Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 34 (23.8.1913)
- Date
- 1913-08-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2438141-2438432-2438466--3752-2443544- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite (5 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 34 ein reizendes mit Dahlien begrenztes Angebinde erhielt. Auch an ernsten Darbietungen sportlicher Art fehlte es nicht. Der in der_ kleidsamen Sportdrei) erschienene Radautzer Spörtklub„Hagwirah“ hatte Gelegenheit, seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete leichtathletischen- Sports zu zeigen und es kam zu spannenden Konkurrenzen im 200m-Lauf, Speer- und Diskuswerfen un'd im Stabhoch- und Hochspruhg. Besonders hervorragend waren die Leistungen der Herren Adolf Druckmann, der den ersten, Preminger, der den zweiten, Tamler, der den dritten Preis in diesem Fünfkampf erhielt Das farbenfreudige und prächtige Fest, das allen Teilnehmern lange noch in Erinnerung bleiben wird, währte bis 11 Uhr abends, worauf dann noch ein improvisierter Tanz in den Räumlichkeiten des Hotel Bristol stattfand, der die Teilnehmer bis zum frühen Morgengrauen in (animierter Stimmung beisammenhielt. Die österreidiiKdie Judenheit bringt den Verhandlungen des XI. Zionistenkongresses ein besonders lebhaftes Interesse entgegen. Es ist upsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß ein objektiver Bericht über diese Verhandlungen zur Kenntnis der gesamten jüdischen Öffentlichkeit gelangt Die „Welt“ bietet in ihrer täglichen Kongreßausgabe einen Bericht über die Verhandlungen des Kongresses, der an Vollständigkeit und Genauigkeit nichts zu wünschen übrig lassen wird. Es wird jedem Gesinnungsgenossen einleuchten, welch wertvolles Propagandamittel wir in dieser Kongreßausgabe besitzen. Seine (Wirkung hängt in erster Linie von der Verbreitung ab. Daß jeder Zionist Oesterreichs sich aus der Kongreßausgabe der „Welt“ über den Gang der Verhandlungen orientieren muß, ist selbstverständlich. Wir erwarten aber von unseren Gesinnungsgenossen, daß sie dieses wirksame Propagandamittel benutzen werden, um die uns fernstehenden jüdischen Kreise über den Kongreß aufzuklären und damit die Tätigkeit einzuleiten, die unmittelbar nach dem Kongreß die gesamte zionistische Organisation Oesterreichs vornehmen wird. Gesinnungsgenossen] Benutzet die . _ kurze Zeit) die uns noch vom Kongreß trennt und werbet überall Abonnenten für die Kongreßausgabe der „Welt“. Bestellungen zum Bezugspreise von K 3.—, 2.80 sind bis zum 28. August an den Verlag der, ,Welt“ in Berlin W. 15, Sächsisdiestraße Nr. 8, später nach Wien, I., Giselastraße 12,, zu richten. Die flusländerfrage an den deutfdien Universitäten. Im Aufträge des Präsidiums des Bundes jüdischer Korporationen hat Herr Rechtsanwalt Doktor Salli Hirsch in Angelegenheit der Ausländerbewegung an den deutschen Universitäten im Kultusministerium um eine Audienz nachgesucht. Rechtsanwalt Dr. Hirsch wurde von dem für die Ausländerfrage zuständigen Dezernenten, dem Geh. Oberregierungsrat Tilmann empfangen und hatte Gelegenheit, den Standpunkt darzulegen, den der B. j. C. und mit ihm alle aufrechten Juden in der Ausländerfrage einnehmen. Der Vertreter des B. "J. C. wies darauf hin, daß es sich bei den „Ausländern“ um russische Juden handle, denen wegen ihrer Zugehörigkeit zum Judentum durch eine raffiniert abgestufte Prozentnorm' das Studium in Rußland unmöglich ge- •macht sei; er legte ferner'dar, was die Möglichkeit des Studiums für die russischen Juden bedeute, wie eigentlich nur durch das Studium ein sozialer, kultureller und -auch politischer (Wohnungsrecht!) Aufstieg der russischen Juden möglich sei. Herr Geheimrat Tilmann, der diesen Ausführungen — wie sich insbesondere auch aus Zwischenfragen ergab — mit Interesse gefolgt war, betonte, daß er kein Antisemit sei und sich bei der Bearbeitung dieser Angelegenheit nur von rein sachlichen Erwägungen leiten lasse, aber er fügte hinzu, man könne nicht verlangen, daß die preußische Regierung von .Maßnahmen, die sie als notwendig anerkannt habe, nur deshalb Abstand nehme, weil der größte Teil der davon Betroffenen Juden seien. (Die heuchlerische Wendung ist kennzeichnend. Gerade wegen der Juden ist ja die „Notwendigkeit“ dieser „Maßnahmen“ erkannt worden. Anm. d. Red.) Als Dr. Hirsch darauf fragte, ob etwa schon irgendwelche Beschlüsse vom Kultusministerium in der Frage gefaßt seien, verneinte dies der Geheimrat und erklärte, die Angelegenheit befinde sich noch „im Stadium der Erwägungen“. Dr. Hirsch wies nunmehr darauf hin, daß die Zurückweisung der Ausländer auch vom Standpunkt desDeuf- . sehen Reidies aus nicht vorteilhaft sei, da die Ausländer, die in. Deutschland ihre Ausbildung genossen hätten, später, wenn sie in Rußland - als Aerzte tätig seien, ihre reichen Patienten indie deutschen Bäder und zu den deutschen Autoritäten zu senden pflegten. Dieser Gesichtspunkt schien Geheimrat Tilmann durchaus einzuleuchten. Der Vertreter des B. J. C. unter-i breitete ihm darauf folgenden Vorschlag, dessen Anregung von Herrn Dr. Weißenberg in Berlin, ausgegangen ist: Für den Fall, das beschränkende Maßnahmen durchaus nicht zu vermeiden seien, sollten von den an fast allen Universitäten zahlreich vorhandenen Privatdozenten und Assistenten Parallel- oder Ferienkurse für Ausländer abgehälten werden, deren Absolvierung dem Besuch der ordentlichen Kurse in jeder Beziehung gleichzustellen sei. Hierdurch würden sich Beschränkungen in der Zulassung zur Imr matrikulation vermeiden lassen, es werde -genügen, wenn die Ausländer lediglich hinsichtlich der Zulassung zu. den ordentlichen Kursen beschränkt und so in ihrer Mehrzahl zur Teil-, nähme an ' dem Parallelkurse genötigt, würden. Dieser Vorschlag schien Herrn Geheimrat Tilman sehr beachtenswert und ■ er versprach, ihn auf seine Durchführbarkeithin zu prüfen. Der Vertreter des B. J. C. überreichte zum Schluß ein Memorandum, in dem die Hauptgesichts-i punkte seiner. Ausführungen schriftlich nieder-’ gelegt waren. Herr ' Geheimrat Tilmann versprach deren Berücksichtigung. PapteisNadiriditen. 12. Schekelausweis. (Inneröstefreich.) Ing. .Läufer 1.20; Bar Kochba 48.—; Ing. Deutsch 4.80; Innsbruck 3.60; Thau Saphiel.20; Schmiedek Otto 14.40; Zephyrah 4.80; Kadimah 6.—; zusammen 84.—; bereits ausgewiesen 2828.80; in Summa K 2912.80. * Die „Bezalel-Aussteilung“ wird bereits am 29. August eröffnet. Alle Wiener Juden werden gebeten, (die Ausstellung zu besichtigen und Einkäufe dortselbst vorzunehmen. Es gelangen auf der Ausstellung handgeknüpfte Teppich in allen Größen und Preislagen, Silberarbeiten in Filigran und Treibarbeit, Damaskusmetallarbeiten Sowie Batikarbeiten in Metall und Holz zum1 Verkauf. * Das Präsidium . des Jüdische n- H ’o .c h - s ch u 1 a us s ch us-s es, Wien, ladet sämtliche in Wien weilende Obmänner und Ferialleiter der im Hochschulausschüsse vertretenen Korporationen zu einer dringenden Beratung in Angelegenheit des nahen Kongresses für Montag, den 25. d. M., pünktlich' 8 Uhr abends,’ ins Cafe City, IX., Porzellangasse 1 (1. Stock) ein. Für das Präsidium: Dr. M. Präger. _ Kongreßwahlen. Die bisher staitgefuridenen Wahlen zum XL Zionisten-Kongreß in Wien, aus dem Landesverband Westösterreich hatten folgendes Ergebnis: Distrikt Inner-Oesterreich.' Delegierter: Adolf Böhm, Wien;- Obering. Robert Stricker, Wien; Dr. Egon Zweig, Wien; Dr. Jakob Ehrlich,jWien; Pr. Paul Weisengrün, Wien; Dr. Karl Pollak, Wien; Dr. Georg Weiner, Wien; Frau F. Weiß, Wien; JLucian Brunner, Wien; Oskar ' Freudmann, Graz.* .Ersatzdelegierte: Max-’ Markus, J. H. Wahltuch, Isidor öewitsch, Alexander Geller, . Leopold Sitzmann, Dr. Isidor Margulies, Dr. Ch. . Woffmann, Frl. Gisela Kohn, Adolf Brecher, Karl Fischer. - Distrikt: Mähren.und Schlesien. Delegierte:. Richard Weißenstein, Iglau; Dr. Albert Schönhof, Brünn; Dr. Viktor Altar, Prossnitz; Julius Neumann, Prossnitz; Max Schwarz, Troppau; Oskar Sieben, Ung.-Hradisch; Leo Krieger, M.-Ostrau;' Gustav Finzi, Troppau; Oskar Huber, Olmütz; DnW.'Wagner, Bielitz; cand. med. Isidor Müller," Teschen. Ersatzdelegierte: Obering. Friedr. Glas, ' Dr. Karl Sonnenfeld, Julius Neuman, Dr.. Viktor Altar, Ernestine Spiegel, Armin Lemberger, Leop. Löwy, Albert Schlesinger, Josef Grünberger, Dr. Mich. Berkowicz, Dr. Ing. Arthur Felix. * Tagesordnung des Delegiertentages der zionistischen Föderation „Misrachi“ in Wien, IV., Restaurant Huebnen, Alleegasse 8, am Sonntag, den 31. August 1913 und Montag, den 1. September 1913. Beginn der Tagung: 4 Uhr nachmittags. I. Sitzung: a): Eröffnungsrede — Dr. Franck, Begrüßungen, Wahl des Präsidiums; b) Bericht über die Tätigkeit während der Kohgreßperiode — Referent: .Dr. Franck; c) Finanzbericht — Referent; Rechtsanwalt David; d) Generaldebatte. Montag, den -11 September 1913. Beginn: 10 Uhij vormittags. II. Sitzung: e) Bericht über Palästina-Arbeit —/ Referent: Rabbiner Fischmann, Jaffa; f) Bericht über Tachkemoni — Referent: S. Wolff, Antwerpen. * Debatte. Nachmit-i tags: III. Sitzung: g) Referat über Agitation und Propaganda — Referent: Redakteur Berlin; h) Organisation — Referent: Rechtsanwalt David, Debatte; i) Wahlen; k) Diverses. * PaläsfinajGesellsifiaftsreise anläßlidi Oes XI. Zionlsfen-Rongresses. Um den Teilnehmern des XI. Ziönistenkongresses in Wien Gelegenheit zu geben, eine Reise nach Palästina zu unternehmen, wird im' Anschluß an denselben mit dem Eildampfer des Oesterr. Lloyd eine große Gesellschaftsreise veranstaltet. Da man auf eine große Teilnehmerzahl rechnen kann, werden ' die Fahrpreise außerordentlich ermäßigt sein. Das Programm sieht eine Reise durch ganz Palästina vor und es ist deshalb den Teilnehmern Gelegenheit gegeben, fast alle, jüdischen Kolonien und Städte von jüdisch-historischer Bedeutung aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Die Landung erfolgt in Beyreuth, von hier gehen Wagentouren über die alte Stadt Zidon nach der herrlich gelegenen Kolonie Metullah, wo über Samstag Ruhe gehalten wird. Von Metulah geht es weiter über Mischmar- Hajarden und Jessod-Hamaalah nach Roschpina und Tiberias, von wo aus über die Tiberiasseegegend der Weg nach Haifa fortgesetzt wird. Von Haifa geht die Route über Sichron- Jakob durch schöne Orangengärten nach Pet-, hach Tikwa. Nachdem die jüdischen Kolonien- Rischon le Zion und Rechowoth besucht werden, führt der Weg über das hochinteressante judäische Hochland zur alten Davidstadt Jerusalem. Hier ist ein Aufenthalt von vier Tagen vorgesehen, während deren alle historischen Denkmäler und sehenswürdige jüdische Institute besichtigt werden. Von. Jerusalem geht der Weg über den Herzlwald. nach Jaffa, wo der nach’ Triest abgehende Dampfer bestiegen wird. Reisekosten pro Person: . Wien—Triest und retour Schnellzug I. KL Frcs.' 130.—; II. Kl. Frcs. 90.--; III. Kl. Frcs. 30.—; Personenzug I. Kl. Frcs. 100.—; II. KI. Frcs. 70.—; III. Kl. Frcs. 22.—. Triest—Palästina und retour (bei mindestens 20 Teilnehmer) I. Kl. Frcs. 660.—; II. Kl. FrcSL 420.—; III. Kl- Frcs. 322.—. „ ' Kosten des. 19tägigen Aufenthaltes in Palästina für Teilnehmer-I. und II. Kl, Frcs. 400.—,- III. Kl. 'Frcs. .32.0,—; für rituelle Verpflegung! an Bord wird Sorge getragen. Das Reiseprogramm für Palästina wird vom Reisebureau Emanuel Sachs in Jaffa unternommen und durchgeführt. . . Teilnehmer müssen sich spätestens bis zum 20. August d. J. beim Palästina-Informationsbüro in Wien, II., Karmeliterplatz 1, anmelden, wo ausführliche Prospekte zu erhalten sind. Die Niederlage der Karmelweine befindet sich bei S. Steinhart, Weinhandlung, II., Rotensterngasse 22. Telefon 17348. Jüdifdier Sport. Sportklub „Hakoah“ (Leichtathletik - Sektion); Vergangenen Sonntag war es der Leichtathletik-Sektion des Sportklub „Hakoah“- möglich,-auf dem Sportplatz des W. A. F. in Hütteldorf bei Anwesenheit einer ziemlich scharfen Konkurrenz (13-Vereine traten in den Wettbewerb) im. Rahmen des leichtathletischen Neunkampfes für -die Klubs aer II. SpieJ-Abteilungi unter der Patronanz des .österr. Leichtathletik- Verbandes sich in der Gesamtklassifizierung der Vereine, unter denen sich auGh der vorjährige Verteidiger, die . Stockerauer Sportvereinigung 4907 und aer Währinger Bycicle-Club befanden' und-als hohe Favorits galten, an erster Stelle zu placieren und sich damitfür heuer 'den ausgeschriebenen Ehrenwanderpreis des österr. L.-V. zu sichern. In überraschend imposanter Manier vermochte die Hakoah 18 Punkte zu’ erkämpfen, eine Rekordzahl, wie das „Neue. Wiener Tagblatt“ schreibt, im Vergleich zu den früheren Laureaten, dem Sportklub Hertha, der 1911 9 Punkte und der Stockerauer Sportvereinigung, die 1912 12 Punkte erreichten. Nicht unerwähnt sei, daß die Leistung der Hakoah durchwegs einen Ihöh'en Durchschnitt und eine gleichmäßige Schulung aufwies, indem sie sich von 9 Konkurrenzen in 8 placieren konnte und hier wieder mit zwei III. Plätzen, 5 II. Plätzen und 2 I. Plätzen (einzelne Plätze sind gute österreichische Leistungen wie 100 m Mallaufen in 11,2 Sekunden und 4 mal 100 m Stafette auf Grasbahn mit stehendem Start 50,6 Sekunden). Vermutlich werden die erfolgreichen Leichtathleten auch im kommenden Jahr in der Lage sein, ihre Klubfarben in gleicher Weise zu vertu *rv-7~