Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 26 (27.6.1913)
- Date
- 1913-06-27
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2438141-2438432-2438458--3657-2443441- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 26 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 Avurden sie redHt kleinlaut lind verlangten Geheimhaltung des Beschlusses, die ihnen nur teilweise zugesagt wurde. Man einigte sich dahin, unter den deutschen Studenten Umfrage zu halten, ob sie noch weiterhin auf dem Waidhofener Prinzip bestehen. Diese abermaligen Versuche fielen aber gleichfalls gegen das Waid-c hofener Prinzip aus.“; « Wir sind nun nicht so optimistisch, in diesen Vorgängen ein endgültiges Fallenlassen des Waidhofener Prinzips zu erblicken, die deutschnationalen Studenten haben in den letzten Wo-t chen zuviel rohe Feigheit an den Tag gelegt, als daß wir ihnen das zumuten würden. Das Waidhofener Prinzip ist ein zu guter Schutz vor jüdischnationalen Klingen, als daß es von deutschnationaler Seite so ohneweiters preisgegeben würde. Der „Morgen“ schwelgt da wieder in deutschliberalem Optimismus. Aber eines steht fest: Man wagt es nicht mehr, sich mit diesem Prinzip von der ungeborenen Ehrlosigkeit der Juden zu brüsten! Die Waidhofener sind kleinlaut geworden. Die jüdischnationalen Studenten haben dieses Resultat erzielt, sie allein. Die Position des Gegners ist erschüttert. Und nunmehr ist deij Zeitpunkt für das Eingreifen der jüdischen Bürgerschaft gegeben. Durch energisches und zielbewußtes Vorgehen muß nunmehr bei den staatlichen und militärischen Behörden dahin gewirkt werden, daß dem Waidhofener Unfug, welcher eine krasse Verhöhnung der Staatsgrundgesetze bedeutet, ein Ende gemacht werde. * * * Unsere Annahme, daß die Meldung des „Morgen“ in das Reich der Fabel gehört, fand | bald nach Abfassung vorstehender Ausführungen eine Bestätigung durch folgende im „Deutschen ' Volksblatt“ vom Vereine deutscher Studenten; aus Nordmähren abgegebene Erklärung: „Geehrte Schriftleitung! Wir ersuchen um Aufnahme folgender Erklärung: Obwohl auf Schmockereien zu reagieren nicht unsere Sache ist, sehen wir uns trotz-! dem bemüßigt, entschiedenst Verwahrung ein- : zulegen gegen die lächerlichen Schreibereien des! Wiener Montagblattes „Der Morgen“, welches ■ in seiner Nummer vom 23. d. M. in dem Artikel „Fallenlassen des Waidhofener Prinzipes“ unseren Verein verdächtigt, gegen dieses Prinzip Stellung genommen zu haben. Der Verein deutscher Studenten aus Nordmähren, Wien, erklärt, daß er selbstverständlich nach wie vor auf dem Standpunkte des Waidhofener Prinzipes steht, phil. Josef Brada, jur. Hermann Kloß.“ Zum 20. Tamus 5673. In kurzer Zeit wird sich wieder der Tag jähren, an dem das jüdische Volk seinen größten Sohn, unsere Bewegung ihren Meister und Führer, Theodor Herzl, verloren hat. In Palästina, dem Lande seiner Sehnsucht, hat ihm das jüdische Volk ein unvergängliches Denkmal errichtet, den Herzfwald. Um die Arbeit für denselben zu fördern, aber auch' das Andenken unseres geliebten, uns so frühzeitig entrissenen Führers in aller Herzen neu aufleben zu lassen, hat der J. N. F. besdhlossen, auch in diesem Jahre ein Herzlgedenkblatt herauszugeben. Das Gedenkblatt, eine vortreffliche Abbildung des verewigten Führers, ist in der Größe von 25 X 30 dm hergestellt und kann auch als Transparent verwendet werden. Der Verkaufspreis beträgt (en gros) 10 Heller per Stück. Das Reinerträgnis wird seinerzeit städteweise unter „Herzhvald“ ausgewiesen werden. Die Bestellungen sind allerorten zunächst an die /dortigen Verkaufsstellen, eventuell an die Lokalkommissäre des J. N. F. zu richten. Wir selbst führen nur Bestellungen auf mindestens 50 Stück und nur gegen Voreinsendung der Hälfte des Kaufpreises aus. Der Restbetrag ist binnen einem Monat nach Fakturierung zu entrichten. Im Jahre 1912 wurden ungefähr 20.000 Stück Herzl-Gedenkblätter abgesetzt. Volksgenossen! Beweiset auch heuer, daß .Ihr das Andenken Eures großen Führers Zu ehren wisset. Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Oesterreich1 Wien, II., Karmeliterplatz 1 (H irschenhaus) Postsp.-Konto 100.208. Die Vorgänge an der Wiener Unioers tat. Donnerstag, den 19. Jüni fand im Hotel Continental eine große jüdische Studentenversammlung statt, welche der Beratung über die neue alle jüdischnationalen Hochschüler in Wien umfassende gemeinsame Organisation gewidmet war. In der Versammlung sprachen außer dem Herrn stud. Ornstein als Vorsitzenden, Prof. Dr. Markus Hayek, Dr. M. Präger und der Referent über das Organisationsstatut med. Gersuny. Bemerkenswert war namentlich die Rede des Prot. Hayek, der als bewährter Freund der jüdischnationalen Studentenschaft zum straffen Zusammenschluß aller jüdischen Hochschüler aneiterte und die Bedeutung einer tadellos funktionierenden Organisation besprach. Der Tenor seiner ausgezeichneten, oft von stürmischem Beifall unterbrochenen Ausführungen war, dab es Pflicht jedes jüdischen Hochschullehrers und jedes jüdischen Studenten sei, angesichts der herrschenden Verhältnisse die neue Organisation durch Beitritt und Mitarbeit zu fördern und sich mannhaft zu seinem Volkstum zu bekennen. Die Versammlung nahm die Vorschläge des Referenten Gersuny an und vertraute die Leilung der studentischen Agenden bis zur definitiven Gründung der allgemeinen Organisation im Herbste 1913 dem Delegiertenkomitee der jüdischnationalen Korporationen. * * * In Anbetracht der Schließung der Universität, der Sistierung der Schließung sowie der aus diesem Anlasse vom Rektor erlassenen Kundmachungen, sah sich die jüdische Studentenschaft zu zwei Erklärungen an die Oeffentlichkeit gezwungen. Die erste verwies darauf, dab die jüdischen Studenten an den skandalösen Vorgängen, welche die Schließung der Universität herbeiführten, in keiner Weise beteiligt waren. Die zweite wandte sich gegen die nunmehrige Abschwächung der vom Rektor seinerzeit erfolgten, nur zu berechtigten Verurteilung des Vorgehens der deutschnationalen Studentenschaft. * In den letzten Tagen ventilierte der akadedemische Senat die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, das erlassene Farbenverbot aufzuheben und die Haupttore zur Aula zu öffnen. Der Rektor beschloß, vorerst Vertreter der jüdischnationalen und deutschnationalen Hochschüler in die Rektoratskanzlei vorzuladen. Die Jüdischnationalen erfuhren von diesem Vorhaben und entsendeten Dienstag zwei Delegierte ins Rektorat, um dem Rektor Hofrat Prof. Weichselbaum nahezulegen, vorläufig noch von der Wiedereröffnung der Aula und der Aufhebung des Farbenverbotes abzusehen, da unter den jüdischnationalen Studenten, besonders unter den Finken große Erregung herrsche und sie für die Ruhe nicht Gewähr leisten könnten. Ursache dieser Erregung sei der Umstand, daß bei den letzten studentischen Bewegungen die Deutschnationalen alles, die Jüdischnationalen gar nichts durchgesetzt hätten. Der Rektor meinte sodann, die Jüdischnationalen mögen einen offiziellen Beschluß fassen und die Delegierten mögen ihm am nächsten Tag diesen Beschluß übermitteln. Mittwoch, den 25. d. M. haben nun die Jüdischnationalen in einer Delegiertenversammbeschlossen, dem Rektor nahezulegen, das Farbenverbot und die Schließung der Aula auch weiter aufrechtzuerhalten. „DIE WELT** erscheint während des XI. Zionistenkongresses in Wien (vom 2. bis 9. September 1913) ALS TAGESZEITUNG in sechs Nummern. Sie wird den einzig offiziellen Kongreßbericht bringen und ihre Leser Uber die Verhandlungen genau und schnellstens informieren. Bezugspreise; Deutschland . . . Mk. 2.40 England .... sh. 2) 10 Oesterreich-Ungarn K 2.80 Holland .... Hfl. 1.70 Rußland.Rbl. 1.30 Vereinigte Staaten Doll. 0.70 alle Qbrigen Länder Frs. 3.60. Bestellungen gegen Voreinsendung des Betrages (auch in Briefmarken) sind zu richten an den VERLAG „OIE WELT«, BERLIN W 15 SÄCHSISCHE STRASSE 8. Wien, II., Taborstr. 17 [Hirschenhaus] empfiehlt sich zur Einrichtung von Vereins- und Schulbibliotheken, sowie Lieferung von Büchern jeder Art Antiquariat. Provimversand. Der XL Zionistenbongrel in W Der Kongreß findet vom 2.-9. Se, .jmber 1913 (30. Ab—7. Elul 5673) in Wien statt. Der Einlaß zu jeder Sitzung und jeder Veranstaltung ist nur gegen Karten gestattet, die für jede einzelne Veranstaltung besonders ausgegeben werden. Die Einlaßkarten für die Verhandlungen kosten für jede Sitzung K 1.—. Es finden 11 Sitzungen des Kongresses statt. Da schon jetzt eine große Zahl von Bestellungen auf Einlaßkarten vorliegt und eine äußerst starke Beteiligung zu erwarten ist, empfiehlt es sich, die Karten im Vorverkauf zu bestellen. Die Gebühren für Karten im Vorverkauf betragen: Für die Eröffnungssitzung (sämtliche Plätze) K 3.—; für jede weitere Sitzung Sitz K 1.50, Logensitz K 3.—; für sämtliche Verhandlungen K 18.—, bezw. K 33.—. Beste’lungen für Einlaßkarten zu den Verhandlungen sind unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages an das Kongreßbüro zu richten. Bestellungen, welche ohne Einsendung der entsprechenden Geldbeträge erfolgen, müssen unberücksichtigt bleiben und können nicht beantwortet werden. Logis. Die Zimmerpreise der Wiener Hotels und Pensionen unterscheiden sich nach dem Bezirke, nach Comfort und Stockwerkslage. Sie betragen im einzelnen (ohne Frühstück und Mahlzeiten): inklusive Licht und Service einbettig zweibettig a) in Hotels mit Pensionen I. Ranges . . b) in feinbürgerlichen Hotels und Fremdenper.sionen .... c) in guten bürgerlichen Hotels und Fremdenpensionen . d) in Geschärtshotels und einfachen Pensionen . e) in einfachen Gasthöfen . f) in Logierhäusern (Schiafsäle). K von ca. 7.— K 12.— aufw. 1» 9* 5« 7 — 1* 9» 3* 7.— 99 »9 ,9 2.60 4.60 9* 99 99 1.60 3.50 9» „ „ 1.— pro Bett. Da die Logisbeschaffung aus den früher erwähnten Gründen erhebliche Schwierigkeiten bereiten dürfte, wird rechtzeitige Anmeldung hiefür beim Kongreßbüro dringend empfohlen. Gruppen von Kongreßbesuchern, die gemeinsames Quartier wünschen, werden ebenfalls um entsprechende Mitteilungen ersucht. ERMAESSIGUNGEN: Bisher sind folgende Ermäßigungen für die Kongrebescßuher erwirkt worden. 1. Die k. k. österr. Staatsbahn gewährt auf allen Strecken mit Ausnahme der im Staats^ betriebe stehenden Lokalbahnen auf Entfernungen über 50 Kilometer eine Fahrbegünstigung dahin, daß bei Benützung der ersten und zweiten Wagenklasse der Personenzüge der halbe tarifmäßige Schneüzugsfahrpreis, und bei Benützung der 1., 2. und 3. Wagenklasse der Schnellzüge der tarifmäßige Personenzug-Fahrpreis der zu benützenden Wagenklasse zu entrichten ist. Die Ermäßigung findet nur Anwendung bei Abfertigung im Lokalverkehre der k. k. österr. Staatsr bahnen und gilt für die Fahrt nach Wien innerhalb der Zeit vom 27. August bis 5. September. Für die Rückfahrt von Wien innerhalb der Zeit vom 6. bis 14. September. 2. Die k. k. priv. Donau-Dampfschiffahts- Gesellschaft gewährt auf ihren Passagierlinien die Benützung des ersten und zweiten Schiffsplatzes gegen Bezahlung der Gebühren des nächstliegenden Schiffsplatzes. 3. Ermäßigungen auf der Südbahn- Details werden bekannt gegeben werden. Wegen weiterer Ermäßigungen schweben Verhandlungen. Die Ermäßigungen werden gegen Legitimationskarten gewährt, über deren Ausfertigung demnächst nähere Mitteilung erfolgt. Wegen der Veranstaltungen außerhalb des Kongresses erfolgt ebenfalls noch nähere Mitteilung. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Pressekarten nur in ganz Beschränkter Anzahl ausgegeben werden. Das Büro des XI. Zionistenkongresses.