvoter im Toten Meere ein Ereignis der Traurigkeit Erblickt. Es verbietet sich von selbst, die Inhalte der Uebertragungen in einer Besprechung heranzuziehen. Zu rühmen ist die schlichte und starke Sprache einiger poetischer Uebertragungen, namentlich des Siegesliedes und der poetischen Stücke am Ende des fünften Buches'. Die erzählenden Stücke sind zumeist dem ersten Buche entnommen: außer der Ersdieinung der Engel bei Abram, die Werbung Rebekas und größere Teile der Jakobs- und Josefsgeschichte. Am' Schlüsse noch der als „Gebet des Moses“ überlieferte herrliche TO.-Psalm, für dessen Aufnahme dem Herausgeber besonders gedankt sei. E.' M. * Saatkörner von Malvine und Flora Grünwald. Illustration von Jenny Grünwald, Wien 1914. Aus der verhältnismäßig großen Zahl der Bücher, die der Erbauung der heranwach'senden jüdisdien Jugend dienen, fällt dieses Büchlein durch die Echtheit des Tones und die Innigkeit der Stimmung hervor. Mag auch mancher Vers nicht ganz glatt und mancher Reim nicht ganz rein gelungen sein, die Wahrheit der Worte wirken tiefer als die äußerlich sauber gearbeitete und tadellose Form so manches gekünstelten und unechten Andachtsbuches, das leider nur allzusehr Verbreitung gefunden hat. Wir dürfen hoffen, daß dieses Büchlein den Weg zu jungen Menschen findet, in denen die ausgestreuten Saatkörner der Liebe und des Glaubens keimkräftig aufgehen. W. St. Frieda Adler Adolf ]. Schwarz Uerlobte Kamionko Str. fDähr.-Ostrau turn: und Sportwesen. Oesterreichischer Bund „Blau-Weiß“ für \ jüdl-( sdies Jugendwandern. Die Sommerferien werden von verschiedenen Ortsgruppen des Bundes zur Veranstaltung vo.i größeren Wanderungen benützt. So wandern 2 Gruppen des „Blau-Weiß“-Bundes Wien unter Leitung der Führer Julius Gerstl .und Rudolf Ebel in die mährL.die Schweiz und das Altvatefgebiet bezw. ins Riesen- und Erzgebirge. Die (Ortsgruppe Olmüfz Avanciert mit 16 Wanderei i^ das Riesengebirge, Reichenberg, Lausitz, böhmisch-sächsische Schweiz, Dresden. Reichenber« plant eine .neuntägige Ferienfahrt ins Riesengebirge. Die jüngst gegründete Ortsgruppe Mährisdi-Sühönberg bereitet ebenfalls eine größere Wanderung (vor. Bieh'rz hat sich mit einer großen Zahl von Wanderern an der Gründungsfeier des Blau-Weiß-Bundes Ratibor beteiligt. Die Konstituierung der Ortsgruppe Teplitz, welche bereits über 150 Wanderer ve ciigt, ist in den letzten Tagen erfolgt. Die Ortsgruppe Wien geht soeben daran, Sich ein neues Tätigkeitsfeld zu erschließen. In Mariabrunn bei Weidlingau-Hadersdorf wurden in den daselbst befindlichen sogenannten Schrebergärten zwei Gartenparzellen gepachtet. In diesen soll den Wanderern Gelegenheit gegeben werden, sieh auch an Schulfreien Nachmittagen: im Freien aufzuhalten und sich in den verschiedenen Gärtnerarbeiten auszubilden und zu Betätigen. Das nächste Frühjahr soll sodann die Errichtung eines eigenen Heimes auf diesem Terrain (bringen. All dies legt Zeugnis ab von der gedeihlichen Entwicklung und dem lebendigen Geiste der Wanderbewegung. Sämtliche Ortsgruppen werden ersucht, weitere geplante Ferienturen sofort der BundesJleitung ibekanntzugeben. friste 9er Ueberliufer. Gertrude Zerkowitz, 1894, Wien, ledig, Pri\-at, IX. , Roten Löweng. 7. — Olga Justitz, 1890, Hernals, ledig, Privat,-. .IX., Hörig. 4. —s Idä Hoff mann, 1886, Wien, ledig, Privat, IX., Pichgasse 4. — Dr. Paul Groag, 1878, Wien, ledig, Arzt, IX., Sclnvarzspanierstr. 8. — Karl Flaschner, 1891, Wien, ledig, Opernsänger, IX., Sechssdiimmelg. 3. {— Wilhelmine Hairnnerschlag, 1S90, Ninburg, ledig, Priv., IX., Eiseng. 28. — Etrinfa Selikowsky, 1885, Wien, led., Pri\rat, IX., Lichtensteinstr. 45. — Charlotte Löw, 1885, Zwirtau, ledig, Schauspielerin, V., Grüng. 32. — Josef Taleisnik, 1886, Haisson, ledig, Apotheker-Gehilfe, II., Praterstr. 36. — Paul Fischer, 1896, Wien, ledig, Student, XIII., Töpfelg. 8. — Leopoldine Stauderer, geb. Mayer, 1888, Wien, verh., Bankbeamtensgattin, IX., Glaserg. 18. — Paul Ehrmann, 1836, Wien, N.-Oe., ledig, VII., Kaiserstraße 76. — Marie Mautner, 1886, Wien, ledig, /Private, I., Schreivogelg. 3. — Leopold Pollak, 1890, Brünn, ledig, Handelsangestellter, XIV., Stättermayerg. 2. — Emst Bloch, 1889, Wien, ledig, Ingenieur, XIII., Glorietteg. 15. — Jetie Schein, verh. Löwy, <1879, Wien, verh'., X. , Hofferg. 3. — Hans Ludwig Schwarz, 1896, Przemysl, led., Gymnasialschüler, XIX., Hasenauerstr. HO. — Max Kranz, 1810, Wien, ledig, Kürschner, VI., Magdalenenstr. 10. — Josef Mittler, 1890, Wien, ledig, Speditionsbeamter, XIV., Pfeiffeig. 6. — Flora Geiger, 1886, Lackenbach, Ung., ledig, iHilfsarbeiterin, XX., Allerlieiligenpl. 4. Soeben ersdiienen! Soeben ersttijenen! Das Leben Theobor Herzls von Adolf Friedmann 141 Seiten, 1 Bildnis, 2 Faksimiles, Mk. 2.— gebunden, Porto 20 Pi. Erste Biographie unseres großen Führers. Ein Buch, das mit Liebe und Sachkenntnis geschrieben ist. Keine Polemik. — Reiches Material, mveröffentliche Briefe und Dokumente, literarisch ansprechende Form. Zu beziehen durch jede Buchhandlung, sowie direkt vom Verlag Berlin W 15, Sächs. Str. 8. „HELIOS“ Kinematographen-Theater II. Taborstraße 36. Programm vom 17. bis 20. Juli 4914:1. Pathe- Journal, 1. Teil. — 2. Bills große Tat, Drama in 2 Akten. — 3. Alles aus Liebe, Lustspiel in 2 Akten. Programm' vom 21. bis 23. Juli: Pathe-Journal, 2. Teil. — 2. Abendgeläute, Drama in 3 Akten. — 3. Eine fidele Hochzeitsreise, Lustspiel. The Jewish Colonial Trust (Jüdische KoTonialbank) Limited. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die siebzehnte ordentliche Generalversammlung der Aktionäre des Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited am Montag, den 31. August 1914, um- 6 Uhr nachmittags im Savoy-Hotel, Berlin, Friedrichstraße, 103, mit nachstehender Tagesordnung Stattfindet: Tagesordnung: 1. Entgegennahme des Berichtes des Diructoriums und der Bücherrevisoren und Rechnungsablegung für das Jahr 1913. 2. Wahl Von Direktoren und Bücherrevisoren. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes Jiro 1913. 4. Durchführung der gewöhnlichen Tages jrdnung und Eventualia. Statutengemäß bleiben die Zessionsbücher und das Mitgliederregister der Gesellschaft vom 18. Ibis 31. August a. c. (beide Tage inklusive) geschlossen. . In Gemäßheit der Statuten müssen Vollmachten wenigstens einen vollen Tag vor dem für die Abhaltung dieser Versammlung festgesetzten Termine, somit vor dem 30. August a. c. im temporären Gesellschaftsbureau in Berlin, Savoy Hotel, Friedrichstraße 103, niedergelegt werden'. In Gemäßheit der Statuten und der vom Direktorium diesbezüglich getroffenen Bestimmungen müssen Besitzer von Inhaberaktien, welche an der Generalversammlung teilnehmen und ihr Stimmrecht ausüben wollen, ihre Aktienzertifikate vor dem 30. August a. c. im temporären Gesellschaftsbureau in Berlin, Savoy-Hotel, Friedrichstraße 103, deponieren, um dagegen die zum Einlaß und zur Abstimmung berechtigenden Depotscheine in Empfang zu nehmen. Brook House, Walbrook, London E. C., den 7. Juli 1914. Im Aufträge des Direktoriums H. Neumann, Sekretär. Mittelschule Dr. Wertheim Wien, VIII. Langegane 50. Vorbereitung zur MATURA über das Gymnasium, ReaU uni) Reformrealgymnasium. Vorm. Knaben — nachm. Mädchen — abends Erwachsene. — Mindestvorbildung Bürgerschule. — Maturakurse für absolv. Lyzeistinnen. K. k. Professoren Moderner Unterrichtsbetrieb. Hygienische Schulräume. Ausf. Jahresbe.ichte. Auskünfte von 9—1 und von 3—7 Uhr •o9omomoooecomcmo0o9o9o0 TO3 Priuaf s Restauration IM Jacques Benvenisti’s Wien, II. Weintraubengasse Nr. 7 Türkische Speisenspezialitäten. Abonnement in und außer dem Hause. •0<0<0>00——• Q«Ö«Q«Ofr ■■nnnHBnwaHMW Austro-Americana Trieste 33 Ozeandampfer. Regelmäßiger Passagier- und Warendienst nach Nordu. Südamerika über Griechenland, Italien, Nordafrika and Spanien. Von Triest nach New-York mit den neuen Doppelschrauben- Schnelldampfern „Kaiser Franz Josef I.“, „Martha Washington“ u. s. w. Nach Südamerika mit den Doppelschrauben- Dampfern „Laura“ und „Alice“ u. s. w. Qe Ueberfahrt von Gibraltar nach New-York dauert 7—8Tage. Die vorhergehenden 6 Tage sind eine Gratisvergnügungsfahrt durch das adriatischc und mittelländische Meer, weil der Preis der gesamten Reise nicht höher ist, wie sonst die einfache Ueberfahrt. Für Rundreisen im'Mittelmeere mit den großen Ozean- Dampfern Spezialpreise Nächste Abfahrten: Dampfer „Martha Washington“ am 11. Juli nach New-York. Bezüglich Auskünfte und Buchungen wende man sich an die Duiektion der Austro-Americana, Triest, Via Moiino Piccolo 23 Enfitlfiba|,H| lnsepa,e in fl" CI Iviy »Jniisdien Zeitung«

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