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Jüdische Zeitung · 1914-04-17 · 16 (17.4.1914) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
16 (17.4.1914)
Date
1914-04-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr 16 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Sache nur schaden. Sie sind weder Juden, noch selbst Hebräer, wenn auch Hebräisch ihre Spracht ist. Auch die Missionäre Schreiben hebräisch. Schließlich ist ein Zug der neuhebräischen Literatur und ein hauptsächlicher sogar, zum1 Nationalismus und Zionismus zu tendieren. Aber jeder Nationalismus ist exklusiv. Der reine Zionismus Wird den Nichtzionisten Schwerlich1 als Volljuden gelten lassen. Die Mehrzahr der rieuhebräisdien Schriftsteller verachten daher die Westjuden als ein Häuflein verschiedener degenerierter Gruppen von Juden, (die diesen Namen kaum' verdienen,1. Und welche Hilfe kann der Westjude Von solchen Schriftstellern für sich erwarten? ' * * * In Summa: Die Lebenskraft des Judaismus war imtner offenbart in seiner Kultur. Der Westjude, hat mit jeder jüdischen Kultur gebrochen^ Wie ist dieser Circulus zu durchbrechen? Von der ostjüdischen Literaturentwidklung kann das Heil nicht kommen. Im Interesse des ganzen Judaismus, aber hauptsächlich in jeneni des Westjudentums liegt die Gründung eines jüdischen Kulturzentrums in Palästina, welches in die ganze jüdische Welt seine Ausstrahlungen senden wird. Demonstrationszug ausuanSernier rnmänilitier Juden. Das große Bild Hirszenbergs „Golus“, das eine Gruppe jüdischer Auswanderer auf einer einsamen Steppe darstellt, soll in seinem ganzen Realismus in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Wie aus Bukarest gemeldet wird, wollten die jüdischen Soldaten in der Reserve auf einem großen Meeting die zugesagte Gleichberechtigung fordern und versuchten für ihre Abordnung beim1 König Carol eine Audienz zu erwirken. Die rumänische Regierung hat jedoch beides hintertrieben.' Hierauf haben einige hundert jüdische Reservisten beschlossen, Rumänien zu verlassen und nach Amerika lauszuwandern. Sie beabsichtigen die Strecke bis Hamburg durch Ungarn, Oesterreich und Deutschland zu Fuß zurückzulegen und während dieser langen Wanderung demonstrativ die rumänische Tapferkeitsmedaille zu tragen. Die rumänische Regierung ist natürlich von diesem1 Plan sehr peinlich berührt und hat bereits bei den Behörden der Monarchie interveniert, damit der gemeinsame Durchzug rumänischer Juden „mit Rücksicht auf die öffentliche Gesundheit“ verboten werde. Sie beruft sich auf den Präzendenzfall vom1 Jahre 1898, wo in Oesterreich-Ungarn die Behörden gegen die durchziehenden Juden unter demselben Vorwände sehr scharf ins Zeug gegangen sind. Hus flem jfiöifdien Geben. Bestätigung der jüdischen Großgemainde zu New-York. Nach1 langjährigen Vorarbeiten ist es endlich gelungen, für die New-Yorker Judenschaft, deren Zahl Ungefähr eine Million beträgt, in Form1 einer „Jüdischen Gemeinde“ eine Organisation zu Schaffen. Die Initiative ging von unserem Gesinnungsgenossen Rabbiner Dr. J. L. Magnes aus, der die Seele der ganzen Gemeindebewegung ist. Nim ist die Gemeinde von den beiden gesetzgebenden Körperschaften des Staates New-York bestätigt Worden. Es fehlt nur noch die Genehmigung Seitens des Gouverneurs des Staates New- Yorik. Alsdann wird die New-Yorker jüdische Gemeinde eine gesetzlich anerkannte Körperschaft, der das Recht zusteht, ein Komitee zur Wahrung der jüdischen Interessen einzusetzen. Nach den Statuten verfolgt die üHische Gemri"- de folgende Zwecke: U"terstü+zung von jüdischen Bi,dun'’sans*a1ten, Förde-ung re’rdöser Einrichtungen und der hebräischen Sprache. Gründung einer his+orisCh-'iterarischen Gesellschaft, Herausgabe und Ve-b-eihng von jüdischen Lehrbüchern, E'haltung von Bethäuser", VeTni+t’u-g in Streitfällen zwischen ju^en u~d jüdischen Institutionen, Schaffung von BesChäffi~u-,gsmöglichkeiten für jüdische Arbeitslose. An der Spitze der Gemeinde steht ein 25gliedriges Komitee. Aus dem jüdischen Leben. * * * Bezalel-Ausstcllung in Lemberg. Am 13. d. M. ist in Lemberg im. Saale des Vereines „Tikwat Zion“ eine große Bezalel-Ausstellung eröffnet worden. Die Ausstellung erfreut sich eines ungemein zahlreichen Besuches, und zwar nicht nur aus jüdischen, sondern auch aus polnischen und ruthenischen Kreisen. Während der Dauer der Ausstellung findet jeden Abend ein Vortrag und ein Konzert statt. * * * Antisemitische Agitation in Spanien. Wie wir bereits des öfteren berichtet haben, sucht die spanische Regierung Mittel und Wege, um die in der Levante lebenden Spaniolen zur Rückkehr nach Spanien zu bewegen. Sie wird hierbei von der Hoffnung geleitet, daß es den Juden gelingen werde, den Handel und die Industrie des Landes, die ganz darniederliegen, wieder in die Höhe zu bringen. Die Angelegenheit hat auch schon die spaniolisChen Zeitungen beschäftigt, m denen die Frage eingehend diskutiert wurde. Vor einigen Tagen brachte nun eine Pariser Tageszeitung die NaChricht, daß einige Saloniker Juden die Absicht hätten, nach Spanien auszuwandem. Kaum war diese Nachricht in Spanien bekannt, erschienen in verschiedenen konservativen spanischen Zeitungen entrüstete Artikel, m denen die Juden und das Judentum auf niederträchtigste beschimpft und angegriffen wur- Vlen. „Die Juden sollen es nicht wagen, — heißt es in diesen Blättern — nach Spanien zurückzukehren, sonst wird es ihnen ergehen wie ihren Vätern vor vierhundert Jahren zu Zeiten Isabellas .und Torquemadas.“ Man sieht daher, was man von einer jüdischen Einwanderung nach •Spanien — die au~h von jüdischen Blättern propagiert wurde — zu erwarten hätte . . . Parfeinadipiditeii. Zentralfondsbeiträrfe aus Westösterreich für 1914. XI. Ausweis. Iimerösterrevrfr: Wien: Dr. Emil Lemberger 200.—Dr. A. Grätzer 2.—: bereits ausgewiesen 3179.36: zusamtn**! K 3381.36. Böhmen: Kol in: Max Saudek 35.10: Pilsen: Dr. Ed. ReckN 24.57; Prag: Verein Tüd. Beamten (2. Ra+e) 100.—: zusammen 159.67; bereits ausgew. 6435.—; zusammen K 6594.67. Mähren-Schlesien: B i e 1 i t z: Verein Hascha- •char 100.—; Gerstenfeld, Elsner, Karfiol. Rappaport, Körbel, S. Rapoaoort, Taskier. Matzner, Propper, Fromawitz, Messner, Kohn, Wechsberg, Rosenberg jr„ Bellak, Hoffner. Loinger. Haberfeld 121.—; Kleine Spenden 31.44; Göding: —.50; Troppau: 60.—; zusammen 312.94; bereits ausgewiesen 4298.S8; zusammen K 4611.32. * Für das hebräische Schulwerk: Iimerösterreicb: Wien: Sammlung ,.Kadimah“ im K. Z. V. II. Rate): a) STg. Hu"o Erber (Kadimah) in 'Klosterneuburg: Rob. Erber, Fisch, Dr. Robinsohn, Spitzer, Lirftschitz. S. Erber, Dr. Weiß ie 5.—: zus. 35.—: Div. 21.20: b) Slg. Rudolf Wozasek in Linz: 139.—; c) Slg. Mattatia 9.45; d) Diverse 20.—; zusammen 224.65; Jüd.-akad. Verbindung „Zephirah“ 40.—; Graz: Slg. Herma Feuerstein 120.—; zusammen 383.45: bereits ausgewiesen 7998.62; zusammen K 8382.07. Böhmen: Eger: Ahawoth Zion 150.—; Prag1: Zweite Rate des Reinerträgnisses der Palästinafeier 645.58; Zweite Rate der Verb. Barissia und Jordania 48.65; zusammen 694.23; bereits ausgew. 5740.80; zusammen K 6435,03. Mähren-Schlesien: Göding: Slg. 100.'—; Proßnitz: Slg. 76.90: zusammen 176.90; bereits ausgewiesen 3804.09; zusammen K 3980.99. Aufgebracht wurden bisher in Innerösterösterreich K 11.763.43; Böhmen K 13.029.70; Mähren-Schlesien K 8592.81; Gesamtsumme Kronen 33.385.94. Wien, II., Taborstr. 17 [Hirschenhaus] Telephon 39217. Stern Leop. (Rechtskonsulent der Wiener Ku'tusgemeinde*, der Haushalt der is.aelit. Kultusgemeinden nach dem geltenden österreichischen Rechte K 1.20 Antiquariat« Provinzversand. £23 ® ® Q £23 ES aus der Fabrik L. T. Piovatt Zentral-Verkauf: MAX LUSTIG, WIEN L, Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. Versand nach dem In- und Auslande. Solideste Bedienung. 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April spricht Herr Dr. Leo Goldhammer über Perez‘ volkstümliche Erzählungen. — Anfang halb 9 Uhr. — Ort: Cafe Pucher, I., Kohlmarkt 10. Gäste willkommen. Wien. (Jüd. Handlungsgehilfenverband, Ortsgruppe Wien, II., Taborstraße 11b.) Dienstag, den 21. d. M. findet im Vereinslokal eine Vorlesung des Schriftstellers Friedrich Porges statt. Eigene Dichtungen, Ernstes und Heiteres. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen! Wien. (Herzl-Klub.) Sonntag, den 19. d. M. Ausflug nach Greifenstein. Treffpunkt Stadtbahnstation Brigittabrücke, präzise 2 Uhr nachmittags. Gäste herzl. willkommen! Wien. (Herzl-Klub.) Mittwoch, den 22. d. M. präzise 8 Uhr abends, spricht Herr Dr. Georg Weiner über Theodor Herzl. Gäste herzlichst willkommen! Wien. (Zionistischer Geselligkeitsklub „Jugendbund“.) Dieser Verein teilt mit, daß er nunmehr sein definitives Klubheim im Wiener Konzerthaus (Holländersaal) hat, wohin alle Zuschriften zu richten sind. Der nächste Ktubabend im neuen Klubheim findet Samstag, den 18. April, halb 9 Uhr abends statt. Eintrittskarten für NichtmitgTieder — in beschränkter Zahl — 50 Heller. Vertreter zionistischer Korporationen sind höflichst eingeladen. Wien. (Zion.-akad. Orchester.) In der Mensa Academrca Judaica sind in letzter Zeit die Grundlagen eines allgemein-jüdischen Orchesters geschaffen worden. Wir erwarten von den Hochr schulstudierenden, daß sie uns in jeder Weise unterstützen werden. Mitwirkende werden jeden Sonntag vormittags ab 9 Uhr im Lokal der Mensa (IX., Lichtensteinstraße 23) ausgenommen und mögen schon bei dieser Gelegenheit ihre Instrumente mitbringen. Aufnahmegebühr 1 Krone, Monatsgebühr 30 Heller. Nichtakademiker können vorläufig nur Außerordentliche Mitglieder werden. Zuschriften an die Leitung des zion.-akad. Orchesters in Wien, IX., Porzellangasse 18/9 a. Wien. (Jüdischer Gesangsverein „Hakinor“.) Wir bringen hiemit höflich zur Kenntnis, daß unsere Gesangsproben am Dienstag, den 21. ds. wieder beginnen. Dieselben finden wie gewöhnlich im Industriellen-Cafe, I., Concordiaplatzt statt, woselbst auch Neuaufnahmen erfolgen. Wir bitten um pünktliches und bestimmtes Erscheinen. Eventuelle Zuschriften sind zu richten an Jacques Lampel, Wien, IX., Berggasse 20. Göding. (Jüd.-akad. Ferialverbindung „Gamala“.) Die am 13. d. M. stattgehabte Chargenwahl für das Sommersemester ergab folgendes Resultat: cand. chil. Ludwig Weiner (x), (x% dz. x; iur. Emil Teller (xxx), dz. xxFx; iur. Ludwig Soffer (xxx), dz. xxx. Meran. Eine Purimfeier, die erste, die in Meran gefeiert wurde, nahm unter Leitung der

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