Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 21 (22.5.1914)
- Date
- 1914-05-22
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 21 JÜDISCHER VOLKSVEREIN FÜR DIE LEOPOLDSTADT. Montag, 25. Mai d. J., 7 Uhr abends Hotel Arco, II., Rotensterngasse 9 Tagesordnung: 1. Die Lage der jüdischen Hausierer. 2. Konstituierung der Hausierer-Sektion des jüd. Volksvereines. Jfiaisibe Hausierer erscheint zahlreich! Kollegen uni Kolleginnen! Handels-, Industrie- und Prlvataangestellte! Immer offener und schärfer, immer gefährlicher und verderblicher wird das Wüten des Antisemitismus. Es gibt hvolil keinen unter Eucli, der es nicht täglich sieht, keinen, der es nicht irgendwie zu fühlen bekommt.. Die jüdischen Angestellten sind es, die physisch und seelisch dem judenhasse am meisten preisgegeben sind. Nidit ihre jüdisdie, ihre Menschenehre, ihr Stück Brot müssen sie dem Antisemitismus gegenüber verteidigen. Die jüdischen Angestellten stößt der niditjüdisdie und oft audi der jüdisdie Unternehmer zurück, den jüdisdien Angestellten verweigert man gut bezahlte Posten, nicht das Fach, nicht die Arbeit, der Jude wird boykottiert. Es nützt nidhts über die traurige Zeit zu klagen und müßig dreinzuschauen. Ebensowenig nützt es, wenn Ihr Euch Vereinen ansdiließt, die Euch angeblich wirtschaftlich helfen wollen, die aber vergessen müssen, daß Ihr Juden seid. Eine nicht unbedeutende Zahl von jüdischen Angestellten hat die uns drohende Gefahr erkannt und sich gleich den Angestellten anderer Nationen zu einer national-sozialen gewerkschaftlichen Organisation, dem Jüdischen Handlungsgehilfen-Verband zusammengeschlossen. Im J. H.-V. sind Kollegen und Kolleginnen aller Parteischattierungen vereinigt Wer sich uns nicht anschließt begeht ein Unrecht an sich selbst, eine Sünde an seinen Berufsgenossen, ein Verbrechen an seinem Volke. Diejenigen Kollegen und Kolleginnen, welche die wirtschaftlichen und gesellscha'tlichen Verhältnisse in Oesterreich mit klarem Auge betrachten, die sich ihr Se'bstbewußtsein, ihre Ehre erhalten möchten und im schweren Kampfe als wirtschaftlich Schwächere und als Angehörige des jüdischen Volkes zugleich, Unterstützung und Kräftigung suchen, werden den Weg zu uns finden. Ordentliche Mitglieder können nur Angestellte (männlichen und weiblichen Geschlechtes) werden. Monatsbeitrag K 1.—, K 2.—, oder K 3.—. Einmalige Einschreibgebühr K 1.—. Lehrlinge uni Angestellte unter 17 Jahren können nur Mitglieder der Jugendabteilung werden. Monatsbeitrag K—.30. Keine Einschreibgebühr. 'jüdischer Hard'ungsgeliiife'! -Verband, Zentrale Wien II/l, Taborstraße 11 B. Zürns nnö Sportassen. Hakoah. Die Sclnveratliletiksektion des Sportklubs Hakoah hat jetzt in Anbetracht der neuen Mit glic-der und der ganzen Organisation des Trainings einen Kurs für Neulinge eingeführt, der ab 1. Juni in Krjaft treten wird. Es ist daher notwendig, daß sich alle, die sich für diese Sportzweige (Ringen, sowie Boxen, Keulenschwingen) interessieren, rechtzeitig annielden. Nicht nur solche, die Interesse am Sport selbst haben, sollen beitreten, sondern alle,' "-die Interesse an einem kräftigen und gesunden Jurig- Juda haben, sollen sich unseren Reihen anschließen. Denn gerade dieser Sport ist e=, den jeder ohne Ausnahme mitmachen kann, denn ein- bis zweimal in der Woche hat jeder zwei Stunden abends frei. Und körperliche Kraft braucht man auch nicht mitbringen, denn uin sie zu erlangen, betreibt man ja den Sport Darum tretet bei! Trainingsabende: Montag und Donnerstag von hjaib 8 Uhr bis halb 10 Uhr im Industrielfen-Cafe, I., Konkordiaplatz, unter der Leitung des Meisterringers Herrn Heinrich Wolfram. * Hakoah. Leichtathletiksektion. Der Sportklub Hakoah veranstaltet Sonntag, den 24. Mai d. J. auf dem Hakoahplatze in Floridsdorf ein internes leichtathletisches Meeting, welches Lauf-, Sprung- und Wurfkonkurrenzen umfaßt. Das Meeting ist speziell für ■die Mitglieder der jüdischen Turnvereine ausgeschrieben und es wurden auch bereits zahlreiche Nennungen abgegeben. Den spannendsten Kampf dürfte das 15(10 m Laufen bringen, für das rKTi d Militär Original engllfdier Gummimantel K 16.50 tutt: WieMX XAechien$teinstr& T£olinga$$e fWglieder vonVerbinduSpor6-TourSsfrenundTyrrtvereinen erhalten auf die auf jedem» Stück ersichtlichen 'Preise Rabatt. der Sportklub Hakoah einen Ehrenpreis im Betrage von K 30 ausschreibt, der demjenigen Athleten zufällt, der die Strecke in 4 Min. 3S Sek. zurücklegt Außerdem gelangen noch zwei Konkurrenzen für Fußballer, ein 100 in Laufen und ein Fußbalhveitstoßen, zur Austragung. Beginn halb 9 Uhr. Fußball. Hakoah—Donaustcdt 1:1. Da das Spielfeld für ein Meisterschaftsspiel spielunfällig war, vereinbarten die beiden Mannschaften ein Freundschaftsspiel. Das Match zeigte durchwegs eine Ueberlegenhcit der Hakoah, doch konnten die Stürmer diese nicht in Goals zum Ausdruck bringen. Knapp vor Halbzeit erzielte Siegfried Kolisch den führenden Treffer. Drei Minuten vor Schluß gelang es Donaustadt, nach einem Durchbruch durch Fuchs auszugleichen. Voranzeige. Sonntag spielt die Hakoah gegen Favoritner Vorwärts ein Meisterschaftsspiel auf der Hohen Warte. Im Herbste blieben die Unsrigen mit 3:2 knapper Sieger. Berücksichtigt man, daß wir gezwungen sind, Sonntag ohne Glasei, Rosenthal und Mehler zu spielen, so geht man nicht fehl, wenn man einen scharfen Kampf erwartet. Beginn 5 Uhr. Vorher findet ein großes leichtathletisches Meeting stat, in dem zahlreiche Hakoahner starten. Nennungen sind von sämtlichen Wiener Vereinen, sowie aus Lemberg und Prag eingelaufen. * Oösterreichischer Bund „Blau-Weiß“ für jüdisches Jugendwandern. Den Bemühungen der Bundesleitung ist es gelungen, die 5Cproz:ntige Ermäßigung der Fahrpreise auf den österreichischen Staatsbahnen zu erlangen. Diese Ermäßigung ist allen dem Bund angeschlossenen Ortsgruppen eingeräumt und erstreckt sich auf alle Wanderer und Wanderinnen bis zu IS Jahren, sowie den Führern und Führerinnen, welche die Wanderungen leiten und sich mit einer von der Wiener Bundesleitung ausgestellten Führerkarte legitimieren. Vor kurzem erfolgte die Konstituierung der Ortsgruppe Reichenberg. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Obmann: Rabl, Obmannstellvertreter: Dr. Löwy, Kassiere: Tänzer und Dr. Weissbaeh, Schriftführer: Abcles und Peter Schnabl, Beirat: Deutsch, Revisoren: Goldstein und Dr. Berka. Als Führer sind die Herren Gustav Weinberger, Ernst Tausig und Alb. Robicek tätig. Auch in die Reic isiaiide, Bosnien und Herzegowina ist der Wandergedanke eingedrungen. ln Banjaluka und anderen Orten sind Bestrebungen zur Begrüß düng von Wanderbur.den im Zuge. Auch in dei 'Bukowina haben wir einen kräftigen Wanderbund in Czernowitz. In Radautz sind die Vorarbeiten im vollen Gange. Unsere I g l a u e r Ortsgruppe nimmt eine aussLchtsreiclieEntwicklung; verheißungsvolle Ansätze sind auch in Teschen, Jägerndort, Ostrau und Olmütz vorhanden. Auch in Kremsier und Schönberg haben sich vorbereitende Komitees gebildet. * Voranzeige. Zufolge Beschlusses des zweiten Kreisturntages findet das zweite Kreisschauturnen der westösterreidüsChen jüdischen TurnersChaft am 21. Juni in Brünn statt. Ein Sonderzug wird die Turner Wien', mit denen aus Budapest Graz, Linz, Preßburg, Sarajewo und Triest nach Brünn führen, welchen sich auch die schon jetzt gemeldeten zahlreichen Festgäste aus diesen Städten anschließen werden. In Lundenburg wird der korporativ teilnehmende Lundenburger Verein mit den Turnern aus Göding und Ung.- Hradisch zu ihnen stoßen, weiche auch ihrerseits aut eine so zahlreiche Begleitung von Festbummlern zu. rechnen haben, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die Instradierung eines Separ,attrains ab Lundenburg sich nötig erweisen wird. Und die Anmeldungen aus allen übrigen Vereinen des westösterreichischen Kreises sind heute bereits so namhaft, daß der Festplatz, die Schreibwaldwiese in Brünn, gerade geräumig genug für die Fassung der aktiven Turner und Turnerinnen und der Festgäste werden dürfte. Details über Programm, Fahrtzeiten, Fahrpreisermäßigungen usw. folgen. Kiste Oer Ueberlaufer. Berta Marie Adolfine Böhm, 1854, Wien, verheiratet, 9. Bez., Porzellangasse 26. — Estella Zipperer. 1877, Wien, ledig, 9. Bez., Fluchtgasse 8. — Hermine Koch, 1893, Wien, ledig, Buchhalterin, 8. Bez., Langegasse 30. — Leopold Taussig. 1894, Wien, ledig, k. k. Waffengast, Pola. — Marie Weiss, 1892, Wien, ledig, Hilfsarbeiterin, 17. Bez., Weißgasse 1. — Fanny Flaszter, 1889, Körtvelyes, ledig, Dienstmädchen, 13. Bez., Amalienstraße 8. — Luise Blum, 1895, Kaposvar, ledig, 1. Bez., Schottenring 15. — Gerhard Eisler, 1897, Leipzig, ledig, Student, 2. Bez., Schüttelstraße 19 a. — Hans Sigmund Hermann Engel, 1877, Wien, verheiratet, Ingenieur, 2. Bez., Weintraubengasse 11. — Emanuel Schulhof, 1872, Prag, Humorist, 2. Bez., Ausstellungsstraße 7. — Sigfried Walter Fischer, 1890, Wien, Privatbeamter, 2. Bez., Obere Donaustraße 57. — Arthur GrUnhut, 1885, Wien, getrennt, Architekt, 3. Bez., Waltergasse 4. — Cornel Hauer, 18S9, Wien, ledig, Artist, 2. Bez., Zirkusgasse 33. — Otto Neufeld, 1881, Wien, ledig, Beamter, 3. Bez., Hauptstraße 12. — Justa Chiger, geh. Schapira, 1852, Czernowitz, verheiratet, 3. Bez., Hauptstraße 22. — Hugo Böhm, 1868, Wien, verheiratet, Kaufmann, 14. Bez., Dadiergasse 13. Sportplatz Hohe Warte. Sonntag, 24. Mal 1914, um 5 Uhr: Meisterschaftsspiel Vorwärts - Haboah Vorher 3 Uhr: Leichtathletisches Meeting. **************** Voranzeige! Z. 6. K. „Jugenöbunö. Sporlhlub „Hakoah“ Sommerfest 10. Juni d. J. Kursalon Ausführliches Programm folgt. XJmoKxxxirxxxxxxx Sensationelle Naturerschei« II ■ nung des XX. Jahrhunderts ■ ■ Mache darauf aufmerksam, daß ich hiemit niemandem eine gezahlte Reklame, wie cs in ähnlichen Fällen sehr oft vorkommt, machen will, sondern teilejedermann ganz umsonst mit, wie ich mein langjähriges, schweres IT LUNGENLEIDEN ~*m Asthma und Keuchhusten vollkommen gehellt habe. — Dieses Hausmittel kann ich jedermann sehr billig verschaffen.-Wollen Sie ein frankiertes Kuvert zur Antwort einsenden. — Frau B. KOLENSKÄ, Wrschowitz bei Prag, Böhmen. a