Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 21 (22.5.1914)
- Date
- 1914-05-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2438141-2438483-2438503--4179-2444006- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 21 Seite 4 mie, die der „Kedem“ allmählich zu schaffen und zu entwickeln bestrebt sein wird. Ihr Freunde hebräischer Kultur und jüdischen Wesens, arbeitet mit und wirket am Ausbau des hebräischen Kulturfonds, Karan H atarbut haibrit „Kedem“! .'Ein jeder von eudi kann und möge sich dafür betätigen, sei es durch eigene Spenden, oder durch Sammlung von Beiträgen, einmaligen und jährlichen, kleinen und größeren, durch Eintragung in das Ehrenbuch des „Kedem“ (bei einer Spende von Mk. 200), oder Stiftung von Legaten für hebräische Kulturwerke unter der Verwaltung des „Kedem“, das als offiziell legalisierte Gesellschaft audi jede rechtliche Gewähr für die bestimmungsgemäße Verwendung der ihmanvertrauten Stiftungen bietet. Gründet überall ständige Kommissionen des „Kedem“ zur Organisierung all dieser Arbeiten. Die Verwirklichung unserer nationalen Kulturaufgaben bedarf der Zusammenfassung aller Kräfte, die dem Banner der Renaissance folgen. Nicht übermäßig groß s'.nd wir an Zahl — umso hingebungsvoller, müssen wir unserem Ideal dienen, umso größer müssen wir an Taten sein! Die Arbeit für den Jüdischen Kulturfonds „Kedem“ ist eine nationale Tat! Jüdischer Kulturfonds „Kede m“. Das Direktorium. Moses Feldstein, Dr. A. Hantke, Dr. Schmarja Lewin, A. Podliscliewski, Nahum Sokolovv, Dr. E. Tschlenow, M. Ussischkin, Dr. C’n. Weizmann. * Adresse: Jüdischer Kulturfonds „Kedem", Berlin, W. 15, Sächsische Straße 8. — Geldsendungen und Einschreibebriefe: z. H. d. Herrn Professor Otto Warburg. Zionistischer Zentralverein Dienstag,; den 26. Mai I. J. halb 9 Uhr! abends findet im Cafg 'Renaissance, ' (VIII. Alserstraße Nr. 71) eine allgemein zugängliche Uereinsversammlung statt, in welcher Herr Ob.-Ing. Robert Stricker, Vorstandsmitglied der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, über „Unsere Stellung zur Kulfusgemeinöe“ referieren wird. Anschließend an den Vortrag findet Diskussion mit vollster Redefreiheit statt. Die Triarier. Ekle Zeitschrift der jungen Juden. Für die geplante Gründung gibt sich überall das' lebhafteste Interesse kund. Die Sammlungen sind im vollen Gange und versprechen eine recht stattliche Summe zu ergeben. Auch im Ausland hat das Projekt viele und lebhafte Sympathien gefunden, wie die zahlreidhen einlaufenden Zustimmungskundgebungen beweisen. Wir werden demnächst den ersten Ausweis der Eingänge erscheinen lassen und bitten alle Sammler, vor allem jene, deren Ablieferungstermin schon eingetreten ist, um umgehende Abführung des bisherigen Ergebnisses der Sammlung. Eine neue Geldquelle hat uns eine Anregung unseres bekannten Gesinnungsgenossen, Herrn Dr. Friedmann von Troppau erschlossen. Der Jüdische Verlag gewährt der Jugendzeitschrift bei allen Einkäufen, die durch Vermittlung der Wiener zionistischen Vereinigung erfolgen, einen Rabatt Wir bitten alle Jugendgruppen, sowie alle anderen Freunde der Jugendbewegung von diesem Abkommen Gebrauch zu machen und den gesamten Bücherbedart (nicht nur jüdischen Inhalts)- durch uns decken zu wollen.. Auch alle sich darbietenden Gelegenheiten sollen von nun an systematisch ausgenützt werden, so z. B bei Barmizwahfeiern sind wir bereit, die uns namhaft gemachten Verwandten auf die Erscheinungen des Jüdischen Verlags aufmerksam zu machen. Wir verrichten eine bedeutsame agitatorische Pflicht, wenn wir dafür sorgen, daß. die jüdischnationale Literatur in die Massen eindringt. Aus der Provinz sind die Bestellungen direkt an die Adresse der Wiener Zionistischen Vereinigung, IX., Hörigasse 11 zu richten, während wir für Wien an die Nationaljüdische Buchhandlung R. Löwit, Wien I., Rotenturmstr. 22 verweisen, die von einem Gesinnungsgenossen Herrn Dr. Träger geleitet wird. Auch bei allen Einkäufen bei dieser Firma nehme man Bezug aut die Jugendzeitschrift, wodurch uns ebenfalls Vorteile erwachsen. farteinadiriditen. Sitzung des Zentralkomitees. Sonntag, den 24. d. M. findet im Wiener Zionistischen Zentralbureau eine Plenarsitzung des westösterreichischen Zionistischen Zentralkomitees mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über die bisherige Tätigkeit, 2. Sekretariat und weiteres Arbeitsprogramm, 3. Fi* nanzfrage, 4. Herzl-Gedenkfeier, 5. Eventuaüa. Hauptversammlung des Vereines Oelbaums e :de. Sonntag, den 3. Mai d. J. fand im Zionistischen Zentralbüro in Berlin im Anschluß an die am selben Tage abgehaltene Direktö-.' riums-Sitzung des Jüdischen Nationalfonds die ordentliche Hauptversammlung des Vereins Oelbaumspende statt. U. a. nahmen an der Versammlung teil die Herren: Prof. Dr. Warburg, Justizrat Dr. Bodenheim er, Dr. Hantke, Dr-. -Tschlenow, ferner die Sekretäre; des. Hauptbureaus Groß und Ing. Kaplansky, sowie als Gast Herr Agronom Oettinger. Herr Prof. Warburg erstattete einen kurzen Bericht, woran sich eine Aussprache über die Werbearbeit für diesen wich'igen Zweig des Nationalfonds — besonders im Hinblick auf den bevorstehenden 10. Todestag von Theodor Herzl — anschloß. Es wurde in Aussicht genommen, diesen Anlaß zum Ausgangspunkt einer verstärkten Agitation für die Baumspende zu benutzen, deren Bedeutung noch lange nicht genügend gewürdigt Wird. Die Baumspende ließe sich in allen jüdischen Kreisen popularisieren, besonders, wenn man die altjüdische pietätvolle Sitte der Jahrzeiten hierfür benutzte. Zum Zwecke der Aufklärung über die Wichtigkeit der Baumpflanzungen in Palästina und die Propaganda der Baumspende bei traurigen und freudigen Anlässen ist die Herausgabe von neuen Schriften in verschiedenen Sprachen in Aussicht genommen. Bei der hierauf, vorgenommenen Neuwahl wurden, folgende _Herrex m den Aus s c h u ß gewählt. Justizrat Dr. Bodenfcciiner,. Dr. Arthur Hantke, Dr. Jacobson, De. Alfred Klee, Dr. Lewin, Nahum Sokolow, Prof. Dr. O. Warburg. Die Wahl des Vorstandes, als Exekutivorgan des Ausschusses, ergab folgendes Resultat: Prof. Dr. O. Warburg, Vorsitzender, Dr. Franz Oppenheimer, stellvertretender Vorsitzender, Max Wo 1 i s t e i n e r,• Schatzmeister, Dr. Alfred Klee, stellvertretender Schatzmeister. Sitzungen des innerösterre'chischen zionistischen Distriktskomitees. Am 11. und 18. d. M. fanden Sitzungen des D.-K. statt. Es wurde u. a. beschlossen, anläßlich des zehnten Totestages Theodor H e r z I s in einem großen Wiener Saale bei Einhebung eines Regiebeitrages zugunsten des Herzlwaldes eine große imposante Trauerfeier zu veranstalten. Es wird ferner eine Aktion für den Herzlwald eingeleitet, u. zw. sollen alle Vereine verpflichtet werden, einen bestimmten Betrag für den Herzlwald aufzubringen, schließlich wird eine allgemeine Sammlung auf Grund der Kultuswählerliste eingeleitet. Zur Durchführung der Sammlung wird ein Komitee, bestehend aus den Herren Dr. Emil St-.'in, Dr. ö. Weiner und Leo Popper eingesetzt. Der Gang zum Grabe Herzls und die Trauerfeier im Stadttempel wird audi heuer stattfinden. — In den einzelnen Bezirkssektionen finden Versammlungen mit dem Thema „Theodor Herzl“ s att. Das Sekretariat übernimmt der neugewälilte Sekretär des Z. K., Gg. Dr. Wilhelm Stein. Die Demission des D.-K.-Mitgliedes Ing. Rudolf K ö p p 1 wird -mit Bedauern zur Kenntnis genommen und ihm der Dank für seine bisherige Tätigkeit ausgesprochen. Als neue Mitglieder des D.-K. werden Dr. Alfred Löwy und Dr. Robert Weil kooptiert. Es werden dis Berichte der Sektionskcmmissäre bezüglich der Agitation in Wien, die durchweg günstig lauten, entgegengenommen. Es wurde beschlossen, die Agitation in weiteren Bezirken aufzunehmen, u. zw. in der Leopddstadt wird im Einvernehmen mit dem Jüdischen Volks verein und im Alsergrund mi. einem bereits eingesetzten Komitee, dem die Herren Adolf Brecher und Staatsbahnrat Ing. Emil Fried vorstehen. Sektionskommissär für den 9. Bezirk wird Dr. Alfred Löwy. Bezüglich der Provinzagitation wurde beschlossen, in Krems, wo dieser Tage ein Verein gegründet wurde, einen Vortrag zu veranstalten. Referent: Dr. Otto AbeleS. Auch in Baden, Graz, Triest, St. Pölten und Linz soll die Arbeit aufgenommen werden. Es wurden Schließlich bezüglich der S c h' ekelagitation Beschlüsse gefaßt. Sektion „Favoriten“ des Zionistischen. Zentral- . Vereines. Dienstag, den 20. d. M. findet im Arbeiterheim, 10. Bz., Laxenburgerstraße 8, ein Lichtbildervortrag des Herrn Dr. Emil Stein über „Das jüdische Leben in Palästina“ statt. Regiebeitrag 40 h. Sektion „Alsergrund“ des Zionistischen Zentralvereines. Donnerstag, den 28. d. M., halb 9 Uhr abends veranstaltet die Sektion „Alsergrund“ des Zionistischen Zentralvereines im Cafe City, 9. Bz., Porzellangasse 3, einen großen Lichtbildervortrag „Das jüdische Leben in Palästina“, gehalten von Dr. Emil Stein. 1 D. Dr. Ernst Gütig beehrt sich anzuzeigen, daß er seine Advokaturs-Kanzlei in Prag, Havlicekplatz 25 eröf net hat. Prag, im Mai 1914. Telephon Nr. 5173 b. Herr und Frau Emil Kafka zeigen hiermit allen 6g. 6g. die 6eburt eines Töditerdiens RUTH an. Wien, im (Tlai 1914. Hus dem judisdien beben. Die Bekämpfung der ägyptischen Augenkrankheit in Palästina. Dieser Tage fand in Jerusalem eine von der jüdischen Aerztegesellschaft Pa'ästinas eyiberufene Trachomkonferenz statt, die drei Tage dauerte. Die zahlreichen Vorträge im Verein mit praktischen Vorführungen und den in der Konferenz durchgeführten Operationen gaben den versammelten Aerzten Anregung und Belehrung in Fülle. Von den Beschlüssen seien folgende erwähnt: 1. Die Tracho-n-Konferenzen sind jährlich abzuhalten; 2. es sollen Kurse zum Studium der Trachom-Krankheit eingerichtet werden. Diese Kurse sollen etwa einen Monat dauern und den Aerzten soll dabei Gelegenheit geboten werden, sich in der Technik der Operationen zu vervollkommnen. Für die Dauer der Kurse sollen die teilnehmenden Aerzte Tagesgelder erhalten; 3. besondere Heilstationen sollen für die Kinder der Armen, die am meisten der Gefahr der Trachom-Krankheit ausgesetzt sind, errichtet werde i; 4. Schwestern sollen die Häuser der Armen besuchen und jeden Trachomfall der Trachom-Kommission melden, die dann einen Arzt zur Heilung entsendet; 5. für Schwestern und Feldscher sind Trachom- Kurse einzurichten; 6. für trachomkranke Kinder sind besondere Kindergärten einzurichten. — Ferner sprach die Konferenz den Wunsch aus, daß jede Schule - einen Schularzt anstelle. Die Konferenz arbeitete auch eine Verordnung aus über die Aufnahme der Schulkinder und deren Behandlung in Fällen von Trachom. Nach dem Voranschlag sind für diese großzügige Aktion zirka 100.000 Frcs. notwendig. Die größere . Hälfte dieses Betrages erscheint bereits gedeckt. Bestrafung einer judenfeindlichen Zeitung in , Palästina. Der Großrabbiner der Türkei Haim Nahum hat beim Minister des Innern Talaat Bey Vorstellungen erhoben wegen der gehässigen Kampagne einzelner arabischer Zeitungen in Palästina gegen die dortige jüdische Bevölkerung und insbesondere gegen das jüdische Koloiiisationswerk. Rabbi Nahum Wies namentlich auf die judenfeindliche Hetze-ider Zeitung „Philistin“ (Palästina) in Jaffa hin und hob hervor, daß solche Preßtreibereien geeignet Seien, das' gute Einvernehmen zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung des Landes empfindlich zu stören und unter Umständen Unruhen Hervorrufen. Der Minister des Innern wies daraufhin die Jaffaer Lokalbehörde telegraphisch an, ein Strafverfahren gegen die Zeitung „Philistin“ einzuleiten. Gleichzeitig erging eine Verfügung an die palästinensischen Behörden, in der ihnen aufgetragen wird, mit aller Strenge gegen Personen gegen einzelne Volksstämme und Glaubensgevorzugehen, die in der Presse feindselige Artikel meinsdhaften veröffentlichen. * Eine Biographie Theodor Herzls. Zu Theodor Herzls zehntem Todestag, dem 9. Juli d. J., wird im Jüdischen Verlag (Berlin W. 15, Sächsische Straße) eine Biographie dieses hervorragenden Schriftstellers und Begründers der zionistischen Bewegung erscheinen. Ihr Verfasser ist Dr, Adolf Friedemann, Mit-