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Jüdische Zeitung · 1913-07-25 · 30 (25.7.1913) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
30 (25.7.1913)
Date
1913-07-25
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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'Ä : ■ Jir- (fc;; fi;L fc-' Seite .8. JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 30 wir darauf hinweisen, daß .gerade unsere Idee es ist, die uns nach vorne bringen niuß, denn nicht wegen des Spieles allein kämen diese Leute aus der ersten Klasse zu uns herunterin die zweite Klasse; es war vielmehr der Trieb, an unserer Arbeit mithelfen zu können. Wir haben im abgelaufenen Jahre 22 Meisterschaftsspiele gespielt, davon 18 gewonnen und 3 Unentschieden gespielt, also keines verloren. Wir haben ferner in Wien 8 Gesellschaftsspiele mit bestem Erfolge absolviert und haben im großen Stile den ungarischen Provinzmeister geschlagen. Ganz besonders muß ich hier auf unsere Propagandareise hinweisen. Als vor Ostern unser Dr. Köriter mit dem Vorschlag der bereits vollkommen vorbereiteten Reise nach Bielitz und Troppau kam und uns über die Notwendigkeit dieser, ich möchte sagen, ersten jüdischen Tat unseres Klubs unterrichtete, da gab es unter uns viele, die ängstlich den Resultaten entgegensahen. Es galt ja gegen zwei Klubs zu spielen, die schon gute Wiener erstklassige Vereine Imit Niederlagen abfertigten. Das waren nicht die gewöhnlichen Leistungen, da spielte noch bei jedem Hakoahner das Bewußtsein mit, daß zu zeigen gilt, was wir Juden können und wie wir zu werten sind. Und so konnten wir alle drei Wettspeile gewinnen zur Freude unseres Klubs und zur großen Genugtuung unserer Bielitzer und Troppauer Gesinnungsgenossen, denen ich hier für ihre liebenswürdige Aufnahme und Gastfreundschaft bestens danke. Für die spielerischen Qualitäten unserer ersten Mannschaft ist der beste Beweis erbracht worden dadurch, daß in das - zweitklassige repräsentative Team drei, resp. vier Hakoahner eingestellt wurden. Unsere zweite Mannschaft schloß sich würdig dem Siegeszuge der ersten an. Mit Stolz kann ich die Leistungen unserer dritten, vierten und der Jungmannschaften erwähnen. Dank der Leistung unseres Altmeisters Spitzer haben, wir in ihnen einen derart guten Nachwuchs, daß uns um die Zukunft gar nicht bange sein muß; Ich glaube, daß ich Ihnen schon heute für unsere Fußballsektionen die beste Prognose Voraussagen kann! Hedad i“ Vorsitzender: „Das Wort hat der zweite Sektibnsleiter Kollege Baar.“ Phil. Artur Baar: „Liebe Sportbrüder! Zu dem Berichte des Kollegen Eisler will ich noch einige Worte über die Spieler unserer ersten Mannschaft hinzufügen. Ganz besonders hervorheben .muß. ich unseren Centrehalf G 1 a;s 1, der im abgelaufenen Jahre in sämtlichen Matches ' tätig war, eine Leistung, die nur ein Spieler zustandebringt, der, so wie Glasl mit Leib und Seele : am Klub ..hängt. Jenö Gansl, der. erv klärte Goalschütze Hakoahs, fehlte bloß bei einem Wettspiele. Aber auch die anderen versäumten nur selten ihre Pflicht.. Alle waren stets bereit, ihr bestes für „Hakoah“ zu leisten und ohne die Leistungen der anderen Sportsektionen herabsetzen zu wollen, erkläre ich. dab die Spieler unserer ersten Mannschaft das meiste dazu getan haben, daß unser Klub heute mit Riesenschritten dem gesetzten Ziele zusdweitet Ich danke hiefür unserer ersten Mannschaft. Hedad!“ Vorsitzender: „Das Wort hat der Leiter der Leichtathleten-Sektion Kollege Weil.“ Exp. Ak. Weil: „Liebe Sportbrüder! Aus dem Berichte unseres Vorsitzenden haben Sie gehört, welches Interesse an unserer Arbeit der Leichtathletenverband nimmt. Wir haben uns im abgelaufenen Jahre etwas weniger an Meetings beteiligt, weil wir von dem Gesichtspunkte ausgehen, daß wir jetzt nicht mehr mit kleinen Leistungen hervortreten können, sondern erst gediegen trainieren müssen! Wir beschickten das Meeting des I. W. A. S. C. und erzielten 5 Preise. Das Hauptaugenmerk richten wir auf die Lauf- und Sprungkonkurrenzen. Die Trainingstage werden von 20 bis 40 Leichtathleten frequentiert Ich muß da auf einen Mangel aufmerksam machen, der uns das Vorwärtsschreiten, erschwert, und zwar das Fehlen der Laufbahn auf. unserem Platze. Aus dem Vertrage mit der Vienna ersehe ich, daß uns ein Trainingstag emgeräumt wurde und ich würde die neue Leitung auffordern, alle Schritte zu unternehmen, daß uns noch ein zweiter Tag zur Verfügung gestellt werde. Doch werden wir nebstbei alles, tun,- um auch auf unserem Platze die Laufbahn errichten zu können. Die für uns sehr -wichtige Trainerfrage scheint nach den bisherigen Vorarbeiten einer günstigen Erledigung entgegenzugehen! Derzeit befinden wir uns im schärfsten Training für das Mitte August stattfindende Meeting der zweiten Spielabteilung und dieses soll uns die Aufklärung geben, in welchen Disziplinen wir noch nachholen müssen, um beim Sportfeste anläßlich des Kongresses unser Bestes leisten zu können. Hedad!“ Vorsitzender: „Das Wort hat der Leiter der Schwimmsektion Kollege Graus.“ M. Graus: „Liebe Sportbrüder! Die sportlichen Erfolge und der zielbewußte Ausbau unserer Sektion sind geeignet, uns mit berechtigtem Stolze zu erfüllen. Wir können ruhig behaupten, daß der Aufschwung, den „Hakoah“ in diesem Sportzweige. genommen hat, unsere Erwartungen um ein Beträchtliches übertroffen hat. Ein kurzer Rückblick wird selbst dem' oberflächlichen Beobachter zeigen, wie sehrdas Bild sich seit Begründung der Sektion geändert hat. Vor kaum einem halben Jahre hatten wir noch kefne selbständige Schwimmsektion,- sondern mußten an den Klubabenden der „Austria“ trainieren, was unsere Entwicklungsmöglichkeit beschränkte. Wir brachen deshalb mit diesem Systeme und hielten eigene Klubabende im Beatrixbade ab.- Alsbald verdoppelte sich die Anzahl .der Schwimmer, unter denen sich" eine Reihe von jungen Talenten befindet, so daß die Sektion heute innerlich und äußerlich gefestigt dasteht. Wir haben an fünf Meetings teilgenommen, 27mal gestartet, davon lömal erfolgreich. Wir erhielten zwei zweite, drei dritte, einen vierten, einen fünften und einen siebenten Preis. Ferner 8 Preise an weiteren Plätzen. Zum Erstarken und Gedeihen der Sektion trugen zwei Momente wesentlich bei. Als jüdischer Klub kämpfenwir für unsere gute Sache; jeder Schwimmer hat die Pflicht auf sich ’ genommen, die Anwürfe unserer Gegner, wir seien zu außerordentlichen körperlichen Leistungen nicht fähig, zu widerlegen, und zwar nicht durch papierene- Schlagworte, sondern' durch die Tat, indem wir beweisen, daß wir nicht nur gleichwertige 'Leistungen vollbringen können, sondern auch als Gegner erscheinen,. mit denen man rechnen muß! Der Wille allein jedoch genügt nicht, es mußte noch ein zweites Moment hinzukommen — wir konnten heuer im Gegensätze zum vergangenen Jahre ein systema'isches Training mitmachen. Die Wirkung desselben wird am besten durch den Unterschied unseres Erfolges beim Wettschwimmen „Quer. durch Wien“ im vorigen-und abgelaufenen Jahr; dokumentiert. Während‘‘im Vorjahre nur ein. Einzelner von uns placieren konnte, gingen heuer' zehn Hakoahner durchs Ziel, wobei iür. ' S. Deutsch auf den vierten und Otto Hermann auf den siebenten Platz kämen. Von allen Klubs war „Hakoah“ am stärksten vertreten, war ,',Ha-" koah“ der einzige Verein, von dem niemand aufgab und sämtliche Gestarteten das Ziel erreichten. Das Training oblag Kollegen Deutsch, einem außerordentlichen lähigen und im Auslande geschulten .-Sportsmanne, der nicht nur selbst alle Schwimmarten völlig beherrscht, sondern auch das bei einem Trainer nicht genug hoch einzuschätzende und so selten zu findende Talent1 besitzt, bei jedem Schwimmer die für diesen geeignete Strokeart sofort angeben zu können. Durch - seinen Aufenthalt in Amerika mit den besten'’ ausländischen Methoden vertraut, verschafft er* .uns VörteileV die anderen Klubs versagt bleiben; Iif'Seiner Tätigkeit Wurde .er .von: seinen -Schülern,T'üen.-Kollegen Rudolf- Spitzer und Alfred "Jakobovitz, zwei besonders befähigten jungen Sportsleuten, in -wirksamer und aufopferungsvoller Weise unterstützt. Dies erklärt die schon nach kurzer Zeit errungenen Erfolge und verbürgt die gedeihliche Weiterentwicklung der Sektion. Möge die Zukunft uns recht viel Erfolge ' und Ehre' bringen! Hedad!“ Vorsitzender: „Zum-’ Worte gelängt der Trainer der S ch w i m m s e k t io n Kollege Deutsch.“ ,! J. U. <£. Siegfried Deutsch: „Liebe '.Sportbrüder! Anknüpfend■ an den Bericht des Kollegen Graus fühle ich mich, als Trainer der Sektion, veranlaßt, unserer wackenen Schwim-;merschaft, sowie dem Ausschüsse für ihre fördernde Mitwirkung bestens ' zu danken! Ich freue mich, den guten Erfolg der Gesamtheit und die schönen Fortschritte der Einzelnen konstatieren zu können und bin dessen sicher, daß bei Beibehaltung ■ des regen Interesses für unsere gute Sache, der Schwimmsektion noch mancher schöne Erfolg besehieden sein wird! Hedad!“ Vorsitzender: „Das Wort hat der Leiter d er S ch w e r a t h 1 e t e'n -S e k t i o n Kollege Berger.“; Ing. Berger: „Liebe Sportbrüder! Anschließend an die Berichte’der einzelnen Sektionen kann auch ich Ihnen!im Namen der Ringsektion günstige Mitteilungen machen. Als vor kaum’ einem halben Jahre die Herren Dr. Weiss und Siegmund Deutsch zur Gründung der Sektion 'schritten, standen ihnen vollkommen ungeübte' Leute zur Verfügung, diej sie trainieren sollten. Nach 2 Monaten konntensie schon ein Klubmeeting veranstalten, bei dem infolge eifrigen Trainings recht gute Leistungen geboten wurden. Dies veranlaßte uns, dem Reichsverbande für Schwerathletik beizutreten,* um auch bei "internationalen Kämpfen teilnehmen. zu können. Am 25. Juni d. J. hatten wir Gelegenheit, beim internationalen Championat in der Adria-Au'sstellung durch unser junges Mitglied Kollegen Winter den siebenten Platz, in der Federgewichtsklasse zu besetzen. Wenn man bedenkt, daß 45 Teilnehmer in dieser Klasse waren, so ist der erzielte siebente Platzsicherlich eine ganz respektable Leistung. Bei!- der Gründung dieser Sektion hatten wir nicht bloß die sportliche Betätigung im Auge, sondern wir wollten' unseren jungen Juden Gelegenheit zur körperlichen Ausbildung geben. *-■ Bei keinem Sporte werden sämtliche Körpermuskeln so gleichmäßig ausgebildet, wie eben beim Ringkampfe. Dieser Sport ist nicht bloß ein 'glänzendes Mittel zur Förderung der Volksgesundung und Verbesserung der Rasse, er dient auch zur Hebung, der Aesthetik der Beweguhgen. Wenn noch heute Leute diesen Sport durch die' Brille des Vorurteiles anseheri, so läuft eine derartige Meinung wohl darauf; hinaus, daß der Sport als roh verpönt ist. ■ Dem gegenüber sollte man doch berücksichtigen, daß der Ringkampf der bevorzugteste Sport der alten Griechen ' und eines ' ihrer wichtigsten Erziehungsmittel zur Kalokagathie gewesen ist. Aus allen diesen Gründen müssen wir darauf hinarbeiten, daß unsere jungen Juden sich ganz besonders mit diesem Sporte befassen sollen! Hedad!“ Vorsitzender: „Das Wort hat der Leiter der Hockey-Sektion Kollege Karpeles.“ M. U. C. Karpeles: „Werte Sportbrüderf Die Sektion, die zu leiten ich die Ehre habe, ist unsere jüngste. Im Monate Mai sind einige Mittelschüler an uns herangetreten mit der * Anfrage, ob wir geneigt wären, eine Hockey-Sektioli zu begründen, da sie es mit ihrer Gesinnung nicht vereinbaren können, in verschiedenen Klubs zu spielen, wo wir heute einen jüdischen Sportklub haben. Der Ausschuß hat mir diese Aufgabe übertragen und schon eine Woche später konnte ich berichten, daß die Sektion nicht nur gegründet ist, sondern schon sehr. fleißig trainiert. Zwei Wochen später spielten wir bereits unser ersten Match gegen die „Viktoria“ und unterlagen mit. 7:2, ein Resultat, das in Anbetracht des kurzen Bestandes als ein glänzendes bezeichnet Averden muß. Wir haben aber auch schon eine ziemlich starke Vermehrung unserer Mitglieder zu verzeichnen und werden' sehr fleißig trainieren, um am Kongresse uns der jüdischen Welt zeigen zu können. Wir haben für den 7. September unseren Bruderklub „Bar Kochba“, Berlin, herausgefordert. Unsere .Mitglieder, durchwegs zionistische Mittelschüler, sind' mit größtem Eifer bei der Sache und somit: ist das Gedeihen der Sektion gesichert. Hedad!“ Damit sind die Berichte der .Sektionsleiter zu Ende und der Vorsitzende bringt den Ver^ trag mir dem First Vienna Footballklub zur Verlesung. Hierauf erstattet Kollege Hirsch den Kassabericht, Kollege Bur i an den Revisorenbericht, Kollege Sittig den Bericht des Dis-, ziplinarausschusses und der Vorsitzende bringt' die neue Hausordnung zur Kenntnis. Kollege Grünwald beantragt, dem scheidenden Präsidium das Absolutoriüm zu erteilen, was unter, starkem Beifall der Generalversammlung ge- "schieht. , ' Bdi : den hierauf vorgenömmenen Neuwahlen wurden 'gdWähltä' -■ -Zum Präsidenten Dr. Fritz Löhner, zum ersten Vizepräsidenten D r. J. H. Körner, zum zweiten Vizepräsidenten Dr. David Weinberg er, zum ersten Sektionsleiter (Fußball) Eugen Eisl er. zum zweiten Sektionsleiter ' Phi 1... Arthur! Baar, zum Kassier Max Hirsch, zum ersten; Schriftführer. M. U. C. Josef Krenberger, zum zweiten Schriftführer Oskar B u r i a n, - . zum Zeugwart Exp. Ak. Richard Sittig, zu Beiräten SiegmundD e u t s ch, J.e n ö G a n s 1, Arthur K o 1 i s c h, zu Revisoren die Kollegen . .Hirschfeld und Teichner. , In den Disziplinarausschuß wurden gewählt- - i die Kollegen: Ing. Berger, Klapper, Pollak, Reich I und J. U. C. Schönfeld. Zum Kapitän der ‘ ersten Mannschaft wurde gewählt Arch. Siegfried ‘ Kolisch, zum Vizekapitän Wilhelm Halpern, zum. I Kapitän der zweiten Mannschaft Oskar Burian,. j zum Vizekapitän Otto Pollitzer, zum Kapitän; der dritten Mannschaft Karl Pollitzer, zum-;Vize-: i kapitän Exp. Ak. Richard Sittig, zum Leiter der '■ vierten Mannschaft und der Jungmannschaften •Phil. Robert Spitzer. . -Der Vorsitzende dankt im Namen der Gewählten für das geschenkte Vertrauen und gibt bekannt, daß die Wahlen der Sektionen im •Laufe der Woche erfolgen werden. ■ : Hotel „Sädisischer fiof“ uni CaK „„ Telephon ititerurb. 16613. 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