Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 24 (12.6.1914)
- Date
- 1914-06-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 24 der JCapitjal Werbung und über die Frage der Universitätsbibliothek. c) Kedem. Der „Kedem“ hat sich jetzt ein eigenes Bureau eingerichtet und ist an seine regelmäßige praktische Arbeit lierangetreteh. Er strebt jetzt vor allem danach, den so lebhaft empfundenen Mangel an Lehrbüchern für die hebräischen Schulen abzuheifen. Zu diesem Zwecke ist er mit dem Merkas Hamorim und den anderen in Betracht kommenden Körperschaften in Palästina in Verbindung getreten, um mit ihnen gemeinsam über die erforderliche Schritte zu beschließen. Gegenwärtig verhandelt der „Kedem“ wegen Herausgabe eines Schulatlas und geographischen Lehrbuches, die bereits im Manuskripte fertiggestellt sind. Der „Kedem“ entwickelt eine intensive organisatorische und propagandistische Tätigkeit, um' die zur Verwirklichung seiner Bestrebungen erforderlichen Mittel zu erlangen. Seine Einnahmen betrugen insgesamt bis zum 1. Juni Mk. 47.334 darunter Mk. 42S7 für das hebräische Schulwerk. III. Organisation und Propaganda. a) Die Reisen der Mitglieder und Sekretäre des EAC. wurden in den letzten drei Monaten energisch fortgesetzt, ganz besonders hat sich an ihnen Dr. Levin beteiligt, der Oesterreich, Holland, Belgien, Paris und England besuchte, überall in großen öffentlichen Versammlungen Vorträge hielt und daneben zahlreiche Besprechungen mit den engeren leitenden Kreisen hatte. Dr. Levin gewann überall die Ueberzeugung, daß sowohl für unsere kolonisatorischen Arbeiten in Palästina, wie auch für unsere kulturelle Tätigkeit in weiten Kreisel der Judenheit Sympathien vorhanden sind, die nutzbar gemacht werden können, wenn nur die nötige Aufklärungsarbeit geleistet wird. Einzelne Reisen machten auch die Herren Tschlenow, Hantke und Jacobson. Herr Sokolow beteiligte sich an den Arbeiten der Zweckrevision. Von den Sekretären haben in letzter Zeit die Herren Berger, Bernstein und Herrmann einige Reisen, besonders zu organisatorischen Zwecken unternommen. Diese .Reisen Jind die hierbei gewonnene Kenntnis^ Von der Arbeit in verschiedenen Landesverbänden haben uns -zu der Ueberzeugung geführt, daß weitere Schritte unbedingt erfor-. derlich and unri-zwar-die Einrichtung gut funktionierender Landesbureaux, mit Hilfe der Kräfte des Zionistischen-. Zentralbureaus.' Wir haben entsprechende Versuche in Oesterreich und Ungarn unternommen und werden auch bereit sein, in den anderen Landesverbänden, wo es sich als notwendig herausstellen sollte, in dieser Richtung vorzugehen. Es hat sich ferner gezeigt, daß die 'Arbeit in einzelnen Ländern so angewachsen ist, daß die Anstellung von Sekretären, die sich ganz der Arbeit widmen können, und unbedingt notwendig ist. Unser Nationalfonds verdankt zum Teil der Durchführung dieses Prinzipes die guten Ergebnisse seiner Arbeit. b) Revue und Broschüren. Ein weiteres Bedürfnis der Propaganda scheint uns eine monatliche Revue zu sein, in der Fragen der Zionistischen Theorie und Praxis ausführlich und ernst diskutiert werden, sowie die periodische Herausgabe von Broschüren und Einzelheften, die die schwebenden Zeit- und Streitfragen zu beleuchten hätten. Wir werden von jetzt an bei Herausgabe der Broschüren, Sowie bei unseren Monatsberichten neben dem Deutschen auch andere Sprachen, in erster Linie unsere hebräische und auch teilweise das Jüdische berücksichtigen. c) Landestagungen. In diesem und im nächsten Monat' steht eine Reihe von wichtigen Tagungen bevor, so in Deutschland, der Schweiz, Nordamerika und Südafrikja, die uns gewiß ein Bild der Arbeit in diesen Ländern geben werden. Eine beachtenswerte Versammlung hat gerade in den letzten Tagen stattgefunden. Die studierende Jugend aus Rußland hat eine Umschau über ihre organisierten Kräfte in Heidelberg abgehalten; obwohl ich nur einen Tag in Heidelberg sein konnte, hatte ich doch die Möglichkeit, zu konstatieren, daß wir auf diese junge Organisation des „Hechawer“, die sdion jetzt übei 700 Mitglieder zählt, gute Hoffnungen setzen dürfen. IV. Zweckrevisioru Zum Schluß noch einige Worte über die Zweckrevision. Ein wesentlicher Teil, die Revision in Palästina, ist bereits zu Ende geführt worden. Die Teilnehmer werden die Ergebnisse der Revision zunächst bearbeiten, um sie uns dann zur Verfügung zu stellen. In der nächsten Zeit stehen die Revision in Köln und Konstantinopel, sowie eine ergänzende Revision in London bevor. Die Teilnehmer der Palästina-Kommission werden uns schon jetzt bei Beratung verschiedener Fragen mit ihren Erfahrungen dienen können. Wir möchten hier noch konstatieren, daß die anwesenden, sowie die abwesenden Teilnehmer der Kommission sämtlich in Palästina noch mehr zur Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer solchen Revision gelängt sind, und die Anschauung des Urhebers dieser Einrichtung vollkommen teilen, daß nämlich eine solche Zweckrevision als beständige Institution eingeführt werden muß, die in Intervallen von zwei bis drei Jahren ihre Tätigkeit ausübt. Sodann erstattet Herr Dr. V. Jacobson einen ausführlichen Bericht über die politischen Arbeiten der Zionistischen Organisation. In der Generaldebatte sprachen die Herren: Podlischewsky, Reich, Kaplansky, Goldberg, Heymann, Motzkin, Bodenheimer, Idelsohn, Fischer, Weizmann, Simon, Klee. In der Debatte wurde vor allem die Palästinapolitik des EAC besprochen. Nachmittags fand die Sitzung des Vorbereitenden Komitees der hebräischen Universität statt. Die Herren Professor Weizmann und Jabotinsky erstatteten eingehenden Bericht über die Tätigkeit in den letzten Wochen. Nach einer eingehenden Debatte, an der sich folgende Herren beteiligten: Idelsohn, Jacobson), iLevin, Heymann, Reich, Weizmann, Bodenheimer, Kellner, Fischer, Simon, Wartung, Motzkin, Tschlenow, Jabotinsky, wurde folgender Beschluß einstimmig angenommen: „Das Vorbereitende Komitee zur Gründung einer hebräischen Universität in Jerusalem dankt dem Arbeitsausschuß für die geleisteten Arbeiten und billigt die von ihm geplanten weiteren Schritte. Das Vorbereitende Komitee fordert den Arbeitsausschuß auf, die Arbeiten zur Herstellungder Pläne für eine medizinische und andere in Betracht kommende Fakultäten fortzusetzen und aiif Grund der gesammelten Materialien ihm ein Referat darüber zu unterbreiten.“ In der Abendsitzung berichtete Herr Doktor Tschlenow über die Lage der Palestine Land Development Company und legte die Gründe dar, aus denen eine allgemeine Kapitalwerbung für die Palestine Land Development Company in den nächsten Monaten beginnen müsse. In der Debatte wurde insbesondere über die Bodenpolitik des JNF gesprochen, die von einem Teil der Redner heftig angeriffen wurde. Die Herren Heymann, Goldberg, Levin, waren der Ansicht, daß der JNF sich in seiner Arbeit allzu sehr von bodenreformerisdien Prinzipien leiten lasse und so in einseitiger Weise privatkapitalistische Unternehmungen "vernachlässige. Demgegenüber verteidigten Dr. Klee, Dr. Bodenheimer, Motzkin, die Prinzipien der Arbeit des JNF. Die Herren Simon und Tschlenow empfahlen einen vermittelnden Standpunkt, in dem sie sich für eine verschiedenartige Behandlung der ländlichen und städtischen Kolonisation aussprachen. Eine städtische Kolonisation sei ohne die Möglichkeit der Veräußerlichkeit des Grundeigentums undurchführbar. Ueber die Palistine Land Development Company wurde folgender Beschluß gefaßt: „Das Große Aktions-Komitee beauftragt das Engere Aktions-Komitee in Gemäßheit des in seiner letzten Sitzung gefaßten Beschlusses gemeinsam mit dem Direktorium1 der PLDC mit der Aktion zur Ergänzung der Mittel der PLDC zu beginnen. Das Aktions-Komitee macht die Organisation auf die außerordentliche Wichtigkeit dieser Aktion aufmerksam und fordert sie auf, die Aktion mit allen Kräften durchzusetzen.“ Partelnadiriditeü. Zionistische Arbeit in Innerösterreich. Die Sitzungen des innerösterreichischen zionistischen Distriktskomiiees und des zionis ischen Zentralvereines vom 2. und 8. Juni befaßten sich mit überaus wichtigen Angelegenheiten. Herzl-Gedenkfeier. Anläßlich des zehnten Todestages Theodor Herzls wird am 2. Juli im Beethovensaale eine großzügige Gedenkfeier Veranstaltet. Der Reinertrag fließt dem' Herzlwalde zu. Das Programm wird rechtzeitig veröffentlicht werden. Am 12. Juli findet der Gang zum' Grabe Herzls und am 13. Juli der Trauergottesdienst im Staditempel '(Seitenstettengasse) statt. Außerdem veranstalten die einzelnen Bezirkssektionen des Zionistischen Zentralvereines besondere Herzlfeiern und Sammlungen für den Herzlwald. Bezirk sagitation. In der neugegründeten Sektion Alsergrund fand ein Lichtbildervortrag des Gg. Dr. Emil Stein statt. Am 17. d. M. hält Gg. Staatsbahnrat Fried einen Vortrag über die „Entwicklung und Zukunft der Kultusgemeinden“. — Die Sektion Mariahilf plant ein Gartenfest im Restaurant Reisz. — Die Sektion Favoriten veranstaltete am 26. Mai einen Lichtbildervortrag, in dessen Rahmen Gg. Dr. Emil Stein über Palästina sprach. — In der Leopoldstadt werden die vorbereitenden Arbei'en zur Gründung eines Bezirksvereines fortgesetzt. Provinzagitation. Es wurde beschlossen, in allen innerösterreichischen Gemeinden eine intensive Broschürenagitation einzuleiten. In Mauer, Baden und Vöslau werden außerdem demnächst Veranstaltungen stattfinden. — In Klosterneuburg findet Samstag, den 13. Juni ein literarischer Abend statt. In Krems hielt Gg. Dr. Otto Abeies am 7. Juni einen Agitationsvortrag. Gesinnungsgenossen, die sich an der Provinzarbeit beteiligen wollen, werden ersucht, ihre Adresse dem D. K. bekanntzugeben. Leitung: An Stelle des infolge großer Inanspruchnahme Tttirückgetretenen Dr. Leopold Friedinann. dem das: D. K. für seine aufopferungsvolle Tätigkeit seinen Dank aussprach, wurde Ludwig Batö zum Vorsitzenden des geschäftsrührenden Ausschusses - des D.-K. gewählt. Fe-.rer wurde Ing. Fedor Ackermann im D. K. kooptiert. * * * Parteisteuer. Das D. K. für I.-Oe. macht sämtliche Korporationen, die bisher ihrer Verpflichtung, für dies'es Jahr die Parteisteuer zu erlegen, noch nicht nachgekommen sind, darauf aufmerksam, daß die 1. Rate, die pro Mitglied I K 40 h beträgt. spätestens bis zum 20. d. M. im’ Büro des! D. K. einzuzahlen ist. Organisationen, die diese Verpflichtung bis zum angegebenen Termin nicht erfüllt haben, verlieren ihr Anrecht auf die Beschickung des Distriktstages. Die zweite Rate ist bis Ende Oktober aufzubringen, da der ordentliche Distriktstag heuer bereits Anfang November stattfindet. Mitahafi Zigareltenpapier,Zigarettenhünen,Papier=Zig.=Spilzen luden! Rauchet nur Midraschah u. unterstützet so das hebräische' Gymnasium in Jerusalem. MARQUE DEPOSEE 50/9 bekommt das hebräische Gymnasium in Jerusalem. Midraschah ist aus bestem echt egyptischen Verge- Zigarettenpapier und entspricht allen Anforderungen der Hygiene. Midraschah wird von der Firma Jac. Schnabl & Co., " Wien, XIX. erzeugt und in Verkehr gebracht. 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