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Jüdische Zeitung · 1914-02-13 · 7 (13.2.1914) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
7 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 7 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Organisation angenommen. Nach den in den Ferien dnrchgeführten Vorarbeiten erließ nun der Jadische Hochschulausschuß vor wenigen Tagen einen Aufruf an diejüdischen Hochschüler, in dem es u. a. heißt: „Von Jahr zu Jahr steigert sich das Bedürfnis nach einem engen Zusammenschluß der jüdischen Studentenschaft, dessen dringende Notwendigkeit oftgemachte Erfahrungen uns immer wieder vor Augen treten lassen. Noch nie aber haben wir uns aufgerafft, um aus diesen Erfahrungen die einzig mögliche, praktische Nutzanwendung zu ziehen. Ein flüchtiger Blick auf unsere andersnationale Kollegenschaft zeigt uns, daß jede an unseren Wiener Hochschulen vertretene Nation — so viele ihrer sein mögen — ihre eigene Organisation besitzt. Jeder einzelne fühlt sich als Teil einesgroßen Ganzen, er weiß die Masse hinter sich, die ihm einen starken -Rückhalt bietet, er weiß, daß seine Forderungen nicht ungehört verhallen werden, weil eine Macht ihn unterstützt, die ihm das Recht zu fordern gibt: die Solidarität :seiner--Connationalen.js»Der.-jüdische Student allein bildet eine traurige Ausnahme. Er legt seine akademische Laufbahn zurück, verloren in der großen Menge, kein Teil eines Ganzen, einer Gesamtheit, kein aufrecht Fordernder, sondern ein haltlos Schwankender, ein rechtloser Fremdling. Er gibt sich nicht einmal Mühe, in den Genuß der ihm vom Gesetze gewährleisteten Gleichberechtigung zu gelangen; er ist froh, wenn er als harmloser, mehr oder weniger gern geduldeter Mitläufer unbemerkt bleibt, und atmet erleichtert auf, wenn er den Teil seiner Jugend, der der schönste sein sollte, seine Studentenzeit, hinter sich hat. Diesem schmachvollen Zustand muß ein Ende bereitet werden! Kommilitonen! Es ist höchste Zeit, daß Ihr ablasset von Euerer Passivität, von dem unwürdigen „Sichdreinschicken“, das endlich einmal überwunden werden muß. Erinnert Euch, daß Ihr Angehörige eines Volkes seid, dessen ruhmreiche Vergangenheit aller Hohn böswilliger Feinde nie und nimmer aus- . löschen kann; erinnert Euch, daß Ihr Erben einer. tausendjährigen Kultur seid, die aller Druck, alle Verfolgungen nicht zu vertilgen imstande waren! An Euch ist es nun, Euch dieser Vergangenheit, dieser Kultur würdig zu erweisen! Der Einzelne wird nichts erreichen — geschlossen repräsentieren wir eine Macht I Der jüdische Hochschulausschuß hat am Ende des vergangenen Sommersemesters den Beschluß gefaßt, die gesamte jüdische Studentenschaft in der „akademischen Gemeinschaft Judäa“ zu vereinigen, wetcher von einer vielhundertköpfigen Versammlung jüdischer Studenten begeistert aufgenommen wurde. Sämtliche im Hochschulausschusse vertretenen Verbindungen und Vereine haben ihre Mitglieder verpflichtet, dieser Organisation beizutreten. Sie bezweckt die Zusammenfassung der jüdischen Studentenschaft zur allseitigen Wahrung ihrer jüdischen, akademischen und jüdisch-akademischen Interessen. Die Anerkennung der jüdischen Nationalität vonseiten der akademischen Behörden wird das-erste zu erstrebende Ziel sein, doch wird die Organisation' nicht nur Studien und Standesinteressen in ihren Wirkungskreis einbeziehen, sondern sich auch Förderung von Kunst und Sport angelegen sein lassen. Auch die langersehnte Gründung eines jüdischen Studentenheimes soll endlich ihrer Verwirklichung zugeführt werden. Die Beitrittsanmeldung geschieht bei inkorporierten Studenten durch die Korporation, bei nicht inkorporierten durch Eintragung ihrer Namen in Listen, welche in den Lokalen sämtlicher jüdischakademischer Vereine und in den Couleurcafäs aufliegen, sowie in der Aula der Universität bei den ' Mitgliedern des Jüdischen Hochschulausschusses erhältlich sind. Der Mitgliedsbeitrag beträgt p. Jahr K L—. Auf schriftliche Anfragen, die an die Adresse des Jüdischen Hochschulausschusses, IX., Porzellangasse 1, zu richten sind, wird bereitwilligst Auskunft erteilt. Kommilitonen! Es -ist Ehrenpflicht jedes aufrechten jüdischen Studenten, dieser Organisation beizutreten! Ein scharfer Strich muß gezogen werden zwischen denen, die wir zu den Unsrigen zählen können und jenen, die sich von uns losgesagt haben. Die Angehörigen der Organisation werden als stramme und disziplinierte jüdische Studenten stets, wenn es nottut, auf ihrem Platze sein, sie werden sich willig einer guten Sache unterordnen und dieselbe wie ein Mann zu vertreten wissen! Erfüllet schleunigst-diese Ehrenpflicht!“ Der beschränkte Raum gestattet diesmal leider nicht, das nur angedeutete Arbeitsprogramm der „Judäa“ in seinem ganzen Umfange detailliert auseinanderzusetzen. Doch läßt sich ein Schluß auf die künftige Größe und Bedeutung der Organisation — denn schon die Masse der Beteiligten wird ihr Bedeutung geben — aus der Tatsache ziehen, daß der obige Aufruf erst am 16. Jänner in Umlauf gesetzt wurde, am 19. aber bereits über 500 Anmeldungen an den Hochschulausschuß gelangt waren. Jetzt wird es Sache der jüdischen Bürger sein, ihr gegebenes Versprechen einzulösen und der jungen Organisation die weitgehendste moralische und materielle Förderung angedeihen zu lassen. Jetzt wird es sich auch zeigen, welche jüdischen Hochschullehrer, die zur Zeit der Aulakrawälle teils offen, teils ängstlich besorgt, nach außen hin das Dekorum strengster Neutralität zu wahren, ihre Studentenschaft warmer Sympathien versicherten, es damit ernst gemeint haben, und welchen diese Kundgebungen, nicht mehr bedeuteten als leere Phrasen, durch die sie ihre Passivität und Indolenz zu bemänteln suchten. Meines!§§marmE] Bestes Obst in der bekömmlichsten Form Frei von allen künstlichen Zusätzen. MARMELADE In wenigen Tagen hätte die Konstituierung der „Akademischen Gemeinschaft Judäa“ stattfinden sollen, da langt von der k. k. Statthalterei — o du mein Oesterreich! — fünf Wochen nach Einreichung der Statuten das Verbot der Gründung herab — wegen formeller Fehler in den Statuten. Kann das wirklich die Ursache des Verbotes sein, Ausstellungen, die sich mit ein paar Federstrichen reparieren lassen? Nebenbei bemerkt, wurden die Statuten .nach dem Muster zahlreicher jüdischer, wie auch andersnationaler akademischer Korporationen ausgearbeitet und die beanstandeten Stellen finden sich auch dort, ohne daß es jemals der Behörde eingefallen wäre, sich daran zu stoßen. Doch der Jude beginnt sich zu regen und das wird scheinbar den Herren „oben" unbequem. Nun, es ist ihnen gelungen, die Gründung zu verzögern’— verhindern werden sie sie nicht! Mag kommen, was da will, die geplante Organisation wird ins Leben treten. An Zahl wie an Kraft und gutem Willen gleich stark, verspricht sie einen gewaltigen Umschwung im akademischen Leben Wiens hervorzurufen. - Ein stattliches Bollwerk wird sie bilden, an dem die ohnmächtigen Angriffe unserer Feinde schmählich zuschanden werden müssen und eine neuerliche glänzende und imposante Manifestation des Sieges und der Größe unseres nationalen Gedankens. Richard Ornstein. dem 3 Delegierte und für jedes weitere angefangene hundert Mitglieder einen Delegierten mehr. Außer den Delegierten nehmen auf dem Distriktstage mit Sitz und Stimme teil: 3 Mitglieder des D.-K-, der Präsident des Z.-Kfür Westösterreich oder dessen Stellvertreter, die westösterreichischen A.-C.-Mitglieder und die Mitglieder des E.-A.-C. Wir machen ausdrücklich aufmerksam, daß im Sinne des § 8 des Statutes nur die Delegierten jener Vereine zum Distriktstage zugelassen werden, die die Parteisteuer für das laufende Distriktsjahr voll entrichtet haben. Zionistisches Distriktskomitee für Innerösterreich. * * * Antrag auf teilweise Abänderung des Organisationsstatutes der Zion. Distriktsorganisation für Innerösterreich. § 9. Die Vereine entsenden mit 15—25 Wählern 1 Delegierten, 26—50 „ 2 Delegierte, 51—75 „ 3 und so fort bis zu 150 Wählern, mit 151—200 Wählern 7 Delegierte, 201—250 „ 8 usw., wobei jedem angefangenen Fünfzig 1 weiterer Delegierter entspricht. Vereine mit weniger als 15 Mitgliedern sind unter Rücksichtnahme auf die örtlichen Bedingungen mit anderen zu Wahlgruppen zusammenzulegen. Diese Maßnahmen sind durch das Distriktskomitee vorzunehmen. Außer diesen und Jden in § 10 des w.-ö. Organisationsstatutes vorgesehenen Fällen sind Zusammen- Iegungen von Vereinen zu Wahlzwecken unzulässig. ♦ § 14. Dem Distriktstag obliegen außer den ihm durch das westösterreichische Organisationsstatut ausdrücklich zugewiesenen Befugnissen und der Wahl eines Bureaus, bestehend: aus einem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden und hebräischen sowie deutschen Schriftführern (im übrigen bleibt die frühere Fassung in Kraft). Das Distriktskomitee empfiehlt fernerhin die Einsetzung eines für die Dauer des Distriktsjahres gewählten Ehrengerichtes, bestehend aus drei Mitgliedern und zwei Ersatzmitgliedern. Parteinaclirichten. Für den Jüdischen Nationalfonds sind vom 1. bis 8. Februar d. J. 9584.18 Mk. eingegangen. Hiervon entfallen auf: Rußland 3351.42 Mk., Nordamerika 3250.64 Mk., Oesterreich 1929.— Mk., Deutschland 796.72 Mk., Aegypten 220.— Mk., diverse Eingänge 36.40 Mk. * Zionistischer Distriktstag fürlnnerösterreicb. Wir berufen für Sonntag, den 15. Februar 1914, pünktlich 10 Uhr vormittags, den diesjährigen Distriktstag nach Wien ein. Die Tagung findet vormittags im Vereinssaale der „Näure Jehuda“ (lX,Sevritengasse 10), nachmittags im I. Wiener Jüdischen Turnverein (IX, Liechtensteinstr. 20) statt. Tagesordnung: 1. Eröffnung und Wahl des Bureaus und des Legitimationsausschusses, 2. Bericht des Distriktskomitees, 3. Antrag des Distriktskomitees auf Abänderung der Statuten, 4. Referat des Gg. Dr. Egon Zweig über die Mischehe, 5. Referat des Gg. Dr. Willy Stein über Jugenderziehung und Kulturarbeit, 6. Wahl des neuen Distriktskomitees, 7. Budget, 8. Eventualia. Nach den Bestimmungen unseres Statutes entsenden Vereine mit 15—25 Mitgliedern 1 Delegierten, mit 26 bis 50 Mitgliedern 2 Delegierte, mit 51—100 Mitglieans Westostürreich für 1914. IT. Ausweis. Innerösterreicb. Wien. Akad. Verein jüd. Mediziner 50.—; Dr. Max Sprecher 50.—; Heinrich Lederer 100.—; Julian Oschery 30.—; Sammlung Lapen (Atzgersdorf) 17.—; zus. 247.—; bereits ausgewiesen 2652.36. Zusammen K 2899.36 Böhmen. Duz. Jüd. Volksverein „Zion“ 66.—. — Knuaau. Mädchenklub 30.—; zusammen 96,—; bereits ausgewiesen 6059.38. Zusammen K 6155.38 Für das hefiräisebe Seiralwerk in Palästina. Innerösterreicb. Wien. J. H. Waltuch 5.—; Jüd.-akad. Verbindung „Zephirah“ 11.—; Wr. zion. Vereinig. 14.20; Reg. Mahler 13.—; Oschery 30.—; Sammlung Weiß 8.—. — Triest. Sammlung Osias Waschitz 16.—; Kleine Spenden 86.48; zus. 183.68.—; bereits ausgewiesen 2949.—. Zusammen K 3132.68 Böhmen. Prag Dr. M. Kohn 25.—; Kleine Spenden 24.57; zus. 49.57; bereits ausgewiesen 134.29. Zusammen K 183.81 Aufgebracht wurden bisher in Innerösterreich 6032.04 Böhmen 6339.19 Mähren-Schlesien 920.51 Gesamtsumme K 13291.74 500 Kronen zahle ich Ihnen, wenn mein Wurzelvertilger W Ria-Balsam“ Ihre Hühneraugen, Warzen, Hornhaut nicht in drei Tagen schmerzlos entfernt : —= Preis eines Tiegels samt Garantiebrief I Krone, 3 Tiegel K 2.50. Kemeny, Kaschau (Kassa.) I. Postfach 12/1207, Ungarn.

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