Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 41 (10.10.1913)
- Date
- 1913-10-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2438141-2438432-2438473--3837-2443636- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 41 mit Bögen und reichen Säulen und Kapitellen aus dem Felsboden aufragten. Ein dreistöckiger Palast lag noch fast ganz rekonstruierbar vor* ebenso runde, ovale und viereckige Grabtürme aus kräftigen Quadern. Auch wurden einige dition wird nach Erfüllung ihrer Aufgaben binnen wenig islamische Spuren gefunden. — Die Expekurzem nach Deutschland zurückkehren. * Antisemitisches aus England; London. Dieser Tage fanden im Londoner Maile-End Ersatzwahlen iii den Gemeinderat statt. Zur Besetzung gelangt das durch das Ableben Karl Stettauers freigewordene Mandat. Die liberale aPrtei hat mit Berufung darauf, daß 60°/o der Wähler Christen und nur 40b,o Juden seien, einen christlichen Kandidaten nominiert. Die Juden, die in diesm Wahlkreise zum größten Teile der liberalen aPrtei angehören, hätten gegen diese Kandidatur nichts cinzuwenden gehabt und dem Kandidaten schon aus Parteirücksichten ihre Stimme gegeben, wenn das liberale Wahlkomitee als Motivierung des Beschlusses nicht ausdrücklich erklärt hätte, daß es sich gegen die Kandidierung eines Juden energisch verwahren würde und nicht noch daran die Drohung geknüpft hätte, daß die christlichen Wähler für den Fäll, daß ein jüdischer Kandidat aufgestellt werde, entschlossen seien, ihre Stimmen dem konservativen Kandidaten zu geben. Diese antisemitische Art, für den christlichen Kandidaten Stimmung zu machen, hatte bei den Juden nur (den einen Effekt, daß sie von der Nominierung eines eigenen Kandidaten zwar absehen, dafür aber die Parole ausgaben, daß kein Jude einem Kandidaten die Stimme geben könne, der sich um das Mandat mit antisemitischen Schlagworten bewirbt. — Um die „Freundschaft“ der Liberalen für die jüdischen Gesinnungsfreunde scheint es also im freien Albion ebenso schlecht bestellt zu sein, als bei uns in Oesterreich. * Die größte jüdische Bibliothek. Der kürzlich erschienene Jahresbericht 1912/13 der New Yorker Public Library zeigt, daß ihre seit einigen Jahren bestehende eigene. Abteilung für Hebraica und Judaica jetzt schon über 20.000 Bände zählt. Diese Abteilung, die in einem besonderen riesigen Saale untergebracht ist, ist in drei Klassen eingeteilt: die biographische, die Abteilung für Nachschlagewerke und eine Abteilung für eZitschriften. 1021 Bände behandeln die schöne Literatur in alt- und neuhebräischer Sprache; 1110 enthalten Jiddish-Literatur- und 696 strengere jüdische Wissenschaft und Kunst,' während 522 Bände Aufklärungen über jüdische Fragen, Antisemitismus, Zionismus und Itoismus bieten. Diese jüdische Bibliothek enthält auch eine hübsche Anzahl alter Bibeldrucke und Manuskripte. Aufruf. / f/J Jüdische Handels- und Industrie-Angestellte! Kolleginnen und Kollegen! Der XI. Zionistenkongreß gab dem Jüdischen Handlungsgehilfen-Verband die erwünschte Gelegenheit, Besprechungen über die Lage der jüdischen Angestellten abzuhalten. Kollegen aus ganz Oesterreich-Ungarn, Kroatien, Deutschland und Rußland folgten unserem Rufe und von vielen Orten sind uns zustimmende Kundgebungen zugegangen. Eine ganze Anzahl von neuen Pionieren des jüdischen Gewerkschaftsgedankens wurden solcher Art gewonnen. Die noch vielfach vorhandene rechtlose Lage der Angestellten, verbunden mit dem wirtschaftlichen Drucke, zwingt uns in eine Organisation, der Boykott, die Verdrängung und Zurücksetzung der jüdischen Angestellten im besonderen und das feindselige Verhalten vieler Berufsorganisationen zwingen uns zur Vereinigung in jüdischen Verbänden. Kernern von euch wird es unbekannt sein, daß die Bestrebungen, die jüdischen Angestellten aus ihrem Berufe zu verdrängen, allerorten einen großen Umfang angenommen haben. Es kann euch aber auch nicht unbekannt sein, daß viele Angestellten-Verbände diese Tendenzen fördern und keine Organisation diese für alle Angestellten schädlichen Bestrebungen bekämpft. Das Mäntelchen „lntemationalität“, das uns einst die Augen verhängt hat, hat tausend Löcher und Risse bekommen und was aus diesen hervorlugt, unterscheidet sich von der offenen Feindschaft der anderen nur durch die fetzige Hülle. Kollegen und Kolleginnen! Noch ist es Zeit. Noch seid ihr eine numerische Macht, die sich durchsetzen kann, wenn ihr es wollt. Und ihr müßt es wollen! Man hat die Juden in den Handel gedrängt Handel und Arbeit im Handel, das sind die letzten Positionen, die das jüdische Volk und in erster Linie ihr Kollegen zu verteidigen habet Fällt dieses letzte Bollwerk, dann sind wir aus dem Wirtschaftsleben ausgeschaltet. Der jüdische Proletarier verschwindet und die großen Massen der jüdischen Angestellten versinken in Nichts, werden zu Luftmenschen, Zum Lumpenproletariat Laßt euch von nichts beeinflussen, von nichts mehr blenden. Hütet euch vor denen, die sich eiire Freunde nennen! Erkennet die Lage! Schaüet das Riff, dem unser Lebensschiff entgegensteuert und wendet das Steuer, ehe Cs zu spät ist. Die Verdrängung der jüdischen Angestellten aus dem Handel wäre eine Katastrophe nicht riür für euch, sondern, sie würde den wirtschaftlichen und moralischen Ruin unseres Volkes bedeuten. Kolleginnen und Kollegen! Der J. H. V. hat die Zusammenfassung der jüdischen Angestellten zur organisierten Selbsthilfe angebahnt. Er trägt den jüdischen Gewerkschaftsgedanken mit Erfolg hinaus in alle von Juden bewohnten Länder. In seinen Reihen ist euer Platz! ing. Karl Neumann; Schriftführer: exp. Jakob Korn. Wien. (Vereinigung der mahr.-schlesis'chen zion. Ferialverbindüngen in Wien.) Am Samstag,, den 11. Oktober 1913, findet im Cafe Jägerhof, IX., Porzellangasse, eine Präsidialkonferenz statt, zu welcher alle Ferialverb. geladen Sirid. Beginn präz. 4 Uhr nachmittags. Wien. („Herzlklub“.) Sonntag, d€n i2.- d. M-, Ausflug: Hermannskogel, Zusammenkunft beim' Liebenbergdenkrnäl» 2 Uhr1 nachm. — Dienstag, den 14. d: M., Vorträg über ,jörgänisation8fragen“; Ref. Gg. Waldmann. Wien. (Jüdischer Turnverein Wien-Fürifhaus, Herklotzgasse 21.) Am Sonntag, den 12; Oktober, präz. 3 Uhr nachm., findet in der Turiihalle XV., Herklotzgasse 21, die XIV. ordentliche Generalversammlung unseres Vereines statt. Es ist Pflicht und Ehrensache eines jeden. Mitgliedes an der Generalversammlung teilzunehmen. Der jüdische Handlungsgehilfen-Verband: Für das Sekretariat: Benno Deutsch Samuel Strauß Wien, XVII., Palffygasse 18 wohin Beitrittsanmeldungen Und Zuschriften zu richten sind. JAKOB PINKAS im Neubau des -itf3 HOTEL NEW-YORK Td>3 Wien, II., Kleine Sperlgasse b bietet den P. T. Gästen allen Komfort. — KQcbe und Keller sind als erstklassig bekannt. Elegante un i geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. aus der Fabrik L. T. Piovati Central-Verkauf: M AX L U S TIG, WIEN L, Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. Versandt hach dem In-und Auslande. Solideste Bedienung. Preiskurante gratis u. franko. •C*D*C*D*CatO*C*D*CJK)*CHD«CHDeflroa Tanz - Institut I 2 für distinguierte Kreise § III., Taborstraße Nr. 20 a. S ® Direktion: Jacques Löw. | §Die P. T. Studierenden sowie Korporationen jl genießen Honorarbegünstigungen. g cMn)»eMomemomcMO»cmomatn>meM09eKom Vepeinsnarfirirtifen. Wien. (Zionistischer Verband ehemaliger Hochschüler.) Mittwoch, den 15. d. M., findet die III. ordentliche Generalversammlung statt. Ort: Cafe Pudier, I., Kohlmarkt 10. Zeit: 8Uhr abends. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht mit Kassabericht; 2. Neuwahlen; 3. Eveniualia. Nach Erledigung der Tagesordnung Vortrag des Gg. Dr. J. Kohn über: „Die jüdische Schule“. — Mittwoch, den 22. d. M„ Vortrag Dr. G. Wolf (Aerzte-Sektion) über „Jüdisch - soziale Aerztefragen“. — Mittwoch,, den 29. d. M., Vortrag des Gg. Ing. E. Fried über: „Der Prophet Jesaias“. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Wien. (Wiener: Zionistische Vereinigung.) Die Aussdhußwahlen hatten folgendes Ergebnis: Obmann : cand. ing. -• Karl N e u m a n n; Obmannstellvertreter: imv Jakob Landau; Schriftführer: exp. Jakob Korn; Kassier: exp. Arthur Berger; Beisitzender: iur. Max Ultmann. — Montag, den 14. d. M., findet um| 9 Uhr abends, im Cafe City, eine Abschiedsfeier für die Bb. cand. arch. Ernst Freud, der auf einige Zeit nadh München geht und Bb. J. U. C. Heinrich Glanz, der sich nadh Palästina begibt, um seine Kenntnis der hebräischen Sprache zu vervollständigen. — Dienstag, den 5. Oktober, findet um 1/2& Uhr ein Vortrag des Bb. J. U. C. Heinrich Glanz über „Heimatsliebe und Chfbat Zion“ statt. — (Akademische Sektion der Wiener zionistischen Vereinigung.) Die Ausschußwahlen ergaben folgendes Resultat: Obmann: iur. Jakob Landau; Obmannstellvertreter: cand. Wien. Der zionistische Mädchenverein „Moria“, II., Leopoldsgasse 31, hat seine Vereinstätigkeit wieder begonnen. Montag, den 13. Oktober, um i/jS Uhr abends, im Vereinslokale: „Vorlesung jüdischer Dichtungen.“ .— Gäste (Frauen und Mädchen) herzlichst willkommen. Wien. (Verein „Theodor HerZl“, IX., Hörigasse 4, Parterre.) Seminar: Hebräischer -Kufs Montag bis Freitag. — Samstag, den 11. Oktober: Diskussion über den XI. Kongreß. Beginn 8 Uhr abends. Wien. Die jüd.-akad. Verbindung „tvria“ gibt bekannt, daß Gg. Adolf Böhm ^aür ihrer Bude in nächster Zeit einen Vortrag über „Das jungjüdische Kulturproblem“ halten wird. Der Tag des Vortrages wird noch bekanntgegeben werden. — Die jüd.-akäd. Verbindung „Ivria“ teilt ferner mit, daß die Sammlung für den Herzlvvald, für di(e noch' immer Beträge einlaufen, in nächster Zeit abgerechnet sein wird, worauf der Ausweis erfolgt. Bei dieser Gelegenheit werden alle, welche mit der Abrechnung im Rückstände sind, dringend ersucht, gef. umgehend abzurechnen. Wien. (Akad. Verb. „Kadimah“) Die im G. C. vom 4. d. M. stattgefundenen Chärgenwählen ergaben folgendes Resultat: M. U. C. Felix . M a n d 1 X, J. U. G. Paul S t e r a XX F X, J. U.;C. Alax Schlamm XXX. Rzeszow. Die Chargenwahlen in der akademischen Verbindung ...„Makabea“ für das Wintersemester gaben folgendes Resultat: cand. iur. Samuel Laufbahn ■ iX, ■ cand. iur. Heinrich Reichmann XX, cand. iüri.Marcus Wachtel XXX. Jüdische Bühne. ... v V Abbazia. Am 20. v, M. fand in der Pension B r ei n e reineöffentliche;zionistische -Versamialuiig statt, bei der die Herren G öl db erg, Ä.-C. Mitglied aus Wilna, Dr. Glücksohm, Redakteur des „Haolam“ und Dr. Klätzkin aus Köln über den Stand der zionistischen Bewegung nach dem XI. Kongreß-, referierten!. Den Vorsitz der Versammlung, die ein 150—200köpfiges Kurpublikum aufwies, führte Herr Dr. Hermann K a d i s c h. Herr G o 1 d b e r g wußte in fesselnder Rede die Entwicklung und Größe der zionistischen Bewegung dem Publikum vor Augen zu führen. Herr . G o 1 d be rg besprach die ökonomische Seite im Zionismus; Er wies auf die Bedeutung und die .'Beliebtheit des J. N. F. hin, würdigte mit schönen Worten die Opferfreudigkeit Dr. T s c h 1 e n o f f s, dernun nach Berlin übersiedelt und sprach die Hoffnung aus, daß das E. A. C. nun durch eine neue arbeitskräftige Persönlichkeit verstärkt, weiter fortfahren werde,, in „Erez Israel“ Ersprießliches zu erzielen. Dr. Klätzkin schilderte in tiefdurchdachter Rede die Ethisierung des Judentums durch den Zionismus. Der Zionismus ist die Menschwerdung des Judentums. Als letzter Referent sprach Herr Dr. Glücksohn, der vornehmlich die Wichtigkeit der zu gründenden hebräischen Universität betonte' ündf auf den großen kulturellen,, moralischen und auch wirtschaftlichen Einfluß hinwies, den die Gründung eines solchen Kulturzentrums in Palästina nach sich ziehen würde. In: der Diskussion sprachen. noch die Herren: .Dr. Kadi s c h, Dr. Morgenstern, Dr. Pick (Misrachi). G. K. Kremsier. Samstag, den-.4. d.-M.,- fand im Sitzungssaale der hiesigen . isr. ■ Kultusgemeinde eine vom Kultusvorstande - einberufene Protest- Versammlung anläßlich des bevorstehenden Kiewer Ritualmordprozesses statt, in welcher Herr Rabbiner Dr. Schweiger über die Ethik des Judentums sprach und die Beschuldigung, daß die Juden Blut für rituelle Zwecke benötigen', widerlegte. Hierauf gelangte eine von Herrn.Dr. Adolf Brand beantragte, dem Zwecke der Versammlung entsprechende Resolution zur einstimmigen Annahme. Herr Kultusrat Ignaz Brauchbarwurde von der Versammlung , beauftragt, die Kultüsgemeinde bei der für den 6...‘.d:’ M. in Wien einberufenen ProtestversammJung det österreichischen Kultusgemeinden zu..vertreten. Den 5. d. M. hielt Herr Dr. Vjktpr- Al'tar .aus Olmütz über Einladung der F.eriajv.erbindung „Ossid“ seinen Rechenschaftsbericht über - den XI. Zionistenkongreß. Redner , schilcjerte -, zunächst die Eindrücke, die der 'Kongreß.JLei' Zio- 7817 239871