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Jüdische Zeitung · 1913-07-25 · 30 (25.7.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
30 (25.7.1913)
Date
1913-07-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 30 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 sancebestrebungen in Palästina bekunden. Auchzahlreiche angesehene Christen besuchten die Ausstellung, die einen Lichtpunkt in dem geistig verkümmerten Leben unserer Stadt bildete. Auch seitens der Behörden fand die Bezalel-Ausstellung uneingeschränkte Anerkennung. . Wir sind dem Vertreter des Bezalel 'in Krakau, Herrn Bernstein, zu großem Dank verpflichtet für seine Anregung wie für seine mühevolle Arbeit während der Ausstellungswoche. Dem lokalen Ausstellungskomitee sei bei dieser Gelegenheit ebenfalls der Dank ausgesprochen. Der Verein ,,Bezalel“ zählt bei uns seit Jahren eine stattliche Reihe von Mitgliedern, denen sich infolge der Ausstellung weitere Freunde der Jerusalemer Anstalt aus dem Kreise der hiesigen jüdischen Bürgerschaft zugesellt haben. * ' Der neue Reichsverein Deutscher Juden. In der Vertrauensmänner-Versammlung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland vom 1. Mai d. J. war, wie seinerzeit berichtet wurde, der Beschluß gefaßt worden, mit Rücksicht auf die bekannten Vorgänge im „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ eine neue Organisation der deutschen Juden zu gründen, die bei völliger Neutralität für die Wahrung der Rechte der Juden einzutreten hat. Die Vorarbeiten zur Begründung dieser neuen Organisation sind nunmehr abgeschlossen. Die neue Vereinigung wird den Namen „R e i c h s v e r e i n Deutscher Juri e n“ führen. Mitglieder können sowohl einzelne Personen als auch jüdische Organisationen in Deutschland werden. Die Aufgaben des ,-,Reichsvereins“ sind Wahrung der Rechte der deutschen Juden, sowie Förderung gemeinsamer Arbeit auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. : Erfüllt von dem Bewußtsein der geschichtlich bewährten Anhänglichkeit der deutschen Juden an ihr Vaterland soll der Reichsverein die Mitarbeit der deutschen Juden an den positiven Aufgaben des Vaterlandes erstreben. Zu den versthiedenen Richtungen innerhalb des Judentums wird der Reichsverein - selbstverständlich keine Stellung nehmen. In den wichtigsten deutschen Städten, in denen Juden wohnen, sind bereits Vertrauensmänner gewonnen. Die vorläufige Leitung hat Rechtsanwalt Dr. Klee in Berlin übernommen. ParteisHadiriditen. Eine hochherzige Spende unseres Gg. Baruch Kahane. Unser hochverdienter Gg., Herr Baruch Ka- I hane, von dem bereits früher ein Kapital von 100.000 Frs. dem N.-F. überwiesen worden ist, hat sich vor einiger Zeit entschlossen, dem N.-F. in hochherziger Weise eine weitere Schenkung ’ : Die Herkunft des Kolumbus. , Ein merkwürdiges Buch ist kürzlich in New- York erschienen. Sein Verfasser Dr. Constantino de Horta y Pardo ist ein spanischer Historiker, der aus der Provinz Galicien stammt und wie alle „Gallegos“ sein Heimatland glühend liebt. Das Buch,' das in spanischer Sprache erschienen ist, heißt „La verdädera cuna de Cristobal Colon“ — „Die währe Wiege von Christoph Kolumbus“. Der Zweck dieses Buches ist es, durch Beweise, Schlüsse und Hypothesen der Welt die Ueberzeugung beizubringen, daß Kolumbus nicht, wie man bisher annahm, ein Italiener aus Genua, sondern ein. engerer Landsmann’ des Verfassers — ein Gallego — gewesen' ist. Wenn auch die Argumente und das .Beweismaterial, die der Entdecker der neuen Wahrheit über den Geburtsort uns vorlegt, nicht überzeugend sein können, ist doch seine' Darstellung der Gründe, die Kolumbus bewogen haben könnten, seine Nationalität und Abstammung zu verbergen, von hinreißendem Interesse. Was Herrn Horta bewegt, um Kolumbus für die Gallegos zu beanspruchen, ist auffallender und leidenschaftlicher. Lokalpatriotismus. Herr Horta stammt aus der zugleich berühmten und berüchtigten Provinz Galicien, die Spanien eine Unzahl von Ministerpräsidenten und korrupten Politikern geschenkt hat, weil nirgends; soviel Beredsamkeit herrscht wie in dieser Provinz. Zur Zeit Kolumbus’ war Galii'n Höhe von 30.000- Frs, zuzuführen. Diese Summe, deren erste Rate bereits vor Wochen ausgewiesen war, ist mit der. Bestimmung bewilligt worden, daß nach Komplettierung des Betrages in der Kolonie Ben-Schemen — die mit „Moschab Baruch Kahane“ eine Einheit bildet — eine rationelle Milchwirtschaft und mustergültige Geflügelzucht angelegt werde. Hoffentlich wird diese überaus dankenswerte Stiftung auch den Erfolg haben, daß andere Kolonisationsfreunde recht bald dem Beispiele des edlen Spenders Folge leisten. * - Für den Herzhvald. Die Jüdisch-Akademische Verbindung „Ivria“ veranstaltet als großzügige Agitation für den Herzlwald, am Todestag Herzls (20. Tharnus- Freitag, 25; Juli) einen „Herzlwald-Sammeltag“. * 8. Schekelausweis. 5673 (Innerösterreich). Wiener Zion. Vereinigung 4.S0; Ness Ziona 24.—; Osias Seinfeld 24.—; Dr. Zweig 2.40; J. Kramer 4.S0; Aloria 7.20; Dr. Felix Ornstein 3.60; Siegfried PoUak 1.20; Dr. Leopold Meisel 9.60; Knöpfelmacher M. 7.20; zus. 88.80; bereits, ausgewiesen 1475.60; in Summa 1564.40. * PalästlnasGesellsdiaftsrcise anläßlich des XI. Zionisten-Rongresses. Um den Teilnehmern des XI. Zionistenkongresses in Wien Gelegenheit zu geben, eine Reise nach Palästina zu unternehmen, wird im; Anschluß an denselben mit dem Eildampfer des Oesterr. Lloyd eine große Gesellschaftsreise veranstaltet. Da man auf eine große Teilnehmerzahl rechnen kann, werden die Fahrpreise außerordentlich ermäßigt sein. Preise (pro Person): Triest-Palästina und retour bei 10 Teilnehmern: I. Kl. Frcs. 679.60, II. Kl. Frcs. 474.10; bei 20 Teilnehmern: I. Kl. Frcs. 600.—, II. Kl. Frcs. 420.—; Kosten desi 19-tägigen Aufenthaltes in Palästina Frcs. 425.—; III. Kl. (ab Alexandrien II. Kl.) K 306.—, III. Kl. (Bett und Verpflegung nur. bis Alexandrien) . K 213.—,-IV. KD'(Verdeck, ohne Bett und’Verpflegung) K 93.—. Kosten des Aufenthaltes in Palästina für Passagiere der III. und IV. Kl. ca. Frcs. 200.—, bei kleinen Ansprüchen evenf. weniger. Die Fahrt Wien—Triest ca. 20" u ermäßigt, für Passagiere, die die IV. Kl. des Dampfers benützen, 50"« ermäßigt (Preis dieser Karte K 11.75). Die Anmeldungen zur Gesellschaftsreise werden vom Palästina-Informationsbüro, Wien, II., Karmeliterplatz, entgegengenommen und die Teilnehmer' müssen ehestens mindestens die Hälfte des Betrages für die Fahrt Triest—Palästina und retour erlegen. Sämtliche Angaben über Verhältnisse des Landes, Sehenswürdigkeiten, -Touren, Reiseausrüstungen sind dem im Verlage des Büros erschienenen „Kl. Reiseführer durch Palästina“ (Preis 1 Frc.) zu entnehmen. * eien von kühnen Seeleuten und fleißigen Kauf- - leuten bewohnt. Heute ist die Provinz arm: und verwüstet, aber reich gesegnet mit Schwätzern. Kolumbus soll, nach des Verfassers Auffas- ’ sung, in Pontevedra, einem Hafen an der portugiesischen Grenze, .geboren sein. Noch mehr, der Vater von Kolumbus, Domingo Colon, Soli ein getaufter jüdischer Kaufmann von Pontevedra, ein sogennanter Alaranne, gewesen sein. Die Mutter hieß Susana Fonterosa, eine getaufte jüdische Frau. Pontevedra war 'damals ein Aufenthaltshafen für die kühnen genuesischen See- . leute. Der junget Kolumbus .wurde Seemann durch den Verkehr mit den Italienern. Er reiste nach Genua hinüber, um seinen Ehrgeiz* ein berühmter Seemann zu werden, zu erfüllen. Um sein Ziel zu erreichen, nämiieh den Weg nach Indien zu entdecken, wurde er gezwungen, zu einer List Zuflucht zu nehmen, um Unterstützung zu erhalten. Er täuschte demkatholischen königlichen Paare vor, daß er Italiener und Katholik sei. Wäre Columbus zum Hofe Isabelias als Gallego und gar als Alranne gekommen, so ist es sicher, daß man ihm gar keine Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterland! Und Columbus war nur ein Seemann und ein Gallego! Die Gallegos waren von Isabella nicht hoch geschätzt, da sie für einen anderen Thronwerber gegen Isab.eila gekämpit hatten. Die Juden hingegen waren unter ihrer Regierung so verfolgt, daß Zionistische Veranstaltungen in Kurorten: 27. Juli: III. Sauerbrunner Blumentag; ■ 2. August: Palästinaabend in Vöslau; 3. August: Zuckerltag in Vöslau; 14. August: Großes Gartenfest in Sauerbrunn. Näheres unter Par.einachrichten in der „Jüd. Zeitung“. * Der offizielle Gang der Wiener Zionisten zum Herzigrabe findet heuer erst zur Zeit des Kongresses (Sonntag, den 7. September) statt. Die Niederlage der Karmelweine befindet sich bei S. Steinhart, Weinhandlung, II., Rotensterngasse 22. Telefon 17348. Aufruf. Anläßlich des Zionistenkongresses werden viele Gesinnungsgenossen aus allen Ländern in Wien eintreffen! Es ist Pflicht der Wiener Parteifreunde, den hieher kommenden Gästen einen würdigen und herzlichen Empfang zu bereiten. Es sind seitens der Wiener Parteileitung und seitens des Kongreßbureaus zu diesem Zwecke großzügige Vorbereitungen getroffen worden! Die Gesinnungsgenossen werden aufgefordert, die Wiener Parteileitung in dieser Hinsicht zu unterstützen! Namentlich handelt es sich um die Beherbergung der eintreffenden Gäste. Viele von ihnen verfügen nicht über genügende Mittel, um in Hotels Wohnung nehmen zu können! Diejenigen Wiener Gesinnungsgenossen, welche unentgeltlich oder gegen minimale Vergütung für die Kongreßdäuer den anlangenden Fremden Unterkunft gewähren wollen, mögen ihre Bereitwilligkeit dem Zionistischen Kongreßbüro, Wien, II., Karmeliterplatz 1, bekanntgeben. Das Lokalkomitee. JuflifdieF Sport. Sonntag, den 27. d., trainiert die Ring- und Schwimmsektion des Sportklub „Hakoah“ bei schöner Witterung in Kritzendorf. Alle Gg., die dem Schwimmsporte huldigen, werden eingeladen, sich an diesem Training zu beteiligen. Gemeinsame Abfahrt um 2 Uhr, Stadtbahnhaltestelle Schottenring. es für sie unmöglich war, sofern sie in Spanien bleiben wollten, anders zu tun, als ihre Religionzu ändern oder wenigstens zu verbergen. Das Beweismaterial des Verfassers besteht aus verschiedenen Urkunden, die sich vom Anfang des fünfzehnten bis Mitte des sechzehnten Jahrhunderts erstrecken. Es sind Erbschafts¬ und Geschäftsurkunden, worauf beständig die Namen Colon und Fonterosa — die Namen des Vaters und der Alutter Colons — erscheinen. Diese Interessengemeinschaft zwischen den Familien Colon und Fonterosa verursachte die Heirat Domingo Colons mit Susanna Fonterosa. — den Eltern des Entdeckers der Neuen Welt. Der Verfasser behauptet, daß das ehrwürdige Aussehen Kolumbus’, der eine gebogene Nase und graue lebhafte Augen hatte, sowie sein Temperament seine jüdische Abstammung bezeugen. Er schilderte auch Kolumbus’ Vorliebe für alles, was aus Galicien stammte. Die große Alehrzahl der Alatrosen, die ihn nach Amerika begleiteten, waren Gallegos, eine der drei La. vareilen (Segelschiffe), die die erste Reise nach Amerika machten, hieß „La Gallega“ usw. Ob Kolumbus in Galicien geboren ist (was das vorgelegte Alaterial unseres Erachtens nicht schlüssig beweist) oder in Genua, wie es bisher behauptet worden ist, ist jedenfalls für die Beurteilung seiner Größe und seiner Tat gleichgültig. Irgendwo muß der Alensch geboren sein! Sei es, daß ein Gallego, sei es, daß ein Genueser die Neue Welt entdeckt hat, die Folgen für die Entwicklung der Welt sind dieselben. P.

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