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Jüdische Zeitung · 1914-04-03 · 14 (3.4.1914) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
14 (3.4.1914)
Date
1914-04-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 14; die .jüdische Oeffentlidhkieit für sie ai-jgeiimhen. Es handelte sich in der Hauptsache darum, das Stanfmesgefühl der Falasdias zu stärken, sie in ihrem Judentum zu befestigen und dem jüdischen Volk mit festen Banden anzugliedem. Dies" kannnur durch Gründung von guten jüdischen Schulen und Vermittlung der jüdischen Kultur ge-: schien. Die Falasdhas erwarten sehnsüchtig' die Hilfe ihrer europäischen Brüder, ihr sehnlichster1 Wunsch ist, das Judentum und seine Sprachekennen zu lernen. Zu diesem Zweck hat Dr. FarÜdwitsch eine kleine Schule im Innern Abessiniens, in der Provinz Demba, gegründet, der einer der in Florenz und Jerusalem erzogenen Falasdhas, Jeremias Ghettie, vorsteht; weit wesentlicher ist aber die Erziehung von geeigneten Lehrern innerhalb des Landes und die Errich-: tung von Schulen in allen größeren Niederlassungen der Falasdhas. Es gilt einen Stamm zü retten, der mit Liebe am' Judentum hangt und sich seinen Reihen von neuem ansdhließen möchte. Zwecks Durchführung einer Aktion'zugunsten der Falasdhas hat sich dieser Tage in Frankfurt ein Komitee gebildet, an dessen Spitze Rabbiner Dr. S. H. Margulies (Florenz) und Julius Göldsdimidt (Frankfurt a. M., Friedbergei Anlage 12; stehen. Jüöisdie Freiheit. Wenn man die von liberalen Juden geschriebene jüdische Geschichte liest, gewinnt man den Eindruck, als ob die jüdische Frage durch ’ die’ Emanzipation und durch' die darauffolgende frei-’ sinnige Aera bereits vor 50 Jahren restlos gelöst worden wäre. Friede und Eintracht, Menschenliebe und Gerechtigkeit, und wie alle die Schlagworte hießen, bilden das Schlußwort aller dieser Geschichtsbücher. Als durch den Zionismus eine Revision all dieser Anschauungenerfolgte und die Natiönal-Jüden die jüdische' Geschichte vom eigenen Standpunkte aus zu betrachten begonnen, (da (nannte «man Ke Schwarzseher. Doch was lehren uns die Hetzten Kapitel der jüdischen Geschichte, die wir bereitsä miterlebt haben? Sie 'zeigt uns, daß die Emanzipation überhaupt keinen Wert geschaffen hat, weil Ke — selbst ein Stückwerk — keine Kraft hätte, solche ins Lehen zu Tufen. Wir sehen hingegen, daß es infolge der unaufhaltsamen' nationalen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, um die Lage des jüdischen Volkes immer ärger bestellt ist. Oft ärger, als im Ghetto der vergangenen Jahrhunderte. Selbst die Beobachtung ihrer uralten Traditionen und religiösen Gebote wird den Juden untersagt Dem russischen Ministerrate liegt be-: reits ein Gesetzentwurf Vor, wonach' den,Juden das. Schächten verboten werden solL Dasist Rußland, wird man «agea. Zur selben Zeitmeldet sich - aber;';; aruäi'' England. In ‘ England hat der Tiersdiutzyercän eine großzügige Agi-' tation zum Verbot-desjüdischen . Schärihtverfahrehs eingeleitet Nun müssen unsere Volksgenossen in beiden Ländern von den hervorragendsten ärztlichen' Kapazitäten Zeugnisse aussätellen lassen, in denen bestätigt (wird, daß das jüdische Schächten ein humanes Verfahren ist, Ke müssen bei den Ministem und anderen Machthabern antichambrieren, unter Eid und Schwur erklären, daß das Schächten wirklich nicht grausam sei, überall schweifwedeln, Um! die drohende Gefahr abzuwenden. Fürwahr, eine sehr traurige Rolle für ein sittlich hbch-, stehendes Volk! Und daneben Rußland als Beschützer der Tiere und England, stein Verbündeter, der ihm treu die Hand jreidhtj.... Samstag, Den 4. April l&eäferabenfl DesBerzlsRInb in*. Jüöiscben Bühne. Näheres unt. „Vereinsnachr.“ (Herzl-Klub Wien). Die 6rHndung einer lugend: zeilfAritt. Wir rufen die opferwillige Gesinnung der Organisation zur Förderung eines neuen großen Projektes auf. Es gilt, eine Jugendzeitschrift zu gründen. Die Zukunft des jüdischen Volkes ist seine Jugend. Eine Zeitschrift, die dem Judentum dienen will, muß der Jugend dienen. Sie soll den Typus des neuen Juden schaffen, die Jugend zu jenem echten Volksbewußtsein erziehen, das rieh nicht mit billigen Redensarten begnügt, sondern in der Tat seinen Ausdruck sucht. Sie wird alle Strömungen unter der heranwachsenden Jugend frei und offen darlegen; in ihren Blättern soll die Jugend sagen können, vras sie bewegt. Die Zeitschrift wird auf Grundlage des Wanderbundes eine große jüdische Jugendbewegung aufbauen, deren unser Volk so dringend bedarf. Sie wird alle modernen und jüdischen Renaissancebestrebungen zum Ausdruck bringen; Ke wird ebenso für die Ausbreitung der Wander- und Turnbewegung, für die Kenntnis der jüdischen Geschichte, Literatur, Kunst und der hebräischen Sprache, wie für alle vernünftigen Forderungen der modernen Reformideten, den Sport, Settlements usw. eintreten. Sie wird eine innige Verbindung unserer Jugend mit ihren Kameraden in Palästina hersteilen. Sie wird die Jugend mit dem Geist der Unbedingtheit erfüllen und sie lehren, daß die Kräftigung des Körpers nationale Pflicht ist. Ohne Schönrednerei, durch schmucklose Darstellung der Tatsachen wird sie dauernd auf die Jugend einzuwirken suchen; sie wird die Jugend zu der Trägerin einer grollen und einheitlichen Weltanschauung machen und zu einem hohen und vornehmen Menschentum erziehen. In einer Zeit der Gärung, der Haltlosigkeit und des Schwankens ist eine Zeitschrift nötig, die der Jugend größe Ziele und die neuen Wege zeigt, die sie gehen muß, wenn sie der Wiedergeburt ihres Volkes dienen will. Die Vorarbeiten sind im vollen Gange. Hervorragende Mitarbeiter sind gfewonnen. Die Zeitschrift erscheint, wenn tausend Abonnements eingezahlt sind. Das Abonnement (nur ganzjährig) beträgt K 4.— (Ausland 5 Francs). Der dauernden finanziellen Sicherung dient der Preßfonds. Zur Erleichterung der Sammeltätigkeit haben wir Saminelbogen zur Gewinnung von Abonnenten und zur Stärkung des Preßtonds herausgegeben und bitten, Bestellungen von Sammel- .bogen an die Wiener Zionistische Vereinigung, Wien, IX., Hörigasse 11, zu richten. Die Eingänge werden in der „Jüdischen Zeitung“ ausgewiesen. Wir bitten alle, ihre Energie in den Dienst der Sache zu stellen. Ludwig Bat6, Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Leop. F r i e a m'a n n, Robert K i ie n, Dr. Karl P o 11 a kl Dr. Ernst Skutetzky, Dr. Emil Stein, Ob’er- Ing. Robert Stricker; Wiener Zionistische Vereinigung: Isidor K1 a b e r, Obmann, Rudolf Glanz, Schriftführer. NB. Geldsendungen überwieist man in Oesterreich am besten mittels Erlagscheines an das Postsparkassenkonto Nro 7429 der Wiener Zionistischen Vereinigung, aus Ungarn und dem übrigen Ausland mittels Postanweisung an die Wiener Zionistische Vereinigung z. H. Karl Neumann, Wien, V., Kettenbrückengasse 15. Zuschriften sind an die Adresse der Wiener Zionistischen Vereinigung, Wien, IX., Hörlgässe 11, zu richten. N KINDERMEHL altbewährtes_ ^nsfändigeSauglingsnahrun^ Probedosen und lehrreiche Broschüre über die Kinderpflege gratis durch die Firma Henri Nestle, Wien, I. Biberstr. 1 ~ZeutiaMmidiibdtjägie~ans~Westöstei,reichrfür lftfe IX. Ausweis. Tnin er Österreich: Wien: Ludwig- Bä-' td "10:—; bereits ausgtewiesen 3149.36; zusammen K 3159.36. Mähren-Sch 1 esien: Oderberg: Slg. Safier 20.—; Ko jetein: Irig. W. Zweig 10.—; bereits ausgewiesen 4208.88; zusammen Kronen 4238.88. * Für das hebräische Schulwterk: Innerösterreich: Wien: „Worte allein tun's nicht“ 500.—; „Moriah“ (3. Rate) 64.—; Slg. A. Grünberg 40.50; Ludwig Bato 10.—; Jacques Löw 5.—; Wilhelm Kohn 5.—; Wiener Zion. Vereinigung 8.—; Stockerau: Verein „Zion“ 10.—; zusammen 642.50; bereits ausgewiesen 7056.68; zusammen K 7699.18. . 'Mähren-Schlesien: Oderberg: Slg. Safier 20.—; Friedek: Slg. Nassau 11.40; Leipnik: Slg. Walter Rosenzweig 14.60; zusammen 46.—; bereits ausgewiesen 3229.45; zusammen' K ' 3275.45. * Aufgebracht wurden bisher in Innerösterreich K 10.858.54; Mähren-Schlesien K 7514.33; Böhmen K 11.023.10; Gesamtsumme K 29.395.97. 4 * Zionistischer Verband1 ehern. Hochschulen Stellenvermittlung. Ingenieur, selbständiger Konstrukteur u. Bauleiter, derzeit bei einer ersten Aktiengesellschaft angestellt, Spezialfach: Eisenbetonbau, beherrscht mehrere Sprachen in Wort und Schrift, sucht passenden Posten, womöglich in Wien. Ein Arzt wird zur Uebernahme eines kleinen, sehr gut eingeführten Augensajiatorium mit großer Ambulanz, mit prachtvollem Garten und Realität gesucht. Preis des Objektes 160.000 K. Bisheriger Besitzer bleibt aut Verlangen im ersten Jahre als Kompagnon und assistierender Arzt. Zahnärzte finden in einigejn Städten Bosniens einträgliches Auskommen. Gründung eines zionistischen Zentralvereines. Dienstag, den 7. April 8 Uhr abends, findet im Saale des Restaurant Littmann, III., Radetzkystraße die gründende Versammlung der Sektion „Landstraß e-Schüttel“ des Zion. Zentralvereines statt, in der Herr Ob. Ingenieur Robert Stricker und Frau Erna Patak referieren werden. Gäste, besonders . Damen herzlichst willkommen. * Jüdischer Volksverein für die Leopoldstadt. Mitgliedsbeiträgie pro 1914. Im Laufe dieser Woche wird an die Mitglieder ein Zirkular versendet, in welchem das Arbeitsprogramm für die nächste Zeit skizziert wird. Gleichzeitig werden die Mitglieder dringender aufgefordert, ihre. Mitgliedsbeiträge für das laufende Vereinsjahr zu entrichten, da der Ausschuß zur Durchführung der geplanten Aktionen größerer Geldmittel bedarf. Rechtschutzbüro des jüdischen Volksvereines. Die Amtsstunden des Rechtschutzbüros sind vorläufig auf jeden Mittwoch von 7—8 Uhr abends und Sonntag von 11—12 Uhr vormittags im Vereinslokal, II., Karmeliterplatz 1/10, festgesetzt und werden an diesem Abend an die Mitglieder des Volksvereines Auskünfte in allen Rechtsangelegenheiten -unentgeltlich erteilt. * Sprechstunden des Ausschusses. Der Ausschuß des jüdischen Volksvereines erteilt an jedem Mittwoch zwischen 7—8 Uhr abends, und Sonntag zwischen 11—12 Uhr vorm. Auskünfte in allen Vereinsangelegenheiten. Aus dem jiiöilrtien beben. Moderne Seuchenbekämpfung in Palästina. Ueber dieses Thema sprach in der Sitzung der Berliner Medizinischen Gesellschaft vom 25. März Ministerialdirektor Dr. Kirchner. In Gemeinschaft mit Prof. Dr. Nocht aus Hamburg hatte er voriges Jahr im Aufträge der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Malaria in^. Palästina das heilige Land bereist und gab nun'eine interessante Schilderung der dortigen sanitären Verhältnisse. An der Hand eines Planes von Jerusalem beschrieb er die Wohnungsverhältnisse der heiligen Stadt, in deren Nähe .bJAhender, ..zweckmäßig angelegter jüdischer Kolonien liegen, zu deren Gründung die Juden nur zu beglückwünschen seien. Die zahlreichen jüdischen " Schulen und die Technische Hochschule in Haifa sind von großer kultureller Bedeutung. Ausführlich besprach Kirchner die Arbeit von Prof. Mühlens, der in dem von der Deutschen Gesellschaft begründeten Laboratorium durch großangelegte Blutuntersuchungen das überaus zahlreiche Vorkommen der tropischen Malaria feststellen konnte. Der Grund für die Ausbreitung der Malaria ist die schlechte Wasserversorgung. Sie geschieht fast nur durch Zisternen, von denen etwa 6000 in Jerusalem vorhanden sind, die aber häutig sehr wenig einwandfrei angelegt sind. . Zur Bekämpfung der Malaria hat man einerseits d ie Zisternen assaniert und andererseits die Kranken prophylaktisch behandelt. Die Erfolge sind in der kurzen Frist schon sehr gute gewesen. Die Arbeiten geschehen jetzt durch das internationale Gesundheitsamt in Jerusalem, zu dem sich die Deutsche Gesellschaft, der Verein jüdisheer Aerzte und Naturforscher und die von dem amerikanisch-jüdischen Phiiantropen Nathan Strauß errichtete Anstalt vereinigt haben. Neben dem Typhus sind es insbesondere das Rückfallfieber, das Maltafieber, die Orientbeule, die Lepra, Ruhr, Tollwut und namentlich die ägyptische Augenkrankheit, deren Bekämpfung notwendig ist. Die Tätigkeit des Internationalen Gesundheitsamtes ist von hohem wissenschaftlichen und kulturellen Interesse. Daher ist es sehr erfreulich, daß sich jetzt überall in Deutschland Komitees gebildet haben, die der Deutschen Gesellschaft die nötigen Mittel beschaffen wollen. * Dienstag, den 31. März d. J., beginnt in Jerusalem die von Herrn Dr. Elias Auerbach (Haifa) vorgeschlagene und von der Jäffaer jüdischer.- Aerztegesellschaft inaugurierte erste Trachomkonferenz der Aerzte Palästinas. Zweck derselben ist Gewinnung der Aerztesdiäft für i den Kampf gegen das endemische -Trachom, Zu-

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