Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 14 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 14 Vortrag schlossen sich ' Rezitationen Halevischer ‘ Gedichte der Herren Simon Advokat, Maximilian Weinberger und Viktor Saß, die einen sehr guten Eindruck auf die Zuhörer machten. Der Termin des nächsten in diesem Zyklus stattfindenden ’ Vortrages wird demnächst bekanntgegeben. Wien. (Herzl-Klub.) Mittwoch, den-8. April d. J. spricht in-unserem Vereinslokal, II.,' Leoi poldsgasse 31, Tür 61, Herr Oberingenieur Robert Stricker über ein aktuelles Thema. Nach- ■■ her Diskussion. Beginn präzise i/49 Uhr abends.; Gäste herzlichst willkommen! Wien. (Zionistischer Mädchenverein „Moriah“.) Sonntag, den 5. April d. J. um 5 Uhr ' nachmittags findet im Roseggersaal (Dom- Cafe). I., Liliengasse 1, ein Fife o’dock tea mit anschließendem' Tanz statt. Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen herzlichst um ihr Erscheinen. Wien. (I, Wiener, zionistischer Frauenverein.) Mittwoch, den 15 April, 5 Uhr nachmittags, findet im Cafe City.. Mezzanin, .ein Vortrag Sn. 'Ehrwürden, des Herrn Rabbiner Dr. Feuditwang über das Thema: „Strömungen im modernen ".Judentum“ statt. Gäste willkommen. Wien. (Jüdische Toynbeelialle. XX., Othmargässe 46.) Schlußabend. Samstag, den 4. April Rezitation. Streichquartett Zerr.er. Frau Raja Barber-Waldberg (Gesang). Schwestern Goldner (Klavier und Violine). Schlußrede: Prof. Dr. Wilhelm Roth. Wien. (Herzl-Klub.) Samstag, den 4. April 1914 um präzise 8 Uhr abends in der „Jüdischen Bühne“ (Hotel Stephanie), 11., Taborstraße 12, Theaterabend mit vorangehenden Kabarettvorträgen und nachfolgendem Tanzkränzchen. Zur Aufführung gelangen vom Ensemble der „Jüd. . Bühne“ in jüdischer Sprache: „Zirickgekimmen“ von Schalom Asch. Von erstklassigen Dilettanten in deutscher Sprache: „Im Speisewagen“ von Dr. Theodor Herzl. „Der getaufte Enkel“ von Beda. Karten ä K 3.—, 2.20, 1.60, und 1.— sind zu haben bei allen Mitgliedern des „Herzl- Klub“, in der Redaktion der „Jüdischen Zeitung“, II., Karmeliterplatz und im Cafe „Marieribrücke“, I., Ecke Rotenturmstraße und Franz Josefs-Kai. Wien. (Zion. Verband ehern. Hochschüler.) Mittwoch, den 8. April hält Frau Erna Patak einen Vortrag über ihre Reiseindrücke in Palästina. Mittwoch, den 15. April spricht Herr Dr. Max Jerusalem über die Arbeitsteilung im ärztlichen Berufe. Mittwoch, den 22. April liest Herr Ing. Fedor Ackermann aus dem jüdischen Almanach. Alle Vorträge im Kafe Pucher, I., Kolilmarkt 10. Beginn stets um i/>9 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. (Zionistisches Jugendseminar der „Wie-. ner Zionistischen Vereinigung“.) Bb. Geza Fisch „Der VI. Kongreß und das Auftreten des Terri- .torialismus“. Lokal: Jüd. Handlungsgehilfenver band, II., Taborstraße 11 b. Zeit: Samstag), 5 Uhi nachmittags. Jugendliche Gäste willkommen. Wien. Die „Wiener Zionistische Vereinigung“ hat am 24. März das 3. zionistische Jugendseminar eröffnet, das Bb Korn leitet. Im Rahmen desselben werden. jeden Dienstag, um Vö Uhr , nachmittags, im Lpkale des Jüd. Handhmgsgehilfenverbandes, Il.r Tabbrstraße TI be folgende Themen behandelt: -L--Die jüdische Rasse; 2. Die geistige und wirtschaftliche Lage-~der Juden; 3. Lösungsversüche der."Judenfrage; 4. Die Grundlagen des Zionismus. 5. Geschichte des Zionismus. 6. Strömungen im, Zionismus- 7. Jüdische Kolonisation in. Palästina. •8". , Die . Aufgai ben der . Jugend im Zionismus.— Jugendliche Gäste willkommen! Wien. Der Vorstand des Jüdischen Vereines „Einheit“ gibt* hiemit bekannt,. daß wie alljährlich, auch heuer in den Speisehallen des Vereines der Seder in feierlicher Weise begangen wird und stehen 5 Säle zur Verfügung. Anmeldungen hiefür werden im Bureau des Vereines, .IJ., Malzgasse 12 entgegengenommen. Wien. (Zionistischer Geselligkeitsklub „Jugend-Bund“.) Am Sonntag, den 29. März 1914 veranstaltete der Verein - im Cafe Adlon einen five o’clock tea tnit anschließendem Tanz. Dank .dem unermüdlichen Fleiß des jungen rasch aufstrebenden Vereines, ist diese, seine zweite Veranstaltung in jeder Beziehung überaus geglückt. .Unter den gediegenen Programmnummern die dem Tanz vorangingen und vor allem die humoristischen Vorträge des genialen Künstlers G. G. Herrn Maximilian Fuchs zu nennen. Nicht minderen Beifall ernteten die Klaviervorträge des Fräuleins G. G. Edith Kaerpel. Hochbefriedigt verließen die zahlreichen Gäste zu vorgerückter Stunde die Stätte einer guten Unterhaltung. — Die dieswöchige Klubsitzung entfällt. Sonntag, den 5. April findet ein Ausflug statt. Zeit und Treffpunkt wrerden den Mitgliedern rechtzeitig bekanntgegeben oder sind in der Jüd. Zeitung zu erfragen. Gäste willkommen. Sadagdra. (Jüd. nat. akad. Verbindung ..Makkabäa“.) Die Chargenwahlen für das laufende (Sommer)-Semester ergaben folgendes Resu'+at: jur. Nathan Luttinger (x), jur. Leo Bruckenthal (xx), jur Sinai Burger (xxx). Wien. (Zion. Verband ehern.: Hochschüler.) Am 25. - März hielt Herr Architekt Josef Laszkowitz einen Vortrag über den Stand des jüdischen Handwerkes in Galizien. Der Tenor die- . ses Vortrages klang in dem Rufe nach Handwerker-Mittelschulen aus, die vor allem dazu geeignet wären, dem immer fortschreitendem Verfalle des jüdischen Handwerkers in Galizien zu steuern. Der Referent setzte sich umsomehr für die Erhaltung des jüdischen Handwerkes ein, als er darin einerseits das Reservoir für die Handwrerker in unseren Kolonien, und andererseits die Verminderung des jüdischen Geistes-Proletariates erblickt. * Linz. Der Mädchenbund „Esther“ und die jüdischen Mittelschüler veranstalteten am 22. d. M. eine Purimfeier, die einen sehr gelungenen Verlauf nahm. Frl. Sissy Freund hielt die Begrüßungsansprache, in der sie in kurzen Worten das Grundproblem des jüdischen Nationalgedankens darlegte. Von den Mitwirkenden heben wir insbesondere hervor: Frl. Jenny Eibuschitz, Robert Herzhaft, Frl. Emmy Klauber und Heinrich Heller. Auch das jüdische Chorlied von den „zehn Brüdern“ fand reichen Anklang. Die Höhepunkte des Abends bildeten aber die beiden Theaterstücke, deren Regie Frl. Hedy Freund und Herr Mediziner Paul Gerstl, auf das trefflichste besorgten. Herr Gerst hatte ein Purimspiel verfaßt, bei dem er das Esthermotiv in origineller Weise;in das! (moderne Leben übertrug. Laute Heiterkeit erregte Bedas Satire „Die Frau Hofrat“; das Spiel des Frl. Paula Sclnvager und der drei oben genannten Herren war köstlich. Den Schluß bildete ein improvisiertes fröhliches Tanzkränzchen. Die Hälfte des Reingewinnes fällt dem Armeninstitut der isr. Kultusgemeinde, die andere dem hebr. Schulwerk in Palästina zu. In einer Ecke des Saales war ein Verkaufsstand von Artikeln des Jüd. Nationalfonds errichtet, für den so auch ein Scherflein einging. Brünn. (Kartell jüdisch akademische Rede- und Lesehallen Oesterreichs.) Am 19. März fand in Brünn die erste Delegiertentagung statt, bei der die Präsidien der drei Hallen (Brünn, Prag, Wien) anwesend waren. Den Verhandlungen lagen die Referate „Die Aufgabe des Kartells“ (cand. ehern. Akhva Büchner, Wien) und „Erziehungsarbeit der Hallen“ zu Grunde. Nach eingehender Aussprache wurde folgende Resolution angenommen (JUC. Moritz Grzvl, Prag): Der Kartelltag konstatiert einen der Hauptsache nach gleichen Charakter der Hallen. Die wesentliche Aufgabe der Hallen zielt dahin, eine Verjüdischung des Wesens der Mitglieder herbeizuführen. Die Mittel hiezu sind intensive Arbeit in jüdischer Geschichte, Literatur, umfassende Informationen .über die das Judentum beherrschenden Strömungen. An dieser Arbeit teilzunehmen werden die Mitglieder bei der Aufnahme hausordnungsgemäß verpflichtet. In jeder Halle besteht eine zionistische Sektion, die der zionistischen Organisation angegliedert ist. — Oie weitere Besprechung bezog sich namentlich auf Vorarbeiten für die durch das Kartell zu begründende Zeitschrift: „Der jüdische Student.“ Trebitsch. Sonntag, den 29. März 1914 folgte H. Dr. Alb. Sdhönhof, Kreisobmann aus Brünn, der Einladung unseres Jüd. Volksvereines und hielt, freundlichst begrüßt, seinen Vortrag über „Die Zukunft des Judentums“. Herr Dr. Schön- -hof gjng von den: falschen, nichtjüdischen Quellen (Neue freie Presse etc.) aus, die das Urteil der Juden über das Judentum beeinflussen, und entwickelte aus der wirtschaftlichen und moralischen Judennot in fesselnder,, begeisternder Weise das Programm des Zionismus und dessen Erfüllung als Lösung der Judenfrage „Sicherung der. jüd. Zukunft“. Besonders eingehend befaßte er sich mit dem neuen Leben in Palästina und fand treffliche Worte für das hebr. Schulwerk. Frenetischer Beifall des zahlreichen Publikums, unter dem in dankenswerter Weise besonders viele Damen vertreten wraren, lohnte die meisterhaften Ausführungen des gewiegten Redners. Hoffentlich erwachsen hiedurch dem jüd. Volksvereine neue Mitglieder der zion. Idee neue überzeugte Anhänger. Karlsbad. Samstag, den 28. März sprach in öffentlicher Versammlung des „Zion“ das Mitglied des westösterr. Zentralkomitees Gg. Dr. Emil Stein aus Wien, der seinen über Sonntag ausgedehnten Aufenthalt zu Konferenzen mit den Karlsbadern Gg. benützte. Es resultierte eine teilweise Reorganisation des N. F. Arbeit und die Festlegung eines Arbeitsplanes für die bevorstehende Scheckeisammlung und die Sommeragitation. Nach den besprochenen Maßnahmen dürfte diese in dem von Juden stark besuchten Kurorte für die kommende Saison besonders nachhaltig wrirken. Jüdischer Gesangverein „Hakinor“. Am 5. März fand im Indusitriellen-Kaffee die konstituierende Versammlung des Gesangs- Vereines statt. Herr Prof. Artur Wolf, der die Erschienenen herzlich begrüßte, konnte in seiner Rede darauf liinweisen, daß der Gesang- Verein in der jüdischen Bevölkerung großes! Interesse erweckt hat und bereits 80 Mitglieder zählt. Er dankte u. a. den Herren' Schön, Deutsch, Baar, Lampel, und dem1 Anreger des; Vereines, Herrn Oberkantor Margulies, die sich fleißig für diesen Verein betätigten. Herr Fritz Baar, der darauf das Wort ergriff, wies darauf hin, daß auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens schon die jüdische Renaissance-Bewegung Fuß gefaßt habe. Nur auf dem Gebiete des Chorgesanges haben wir bis nun ganz Unbedeutendes erzielt, trotzdem eigentlich' der Gesang bei den alten Juden stets gepflegt w'urde und sie in allen Lebenslagen begleitete. Sie mißten den Gesang flicht im Tempel, nicht bei freudigen Anlässen und auch im' Unglück ertönten ihre „Kinoths“. Herr Erwin Sch öd verlas hierauf die Statuten, die nach einigen kleinen Aenderungen angenommen wurden und bereits eingereicht sind. Hierauf wurden folgende Herren in die provisorische Leitung gewählt: Prof. Artur Wolf, cand. ing. Erwin Schön, cand. ing. Fritz Baar, Fabrikant Deutsch, Privatbeamter Jacques Lampel, MUC. Leo Neuberger, Bankbeamter Oskar Burian, Oberkantor Margulies, cand. ing. Poch'er, cand. ehern. Bruno Elsner und Privatbeamter Rosner. Nach einigen Dankesworten seitens des Herrn Neuberger an Herrn Prof. Wolf, der unermüdlich und in aufopfernder Weise für den Verein tätig ist, versicherte er ihm das Vertrauen der Mitglieder, /die; sich glücklich schätzen, einen so tüchtigen und bedeutendein Leiter und Komponisten an der Spitze ihres Vereines zu sehen. Personalnadiridileii. Dr. Arnold Friedmann Julie Friedmann geb. Grünberg Vermählte. Sonntag, den 5. April d. J., halb 3 Uhr nachmittags, findet im Israeli Tempel, II., Tempelgasse, die Trauung unsieres Gg. Heinrich Teit elbaum mit Fräulein Annie K a t z statt. Notizen. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Ein Sprichwort, das sich in der Ernährungsfrage des Säuglings am meisten bewahrheitet, denn durch den geringsten Fehler in der Ernährung des Kindes wird dessen Leben aufs Spiel gesetzt. Eine gewissienhafte Mutter gibt daher ihrem Liebling nur eine altbekannte, verläßliche Nahrung, wie z. B. Nestle's Kindermehl, das alle Kinder gerne nehmen, vorzüglich vertragen und verdauen. — Probedose vollkommen gratis durch Henri Nestle, Wien, I., Biberstraße 1. Das Sport- und Militär-Ausrüstungs-Haus Ludwig Lazar, Wien, IX., Kolingasse 13 und Lichtensteinstraße 6, bringt zur jetzt beginnenden Gummimäntel-Saison, als Vertreter einer der größten Londoner Spezialfirmen in dieser Branche, einen ganz neuen Gumfni-Battist-Mantel in den Handel, der infolge seiner außergewöhnlichen Leichtigkeit und enormen Billigkeit, bereits bestens eingeführt ist. Dieser Mantel, der durch seine Preiswürdigkeit Aufsehen erregt, ist trotz fortwährender Sendung ab England fast immer ausverkauft und empfiehlt es sich. daher, die Anschaffung eines solchen Mantels raschmöglichst vorzunehmen. JflSische Bühne. DIREKTION: M. SIEGLER. Hotel Stefanie, Wien, II., Taborstraße 12. Freitag, den 3. April: „Die Jesojme“, Drama in vier Aufzügen von J. Gordin, Auftreten des Frl. Gorskaja. — Samstag, den 4. April: Herzl-Klub: 1. „Zirickgekimmen“ von Schalom Asch; 2. „Im Speisewagen“ von Theodor Herzl; 3. „Der getaufte Enk e 1“ von Beda. — Sonntag, den 5. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Die Straßenkinder“. — Sonntag, den 5. April, 8 Uhr abends: „Die Seder nacht“. — Bis Sonntag, den 12. April geschlossen. — Sonntag, den 12. April, „Der eiserne Mann“ von M. Richter. Eiste der lleberläuler. August Neuhut, 30. Juli 1890, Wien, ledig, Paris, 7 Rue Saint Georges. — Fritz Jokl, 17. Dezember 1889, Wien, ledig, Privatbeamter, I., Franz Josefskai 1. — Miklos Steiner, 19. März 1899, Budapest, ledig, Lehrling, VIII., Pfeilgasse 48. — Felix Narden, 13. Juni 1896, Trient, VI., Getreidemarkt 17. — Marie Feigel, 10. Oktober 1872, Budapest, ledig, Krawattenerzeugerin, XVI., Ottakringerstraße 57. — Ignatz Tagleicht, 14. Juni 1840, Kula, verwitwet, Fabriksdirektor, III., Kegelgasse 21. — Elsa Perl, 16. Juni 1883, Wien, verheiratet,- Private, II., Praterstraße 34. — Viktor Braun, 17. Dezember 1880, Rajecz, verheiratet, IX., Währingerstraße 20,