Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 28 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 28 ihren Sitz in Wien hat. Wir hoffen, bald Gelegenheit zu finden, den Herren zu zeigen, was wir unter einer öffentlichen Handlungsgehilfenvcrsammlung verstehen. Oie Ausgrabungen in Palästina. Die Palästinareisenden, die sich in diesem Frühjahre von Jerusalem nach Nablus, eine Viertelstunde vor dem Ziele, bei dem Dörfchen Balate abzubiegen und auf den neben dem Josephsgraben gelegenen Hügel hinaufzureiten, wurde oben eine große Ueberraschung zuteil: die alte, mindestens seit zwei Jahrtausenden verschüttete kananitisch-israelitische Stadt Sichern erhob sich plötzlich wieder vor ihren Augen. Zuerst ein kurzer Ritt auf der westlichen Seite, vorbei an der riesigen Stadtmauer, offenbar einer Schwester der schnell berühmt gewordenen geböschten Jerichomauer, dann von Nordwesten in die Stadt hinein durch das dreifache Tor. Daß auf dieser Seite ein solches liegen ipüsse, hatte Prof. Sellin schon . im vorigen Herbste vermutet; nun liegt es vor dem 'Beschauer da, herausgearbeitet wie noch kein antikes palästinensisches. Sechs Türme, die auf gewaltigen Quadern ruhen, flankieren die drei aufeinander folgenden Eingänge, zwei Torhöfe einschließend. Drei Schiebelöcher für den riesigen Torbalken, das zerschließene Steinpflaster in den Eingängen, über das einst die Füße eines Josua und Abimelech, eines Rehabeam und Jerobeam gegangen sein müssen, die zwei schmalen Seiteneingänge neben dem zweiten Tore hinauf zu dem Wehrgang oben auf der Stadtmauer, alles ist noch erhalten und packt durch die stille Erhabenheit den Beschauer, ihn unmittelbar zurückversetzend in die große Zeit Palästinas vor vier bis drei Jahrtausenden. Von diesem Tore aus ist der Spaten der Ausgräber nun schon tief hineingedrungen in die Stadt selbst, und das wichtigste Ergebnis: etwa 15 Meter südlich von dem Tore liegen, vier bis sechs Meter unter den Trümmern der späteren israelitischen und griechischen Zeit, wohlerhalten die schier enormen Fundamente der alten kananitischen Burg, des sogenannten Millo, das jedem Bibelkenner aus der Erzählung Richter 9 eine bekannte Größe ist. Wenn die Zerstörung desselben leider auch, wie es wenigstens bis jetzt scheint, mit einer gründlichen Ausräumung verbunden gewesen sein dürfte, so hat doch keine Gewalt und kein Zahn der Zeit es vermocht,ü ie riesigen, zum Teil über zwei Meter dicken Fundamentmauern desdelben zu vernichten. . Ergebnisreicher an Einzelfunden als dies schon allein durch seine Anlage ungeheuer wichtige Bauwerk sind die vielen Privathäuser aus kananitischer, israelitischer, samaritanisdi-griechischer Zeit, die in den verschiedenen Suchgräben gefunden wurden. Besonders eines unter ihnen, aus altisraelitischer Zeit, das einmal ganz den Plünderern entgangen sein muß, hat sich als eine wahre Fundgrube von Erzeugnissen aus Ton, Silber, Bronze, Knochen und Alabaster herausgestellt. Bei seiner glücklichen Unternehmung, die trotz aller Ungunst der Witterung dieses Frühjahrs überraschend schnell fortschreitet, wird Prot. Sellin wieder, wie im vorigen Jahre, unterstützt von dem Sekretär des Wiener Archäologischen Instituts Dr. Praschniker. Dieselbe wird jetzt noch 14 Tage fortgeführt, dann wegen der Ernte abgebrochen und in den akademischen großen Ferien wieder aufgenommen. Die Grabung, die diesmal zur Hälfte wieder von der k. Akademie der Wissenschaften in Wien, zur anderen Hälfte auf persönliche Initiative des österreichischen Kaisers hin aus seinem Dispositionsfonds pekuniär unterstützt wird, bedeutet schon jetzt für die palästinensidie Arturn: nnö Sportwem Der Jüdische Turnverein Favoriten hielt am 11. Juni d. J. in den Räumen des jüdischen Sdiulvereines seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht des Obmannes Herrn S. Insel konnteejfreulidherweise festgestellt werden, daß die Zahl der Mitglieder im abgelaufenen Jahr eine starke •■•Zunahme aufzuweisen hatte, die gidh besonders in der Jugendabteilung bemerkbar machte. In dieser Abteilung turnten an einem Abend durchschnittlich SO Kinder. Der Verein hat sich auch an dem Kongreßschauturnen beteiligt, und auch hier volles: Lob für seine Leistungen geerntet. Aus dem Kassabericht ist besonders hervorzuheben, daß sich die Finanzen des Vereines bedeutend günstiger gestaltet haben. Der Hallenfond weist schon einen ziemlich bedeutenden Betrag auf, und hat auch noch größere Einnahmen durch die im Herbst d. J. erfolgende Ausgabe der künstlerisch sehr schön gelungenen Hallenfondmarken zu erwarten. Der Verein steht jetzt 'in Unterhandlungen wegen Erlangung einer eigenen Turnhalle und es steht zu erwarten, daß es 'dem Verein bald gelingen wird, dieses Ziel zu erreichen und sein eigenes Heim beziehen zu können. Audi die Tätigkeit des Vereines in nationaler Beziehung verdient besondere Aufmerksamkeit. Dem Verein ist die Gründung einer Sektion Favoriten des Zionistischen Zentralvereines zu danken,- und die rege Beteiligung an den Versammlungen dieser Sektion zeigt, welches Interesse an der Verbreitung des jüdisch-nationalen Gedankens die jüdische Bevölkerung hegt. Diesem Zwecke dient auch eine Bibliothek jüdischnationaler Literatur, die der Verein gegründet hat und die sich einer regen Benützung erfreut. Der Verein hat außerdem die Einführung der hebräischen Komnimdosprache am Turnplätze beschlossen und wird zur Erlernung der hebräischen Sprache vom Herbst d. J. an hebräische Sprachkurse abhalten. Auf Grund eines Beschlusses der Kreisleitung hat die Generalversammlung auch die Aenderung des bisherigen Namens des Vereines: „Jüdischer Turnverein Favoriten“ in „Jüdischer Turnverein Makkabi, Wien, X“, beschlossen. Die Neuwahlen in den Tumrat hatte folgendes Ergebnis: Obmann: S. Insel, Obm> S teil Vertreter: Rudolf Löwv, I.- Schriftführer: Siegfried Heller, II. Schriftführer: techn. Josef Fischmann, I. Kassier: Norbert Hochstimm, II. Kassier; Heinrich Singer, Turnleiter: med„ Adolf Taglicht, Geräteverwalter: jur. Leopold/ Basch', Hallenfondverwaltc.-; Paul Schlesinger, Beisitzer: Dr. R. Eiscnbe g, S. Medlinger, Max Bemat. * „HELIOS“ Kinematographen-Theater II. Taborstraße 36. Familien-Progratmn Vom 10. bis 13. Juli 1914. 1. Pathe Journal, 1. Teil. - 2. Die Jungfrau von Orleans, Drama in 4 Akten. Ab V26 Uhr: 1. Pathe 1 Journal. — 2. Der Student Von Prag, Drama in 4 Akten. — 3. Moritz und sein Onkel. Posse. Voml 14. bis 16. Juli. 1. Pathe Journal, 2. Teil. — 2. John als Fremdenführer. Komisch. — 3. Die hehnfiche' Braut, Drama in 2 Akten. — 4. Der musikalische Professor, Lustspiel. Ab V26 Uhr: 1. Pathe Journal, 2, Teil. — 2. Eine dunkle Tat, Dramas in 2! Akten.— 0. Mit der Kamera in der Schlachtfront. < - - - . Soeben crsdiicnen! Soeben ersdiienen! Das lieben Theodor Herzls von Adolf Friedmann Kreis Westösterreich der Jüdischen Turnerschaft. Die jüdischen Tum- und Sportvereine Wiens beteiligen sich korporativ an dem S o n n t a g, den 12. Juli, vormittags stattfindenden Gange zum Grabe Herzls. Die Vereine versammeln sich in ihren Vereinslokalen und fahren unter Benützung der Linien E, 41 oder 41 A zur Köhlergassei (zwischen Gentzgasse 122 und 124). Die Zeit der Abfahrt ist so zu wählen, daß die Vereine um 9 Uhr in der Köhlergasse eintreffen. Sofort nach der Ankunft rangieren die Tumwarte ihre Turner und Turnerinnen in Vierer-Reihen in folgender Aufstellung: „Makkabi — Erster Wiener“; „Makkabi — Wien-Fünfhaus“; „Makkabi — Wien-Favoriten; Hakoah“- „Makkabi — Wien-Ottakring“; „J. T. V. Leopoldstadt“; „Makkabi — Wien-Döbling“ Vor dem Friedhof-Eingang zu "Zweier-Reih’en ab fallen. T aglichtL Kreisturnwart. Notizen. Verdauungsstörungen bei Säuglingen, Durchfall, Diarrhoe, Darmkatarrhe, etc. sind immer Folgen einer unrichtigen Ernährung und haben Schon vielen Eltern Sorgen und sogar Trauer bereitet. — Wollen Sie Ihr Kind erhalten und bei einer wohlschmeckenden, leicht verdaulichen Nahrung wirklich gedeihen sehen, so gehen Sie dem zarten Liebling Nestles Kindermehl. Probedose vollkommen gratis durch Henri Nestle, Wien, I., Biberstraße 1. 141 Seiten, 1 Bildnis, 2 Faksimiles, Mk. 2.— gebunden, Porto 20 Pi. Erste Biographie unseres großen Führers. Ein Bach, das mit Liebe und Sachkenntnis geschrieben ist. 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Mittelschule Dr. Wertheim Beridifigung. In dem Feuilleton „Herzl und die Zeit“ der vorigen Nummer soll es heißen: Spalte 3, Zeilen 17 v. o. „Entwürdigung“ statt „Entwicklung“; Sp. 4, 'Z. 5 v. o.: „die Worte“ istatt „Worte“; Sp. 6, Z. 13 v. o.: „unausgesprochenen“ statt „ausgesprochenen Wirklichkeit“, Z. 8 v. u.: „unternehmen“ statt „entnehmen, Sp. 7, Z. 8 v. o.: „erschüttert“ statt „erbittert“; Sp. 8, Z. 17 v. o.: „opferfrohem“ statt „opferlosen Leben“. Liste Ser Ueberläulcr. Dr. Georg Block, 1SS3, Wien, ledig,' XIII:, Glorietteg. 13. — Leopold Mayer, 1868, Ung.- Brod, verh., Kaufmann, XVIII., Sinonzg. :4. — Martha Mayer, 1869, Berlin, verh. Private, XVIII., Sinonzg. 4. — Johanna Deutsch, 1884, Pozwos, ledig, Kontoristin, IX., Lohlichg. 8. — Samuel Gombarg, 1892, Ruska Poliane, ledig, Student, II., Mühlfeldg. — Siegfried Weisz, 1874, Deutsch Wagram, ledig, Privatbeamter, II., Piliersdorfergasse 8. — Johann Georg Frank, 1890, Wien, ledig, Rechtshörer, I., Franzziskanerpl. 1. —. Anna Löwit, geb. Wohlauf, .1884, Schreins N.-Oe., verh., Privat, VII., Schottenfeldg. 56. — ''Elfriede Löwit, 190S, Wien, VII., Schottenfeldg. 56. Margarethe Löwit, 1910, Wien, VII., Schottenfeldg. 56. — Elsa Jaray, 1876, Krakau, verh., IV., Prinz Eugenstr. 70. — Viktor Robitschek, 1877, Wien, ledig, Hofmusiker, konfessionslos). — Hugo Bauer, 1870, Wien, ledig, Bankbeamter, X11L, Anna Klotzg. 8. — Marie Sdvwarz, 1895, Wien, ledig, Privat, IX., Nußdorferstr. 20. — Wien, Vill. Langegasse 50. Vorbereitung zur MATURA über das Gymnasium, Reals und Reformrealgymnasium. Vorm. Knaben — nachm. Mädchen — abends Erwachsene. — Mindestvorhildung Bürgerschule. — Maturakurse für absolv. Lyzeistinneh. K. k. Professoren Moderner;Unterrichtsbetrieb. Hygienische Schulräume. . Ausf. Jahresbe.ichte. Auskünfte von 9—1 und von 3-^7 Uhr iso Privat: Restauralion “nw Jacques Benvenisti’s W— . Wien, II. Weintraubengasse Nr. 7 Türkische Speisenspezialitäten. ~ Abonnement in und außer dem Hause. 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