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Jüdische Zeitung · 1913-07-25 · 30 (25.7.1913) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
30 (25.7.1913)
Date
1913-07-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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fer. 30 ö P □ □ b ö roa6 BlölPläPl C JÖÜtSGHEjZjrfüNÜ. I. Mannschaft „Hakoah“ 1912 13. fr fl gr&ii I. Reihe: Dr. L. Weiß (Gründer der „Hakoah“), O. Grasgrün, Ing. S. Koiisch (I Kapitän) Jenö Gansl, J. U. C. Schönfeld, E. Horwitz, O Bnrian (Ersatz), Phil. A. Baar II. Sektionsleiter). II. Reihe: Dukes, R. Glas!, A. Koiisch. III. Reihe: E. Sträußler, W. Halpern (II. Kapitän), Exp. Ak. H. Rosenthal. SeltfL.t- Berirfit der IV. Genepalsersammlung des Spoptblub „Haboah“, Wien. (gegründet 1909). Mitglied der Jüdischen Turnerschaft Kreis Westösterreich, des Niederösterreichischen Fußballv.erbandes, des Verbandes Oesterreichischer Schwimmvereine, des Oesterreichischen Leicht- Athletik-Verbandes und des Bundes der österreichischen Amateurklubs (Schwerathletik). Sitz: Cafe Liechtenstein, IX., Liechtensteinstraße. Sportplätze: Hohe Warte, XIX., und An der. . oberen .alten Donau, XXL .;; : IV. Generalversammlung des Sportklub / „Hakoah“, Wien. Samstag, den 5. Juli 1913, Cate Liechtenstein. Um i';9 Uhr abends eröifnete der erste Vizepräsident Dr. J. H. Körner die Generalverversammlung und begrüßte die erschienenen Sportbrüder (ca. 200), dje Vertreter des jüd. Turnvereins „Fünfhaus“ und den Förderer des Klubs, Herrn Prof. Löw. Dr. Körner entschuldigt das Fernbleiben des Präsidenten Dr. Löhner und überbringt der Generalversammlung seine Grüße' und Wünsche zur gedeihlichen Arbeit. Das Protokoll der letzten Generalversammlung wird verifiziert. Hierauf hält Dr. Körner folgenden Bericht über das abgelaufene Jahr: „Liebe Sportbrüder! Das Jahr 1913 war für „Hakoah“ wieder ein Jahr der schweren Arbeit! Doch können wir mit Stolz feststellen, daß unsere Mühe von schönem Erfolge gekrönt wurde. Die „Hakoah“ hat heute, sowohl in jüdischen als auch arischen Kreisen einen gutklingenden und bekannten Namen. Man hat speziell in den arischen Sportkreisen herausgefunden, daß gerade das selbstbewußte Auftreten dieser jüdischen Kluhs die . beste Leistung desselben ist. Der „Beda-Abend“ im November 1913 brachte uns einen sehr schönen materiellen Gewinn, aber weitaus größer war der moralische Erfolg. Wir konnten an diesem Abend ein Publikum begrüßen, das sicherlich erst jetzt, nachdem wir durch dreijährige unermüdliche Tätigkeit unseren Namen zu Ehren gebrächt, die Zeit gekommen sieht, sich an unsere Seite zu stellen! Aber auch bei den Wettspielen unserer Fußballscktion zeigte unsere Zuschauermenge ein ganz bedeutendes Wachstum. Unsere Spieler hatten am Felde nicht ,blos für unsere Farben zu kämpfen, sondern mußten ihr Bestes geben, damit das jüdische Publikum mit Stolz vom Match Weggehen und jeder ein Agitator für unsere gute Sache werden kann!-Und jeder Zuschauer wurde es auch! Immer neue Leute kommen zu uns und immer größer wird das Interesse für unsere Arbeiten und Erfolge. Und bei diesem Vorwärtsschreiten konnte eine früher für unsern Sport indolente Gruppe auch nicht mehr Zurückbleiben und strömt jetzt förmlich in unsere Reihen. Es sind dies die Mittelschüler, die ja allen Nationen den besten sportlichen Nachwuchs liefern und auch bei uns einst die Träger der Arbeiten sein müssen! Ganz besonders müssen wir jene Stelle hervorheben, die in uneigennützigster Weise für uns vielleicht die beste Propaganda betrieb — die „Jüdische Zeitung“! Ihr gebührt unser aufrichtigster Dank! Unser Verhältnis zur Wiener jüdischen Turnerschaft hat sich im heurigen Jahre in jeder Beziehung gebessert und inniger gestaltet. Dies zeigt sich am besten in der gemeinsamen Vorarbeit zu den Veranstaltungen anläßlich des Kongresses! Am 7. und S. September findet im Rahmen des Zionisten-Kongresses auf dem Sportplätze der Vienna (Hohe Warte) ein jüdisches Turn- und Sportfest statt. Aus allen Ländern werden jüdische Turner und Sportsleute hieher kommen, um den versammelten Besten laus. Juda zu zeigen, wie.;fiie Worte unseres Führers Ajlax Nordäu über Muskeljudentum in die .Tat umgesetzt wurden. Wir Hakoahner werden in allen den Zweigen des Sportes, die wir betreiben, Gelegenheit haben, zu zeigen, was wir bisher erlernt haben, resp. wie nahe wir bereits in der kurzen Spanne Zeit an alle anderen Nationen herangekommen sind! Euer fleißiges Training ist das beste Zeichen dafür, daß Ihr alle die Bedeutung der turnerischen und sportlichen Veranstaltungen am Kongresse richtig erfaßt habet! Auch in den anderen sportlichen Verbänden, denen wir angehören, wird auf unsere Meinung gehört. Ganz besonders im Fußballverbande (zweite Spielabteilung), wo unsere Kollegen Eisler und A. Baar in aufreibender und unermüdlicher Weise wirken. Im Leichtathletenverbande, dem ich als Revisor die Ehre habe anzugehören, wird unserer Arbeit das größte Interesse entgegengebracht; kein Wunder, wenn man die Herren dieser Verbandsleitung kennt, die das Vorbild des gediegensten Sportsinnes sind. Auch im Schwimm- und Schwerathletenverbande widmet man unseren Sektionen die größte Aufmerksamkeit und das größte Entgegenkommen! Wir können also unsere Tätigkeit nach Außen als richtig aufgefaßt und überall anerkannt bezeichnen! Im Innern des Klubs sind wir auch vorwärtsgeschritten, aber noch nicht so weit, wie es heUiC berei.s angezeigt wäre. Die finanzielle Lage des Klubs muß noch erheblich gebessert werden. Immer haben wir noch unter der geringen Anteilnahme von Seite der Judenschaft zu leiden! Wiewohl die Anzahl der Förderer gewachsen ist, hat sie noch lange nicht die Höhe erreicht, welche die Größe und Ausdehnung des Klubs verlangt! Aus der Reihe unserer Gönner muß ich indes zwei ganz besonders hervorheben: Einer unserer aufrichtigsten Freunde, der stets mit Rat und Geldmitteln uns zur Seite steht, an unseren Erfolgen das regste Interesse nimmt und überall für uns wirbt, ist unser ausgezeichneter Gg. Herr Dr. Paul Weisengrün. Ihm wollen wir nicht mit Worten danken, denn es freuen ihn vielmehr unsere Erfolge als schöne Reden! Der andere Gönner des Vereins, dem wir die Möglichkeit verdanken, uns einen eigenen. Platz in Floridsdorf halten zu können, ist der (Club „Old Fellow“. Die Herren dieses Klubs geben uns nicht bloß Ihre materielle Unterstützung, zeigen nicht bloß das lebhafteste Interesse für unsere Arbeit, sondern sind die aufrichtigsten Freunde und Berater unserer Mitglieder. Auch ihnen wollen wir nicht! mit Worten, sondern lieber mit schönen Erfolgen unsern aufrichtigsten Dank abstatten! Bei der finanziellen Frage will ich Sie, werte Sportbrüder, mit der in den letzten Tagen erledigten Vereinbarung mit dem First Vienna-Footfall- Club bekannt machen. Wiewohl wir zu den Matches aut unserem Platze in Floridsdorfschon eine ganz ansehnliche Zuschauermenge herangezogen haben, können wir mit Bestimmtheit behaupten, daß die Anzahl der Zuschauer eine 20fache oder noch größere sein könnte, wäre unser Platz nicht so weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Durch das Vorrücken unserer Fußballsektion in die II.A-Klasse, die Vorstufe zur Erstklassigkeit, werden wir mit Mannschaften zu spielen, haben, die sich bereits einen Namen in der Sportwelt geschaffen; haben und die selbst über ein ansehnliches Stammpublikum verfügen! Wir mußten also Umschau halten nach einem Platz, der leichter zu erreichen ist. Und es ist uns gelungen einen der schönsten Wiener Plätze zu gewinnen. Wir werden von nun an alle unsere Wettspiele aut dem Sportplatz „Hohe Warte“ in Döbling austragen. Ich werde Ihnen später den Vertrag verlesen lassen, und Sie werden daraus ersehen, daß wir Dank dem Entgegenkommen der Herren von der Vienna durch diese Vereinbarung ganz entschieden besseren finanziellen Verhältnissen entgegen gehen. Auch die Ausrüstungsfrage des Rlubs hat sich im heurigen Jahre bedeutend gebessert durch das liebenswürdige Entgegenkommen unserer Bezugsquelle, der Firma Lazar. Das Verhältnis des von Ihnen in der letzten Generalversammlung gewählten Ausschusses zu den Mitgliedern hat sich derart gestaltet, daß diese höchste Instanz des Klubs immer und in allem das richtige Verständnis fand, ihre Anordnungen immer befolgt wurden '.und die Vereinsangehörigen sich gerne auf die Entscheidungen ihrer Leitung verlassen haben. Das Einvernehmen unter den Mitgliedern war das denkbar beste und Fälle, in denen der Disziplinär-, ausschuß eingreifen mußte, kamen nur vereinzelt vor. Die von Ihnen gewählte Leitung glaubt altes getan zu haben, was sie bei der Fülle von Arbeit leisten konnte, dankt Ihnen für Ihre Mitarbeit und Ihr Entgegenkommen und bittet um das Absolutorium! Hedad! Wir schreiten nun zum zweiten Punkte der Tagesordnung zu den Referaten der Sektionen. Das Wort hat der erste Sektionsleiter der Fußballsektion Kollege Eisler.“ Eugen Eisler: „Liebe Sportbrüder! Den Bericht der Fußballsektion, die zu leiten Kollege Baar und ich die Ehre haben, könnte ich zusammenfassen in die Worte: Wir sind aus der II. B-Klasse vorgerückt in die II. A-Klasse, die Vorstufe zur Erstklassigkeit. Wir haben die seltene Leistung vollbracht nach dreijährigem Bestände die höchste Abteilung der zweiten Klasse zu erreichen. Der Sportklub „Hakoah“, der heute über verschiedene Sportsektionen verfügt, hat mit einem kleinen Häuflein Fußballer begonnen, welche freudig sich die Aufgabe stellten, den Beweis zu erbringen, daß wir Juden auch aufjdiesem Gebiete funs mit andere Nationen messen können. Leicht war ihnen die Pionierarbeit nicht! Aber alle Hindernisse wurden genommen, jeder Mann war stets auf seinem Platz: kam ein Besserer wurde ihm bereitwilligst Platz gemacht und so kristallisierte sich allmählich unsere heutige erste Mannschaft heraus, in welcher wir Spieler von Ruf und Spieler, die einst in erstklassigen Klubs an ganz hervorragender Stelle standen, besitzen. Umso stolzer können

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