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Jüdische Zeitung · 1914-02-20 · 8 (20.2.1914) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
8 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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§eite,4 krasse-Entrephtiujgl^penn der-Zahl, Steqerleistung und Iatelligei|Zv;qach haben-die Juden auf..30 Mandate vollbepechtigten Anspruch. ' An. der Tatsache .itieser-.vollzogenen Entrechtung lägt., sich-nicht rütteln. Dm-rnn. nützen -auch .Be; ti^chtungen, wer - die Schuld an diesem Debach hat, night;vieL - Unbegreiflich erscheint das Vorgehen der Zeqtralregierung, welche doch wissen sollte, daß das stärkste Sand, welches die größte-Provinz Oesterreichs an das-Reichknüpft, die.Juden sind! Denn die Verwaltung stellt in Galizien ein Verbindungselement zweiten Ranges dar. Die Fahrlässigkeit und Liebedienerei, der Assimilanten arbeitete-der Gleichgültigkeit der Regierung und Raublust der Polen direkt in die Hände: Und außerdem fügte es das Schicksal, daß der- Kampfum die Wahlreform gerade in die Zeit vehementester Süßerer politischer - und innerer wirtschaftlicher Krisen; fiel. Darum war auch , die Schlagkraft der zionistischen Organisation geschwächt. Für Jahrzehnte ist damit die Entrechtung der galizischen Juden im Lemberger Landtag besiegelt. Die galizische Wahlreform ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte der galizischen Judenheit. Leider kein abgeschlossenes! Denn die Entrechtung der Juden durch die Polen ist, nach allen Anzeichen, nur eine Etappe im Vernichtungskampfe der polnischen Gesellschaft gegen die jüdische Bevölkerung. -JÖBdSGHE ZEITUNG GRRF-Würfel Feinste Rindsupjie ' ' An Ausgiebigkeit und Wohlgeschmack ähnlichen Erzeugnissen weit überlegen. Graf-Würfel u, Würze Koscher« Man achte genau" auf den Namen „Graf“ Otto Hugo (öeinbers, und Antiquariat, Wien, II., TabörstraBe 17. Telefon 39 247. Wintersport-Literatur, Eislauf, Antiquariat« .Provinzversand. Die Niederlage der K&rmelweine befindet sich bei S. Steinhart, Weinhandlung, II., Rotensterngasse 22. Telefon 17 348. Jndiseh' nationaler Wahlsieg in der Meraner Knltnsgemeinde. ln Meran leben gegen 180 jüdische Familien, welche der Kultusgemeinde Hohenems zngeteilt sind. Das jahrelange Streben nach Schaffung einer eigenen Kultusgemeinde wurde bisher durch eine Clique, au deren Spitze Dr. Max Koref steht, niedergehalten. Dr. Koref ist Obmann des Kuratoriums der sogenannten Königswarlerstiftnng ans dem Jahre 1872 (also aus einer Zeit, wo in Meran noch keine Juden ansässig waren), welche .Stiftung auch allerdings ohne Befugnis den religiösen Kultus ausübte. . Während dies in früherer Zeit klaglos geschah, häuften sich, seitdem Dr. Koref an die Leitung trat, Beschwerden darüber, daß genannter Herr die Stiftung rein vom Gesichtspunkte der .Geschäftsmäßigkeit betrachtete und, um ihr einen möglichst großen Gewinn zuzuführen, jegliches Gefühl, 'jegliches Verständnis ausschaltete, Dr. Koref, der .Ms einziger Jude dem einer antisemitischen Organisation angehörenden Aerzteverein beigetreten ist, betrachtete die Juden als Schnorrer, übersah, daß sich gewerbsfreudige, hochgeachtete Juden hier ansiedelten, .er nahm in das Kuratorium, das sich. aus sich selbst ergänzt, nur hochbetagte Kurgäste auf, um allein regieren zu können. Bei der Anstellung des Rabbiners wurde niemand befragt. Vor etwa einem Jahre stellte sich der tatkräftige Dr. Wassermann an die Spitze eines von allen jüdischen Steuerzahlern Merans gewählten Komitees, um die Schaffung einer Kultusgemeinde, die Organisation der Juden und eine gesetzmäßige Vertretung anzustreben. Dr. Koref hatte nämlich die Stellung, die ihm die Stiftung verschaffte, niemals zur Vertretung jüdischer Interessei) zu benützen gewußt Er hat im Gegenteil die Behörden zu überzeugen gesucht, eine . Kultusgemeinde störe den reliösen Frieden der andern. Die Behörden haben aber der Schaffung der Kultusgemeinde das größtmögliche Entgegenkommen bewiesen und das Ministerium für Kultus und Unterricht hat mit Erlaß vom 20. Juli 1913 die Wahl eines drei- bis fünfgliedrigen Kultuskomitees angeordnet, welches die Schaffung einer Kultusgemeinde in die Wege leiten soll. Dr. Koref und sein Anhang wollten diese Wahl unter allen Umständen vereiteln und suchten nach assimilatorischer Denunziantenart die Behörden zu veranlassen, den ausländischen Staatsbürgern das Wahlrecht zu nehmen. Von 170 Wählern der ersten Liste sollten 70 gestrichen werden, was ein hoher Beamter einen „Pogrom“ nannte, darunter sehr viele angesehene Käufleute, die seit Jahren in die Kurvorstehung wählen. Dieses Attentat gegen die Wähler wurde jedoch vereitelt und die Wahl fand unter unseren nationalen Symbolen statt. In allen Wählern 'regte- -sich - das Zusammengehörigkeitsgefühl, Dr. Koref, der mit der Gleichgültigkeit in jüdischen Dingen, die sein Handeln ausfüllt, auch bei anderen rechnete, und der diese Gültigkeit durch den jahrelangen Ausschluß der Juden von allem Gemeinsamen künstlich züchtigte, sah sich getäuscht. Unsere Versammlungen waren überfüllt, jeder Wähler wurde zum Agitator, die Bozner und Trientiner Brüder erschienen fast vollzählig zur persönlichen Stimmabgabe. Die Wählerliste weist 243 Namen aus. Zirka 20 Legitimationen waren unbestellbar, zirka 30 Personen durch Krankheit oder. Abreise verhindert. Die in Meran Anwesenden wählten ausnahmslos. Gewählt wurden Dr. Wassermann, Dr. Bermann, Dr. Goldstein, Dr. Zuckermann, L. Mantel (Trient), Ries und Zipper mit 176 bis 132 Stimmen. — Die Gegner brachten 55 Stimmen auf. Dr. Koref erhielt als Ausschuß 1 Stimme, als Ersatzmann 54. Er I ward gerichtet Nr. :8 -■ Von. den-Gewählten sind Dr.-Bennann,- Dr. Goldstein, .Dr. -Zuckermann, .(ehern. Mitglieddes - jnqerösterreichischen..Distriktskomitees),; .Zipper, (Jüd.-Turnverein,, Wien) - erklärte Zionisten, -alle aber nationale Juden« : Der Sieg, ist. vor.. -allem dem . wackeren Gesinnungsgenossen Dr. Zuckermann zu verdanken. Barrierestocke. Den Wierieräntisemitischen Machthabern wird seitens der Liberalen ein großer Vorwurf daraus gemacht, daß sie in alle Vertretungskörper nur Willensschwäche und unfähige Männer hineinwählen lassen* unmännliche Jasager, ohne jedes Selbstbewußtsein. Diese Maßregel ermöglicht es den Führern, skrupellos zu schalten und zu walten. Sie brauchen ihre Machtgelüste nicht zu verhüllen, sie dürfen ihre schmutzigen Geschäfte ganz offen betreiben, denn was ein richtiger „Barrierestock“ ist, sieht, hört und — schweigt. Die Barrierestockpolitik. stellt wirklich den Gipfelpunkt der Verworfenheit dar. Die Liberalen haben ein gutes Recht, darüber höchst erzürnt zu sein. Nur fragt es sich, ob sie auch selbst von diesem Laster gänzlich frei sind. Der Wiener Kultusvorstand stellt heute noch eine Art Zufluchtstfltte des bankerotten Wiener Liberalismus dar. Sein Präsident Dr. Stern war ehemals ein gewaltiger liberaler Politiker und Wortführer im Gemeinderat. Erst als die christlichsoziaie Welle ihn und seine Genossen von der politischen Bildfläche wegspülte, warf er sich ganz aufs „Jüdische“ und wurde Kultuspräsident. Sein Stellvertreter, Dr. Gustav Kohn, ist aktiver freisinniger Führer, Obmann des deutschfreisinnigen Wählervereins und auch die Namen der anderen Herren sind auf allen Kundgebungen der Liberalen zu lesen. Sie stehen also in den Reihen der Kämpfer gegen die antisemitische „Barrierestockpolitik“. Das hindert sie aber nicht im eigenen Neste, im Wiener Kultusvorstande, dieser Barrierestockpolitik im vollen und wahren Sinne des Wortes zu frönen. Die letzten Vorgänge im Wiener Kultusvorstande bieten hierfür den besten Beweis. Bekanntlich hat Dr. Stern einen in gesetzlicher Form und nach mehreren Abstimmungen mit großer Majorität gefaßten Beschluß des Vorstandes, eine Palästina - Kommission einzuselzen, einfach sistiert. Und zwar lediglich aus verletzter Eitelkeit, aus,Rechthaberei, weil ein..von.ihm unterstützter Antrag abgelehnt und dafür ein Antrag der zionistischen Opposition akzeptiert wurde. .Und die Majorität hat sich selbst ins ■ Gesicht geschlagen und diese willkürliche Sistierung anerkannt und genehmigt. In der letzten Nummer dieses Blattes hat Kultusrat Dr. Ehrlich in ausführlicher Weise diesen Vorfall besprochen und ihn als „Selbstentmannung des Vertretungskörpers der größten jüdischen Gemeinde und Preisgabe jeglicher Manneswürde“ bezeichnet. Das offizielle Organ der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Blochs „Oesterr. Wochenschrift“, unternimmt es nun in seiner letzten Nummer, den skandalösen Vorgang zu vertuschen, und bespricht in einem von Dr. Stern diktierten Artikel die Vorgänge in der vertraulichen Sitzung, welche die Sistierung zum Gegenstände hatte. Es lohnt sich daher, der Oeffentlichkeit einige unrühmliche Details der Angelegenheit bekanntzugeben. Alle Kultusräte erklärten die Verfügung des Präsidenten für willkürlich, behaupteten jedoch, für die An- Humanic Tanz-Schuhe. Eigene Filialen: I. II. VII. XVI. XXI. Wien: - Kärntnerring 6. Taborstraße 17 b. Mariabilferstr. 92. Thaliastraße 25. Briinnerstraße 12. Czernowitz, Ringplatz 10. Kolomea, Ringplatz 41. Lembergr4jrand Hotel. PrzemysI, Plac na bratnie. Radautz, Kirchengasse 7-8. Stanislau, Karpinskiego 7. Suczawa, Franz Josefstr. 1162. Tarnow, Krakowska 1. Hervorragende Qualitäten. 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