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Jüdische Zeitung · 1914-07-10 · 28 (10.7.1914) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
28 (10.7.1914)
Date
1914-07-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr 28 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 von Menschen und Tieren geschaffen. Es müsse überhaupt beachtet werden, daß zumindest die ersten drei Jahre jeder Ackerbauwirtschaft in Palästina eine Vorbereitungszeit darstellen, da der Boden durch Dung und Fruchtwechsel erst in anbaufähigen Zustand gebracht werden müsse. Der Vorsitzende verweist auf den erfreulichen Fortschritt der Baumspende, die nun bereits mehr als 90.000 Bäume aufgebracht habe. Die Wichtigkeit dieser Institution für die Landeskultur Palästinas und für die Heranziehung eines Standes von geübten jüdischen Landarbeitern, sowie die Ausgestaltung der Betriebe der Baumspende verlangen aber eine verstärkte Propaganda für diesen Zweig des Jüdischen Nationalfonds. Das Hauptbureau habe anläßlich der bevorstehenden Wiederkehr des Todestages von Theodor Herzl die Parole ausgegeben: Zum 10. Todestage Herzls spende jeder Jude und Zionist mindestens einen Baum' für den Herzl-Wald. Es sei zu erwarten, dab alle Freunde des Nationalfonds dazu beitragen werden, den 20. Tamus zu einem würdigen Gedenktage für Theodor Herzl zu gestalten und für die Bepflanzung und Aufforstung Palästinas mehr Mittel als bis nun zur Verfügung zu stellen. Bezüglich der Arbeiterheimstätten berichtete der Vorsitzende, daß in den letzten Wochen wieder eine starke Einwanderung jemenitischer Juden eingesetzt hat. Für die erste Unterbringung der neuen Ankömmlinge, den Transport zu den Arbeitsstätten, für Anschaffung von Zelten und andere Fürsorgezwecke bittet das Palästinaamt um Bewilligung eines Betrages von 3000 Frcs. Diese fortdauernde Einwanderung zwinge den Nationalfonds zu einer Vermehrung der Arbeiterhäuser, deren Errichtung in diesem Jahre in Aussicht genommen wurde. Aus den Mitteln des Arbeiterheimstätten- Fonds wurden im Jahre 1913 zirka 105.000 Frcs. verausgabt. Für das laufende Jahr sind bereits 100 Arbeiterfamilienhäuser bewilligt worden. Die Generalversammlung beschließt, den Ankauf eines größeren Areals an einem wichtigen Punkte Palästinas vorzunehmen. Der Vorsitzende berichtet, daß eine Gruppe von 30 Parzellenbesitzern in Haifa an den Nationalfands mit dem Ansuchen herangetreten ist, ihr einen Baukredit von insgesamt 150.000 Francs zu gewähren. Die Generalversammlung beschloß, den Kreditwerbern in Haifa folgenden Vorschlag zu machen: Der Nationalfonds gewährt den Baukredit unter der Bedingung, daß die Bauplätze zum gegenwärtigen Schätzungswerte in das Eigentum des Nationalfonds übergehen. Die Grundstücke werden den Kreditwerbern in Erbpacht gegeben, die Eigentümer der von ihnen erbauten Häuser aut Grundlage des Erbbaurechtes bleiben. Streif in 9er ortfioöxen Weltorganisation. Die Agudat Jisrael ist noch nicht zustandegekommen' und die äußerst klerikale Trennungsorthodoxie, die besonders von den süddeutschen und ungarischen Gruppen vertreten wird und die nur die Orthodoxen als vollwertig betrachtet, die einer orthodoxen Gemeinde angehören, hat einen Streit heraufbeschworen, der die Zukunft der Augdat Jisrael überhaupt in Frage stellt. Diese Gruppen verlangen nämlich: 1. Unumschränkte Gewalt des rabbinischen Rates. Alle anderen Organe der Organisation haben nur das Recht von Vorschlägen und der Ausführungen der vom rabbinischen Rate genehmigten Beschlüsse. 2. Entziehung des passiven Wahlrechts den anderen Gemeinden angehörenden Orthodoxen und den Zionisten bezw. Misrachis t e n. Das ist selbst den Konservativen zu dumm'. Das zionistisch-konservative „Frankfurter Israel litische Familienblatt Schreibt u. a.: Dies ist aber ein unhaltbarer Zustand! Unsere Rabbonim sind in ihrer überwiegenden Mehrheit weltfremd, und es ist ein Ding der Unmöglichkeit, sie zu alleinigen Richtern in Fragen sozialer oder politischer Natur zu machen. Nur auf dem Gebiet der Haadia kann dieser Rat zuständig sein; allein die „Aguda“ hat weder mit Fragen von „Gitin“ und „Keduschin“ noch mit Fragen von „Bosör Becholow“ zu tun. Auch in Fragen der Erziehung die doch in erster Linie eine Sache der Pädagogik ist, können die meistenunserer gegenwärtigen Rabbonim nicht als zuständig an- ( erkannt werden. Warum also will man dem Rabbinischen Rat unbeschränkte Machtbefugnis einräumen? Es sei denn die stille Absicht vorhanden, den Einfluß der breiten Massen auf die Geschicke zu inhibieren und so eine autoritative Instanz und Gestaltung der Aguda von vornherein zu schaffen, hinter der man sich jeweilig ver- . schanzen kann.“ Besonders gelungen ist aber die panikartige Angst vor den nationalen Elementen, die durch Bismarcksche Ausnahmsbestimmungen von vornherein ausgeschlossen werden sollen. Wir sind neugierig, wie sich die Tagung der „Aguda“, die Ende August in Frankfurt stattfindende „Kenessija Gedola“ zu diesen Fragen stellen wird Es dürfte voraussichtlich zu einem harten Kampi kommen. Minadiriditen. Letzter Ausweis des jüdischen Nationalfonds. Die für den Jüdischen Nationalfonds in cler Zeit vom 20. bis 27. Juni d. J. eingegangenen Spenden betragen M. 17.223,40. Hiervon entfallen auf Nordamerika #>.853,58, auf Rußland 3.24S.93, Oesterreich 2.931,82, Galizien 1.6-13,18, Deutschland 1.324,38, Brasilien 618,45, Griechenland 303,47, Ungarn 232,71, China 36,12. Verschiedene Eingänge M. 30,76. * Zentralfondsbeiträge aus Westösterreich für 1914. XIX. Distrikt Mähren-Schlesien: Mähr.Ostrau: Reingewinn des Gartenfestes V. 14. Juni, veranstaltet vom: Jüd. V. V. Zion, Jüd. Turnverein Maccabi, Jüd. Handlungsgehilfenverband 730 K, Brünn: Z. M. V. Hasmonäa 10 K, I g 1 a u: Dr. H. P. 2 K, K o s t e 1: H. WeijgT 2 K, zusammen 744 K, bereits ausgewiesen 4738.83, zusammen 5482.83 K. * Für das hebräische Schulwerk: Distrikt Innerösterreich: Wien: Anonymus durch H. Dr. Jakob Ehrlich 750 K, Vereinigung Bar-Kochba 65,50, Vereinigung Neure Jehuda 15 K, I. H. Waltuch 3. Rate 5 K, Slg. Gewitsch: Robert Gtogau 20 K, Heinrich Ausländer 20 K, O. Sch. 5 K, K. Sch. 5 K, Heinrich Beck 5 K, Dr. I. E. 3: K, Ing. Theodor Deutsch 5 K, Leopold Scharf 10 K, Slg. B. Kreindler 11,50 K, Hugo Spitz|er 5 K,Tng. E. Lerner 2 K, zusammen 927, bereits ausgewiesen 11,114,28, zusammen 12.041,28 K Distrikt Mähren-Schlesien: I g 1 a u: Slg. Jüd. V. V. „Theodor Herzl“ (5. Rate), Wachtl, Sander, Dr. Werner, Dr. Pollak, Ing. Glas, Monias, Felseriberg, Geschw. Offer, Hitschmann, Großmann, E. Hitschmann, Kohn, Blatt, Gr. u. W. Pollak, Schulz, Geschw. Grünfeld 112 K, Luzan: Slg. I. Feiler 10 K, Oderb erg: Slg. Ferdinand Komlos 8,60, Zusammen 130.60, bereits ausgewiesen 6221,71 zusammen 6352,31 * Aufgebracht wurden bisher in Innerösterreich 16.372,6-1 Kj Mähren-Schlesien: 11.835,14 K, Gesamtsumme 28.207,76 K. Spezifikation der in Ausweis XVIII. ausgewiesenen 50 K der „Ivria“ A. H. Dr. Immerglück 10 K, Staatsbahnrat Ing. E. Fried 5 K, RiCh. Fränkel 10, Diverse 25 K. JDöiabes Sdiidtsal. Dr. Berger, Doktor dreier Fakultäten, ist ein Lemberger Kind und absolvierte dort das polnische Gymnasium. Dieser Dr. Berger wollte sich nun an der Lemberger Universität als Dozent habilitieren, erhielt aber vom Senat folgenden Bescheid: „Die Verhältnisse zwischen Juden und Polen haben sich in letzter Zeit so gestaltet, daß es unmöglich ist, einen Juden zum Dozenten an einer polnischen Universität zu ernennen. Dr. Berger suchte hierauf sein Glück in Deutschland, wo man ihm jedoch antwortete: „Als Pole können Sie in eine deutsche Universität nicht aufgenommen werden.“ Der Jude Berger ist also in Polen Jude und in Deutschland — Pole. Nun wendete er sich an den Senat in Rom und wurde aufgenommen. Jetzt empfängt er Lobeshymnen von der. polnischen Presse, daß ein „Pole“ in Rom dem Polentum Ehre bringe, während ein deutscher Professor — der frühere Lehrer Bergers — an diesen schreibt, er freue sich, daß die deutsche Wissenschaft einen so glänzenden Vertreter in der Person Bergers in Rom gefunden habe! Neu! GRAF Gulasch-Saft zur mähelosen Bereitung von delikatem Gulasch, - Paprika* schnitzet, Gulasch - Kartotieln 1 Tafel s 20 fl?fir 1 hg Fleisch oder 2 hg Karfoffei. CE3 aus der Fabrik L. T. Piovati Zentral-Verkauf: MAX LUSTIG, WIEN I., Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. Versand nach dem In- und Auslande. Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. HI JAKOB PIIAS im Neubau des -irr HOTEL NEW-YORK TO2 Wien, II.. Kleine Sperlgasse bietet den P. T Güsten allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt Elegante uni geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. UereinsnadmditeB. Wien. („Herzl-Klub“, II., Leopoldsgasse 31, Tür 61.) Sonntag, dert 12. d. M. Teilnahme an dem gemeinsamen Gange zum Grabe Herzls1. Treffpunkt präzise 8 Uhr vormittags im Klublokal. Die Mitglieder werden aufgefordert sich zu dieser Stunde pünktlich im Klublokal einzufinden. Dienstag, den 14. d. M. Herzl-Gedenkfeier im Hotel Guth, II., Stefaniestraße 14. Beginn S Uhr abends. Mittwoch, den -15 . il. M., S Uhr abends Mitgliederversammlung im Klublokal! Bei all diesen Veranstaltungen darf kein Mitglied fehlen! Die Mitglieder werden auch aufgefordert die Schekelagitation energisch zu betreiben! Stockerau. Anläßlich der heurigen Religioasschlußprüfung versammelten sich am 29. Juni Kinder und Eltern und viele Klosterneuburger und Wiener Gäste im hiesigen Prauhaussaale, der von Herrn Julius Nassau a,ufs herrlichste dekoriert war, zu einem jüdischen Familienfest Auf der eigens errichteten Bühne wurden von den Kindern, mehrere Vorführungen, die von Frl. Rosa Sofor mit größter Mühe und Sorgfalt einstudiert waren, zum Besten gegeben und fanden infolge der exakten und höchst gelungenen Darstellung allgemeinen Applaus. Ein regsames Damenkomite hat den kleinen als besondere Aufmerksamkeit eine Jause veranstaltet. Zum Schlüsse wurde ein Sketsch von unsern Dilettanten mit großem Elan aufgeführt. Dank dem innigen Zusammenwirken aller hiesigen Zionisten ist das Fest nach jeder Richtung hin großartig ausgefallen. Ein Teil des Reinertrages fällt dem J. N. F. zu. Wien. („Haibhri“ Hehr. Konversationsklub.) Dieser Tage fand die letzte Versammlung statt, bei der beschlossen wurde, die Tätigkeit im Winter wieder aufzunehmen. Wir machen aber aufmerksam, daß auch während der Ferien Ausflüge veranstaltet werden und laden alle hebräisch sprechende Gg. zu denselben ein. Zusammenkunft jeden Sonntag um 2 Uhr nachmittag vor der „Menso acad. judaica“, IX., Liechtensteinstraße 23. Ung. Hradisch. Die Jüd. akad. Ferialverbindung Achiwah bringt hiemit allen Freunden und Bekannten zur Kenntnis, daß sich ihr 1. 'A. H. Dr. Siegfried Schindler am 5. d. M. in Ung. Hradisch vermählt hat. Proßnitz. (Jüdischer Handlungsgehilfenverband, Ortsgruppe Proßnitz.) Am 6. Juli veranstaltete der hierortige Zentralverein eine Handfungsgehilfenversammlung, die auf mächtig großen, deutschen und böhmischen Plakaten angekündigt wurde Wir entschlossen uns, in größerer Zahl hinzugehen, als wir jedoch, ca. 30 Mann stark angerückt kamen, wurde diese öffentliche Versammlung als Vercinsversammlung proklamiert und als Koll. Fried nach dem ersten Referat sich nur zu einer Anfrage das Wort erbat, ihm erwidert, hier könnten nur Vereinsmitglieder sprechen. Daraufhin verließen alle unsere Mitglieder, dem Rufe des Kollegen Fried folgend, den Saal, mit der selben Ruhe, mit der wir gekommen. Natürlich mußten jetzt die Herren der Internationale, die doch Vorkämpfer für die Redefreiheit gelten wollen, ihre eben nicht vorhandene Stärke dadurch beweisen, daß sie Leute hinauszuwerfen versuchten, die selbst gingen. Jetzt erst gab sich durch ein allgemeines Pfuirufen die Erregtheit der Unsrigen kund. Aus dem Referate des Herrn Bee-mann, der nur einzig und allein dem Zentrafverein den Sieg der 7 Uhrsnerre zuschreiben will, wollen wir nur eine Definition entnehmen, das ist die der Zentralorganisation: Eine Zentralorganisation ist jeine, die iSTTr’'zje“*'»:";-'i-r.

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