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Jüdische Zeitung · 1914-04-10 · 15 (10.4.1914) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
15 (10.4.1914)
Date
1914-04-10
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 15 JÜDISCHE ZEITUNG Seite § Prerau. Der jüdische Mädchenverein veranstaltete am 5. 'd. M. im Vereine mit der jüd.- akäd. Verbindung „Massada“ einen Kommers mit anschließender Akademie und Tanz. Um das Gelingen dieses Festes hat sich besonders verdient gemacht Herr Kreisobmann Dr. J. H. Körner durch seine vortreffliche Leitung und um das; mit großem Beifall aufgenommene Programm Frau Dr. Tausky, Frl. Grün, Herr Fleischer und Herr Donath. Die Tendenzrede hielt A.r H. D. A. Löw. Das beträchtliche Reinerträgnis fällt zionistischen Zwecken zu. ( Prerau. Die Chargenwahl der jüd.-akadem. Ferialverbindung „Massada“ für das Sommersemester 1914 ergab folgendes Resultat: JUC. Fritz Heim1 x, MUC. Julius Marmorstein xxFx, JUC. Willy Knöpfelmacher xxx. Bielitz. Unter dem Namen einer „Pessachfeier“ fand Sonntag eine vom Bürgerverein Haschachar und den anderen .zionistischen Vereinen veranstaltete Unterhaltung unier zahlreicher Beteiligung aller jüdischer Kreise in Bielitz statt. Mit großer Begeisterung wurden die in hebräischer Sprache gehaltenen Gesangs- und Deklamationsvorträge aufgenommen. Besonderen Dank für seine aufopfernde Arbeit als Leiter dieser Vorträge gebührt Herrn Rosenberg. Ferner stellten sich hervorragende Kunstkräfte vom hiesigen Stadttheater in uneigennütziger Weise in den Dienst .der guten Sache und brachten zum größten Teile jüdische Piecen gediegen zum Vortrag. Ein Tanzkränzchen mit Tombola beschloß den Abend, welcher einen großen materiellen und moralischen Erfolg zeitigte. Der Reingewinn fließt dem hebräischen Schulwerke zu. — Bielitz. Der zionistische Jugendklub Bielitz- 'Biala, der vor zwei Jahren hauptsächlich zur Pflege des Sportes und der zionistischen Arbeit in jüdischen Jugendkreisen gegründet worden \var, hielt am 31. März d. J. seine Generalversammlung ab. Obmann Herr Artur Rabinowitz konSatierte in seinem Berichte, daß den Wünschen . der Mitglieder in sportlicher, wie auch in geistig zionistischer Richtung hin nach Möglichkeit entsprochen wurde, was auch die starke Beteiligung der Mitglieder an der Fußball- und Skisektion, sowie der Beitritt eines großen Teiles der Mitglieder zum hiesigen jüdischen Turnverein zeigte, in welch letzteren Verein bereits einige Jugendklubmitglieder im Ausschuß leitende Stellen einnehmen. Die geistig zionistische Bildung wurde durch Abhalten von Vorträgen allgemeinen und aktuellen Inhaltes gefördert und es gelang auch, Herrn Dr. Levin zu einem. Vortrag bei uns zu gewinnen. Bei d.er erfolgten: Neuwahl wurde Herr Dr. Asqhermann als Präsident und die Herren Artur Rabinowitz, Leo Tisch,, Nichtenhauser, Kohn, Dr. Feldstein, Feiper, Steiner in den Ausschuß gewählt. Proßnitz. Unser Verein hielt am 2. d. M. im, Jüdischen Kasino seine 17. Generalversammlunjg unter Vorsitz des Obmannes Gg. Julius Neumann ab. Sie war zum Unterschied von früheren Jahren sehr gut besucht. Dem Rechenschaftsbericht entnehmen wir, daß im abgelaufenen Vereinsjahre über 30 Vorträge stattgefunden haben. Hervorzuheben ist ein Zyklus von 7 .Vorträgen des Gg. Herrn Rabbiner Dr. Goldschmied über „Jüdische Literatur und Geschichte“. Der N.-F. hatte ein Ergebnis von K . 4700 aufzuweisen, was einer Durchschnittsziffer per Kopf der jüdischen Gemeinde von K 3.— entspricht. Es wurden zwei Jemenitenhäusergestiftet, außerdem wurden vier Eintragungen ins „Goldene Buch“ vollzogen. Dem Verein ist ein Shareklub angegliedert, welcher 19 Aktien der P. L. D. C. ’angekauft hat. Auch dem Zentralfond wurden namhafte Beiträge zugeführt. Zu erwähnen ist noch die Gründung einer jüdischen Volksbibliothek, welche nach kaum halbjährigem Bestände bereits über 400 Werke ‘umfaßt. Bei den vorgenommenen Wahlen in den Vorstand des Vereines wurden wieder gewählt’: Gg. Julius Neu mann zum Vorsitzenden, Siegfried P o 11 a k zu dessen Stellvertreter, Leo Beer und cand. jur. Max Sbbrow it z; neu gewählt die Gg. Rudolf Berger, Bernhard Rudörf er und Salomon S t e c k 1 e r. — Im Laufe des heurigen Vereinsjahres fanden die Neuwahlen in die Kultusgemeindevertretung statt, bei welcher 11 Vertrauensmänner der jüdischnatiönalen Partei gewählt wurden. — Zum XI: Kongreß in Wien hatten wir zwei Mandate, welche von den Herren Dr. Viktor Altar und Julius N e u m a n n bekleidet wurden. Bei den großen Festen aus Anlaß des Kongresses waren in Wien zirka 130 Gesinnungsgenossen aus Proßnitz anwesend. Troppau. Auf die zu Ende gehende Wintersaison können wir mit Befriedigung zurückblicken. Sie brachte uns frohe Arbeit und erfreulichen Erfolg. Die Arbeit war in erster Reihe unsere gewohnte „Kleinarbeit“, das gewissenhafte Behandeln von allem, was „uns der Tag bringt“. Heuer brachte uns das große Erlebnis des Kampfes für die hebräische Sprache in Palästina Arbeit in Fülle. Wir haben die Größe des Momentes voll erfaßt und waren bestrebt durch Wort und Schrift unsere Auffassung in alle jüdischen Kreise unserer Stadt zu tragen. Vorerst geschah es durch das zündende- Wort Dr. Schemarja Levins, den, der Einladung des „Jeschurun“ folgeleistend, so viele von uns in Mähr.-Ostrau hörten, als sonst zu Vorträgen in Troppau selbst zu kommen pflegen. In Troppau selbst sprach Gg. Dr. Friedmann über den Kampf um die hebräische Sprache und überdies wurden die Veröffentlichungen des E. A. C. allen Gg. und auch vielen Anderen zugesandt. Auch die Vorführung des Films , „Das jüdische Leben in Palästina“ in zwei Kinovorstellungen hat gewiß dazu beigetragen, daß der Erfolg unserer Aktion für das Schulwerk ein so glänzender, uns selbst überraschender, war. 2230 Kronen wurden für diesen Zweck bisher an Beiträgen gezeichnet. Die Befürchtung, daß die Sammlung für den Z.-F. dem N.-F. schaden werde, hat sich wie überall, auch bei uns als grundlos erwiesen, denn unsere diesjährigen N.-F.- Eingänge übertreffen die vorjährigen beträchtlich. Daß dies auch fernerhin geschehen soll, dafür zu sorgen verpflichtet uns nebst unserer Gesinnung auch unsere Dankbarkeit für den unermüdlichen, opferfreudigen Organisator und Leiter der N.-F .-Sammelstelle für Oesterreich Dr. Emil Stein, Wien. Samstag, den 4. April d. J. sprach er bei uns über das von uns gewählte Thema: ,Wie werden unsere Nationalfondsspenden verwendet?“ Sein überaus fesselnder unci informativer Vortrag gewann die Herzen aller Zuhörer für den N.-F. und — Dr. Stein. Seinen bisherigen Freunden, den Arbeitern für den N.-F. in Troppau und Umgebung, widmete er am Sonntag, den 5. d. M. den Vormittag und einen Teil des Nachmittages. Wir ‘trugen Ihm unsere Wünsche, Beschwerden und Anregungen vor und freuten uns der vollsten Uebereinstimmung unserer Ansichten. Wir hoffen, daß die Reise Dr. Steins beitragen wird, zur Erreichung der nächsten Station auf dem Siegeszuge des N.-F., der zweiten Million an Jahreseingängen! ' Dr. F. Notizen. Die neue Anleihe. (Das Ergebnis der Subskription:) Dienstag mittags wurde die Subskription auf die österreichischen Schatzanweisungen geschlossen. Das Ergebnis ist hinter den Erwartungen nicht zurückgeblieben. Bereits im Laufe des Nachmittags wußte man, daß die Anleihe mehrfach überzeichnet worden war.. Besonders lebhaft war auch .die Beteiligung bei den Postämtern, die ja gleichfalls als Zeichenstellen fungierten. Fortgesetzt liefen bei der Postsparkasse die Meldungen -der Provinzinstitute ein, die von einem günstigen Resultat zu berichten wußten. Das Endergebnis wurde erst in später Nachtstunde verlautbart. Wir veröffentlichen in nachfolgendem das uns hierüber zugekommene offizielle Communique: „Die Dienstag geschlossene Subskription auf die neuen Schatzanweisungen hat sowohl im Inlande einen sehr günstigen Erfolg gehabt und ist die Anleihe nach den bisherigen Anmeldungen mehrfach überzeichnet. Die Zeichnungen in Sperrstücken sind derart zahlreich, daß auf freie Stücke keine oder doch nur eine sehr geringe Verteilung möglich sein dürfte. In der für heute anberaumten Sitzung des Komitees wird hierüber Beschluß gefaßt werden. Nicht minder lebhaft als im Inland war auch die Beteiligung des Auslandes. In London wurde die Subskription, wie bereits gemeldet, schon vorgestern geschlossen, da der aufgelegte Betrag von zwei Millionen Pflund Sterling stark überzeichnet war. Aus Berlin wird gemeldet: Die Subskription auf die neue österreichische 4>/äprozentige steuerfreie amortisable Staatsschatzanleihe im Betrage von 396,600.000 Kronen 337,110.000 Mark ist wegen starker Ueberzeichnung gestern vormittag geschlossen worden. Nicht minder günstig war das Ergebnis in Italien. Eine Depesche aus Rom besagt: Aus ganz Italien wird ein günstiges Resultat des Verkaufes der österreichischen Schatzscheine telegraphisch gemeldet. Die Nachfrage war äußerst lebhaft und überstieg ungefähr das Dreifache der für Italien in Aussicht genommenen Zuteilung. * Wiener Bank-Verein. In der Generalversammlung vom 3. April 1914 wurde die Erhöhung des Aktienkapitales von K 130,000.000.— auf K 150,000.000.— durch Ausgabe von 50.000 Stück neuen Aktien zu K 400.— Nominale beschlossen. Auf Grund dieses Beschlusses hat der Administrationsrat 24.000 Stück neue Aktien fest begeben und räumt den derzeitigen Aktionären auf die restlichen 26.000 Stück das Bezugsrecht zum Preise von K 500.— für jede neue Aktie, zuzüglich 5 Prozent Zinsen von diesem Betrage ab 1, Januar 1914 in der Weise ein, daß auf je 25 alte Aktien 2 neue Aktien entfallen. Die Anmeldung des Bezugsrechtes hat hat bei sonstigem Verluste desselben in der Zeit vom 4. April bis einschließlich 14. April 1914 in Wien bei der Effektenabteilung des Wiener Bank-Verein, bei sämtlichen Zweigniederlassungen desselben und bei einigen befreundeten Banken im Auslande zu erfolgen. * Geschmack und Solidität sind anerkannte Attribute der Humanic-Schuhe. Dieselben vereinigen in sich tadellose Eleganz mit außerordentlicher Dauerhaftigkeit bei populären Preisen . Die neuen Humanic-Frühjahrsmodelle sind für die letzte Schuhmode tonangebend und bieten dem vielseitigsten und verwöhntesten Geschmack reichste Auswahlmöglichkeit. Jüftisdie Bühne. DIREKTION: M. SIEGLER. Hotel Stefanie, Wien, II., Taborstraße 12. Sonntag, den 12. April, nachmittags halb 4 Uhr: „D er Schneider als Gemeinder a t“, Komödie in vier Aufzügen von M. Richter. — Sonntag, den 12. April, 8 Uhr abends: zum erstenmale: „K i b e d O w“ oder „Das 5. Gebot“. — Montag, den 13. April: „K i b e d Ow“ oder „Das 5. Gebot“. — Mittwoch, den 15. April: „Ruchei Degel, Mach ne Schid e“, Operette in vier Aufzügen von Scharkansky. Oiste Ser Deberläufer. Therese Stranitz, 25. Jänner 1898, Nikolsburg, ledig, Hilfsarbeiterin, XX., Universumstraße Nr. 34. — Bertha König, 26. März 1889, Groß- Harren, ledig, III., Kleistgasse Nr. 13. — ida Fischer, 7. März 1900, Wien, Dienstmagd, röm.- kath., Boretin. — Fritz Weinberger, 11. Oktober 1887, Wien, ledig, Privatbeamter, XIX., Gymnasiumstraße Nr. 68. — Josef Prief, 18. Mai 4886, Leipnik, verheiratet, Friseurgehilfe, V., Hofgasse Nr. 3. — Friederike Abeies, 31. März 18S9, Wien, ledig, Private, VL, Liniengasse 16. — Leander Kornfeld, 29. März 1887, Wien, verheiratet, Bürodiener, XX., Heinzeimanngasse 8. — Rose Kornfeld, geb. Back, 30. Jänner 1878, Wien, verheiratet, XX., Heinzeimanngasse 8. — Leopoldine Fischt, 15. November 1S78, Wien, ledig. Private, I., Morzinplatz 4. — Gustav Glücksmann, 25. März 1879, Wien, ledig, k. u. k. Oberleutnant, IX., Schwarzspanierstraße 20. — Dr. med. Heinrich Herschmaim, 2. März 1889, Brünn, ledig, IX., Mariannengasse 2. — Ella Gtauber, 15. September 1876, Teschen, ledig, Private, VIII., Breitenfeldergasse 17. — Chane Fuchs, 27. Juni 1891, Czortkow, ledig, Private, XX., Rauscherstraße 7. — Nina Wagner, geb. Herze!, 30. Juli 1873, Wien, geschieden, Private, V., Rechte Wienzeile 75. — Regina Weiszfeld, 17. Jänner 1900, Wien, laut Zuschrift der k. k. Bezirks-Hauptmannschaft Oberhollabrunn. Parteinachrichten. Die piiotographisdieo flteüos J. 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