Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 1 (2.1.1914)
- Date
- 1914-01-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2438141-2438483-2438484--3945-2443753- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 1 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 1 K 1 Hapag, Hamburg A (Hamburg-Amerika Linie) ^erionenfieföröcruna nadj alten Seiten Der SS eit 0ambtnrg — f)o«f Soulogne—ütetoffoxf; (BjerSourg—Stein ®ort Souü)atittifcm-4Reto ®orl $am&ng—^Sfnfobelnftfa jpatnbutg—Sofhm Hamburg—Stanaba Sambttcg—Kuba . Hamburg—OTegifo. Hamburg—®rafiKe|t fromburg—Stgtnigilflt Hamburg—SBeftinbien Hamburg—Chile Hamburg—Üßexn §atnburg—Stfrifo 93etBttfiflunft^fa^rten mit ju bicfetn eigenä fcrgeridiitten Stampfern Steifen um bieSBelt 3fnbtenfaf)rten Srientfabrteit Stoiblanbfabxten Sälanbfabrten 28efünbienfal)tten 9lilfaf)rten. Soeben neu in Siet# gesellt ber Turbinen ■ tSthttenpofibampfec ^Qnuierötor", bad größte (Schiff ber Süjtge 9X9 trug, Steile 98 Sag, liefe 63 gaff. 50000 Ton« ütanminbali. gafjttöauer: Hamburg — 9teto 3)orf fiebett Sage. 2?icr Schrauben. SBoflfotnmen tägige Seefahrt. SBorteite: JirjteJtojiite. Heine üBeretnanberftefjenbe Setten, Statiner non ©tage uni> ßütridjtung tote Stornier auf bern fiattbe, 119 Stornier mit eigenem Sab tmb 3Tot* leite, in bet elften Sajüte im ©angen borbattben 180 Sabejimmec, äugetbeut elettrifcfje unb türltfdje Säber, in aOenStmmem ftiefjenbeS toarmeb lufalteb SBajfer.Sfßerfonenaufjüge, SfäromettabenbeUä bon jufammen VsÄiiometer Sänge, gtoget Satt. u. geftfaat, SRig Eatlton.gieftauiani, ©rage SdnuiitttttboIIe, ^“effefoal, Sf5aItnengarten,@rUIraiim, Sireeibu. Sefefaal, £utnfjaHe, SRaudjfalon, Hinberfaion unb Sinbetfiuelbtag. ftoeite Hajate. ©rage 3tatmer füc 2,8 u.4 Sßerfcmen mit eleitr. Sidjt, ftlingeHeitung, SBafdjtifdjen unb ftteiberf(grauten, Sbeffefalon für 854Setfon., ©efettfdjaftsfnlon, $aOe, ScbteiBaimmer, iKuucgfalon, iuxnbafle, ifSerfonenaufjug, geraunt. Sfirottttnabenbetß, 20 eieg. Sabeaimmet mit SSannengrftte äaitite. dimmetju gtoei unb biet Setfonen mit SBaiibeintiifitung unb eleftrf f$tm Siebt. Steifefnat für 440 Seifonen,@ereUfibaftÖfaIon,9iau(b. falcm. Südjetet, Stamenabenbect, 17 Sabegimmet mit Sannen. ifteifibenbett. Unterbringimg bon gamilien unb Stauen in aügefcbCotfencn Harn» metn. Sie Hämmern entgalten je gtoei ober biet Setten unb ftttb eleftrifdj erfeudjtet Sie Sbeifen toetben ben Saifagiettn an liFdjen burdj auftoättet unb Stuftoärterinnen borgefegt. Setter, 3Reffer, Qabei unb Söffet toerben geliefert,, ebenfo SSatrage, Seilfifien unb Settbafe, $anbtu(f) unb Seife. Sin befonbereg SBaftgbauö, in toetigem Hinbertoäf<ge unb anbere SBäfdje getoafegen toerben fantt, ftegt jur SerfOgung, ebenfo eine Slngagl SSannenbäber. Stofbctte uuenigeltlid) nnb bortofrei. ^bßjnButÖ^SljnCtilttöittiC/^WeUima^ErfonentierftSr^OJll^lltÖ. Vertreter ia Wien: Die General-Repräsentanz der Hamburg—Amerika Linie, I., Kärntnerstrafie 38. Die „Deutsche Mensa“ wurde nach den Aulakrawallen des Wintersemesters 1908 gegründet. Die Deutschnationalen besetzten damals einige Tage hindurch zur Mittagszeit die Speiseräume der „Allgemeinen Mensa“ und erreichten dadurch, da!ß viele arme jüdische Studenten, die ihre Speisemarken im Vorhinein bezahlt hatten, hungern mußten. Die „Deutsche Mensa“ wurde gegründet, weil die Deutschnationalen mit Juden nicht an einem Tische sitzen wollten und trotzdem bezieht sie jahraus jahrein Tausende von Kronen jüdischer Gelder. § 9 der Satzungen der „Deutschen Mensa“ besagt: „Ordentliche Mitglieder können deutsche Hörer und Hörerinnen werden.. — Die Anmeldung zum Eintritt hat schriftlich unter Ausfüllung eines bestimmten Anmeldeb ogen's zu geschehen. Die Aufnahme kann ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden.“ Die „Deutsche Mensa“ verschickte vor einigen Tagen ihren „Jahresbericht und Aufruf“ u, a. auch an Juden mit der Bitte um Subvention. Ein jüdischer Großindustrieller, der durch den oben zitierten Paragraphen stutzig gemacht wurde, ersuchte Herrn Universitätsprofessor Dr. F. Hochstetter als Obmann der „Deutschen Mensa“ um Auskunft darüber, ob dieser Verein „zu Gunsten aller deutschen Studierenden, sowohl christlicher wie jüdischer, tätig sei,“ worauf er folgenden Brief erhielt: „Sehr geehrter Herr! ln Beantwortung Ihres Schreibens vom 11. d. M. teile ich Ihnen mit, daß von den Einrichtungen des Vereins D. M. A. in der Regel nur deutsche Studenten christlicher Konfession Gebrauch machen. Mit dem Ausdruck ausgezeichneter Hochachtung Ihr aufrichtiger Professor Dr. F. Hochstetter.“ Es bleibe jedem Leser überlassen, sich über diese „Aufrichtigkeit des Prof. Hochstetter sein Urteil zu bilden, welcher der Hauptfrage aus dem Wege geht und die Tatsache verschweigt, daß seit Bestand der „Deutschen Mensa“ kein einziger jüdischer Student von den Einrichtungen dieses Vereines Gebrauch machen konnte. . Im Jahresbericht dieses antisemitischen Vereines sind mit größeren Spenden verzeichnet: Unterrichtsministerium — das der „Jüdischen Mensa“ keinen Heller zuwendet — K- 600, der Ortsausschuß des Deutschen Juristentages K- 500, das Professorenkollegium der juristischen Fakultät der Universität Wien K. 2200 an verfallenen .Rigorosentaxen, unter welchen sich jüdisches Geld ebenso, wie christliches befindet. Es ist bekannt, daß diese Zuwendung von K- 2200 auf Grund eines einstimmigen Beschlusses erfolgte. Da muß man aber doch fragen: „Warum haben sich unsere jüdischen Professoren nicht gerührt?“ ' Charakteristisch ist die grosse Zahl getaufter Juden, welche die „Deutsche Mensa“ mit namhaften Beträgen unterstützen und fördern. Der „Jüdische Hochschulausschuß“ hat bereits eine Aktion eingeleitet, indem er sich mit einem aufklärenden Zirkular an die jüdischen Mitglieder der „Deutschen Mensa“ wendet. Petitionen an die Spender der großen Subventionen werden folgen. Der „Jüdische Hochschulausschuß“ wendet sich auch an die gesamte jüdische Bevölkerung, auf daß-sie mithelfe, jede „Verjudurig“ der „Deutschen Mensa“ hintanzuhalten. cand. iur. Oskar Grünbaum. Ein Rabbiner für den Cbristbamn. ln der letzten Nummer von Professor Ludwig Geigers „Allgemeiner Zeitung des Judentums“ ver- - öffentlicht Rabbiner Dr. Ziegler (Karlsbad) einen Artikel, überschrieben: „Chanuka oder Weihnacht! Ein Ruf an die .modernen* Juden“. Er erzählt die Entstehung des Chanukafestes und erwähnt eine Talmudstelle: „Die Schule Schammais lehrte, man solle am ersten Abend alle acht Lichter ' anzünden, jeden folgenden Abend eins weniger; die Schule Hillels lehrte, man zünde am ersten Abend ein Licht an und jeden folgenden Abend eins mehr.“ Er bedauert, daß die Juden heute Weihnachten feiern und dabei unwahr sind gegen ihre Kinder. „Wo du doch so wahr sein könntest gegen dein Kind! Feiere nur nicht von Jahr zu Jahr den Abend des 24. Dezember, sondern des 24. Kislew!“ Und er führt das näher aus: „Wenn die Schule Schammais lehrte, man solle am ersten Abend alle acht Lichter anzünden, warum sollten wir auf die Sitte nicht zurückgreifen? Ich gehe aber noch weiter. Nicht acht Abende verlange ich, nur einen Abend, den des 24. Kislew, aber den voll Glanz und Heiterkeit und. Frohsinn. Zündet die Kerzlein der Menorah an, lasset sie alle erstrahlen, und in ein Meer von Licht tauchet euer Heim, beglücket euere Kinder mit Geschenken, mit Spiel und Reigen. Wenn heute der 24. Dezember für das Wirtschaftsleben von größter Bedeutung ist, soll es auch, wenn auch in kleinerem Maße, der 24. Kislew werden. Wie in den christlichen Familien, nach alter, von den Römern übernommener Art, Eltern und Kinder, Freunde und Verwandte sich gegenseitig erfreuen und beschenken, so werde uns, und nach gutem jüdischem Brauch auch für unsere Armen, der Abend des 24. Kislew ’ ein Abend der Bescherung, der Freude, des häuslichen Glücks. Ja, selbst wenn ihr in eurem Schönheitsdrang und Gleichheitsstreben eine Menorah aus schönen Tannenbäumchen mit acht Zweigen euch verfertigt, und wenn es nicht acht, sondern achtzig Kerzlein sind, die ihr zu Ehren des Abends und zur Freude euerer Kinder anzünden wollet, warum nicht? „Die Schönheit Japhets schlage ihr Zelt auf in den Wohnungen Sems“ haben schon unsere alten Weisen (B. Megilla 9 b). Nur sei es am Abend des 24. Kislew!“ Also von nun an werden die Juden am 24. Kislew (in diesem Jahre somit am 23. Dezember) ihre Kinder unter dem mit 80 Kerzlein besteckten Tannenbäumchen beschenken; und dies werden sie Chanuka nennen. Eine Wächter-Siedlung in Palästina. In Ausführung einer Resolution der Palästina- Kommission des XL Kongresses hat das Direktorium des Jüdischen Nationalfonds in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Bestrebungen der Wächter, sich in einer geschlossenen Kolonie anzusiedeln, durch die Beteiligung des Nationalfonds zu unterstützen. Die geplante Siedlung soll den Wächtern die Gründung von Familien ermöglichen, indem Frau und Kinder durch Haus- und Gartenwirtschaft, Gemüse- und Obstbau ein Nebeneinkommen erlangen, während der Mann seinen schweren Dienst zum Schatze jüdischen Bodens und Besitzes versieht. Die Siedlung soll ferner den Wächtern nach einigen Jahren schwerer Arbeit die Möglichkeit bieten, für eine, gewisse Zeit zur Erdarbeit zurückzukehren und in Verbindung mit der Scholle neue Kräfte zu finden. So wird diese Siedlung, auf getrennter Haus- und Gartenwirtschaft und gemeinsamer Feldwirtschaft beruhend, zur Konsolidierung der Schomrim beitragen. Der Nationalfonds hat sich bereit erklärt, den Grund und Boden für diese Kolonie, die für 30 Familien berechnet ist, den Wächtern in Erbpacht zu überlassen. Die sonst noch erforderlichen Mittel für Gebäude, totes und lebendes Inventar sollen andere Kolonisationsgesellschaften zur Verfügung stellen, die bereits diese Sache ihrer Sympathien versichert haben. Schreibmaschinen-Miete. Remington von K 4.- aufwärts ferner diverse Systeme. Neue amerikanischemit sichtbarer Schrift von K 15.- Miete. Mieter wird Besitzer. Occasionen!!! Jacobi’s Vereinigte Nähmaschinen- und Fahrrad -Fabriks- Niederlage Wien, IX/1, Porzel langasse 38 im eigenen Hause. Die Niederlage der Karmelweine befindet sich bei S. Steinhart, Weinhandlung,• II., Rotenstemgasse 22. Telefon 17 348. Ä