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Jüdische Zeitung · 1914-04-17 · 16 (17.4.1914) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
16 (17.4.1914)
Date
1914-04-17
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 16 HMr Original englildier Gummimantel K 16.50 mitglieder von Verbindungen, Spor BSTouristen und Turnvereinen erhaben auf die auf jedem« SHkfc ersichHichen Preise eihervlOzfdeai Rabatt Frau Bermann einen glänzenden Verlauf. Die Solovorträge des Herrn Oberkantor Grünbaum, des Fräulein Grün und des Willy Bermann leiteten den-Abend ein, den ein Lustspiel abschloß. Die Darsteller Frau Dr. Zuckermann, Frau Berger, Fräulein Saldem, Fräulein Altmann, die Herren Grünbaum, Berger und Mohr, insbesondere aber der rührige Regisseur Lermer (Stadttheater Meran), seien lobend erwähnt — Nach der Feier der großen Vergangenheit bot uns der Lichtbildervortrag des Gg. Jakob Reich aus München ein bezauberndes Zukunftsbild. Die wohlgelungenen Bilder und die zu Herzen gehenden Worte des Redners hatten tiefgehende Wirkung und die N.-F.-Sammlung hatte ein überraschend schönes Resultat Die Damen Kirsch und Sternberg und Frau Dr. Zuckermann haben sich um das Gelingen des Abends sehr verdient femadih Daß die Kuratoren der Königswartertiftung all den vorgeschilderten Manifestationen jüdischen Geistes fernblieben, hat uns nicht gewundert, doch haben sie den Purim nach ihrer- Art “gefeiert indem Dr. Kämpf das „Asyl für' mittellose kranke Israeliten“, das von jüdischen Spenden für jüdische Kranke erhalten wird, für eine interkonfessionelle Anstalt erklärte, um dem Aufsichtsrecht des Kultuskomitees auszuweichen. — Lader müssen wir auch eine Trauerbotschaft verzeichnen. Unser erster Tempelvorstand Herr Berthold Kiesler, ein schlichter Mann von treuer Gesinnung, von dem unser junges Gemeinwesen viel erwarten durfte, ist plötzlich gestorben. Bei diesem Anlasse trat die unter Leitung des Herrn Dr. Goldstein neugegründete Chewrah Kadischa das erstemal in Aktion. — Gesinnungsgenosse Dr. A. Lustig, der ebenfalls das Amt des Tempelvorstehers versieht, war anläßlich seines 25jährigen Arztenjubiläums Gegenstand von großen Ehrungen. — Ein blauweißer Jugendbund ist im Bilden begriffen. Aufruf. G esinromgsgenossen! Schon lange wird der Mangel eines hebräischen Konversationsklubs in Wien empfunden insbesondere von denjenigen, die an einem hebräischen Kurse längere Zeit teilgenomhien haben, die, wenn sie auch beim Kurse größere Fortschritte gemacht haben, nachher alles vergessen, da es ihnen an Gelegenheit zur Konversation und Uebung in der hebräischen Sprache fehlt. Um diesem Mangel abzuhelfen, entschlossen sich die Unterzeichneten, an die Gründung eines hebräischen Konversationsklubs zu schreiten, welcher durch Vorträge, Diskussionen und Grammatikkurse seinen Mitgliedern Gelegenheit zur Einübung und Vervollkommnung in der hebräischen Sprache bieten soll. Es ergeht daher der Ruf an alle, die Interesse daran haben, sich Samstag, den 18. d'. präzise 1/28 Uhr abends im Katfe Adler, I., Schottenring 12, zu einer Besprechung einzufinden. Simon Picker J. Kettenbaum. Gisela K o h n Esther Berlin. Atelier-Ausstellung bei Lazar Krestin. Der bekannte Maler Lazar Krestin veranstaltet eine Ausstellung seiner Werke im Atelier, I., Concordiaplatz 5, in der Zeit vom 18. bis 27. April. Zutritt frei. Die Ausstellung umfaßt Bilder (und Studien ieiner Palästinareise, sowie aus Galizien, Porträts etc. Ueber die Arbeiten Krestins, der — selbst ein echter und treuer Sohn des jüdischen Volkes — wie schier kein zweiter Maler das jüdische Volk mit intimster Empfindung ungeschminkt zu (schildern weiß, hat sich die fachmännische Kritik anläßlich .vieler Künstlerhaus-Ausstellungen ausnahmslos lobend ausgesprochen. Der Kaiser hat dem Künstler, den er sich vorstellen ließ, sdne Anerkennung ausgesprochen. Dr. Arthur Ruppin: Zionistische Kolonisationspolitik. Bericht an den XI. Zionistenkongreß. 32 Seiten. Preis 30 Pf. Jüdischer Verlag, Berlin 1914. In dieser kleinen Schrift spricht ein Berufener über die Ziele der zionistischen Kolonisationspolitik in Palästina. Der Verfasser ist vor sechs Jahren nach Palästina gegangen, um das neu neugegründete Palästinaamt zu leiten. In diesem Amt ist die gesamte Kolonisationstätigkeit der zionistischen Organisation konzen+riert. Alle Transaktionen des jüdischen Nationalfonds, der bestimmt ist, Boden zu unveräußerlichen Gemeinbesitz des jüdischen Volkes zu erwerben, sowie der Pa’ästine Land Developement Comnany, der großen Landparzellierungsge«ellschaft, werden vom' Palästinaamt ausgeführt. Dies alles vollzieht sich nach Methoden, die sich Dr. Ruppin in langjähriger rastloser Tätigkeit ausgearbeitet hat, und die in der vorliegenden Broschüre ihren klaren übersichtlichen Ausdruck finden. Vor. sechs Jahren hat. es eine zionistische Kolonisationstätigkeit im Lande noch nicht gegeben. Es war die Zeit des tiefsten Pessimismus, sowohl auf Seiten der Organisation als auch auf Seiten der Kolonisation. Die administrative Tätigkeit der großen Organisationen, mit der man in den vorhergegangenen Jahren so üble Erfahrungen gemacht hatte, war verpönt. Alles erwartete man von der Privatinitiative. Ruppin setzt nun auseinander, daß die zielbewußte Tätigkeit der großen Körperschaften, also auch der zionistischen, noch nicht zu entbehren ist. Was aber die Privatinitiative betrifft, so müßte man erst Privaten die Möglichkeit des Erfolges nachweisen. Sein Programm faßt Ruppin folgendermaßen zusammen: Schaffung einiger landwirtschaftlicher Großbetriebe im Norden und Süden des Landes; ferner Schaffung großer Parzellierungsgesellschaften, und zwar einer für ländlichen und einer für städtischen Boden. Die Parzellierungsgesellschaften sollen den Privatkapitalisten Boden in solcher Form anbieten, daß er für sie unmittelbar verwendbar ist, und die Farmen sollen folgende Aufgaben erfüllen: 1 .Junge Leute, die sie als Arbeiter beschäftigen, landwirtschaftlich' ausbilden; 2. Durch genossenschaftliche Organisation der Arbeiter eine Auslese der Tüchtigsten herbeiführen; ren; 3. Eine Form des Betriebes zu finden suchen, die den besonderen Eigenschaften der Juden und den speziellen Erfordernissen der jüdischen Kolonisation angepaßt ist; 4. Sich zu Zentren reinen nationalen Lebens ausbilden; 5. Praktisch den Nachweis erbringen, daß, landwirtschaftliche Betriebe mit jüdischen Arbeitern durchaus möglich sind und so die Privatkapitalisten zur Nacheiferung anspornen. Ruppins Programm ist vom zionistischen Kongreß, der höchsten Instanz der Organisation, mit großem Beifall aufgenommen worden, und man muß es als die zionistische Kolonisationspolitik der Gegenwart bezeichnen. * Das jüdische interessante Blatt, welches seit einem halben Jahre in Lemberg erscheint, wurde von unseren Gg. Herren Dr. Nathan Czaczke und Heinrich Fast dem bisherigen Eigentümer Herrn J. Jaeger abgekauft. Die langjährige fachmäßige Tätigkeit unserer Gg. gibt die beste Garantie, daß das jüdische interessante Blatt eine Familienzeitung des jüdischen Hauses werden wird. Das reich illustrierte Blatt erscheint wöchentlich in jüdischer Sprache. Probenummer gratis und franko von der Administration, Lemberg-Passage Hausmann 5. Hirnen und Sport. Zehnjähriges Stiftungsfest des Jüdischen Turnvereines „Makkabi“, Graz. Heuer begeht der wackere Grazer Jüdische Turnverein sein zehnjähriges Stiftungsfest. Aus diesem Anlasse hat er eine hübsch ausgestattete Festschrift herausgegeben, die von dem Gedeihen des Vereines ein beredtes Zeugnis ablegt und die unter anderem interessante Beiträge von Dr. Otto Abel es („Jüdisches Turnen“), Abraham Beck („Judenturnen“), Sie°mund Leicht („Unser Ruf“) usw. enthält. Die Geschichte des Vereines besteht aus einem langsamen, aber steten Aufschwung. Im Herbst 1904 ist er als Turnsektion des Vereines „Zion“ gegründet worden, wenige Monate später entstand aus ihr der „Jüdische Turnverein“. Zwei Namen sind mit der Gründung des Vereines innig verknüpft: Bernhard Neumann, damaliger Obmann des Zion-Vereines und Dr. Siegmund Leicht (je*zt Mährisch-Ostrauj. Im Mai 1907, beim dritten Jüdischen Turatag in Wien, beteiligte sich zum erstenmale der Grazer Turnverein durch Entsendung einer eigenen Riege am jüdischen Wett- .turnen. Seither nahm der Verein an dem Wiener Kongreßschauturnen und an den beiden Kreisschauturnen des Westösterreichischen Kreises der Jüdischen Turnerschaft aktiv teil. Dem allgemeinen Zuge der Zeit entsprechend räumten die Grazer jüdischen Turner in -.den letzten Jahren dem volkstümlichen Turnen sowie dem Sporte einen größeren Raum1 ein. Und als die hebräische Kommandosprache Beschluß des Kreises wurde, da war der jüdische Turnverein zu Graz der ersten einer, der ihn zur Ausführung brachte. Bis 1910 wirkte als Turnleiter Windecker, seither liegt die turnerische Leitung Karl Einfalt ob. — Stolz steht nun der „Makkabi“ da. Die der Festschrift beigelegte Aufnahme zeigt uns die Damen — und Mädchenriegen in ihrer schmucken blaüweißen Tracht, die Männerabteilung, die Mittelschülerriegen und die Kleinen und Kleinsten — unsere Hoffnung. Wir rufen (dem wackeren „Makkabi“ zu seinem zehnjährigen Stiftungsfeste ein kräftiges „Hedad“ zu! — Wir werden über das Stiftungsfest ausführlich berichten. Jüdische Bühne. DIREKTION: M. SIEGLER. Hotel Stefanie, Wien, II., Taborstraße 12. Sonntag, den 19. April: „Die jüdische N e s c h u n e“, Lebensbild in vier Aufzügen von J. Gerdin. — Dienstag, den 21. April: „Kibed Ow“ („Das fünfte Gebot“); Lebensbild in vier Aufzügen von Lateiner, Das Reinerträgnis dieser Vorstellung ist zur Gründung einer rituellen Tee-, Kaffee- und Milchtrinkhalle für arme Juden bestimmt. Karten sind zu haben bei den Herren : J. Siegl, II., Taborstraße 21 a; Dr. B. Ebner, 1., Franz. Josefs-Kai 19; D. Uricli, Zahntechniker, 11., Taborstraße 21; Jakob Pinkas, Restaurateur, Hotel Newyork; Cafe Weiß, II., Taborstraße Nr. 25 und im XX. Bezirk bei Herrn Max Gleich, Cafe Neptun. — Mittwoch, den 22. April: „M a r k A r 11 s t e i n - /. b 2 n d“. Vorlesung von Mark Arnstein. Samstag, den 18. April findet im Souterrainlokal des Caf6 City, IX., Porzellangasse Nr. 1, um halb 9 Uhr abends ein Vortrag des Herrn Dr. Emil Stein über Oie Judennot und ihre Lösung in Palästina statt, — Entree frei, — Gäste, besonders Damen, Herzlichst willkommen. Histadruth Ibrith. Soeben erschienen: Ppotoholl Ses» hebräistien Konferenz in Wien. (hebr.) Enthält ausführliche Sitzungsberichte, Referate von Epstein, Frischmann, Bialik, Katzenelensohn Klausner. Sch. Lewin :~21oiopolsky, Tschernowitz, Mossinsohn. Rabb Vasch. Yellin, Kaplan, Sokolow u. a. Preis AL 1.20, Porto 15 Pf. Zu bezieh' n durch: Zentralbureau der „Histadruth Ibrith“, Berlin — Charlottenburg, Kuesebeckstraße 80—81.

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