Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 1 (2.1.1914)
- Date
- 1914-01-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 1 Krosse Gesellschaftsfahrt nach Palästina im Frühjahr. Im Frühjahr zur Zeit des Pessachfestes findet eine f rosse Gesellschaftsfahrt nach Palästina statt Da die efinehmerzahl sehr gross sein wird, sind die Kosten besonders reduziert Die Reise wird am 3. April in Triest mit dem Dampfer des Oesterreicbischen Lloyd angetreten, der am 6.-April nach Alexandrien gelangt. Dort erfolgt die Umschiffung auf den Syriendampfer, der Jana Donnerstag früh erreicht Das Palästinaprogramm wird während 19 Tage ansgeführt und nimmt mit der Landung in Jaffa seinen Anfang. Von hier geht es mit der Eisenbahn direkt nach Jerusalem, wo gemeinschaftlich das Pessachfest gefeiert wird. Der Aufenthalt in Jerusalem beläuft sich auf 7 Tage, während welcher Zeit wir alle Stätten von historischer Bedeutung und alle Schöpfungen unseres neuen Jischuw besichtigen. Hier werden auch Ausflüge zum Oelberg, Zions, Grab Rachels und Hebron unternommen. Nach Verlauf des Pessachfestes beginnt die Tour durch die jüdischen Kolonien. Zunächst kommt Rechoboth, dann Rischon le Zion und Petach- Tikwah, södann die Kolonien in Samaria und von dort aus nach Haifa. Von Haifa geht es weiter nach Galiläa, zum Tiberiassee hinauf bis Obergaliläa (Saffed und Rosch-Pinah). Die Rückfahrt erfolgt von Haifa. . Bei der Rückfahrt wird auch ein Ausflug nach Aegypten arrangiert Man fährt von Port-Said mit der Eisenbahn nach Cairo und nach einem Aufenthalt von 2 Tagen nach Alexandrien, von wo aus die Weiterfahrt nach Triest fortgesetzt wird. Teilnehmer müssen sichspätestens bis den 20. Februar beim Palästina - Informationsbüro des Zion. Aktionskomitees Wien II. Karmeliterplatz 1, anmelden, wo auch nähere'Auskünfte und ausführliche Prospekte zu erhalten sind. Verkaufsstellen des Jüdischen Hntionnlfonds für Marken, Telegramme und -Ansichtskarten.!. Bezirk: Cafe Marienbrücke, Rotenturmstraße (Kassa). „ J. Schlesinger, Buchhandlung, Seitenstettengasse 5. II. „ Cafe Stefanie, Stefaniestraße 2 (Kassa). VI. „ Bude der Kartellverb. Emunah Gamalah, Linke Wienzeile 40, Sout 2, täglich 6—8 Uhr abends. XL „ Max Kurzholz, Papierhandlung, Liechtensteins^-. 7. „ Cafe Bramer, Liechtensteinstr. Nr. 21 (Kassa). Hotelwesen in Palästina. Nach den schon jetzt vorliegenden Anmeldungen wird die Zahl der jüdischen Touristen, die im Frühjahr nach Palästina fahren, weit größer sein als in irgend einem früheren Jahr. Für die Erleichterung der Reise nach und in Palästina ist in den letzten Jahren vieles geschehen, und Reisen in Palästina bieten deshalb jetzt kaum größere Strapazen, als in Aegypten oder anderen Mittdmeeriändern. Dagegen hat das jüdische Hotelwesen in Palästina mit der Entwicklung des Touristenverkehrs nicht gleichen Schritt gehalten. Die jüdischen Hotels in Palästina mit wenigen rühmlichen Ausnahmen genügen nicht den Ansprüchen, die der Tourist zu stellen gewohnt ist Besonders fühlbar macht sich der Mangel eines großen und guten Hotels in dem neuen jüdischen Stadtviertel Tell-Awiw bei Jaffa, das infolge des dort herrschenden regen -jüdischen Lebens ein Anziehungspunkt ersten Ranges für die Touristen geworden ist Das Komitee von Tell-Awiw hat. sich zusammen mit dem Palästina-Industrie-Syndikat und der Anglo Palestine Company seit langem um die Errichtung eines modernen Hotels in Tell-Awiw bemüht Wie wir hören, besteht jetzt Aussicht, das auf 100000 Frcs. zu veranschlagende Baukapital zusammenzubringen, da sich einige reiche Gesinnungsgenossen in Rußland für das Projekt interessieren. Mit dem Bau soll aber erst begonnen werden, wenn sich ein im Hotelwesen erfahrener und über genügende Mittel verfügender jüdischer Hotelpächter gefunden hat' Das Hotel hat die besten Gewinoaussichten, weil sich Tell-Awiw in nächster Zeit bis zum Meeresstrand erstrecken wird, und das Hotel also nicht nur von der Touristensaison im Frühjahr, sondern auch von der Badesaison im Sommer profitieren könnte. Nähere Auskünfte können vom Palästinaindustrie-Syndikat Berlin W, 15, Bleibtreustraße 34/35, oder beim Palästina-Amt in Jaffa eingeholt werden. VeremsnacMchten. Wien. (Herzl-Kiub). .Jeden Mittwoch abend 8 h. Vortrag im Lokale II. Leopoldsgasse 31. Gäste willkommen! Der Herzl-Klub veranstaltet im März ein Maskenfest. Diejenigen Damen und Herren, die im Vorjahre dem Komitee angehörten und jene Personen, die dem Komitee diesmal beizutreten beabsichtigen, werden gebeten, sich schriftlich anzumelden. In die Hebräischkurse (für Anfänger und Vorgeschrittene) können auch noch einige Personen aufgenommen werden. Diese Woche spricht Herr Doktor B. Marmorstein über „Altsemitische Kunst.“ Wien. (Unterstützungsverein jüdischer Hochschüler aus Galizien.) Die Ausschusswahlen für .das Vereinsjahr 1913/14 ergaben folgendes Resultat: jur. David Schutzmann, Präses, iur. Adolf Blumenfeld und med. Benedikt Frommer, dessen Stellvertreter, iur. Josef Infeld, Schriftführer, med. David Goldschlag, Kassierer. Seit 10 Jahren arbeitet unermüdlich unser Verein, um unseren Kollegen aus Galizien in ihrer Notlage Hilfe und Beistand zu leisten. Immer waren wir bestrebt, soweit es ging, unseren Zweck im vollsten Maße zu erfüllen.^. Fast keiner unserer Kollegen, die der Hilfe tatsächlich benötigten, wurde abgewiesen. Die Unterstützungen, die wir erteilt haben, belaufen sich auf Tausende von Kronen. Wenn diese Summe für sich und für die vollauf berechtigte Existenz des Vereines spricht, so müssen wir dennoch bemerken, daß die letzte Krise in -Galizien die Reihen unserer notleidenden Kollegen verzehnfacht hat. Wir können leider mit den bescheidenen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, nicht allen jetzt an uns gestellten Ansprüchen gerecht werden und daher müssen wir uns an alle unsere Gönner und alle diejenigen, denen das Wohl unserer Jugend am Herzen liegt, mit der Bitte wenden, sie mögen unseren armen Kollegen helfen und nicht zulassen, daß so viele gesunde Keime für die jüdische Gemeinschaft verloren gehen. Die jüdische Opferwilligkeit hat nie versagt und wir hoffen zuversichtlich, daß sie auch diesmal nicht versagen wird. Wien. Auf Einladung der jüd.-akad. Verbindung „Zephirah“ sprach am 11. v. Mts. der Obmann der Nationalfonds - Sammelstelle für Oesterreich, Herr Dr. Emil Stein im Damensalon des Cafe City über die Tätigkeit des jüdischen Nationalfonds in Palästina und seine Aufgaben für die Zukunft. Der Vortragende beleuchtete den ungeheuren Anteil des N. F. ah dem kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung Palästinas und setzte die Grundlagen für eine künftige gedeihliche Arbeitsmethode auseinander.. Herr Dr. Stein, der das an sich trockene Thema durch gelegentliche Exkurse zu würzen und ungemein fesselnd und anregend zu gestalten verstand, erntete für seine ■ 1% Stunden währenden Ausführungen lebhaften Beifall. Linz. In einem verhältnismäßig kleinen Kreise, der hauptsächlich aus der jungen jüdischen Generation von Linz bestand, hielt am ersten Chanukaabend die Vereinigung jüdischer Mittelschüler ihre erste Makkabäerfeier ab. Nachdem Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Friedmann das Licht entzündet hatte, trug Frl. Emmi Klauber, deren Kunst das Maß des Dilletantismus weit überschreitet. Morris Rosenfelds , Chanukalichter“ auf das wirkungsvollste vor. Hierauf begrüßte Karl Schwager im Namen der Vereinigung die Anwesenden und legte in seiner Rede dar, warum die jüdische Jugend gerade das Fest der Makkabäer auf den Schild erhoben habe. Ernst Unger brachte Herzls schöne Skizze „Die Menorah“ ungemein wirkungsvoll zu Gehör. Dann folgte nochmals m. Klauber mit der meisterhaften Rezitation einiger Gedichte aus der Sammlung ..Junge Harfen“. Das Programm wurde bereichert durch unseren Gast, Herrn Techniker Abelis, der zwei „Legenden“ von Rappaport vorlas. Den Schluß und heiteren Teil bestritt Frl. Paula Schwager, indem sie wirkungsvoll und fein pointiert einige der besten Satiren Bedas vortrug. Diese erste derartige Feier in Linz machte auf alle Anwesenden einen großartigen Eindruck. Radantz. (Verein „Dorsche Zion“.) Am 29. November v. Js. fand die 33. ordentliche Generalversammlung des Vereins „Dorsche. Zion ‘ Radantz statt. In dem Tätigkeitsberichte erwähnt der Obmann, Herr Dr. Josef Bierer. daß im verflossenen Semester' ungefähr K- 600 für den Jüdischen Nationalfonds gesammelt und über 200 Schekolim abgeführt wurden und daß die zu den hohen Feiertagen zu Gunsten des Jüdischen Nationalfonds errichtete Neujahrspost ungefähr 3000 Briefe beförderte, die mit Nationalfondsmarken frankiert waren. Nachdem dem abtretenden Ausschüsse und dem Obmanne. Herrn Dr. J. Bierer, Dank und Anerkennung einstimmig ausgesprochen wurde, wurden Palästinabilder ausgelost Sodann faßte die Generalversammlung eine Resolution, in der sie gegen die Einführung der deutschen Unterrichtssprache im Technikum in Haifa protestierte. Ferner beschloß die ’ Generalversammlung einstimmig, Vereinsmitglied Herrn Nathan Harth, Bankier, Radautz, in Anbetracht seiner jüdischen philantropischen Tätigkeit ins , Goldene Buch“ des Jüdischen Nationalfonds einzutragen. Die hierauf vorffenommene Wahl ergab folgendes Resultat: Dr. J. Bierer, Obmann; Oberlehrer Seidner, Obmannstellvertreter; abs. jur. A. Tritt, I. Schriftführer; Dr.M Sternschuss, 11. Schriftführer; B. Lehrer, Kassierer; W. Rauchbach, Oekonom; N. F. Kommisser, L. Weidenfeld; W. Kranzdorf, Bibliothekar; ohne Funktion: Lehrer Bickel, Lehrer Hermann, J. Margulies, L. Wassermann. Liste der Ueberlänfer. November, Dezember 1913. Dr. Viktor Grünberger, Wien, ledig, Arzt, VIH, Albertgasse 47. — Rosa Bader, Wien, ledig, Kontoristin, XVII, Hoslingergasse 14. — Ernst Jokl, Wien, ledig, Privatbeamter. XIV, Mariahilferstr. 187. — Rieh. Jak. Landauer, Wien, ledig, Hochschüler, IV, Gr.Neu- Passe 4- — Alex. Mühlhofer, Arad (Ung.), ledig, rivatbeamter, XV, Sperrgasse 12. — Salomon Agal, Pressburg (Ung.), ledig, Kaufmann, VII, Burggasse 46. — Ida Bäumet geb. Bräun, Wien, verheiratet, Pasing- MüncRen. — Ella Maretzek, Semlin, ledig, Privatbeamtin, II, Pillerdorfergasse 2. — Brich Neumann, Raab, ledig, V, Margarethenstr. 136. — Lucie Bernstein, Wien, ledig, Artistin, II, Schrottgießergasse 3 — Marie Anna Skarda venvitw. Kreilsheim, Wien, verwitw., II, Cirkusgasse 33. — Emma Goldschneider, Radzichow (Gal.), ledig, V, Margarethenstr. 136. — Dagobert Schäumann, Budapest, ledig, Ingenieur, XX, KarlTMeisslstr. 5. — Lilli Agathe Elbagen, Wien, ledig, Private, III, Neulinggasse 28. —. Grete Lysmann geb. Schweinburg, Wien, verheiratet, Kaufmannsgattin, 1. Zuschrift der israel. Kultusgem. Lemberg. — Konrad Lysmann, Wien, verheiratet, Kaufmann, 1. Zuschrift der israel. Kultusgem. Lemberg. — Armin Schwarz, Temesvar (Ung.), ledig, Taschner, VI, Stumpergasse 34. — Frida Steiner, Wien, ledig, II, Cirkusgasse 5. — Alex Redlich, Gading, verheiratet, Ingenieur, II, Kaiser Josefstr. 44. — Josefine Fried, Trencsin Teplitz, ledig, Private, XVI, Hippgasse 39. — Michel Pollak, Oberdorf-Wigstadt, ledig, Kaufmann. I, Wipplingerstr.29. — Adolf Heller, Karolinenthal, ledig, Handelsangest, XIII, Reinigasse 17.— Felix Schiff, Breslau, ledig, Kaufmann, III, Weissgarberlande 38. — Emma Grünwald, Wien, ledig, Manipulantin, VI, Gumpendorferstraße 81. — Ph. Zelenka, Unter-Hralawitz, verwitwet, Agent, XVII, Gschwandnergasse 8. —; Käthe Braun, Wien, ledig, Kontoristin, III, Untere Weissgaberstr. 49. — Rud. Alex Eisler. Wien, verheiratet,- Kaufmann,- IV-, Belvederegasse 30. — Rosa Frankfurt, Wien, laut Zuschrift des K- K- Konsulats, Paris. — Emil Klein, Wien, laut Zuschrift der K-K. Hauptmannschaft Aussig. — Karl Kohn/Wien, ledig, VI, Brückengasse 16. — Malvine Käs, Wien, ledig, Schneidergehilfin,. VIII, Blindengasse 38. — Julius Krott, Wien, ledig, Schauspieler, XV, Gerstengassei. — Salomon Kien, Wisöwitz ledig, Privatbeamter, IV, Margarethenstr. 7. — Katharina Löbl, Malatzker, ledig. Private, IX, Roten Löwengasse 2. — Margarethe Weiss. Neupest, ledig, Gesangsschülerin, IX, Wahringerstr. 24. - ■ . t Jhilde Weiner Fritz Fernheim, Zahnarzt fl. Jf. der Verbindung „Jordanier“ im X. 3■ F- Wien Verlobte Girier > -- I jO. >1-=xxx. —K--»' jff» >-=°I fäaeßane Qrünspan ßuda cBornstein ‘Vermäßffe *Debrea (Safizien), im 'Dezember 1913. -» -<rr* 11 ■ . ■■■■ ■ yj Wien, VII., Siebensterngasse 1 und 2. Brautausstattungen. Der groQe illustrierte Katalog-gegen K 1-— in Briefmarken. MöbelS *migdrzw8& ■iüw'i wiww» Gesinnungsgenossen, verlanget in allen jüdischen Restaurants etc. Kellnerzettel des J. N. F. . . .