Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 32 (8.8.1913)
- Date
- 1913-08-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 dem Lande verwachsen bleiben. So ist jede zionistische Palästinareise für Volk und Land von unschätzbarem Vorteil, da sie die Einheit dieser beiden Elemente der jüdischen Zukunft wieder herstellt. Wie besonders erst diese von der spezifischen Kongreßstimmung getragene Fahrt! Vom Zionistenkongreß nach Palästina, von der Tagung des organisierten jüdischen Volkes in das jüdische Land! Wohl denen, die diese Eindrücke in unmittelbarer Folge auf sich wirken lassen können! Dr. Georg Weiner. BiMlig 0110 01100 WEINBERG Wien, II., Taborstr. 17 [Hirschenhaus] Neue Inselbände: Huch, Wonnebald.Pück; Hebbel, Gedichte; Knaben-Wunderhom; Goethes Urfaust; Mann, Auferstehung; Taine, Balzac; Hallström, drei Novellen; Stendhal, Römerinnen; Schroeder, deutsche Oden; , Bahr, Marsyas; Tolstoi, , Volkserzählungen; Stifter, Nachkommenschaften; Legenden d. hl. Franz; Herzog Ernst v. Bayern; Emerson, Goethe; Tolstoi, Schneesturm. Jeder Band gbd. 60 h. Antiquariat. Provinzversand. Jüdisdier HandlungssGefiilfensVeröanö, Wien. Trotz der einer regen Organisationsarbeit sicherlich nicht günstigen Zeit, entwickelte dieser Verband in den letzten zwei Monaten eine intensive Agitation. , Das immer größer werdende Netz von Ortsgruppen, die fortschreitende Organisation ganzer Betriebe in Wien, erforderten eine Anzahl von Agitationsversammlungen und Personalbesprechungen, während andererseits die dringlichen Wirtschaftsfragen, wie Siebenuhrsperre und Novellierung des Pensionsversicherungsgesetzes, Kampf und Abwehr von selbst herausforderten. So fanden Versammlungen statt in Wien: am S. Juni, Thema: „Die 7 Uhr- Sperre in Wien“; am 6. Juli, Thema; „Der Lehrling und sein Recht“; ferner 2 Jugendversammlungen und 6 Personalbesprechungen. In Gö^Lifrjr^ atri 29. Juni, Thema': „Der Ang es t-e 11/t eittn d/s'e In.e f-u cfit:.', fitiTng.r Hradischc am 30. Juni, Thema: „Die Sprachenfrage und ihre Bedeutung für den k au.f m ä nnischen Angestellte n.“ In Proßnitz: am 3. Juli, Thema: „Staatshilfe oder Selbsthilfe.“ In Dombrau: Jugendversammlung. In Bielitz, am 8. Juli: Propagandaversammlung. Besonders dieletzterwähnte Versammlung, in der Koll. Benno Deutsch aus Wien referierte, gestaltete sich infolge der Anwesenheit einer großen Zahl Mitglieder des sozialdemokratischen „Zentralvereines“ sehr stürmisch und interessant; aber alle Mühe der Gegner, durch alte, abgedroschene Phrasen;die jüdischen Angestellten vom Eintritt in . den J. H. V. abzuhalten, sowie alle Verdrehungen und Verdächtigungen verfehlten ihr Ziel. Sonntag, den 3. August, fand eine neuerliche; Versammlung statt, in welcher : über 30 Kollegen ihren' Beitritt anmeldeten und ein Proponentenkomitee wählten, welches die Statuten der, neuen: Gruppe bereits überreicht hat. Auch in Göding hat sich am 13. Juni das Proponentenkomitee der Ortsgruppe gebildet und die Statuten überreicht; das Verdienst an dieser Gründung trägt vor allem Koll. Oskar Herzog, der,;, unermüdlich für den J: H. V. wirkte. Während der letzten Monate traten über 200 Mitglieder dem Verbände bei. . Nachfolgend veröffentlichen wir die gegen- .wärtige Liste der Ortsgruppen und Vertrauensmänner. des J. H,V: :; Zentrale: Wien, II., Tabörstraße 11b. Postspark.-Konto 82.633. Verbandslokal, mit Lesehalle: Täglich geöffnet von 1/28—1/0IO Uhr abds; Sekretariat: Täglich geöffnet von 1/28—i/slOUhr -abends; Rechtsangelegenheiten und Stellenvermittlung: Täglich von V28—VelO Uhr abends, Sonntag von 10—12 Uhr vormittags. Bibliothek: Dienstag von 8—9 Uhr abends, Sonntag •von 10—11 Uhr vormittags. — Bielitz: Erwin Taskier, in Firma E. Perls Söhne. — Dombrau- Orlau: Verbandslokal: Hotel Kania, Orlau. Zuschriften an Koll. Johann Thaler, Dombrau. — •Freistadt: Zuschriften an Koll. Artur Löwy, Bleiche. — Göding: Armin Hegyesi, in Firma Julius Hoitasch. — Jägerndorf: Zuschriften an Koll. Adolf Rübner, Franz Josefsplatz. — Karwin: Zuschriften an Koll. Otto Raik. — Mähr.- Ostrau: Verbandslokal: Cafe Union. Zusammenkunft jeden Samstag abends. Zuschriften an Koll. Isidor Fischer, Bahnhofstraße 18a. — Oderberg: Robert Safier, Oderberg I. — Otmütz: Zuschriften an Koll. Artur März, Laudonstraße 29. — Prag: Robert Chitz, VII., Hermanngasse 14. — Proßnitz: Zuschriften an Otto Hochwald, in Firma Seliger u. Ruhdörfer. Verbandslokal: Jüdisches Kasino. — Rakonitz: Louis Hirsch. — Teschen: Rudolf Eichner, in Firma A. Brüll & Söhne. — Troppau: Leopold Wulkan, Rosengasse 14. — Ungarisch-Brod: Zuschriften an Koll. Max Neumann. — Ungarisch-Hradisch: Verbandslokal: Cafe Fiedler. Zuschriften an Koll. Rud. JokI, Ungarisch-Hradisch. — Ungarisch- Ostra: Zuschriften an Koll. F. Treibl, in Firma Hahn. Von der Baron fiirsdi Stiftung. Ueber die Tätigkeit der Stiftung im Schuljahre 1911/12 erstattet . das Kuratorium nachstehenden Bericht, der soeben erschienen ist und dem wir folgendes entnehmen: „Im abgelaufenen Schuljahre wurden in den 43 Schulen der Baron Hfrsch-Stiftung von 152 Lehrpersonen, und zwar 124 Lehrpersonen für die Volkschulgegenstände und 28 Lehrpersonen für das Hebräische, in 140 Klassen, 6024 Schüler unterrichtet. Von den 42 Stiftungsschulen besitzen 33 das Oeffentlichkeitsrecht. 1 , Von den 41 in Galizien bestehenden Schulen waren 18 höheren und 23 niederen Typus, 32 Schulgebäude sind Eigentum der Stiftung. An 11 Orten wurden Schulräume gemietet, wofür 12.697 K 24 h an Mietzins entrichtet wurden. In Jagielnica wurde mit einem Kostenaufwande von 24.086 K 4 h das bisher von der Stiftung gemietete Gebäude käuflich erworben. Für das neue Schulgebäude in Tlumacz wurde in diesem Jahre die letzte' Baurate» von 13.714 K 60 h entrichtet, so daß sich die Gesamtkosten auf 24.509 K 34 h belaufen. Neben den Volksschulgegenständen wurde an 8 Schulen von. 8 Lehrern in 17 Abteilungen an 211 Kinder Unterricht rin- HaridfeFfigkeit-^^löjdyTfbrteitfc .vFür' die? An"-» Schaffung von Slöjdmaterialien und Werkzeugen Erteilung dieses Unterrichtes 1119 K 50 h verausgabt. Der an den Stiftungsschulen in Tarnow, Gologöry und Sassöw eingeführte Werkwurden 926 K 21 h, an Remunerationen für die unterricht hat besonders befriedigende Resultate gezeitigt. Auch in diesem Jahre wurde den Lehrern wiederholt nahegelegt, der Pflege der Jugendspiele, dem Turnunterrichte und der Veranstaltung von Ausflügen vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es haben am Turnen 5204, an Jugendspielen 4681 und an? Ausflügen 4007 Schüler teilgenommen. Der Schulbesuch,; sowie die durch den Unterricht erzielten Resultate können nach wie vor in den meisten Schulen als sehr befriedigend bezeichnet werden. Auch in diesem Jahre wurden nich.t allein .bei den von den Stiftungsschulinspektoren, sondern auch von mehreren Landesschulinspektoren und fast sämtlichen Bezirksschulinspektoren vorgenommenen Visitationen beinahe durchgehends sehr gute, in einzelnen Fällen ausgezeichnete Resultate konstatiert. ‘ Seine unausgesetzte Fürsorge wendete das Kuratorium der Besserung der materiellen Lage der Lehrerschaft zu. Außer dem für den 'Unterricht für Volksschulen verausgabten Betrage von 458.512 K 71h wurden für Unterstützung aer Kinder durch Verteilung von Büchern, Heften und sonstigen Schulrequisiten 12.877; K 70 h .verausgabt. Dem Bedürfnis der Stiftungsschüler ientsprechend, hat 'das Kuratorium. dafür Sorge getragen, daß für diese besondere hebräische Lehrbüch'er gedruckt wurden, welche es den ärmsten Kindern unentgeltlich verabfolgt. Die Zahlder im abgelaufenen Schuljahre abgehaltenen Abendkurse betrug 14, dieselben wurden von .496 Schülern' besucht, von 31 Lehrern geleitet und erforderten eine Ausgabe von 2526 K 10 h. In diesen . Abendkursen wurden Analphabeten, die das schulpflichtige- Alter überschritten hätten, in den Volkschulgegenständen unterwiesen, ferner wurden Knaben, die bei Handwerkern oder Geschäftsleuten untergebracht waren, weiter unterrichtet. Auch Knaben und Männer, die Kenntnis der Volksschulgegenstände hatten, wurden speziell in Gegenständen unterrichtet, die ihnen bei Ausübung ihres Berufes besonders von Wert waren, wie z. B. Schlosser, Drechsler, 1 ischler im Zeichnen, Kommis im Rechnen usw. Im Laufe des Jahres wurden auf Kosten der Stiftung 131 Lehrlinge neu aufgenommen, so daß nach Abrechnung von 113 Austritten durch Freisprechung, Auswanderung oder Aufgebung der Lehrstelle am 1. September 1912 436 Lehrlinge verzeichnet waren.“ Ras dem jüöifdien beben. Sieg der oppositionellen Kandidaten bei der Kultusgemeindewahl. Aus Z n a i m wird uns mitgeteilt: Sonntag den 3. August fand die Wahl aus dem zweiten Wahlkörper der hiesigen Kultusgemeinde, unter einer bis jetzt unerreicht regen Beteiligung der ganzen Wählerschaft, statt. War es doch zum erstenmal, daß ein geeintes oppositionell-jüdischnationales Komitee den offiziellen Kandidaten eine eigene Kandidatenliste entgegenstellte. Dank der überaus eifrigen Agitation der jüdischnationalen Studenten wurden sämtliche Kandidaten der Opposition mit überwältigender Majorität gewählt, und zwar vereinigen sie 77°/o aller abgegebenen Stimmen au fsich. Gewählt wurden in den Kultusausschuß: Heinrich Läufer, Phillipp Much, Josef Tandler, Samuel Scheuer, Karl Minkus. Als Ersatzmänner : Arnold Zweigenthal, Josef Rosenfeld. In den verstärkten Ausschuß: Aron Scheuer, Ignaz Wallisch, Jakob Schön, Johann Wertheimer, Friedrich Haas. Gg. Josef Hirsch gestorben. Am Samstag, den 2. August I. J., starb in Wien der Lederfabrikant Josef Hirsch im Alter von 52 Jahren. Montag den 4. d. fand das Leichenbegängnis unter starker Beteiligung von Freunden des Verstorbenen statt. ■ Josef Hirsch war langjähriges Mitglied des zionistischen Losvereines .und Vorstandsmitglied des Vereines zur Bekleidung armer, jüdischer Kinder in der Leopöfdstadt. Der Verstorbene erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Ehre seinem Andenken. Emigrantenfürsorge der Israelitisdien Allianz za. Wie* Während des Monates Juli 1913 wurden von der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 228 Emigranten, davon 215 rassische und 13 rumänische weiterbefördert, und zwar 153 nach den Vereinigten Staaten, 20 nach Argentinien, 23 nach Canada, 3 nach England, 12 nach Frankreich und 4 nach anderen Ländern. In ihre' Heimat zurückbefördert wurden .19 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Monate Juli für 39 Personen zusammen 124 Tage Logis und volle Verpfle-! gung bezahlt und an 116 Personen zusammen 455 Speisemarken für die Israelitische Volksküche ausgegeben. Jerusalemer Chronik. Zu den Reformen, die die Regierung in Palästina einführen will, gehört auch die Herausgabe einer amtlichen Zeitung, die demnächst in Jerusalem in arabischer und türkischer Sprache erscheinen wird. Jeder Beamte im Mutessariflik Jerusalem, der ein Mindestgehalt von 300 Piaster monatlich bezieht, wird diese Zeitung, die alle offiziellen Bekanntmachungen der Behörden veröffentlichen wird, abonnieren müssen. Der jüngst erschienene englische Konsularbericht konstatiert, daß die jetzige städtische Verwaltung von Jerusalem sich mancherlei Verdienste erworben hat. Die hiesige Regierung ist telegraphisch aufgefordert worden, Pferde für die Militärverwaltung in Konstantinopel anzukaufen. Eine hiesige Zeitung bringt die Nachricht, daß die französische Regierung die Absicht habe, in Jerusalem eine Akademie für Medizin zu gründen. Dieser Tage fand hier zum erstenmal eine Versammlung sämtlicher Jerusalemer Aerzte statt. Der Direktor <Jes Instituts zur Bekämpfung der Malaria, Prof. Mühlens, berichtete über die mit dem Jerusalemer Gesundheitsamt (begründet von dem amerikanisch-jüdischen Philan.hropen Nathan Straus) sowie mit der Gesellschaft jü- I discher Aerzte und Naturwissenschaftler getrof-