Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1913-03-28 · 13 (28.3.1913) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2438141-2438432-2438445--3512-2443283
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 13 JÜDISCHE ZEITUNG;Seite 5 wachs kommt den aschkenasischen Einwanderern zugute. i Für Haifa besitzen wir keine Zahlen. Dort dürfte die Hinwanderung ca. ein Drittel der Jaffaer Einwanderung ausmachen. Dagegen beträgt dort die Auswanderung wahrscheinlich viel mehr, da aus Tiberias und ganz besonders aus Saffed eine andauernde jüdische Auswanderung stattfindet, die gewiß die Einwanderung über Haifa nach den dortigen Städten und jüdischen Kolonien übersteigt. » vorzügliche Schuhcreme, „Nago“, auf den Markt bringt. Wir empfehlen unseren w. Lesern dringend diese Marke („Nago“) zu bevorzugen, und sich mit dem Fabrikanten in Geschäftsverbindung zu setzen. * Auch die renomierte Damenhutfabrik Leo Seinfeld, Wien II., Unt. Augartenstraße 21, führt dem Nationalfond 5 Prozent ab. Unsere Gesinnungsgenossen mögen daher ihren Frühjahrsbedart bei dieser Firma decken. » ungelernte 600, Schuster 900, Spielwarenarbeiter 200, Sonstige (Barbiere, Kellner etc.) 350, in freien Berufen tätig ca. 1000. Dieser Statistik ist eine Aufstellung der in den verschiedenen Industrien üblichen Arbeitslöhne beigegeben. Dieselben schwanken zwischen 2.50 bis 5 Frs. (ungelernte Arbeiter) und S bis 15 Frs. (Pelzarbeiter) pro Tag. * Die Lage in Rußland unverändert. Anläßlich des Romanowjubiläums wurde in verschiedenen Zeitungen die Nachricht verbreibreitet, daß die russische Regierung den Juden Erleichterungen gewähren wolle. Leider entsprechen diese Gerüchte absolut nicht den Tatsachen. Der judenfeindliche Wind weht in Rußland schärfer denn je. Ein Mitarbeiter des Pariser „Matin“ hatte ein Interview mit Maklakow, dem Minister des Innern. Hierbei äußerte sich Maklakow über die Judenfrage wie folgt: „Ich bin der Meinung, daß jetzt bezüglich der Juden keinerlei Aenderungen in der Gesetzgebung vorgenommen werden können. Was das WohnreCht ausländischer Juden in- Rußland betrifft, wird die Regierung eine Einmischung des Auslandes in Rußlands innere Angelegenheiten nicht - 'zulassen. Die russische Regierung kann eine Begrenzung nicht abschaffen, deren Einführung sie für nötig befunden hat.“ Palästin&Nadiriditen. Ein- und Auswanderung' der Juden im Hafen Jaffa im Jahre 1912. a) Einwanderung. Monat Aus Europa Re i s e z i e 1 Noch eingew. Zusammen Jaffa Jerusalem Kolonien Jemeniten Bucharer und Gruziener Januar . 92 32 24 35 194 42 328 Februar . 163 52 68 43 65 43 271 März . . 222 78 77 67 234 29 495 April . . 234 97 64 73 47 18 299 Mai . . . 246 111 71 64 117 22 385 Juni. . . 220 98 53 69 83 15 318 Juli . . . 225 103 67 65 73 12 310 August . 250 lOf 79 69 90 9 349 Septemb. 228 98 64 66 47 — 275 Oktober . 128 65 03 30 — — 128 Novemb. 129 53 47 29 — — 127 Dezember 143 62 37 44 — — 143 Zusammen 2280 952 684 634 1950 -19a 3420 b) Auswanderung. Monat Für kurze Zeit Für dauernd Ausgewanderte Zusammen Jemeniten Bucharer und Gruziener Januar . 40 42 — _ 82 Februar. 28 60 — — 88 März . . 73 112 — — 185 April . . 108 90 — 25 223 Mai . . 32 64 — 12 113 Juni . . 12 93 — 10 115 Juli. . . 20 94 — 8 131 August . 17 52 12 14 93 Septemb. 98 75 — 12 185 Oktober 27 41 23 5 96 Novemb. 18 59 — 6 74 Dezemb. 21 43 — — 64 Zusammen 503 821 35 92 1451 * » Bericht des zionistischen Palästinaamtes in Jaffa. Diese Tabelle ist von Herrn Ridnyk aufgestellt worden, der beauftragt ist, alle Schiffe zu besuchen, um den Einwanderern bei der Ausschiffung behilflich zu sein. Diese Zahlen können nicht als erschöpfend angesehen werden, da nicht alle Ein- und Auswanderer unseren Hafenbeamten entgehen. Insbesondere sind in dieser Tabelle Passagiere erster Klasse nicht aufgenommen worden, deren Zahl jedoch gering ist und 60/i<mi betragen dürfte. Die meisten Einwanderer kommen mit den russischen Schiffen aus Odessa oder mit den Schiffen des Oesterreichischen Lloyd aus Triest nach Jaffa. Auch von den letzteren dürfte ein Fünfte! oder sogar ein Drittel russische Juden sein. Ziehen wir Facit aus der Tabelle, so ergibt sich : Eingewandert sind insgesamt . . . 3.420 Seelen Ausgewandert sind insgesamt . . . 1.451 „ Verbleibt ein Ueberschuß von . . . 1.969 Seelen Von diesem Ueberschusse sind: Aschkenasim. 956 Seelen Nichtaschkenasim (Jemeniten, Gruziner etc.).1013 Seelen. Berücksichtigen wir die Hin- und Auswanderer, welche nur für kurze Zeit einwandern, respektive auswandern, so ergibt sich zu Gunsten des hier bleibenden Ueberschusses ein Zuwachs von 179 (503 Auswanderer für kurze Zeit gegen 324 Einwanderer, für kurze Zeit). Dieser Zujaffa. Wie bereits mitgeteilt, wurde in einer Generalversammlung der Bewohner des jüdischen Stadtviertels Tel-Awiw beschlossen, in diesem Stadtteil einen Konsumverein zu begründen. Die Notwendigkeit dieser Gründung ergab sich aus dem Umstande, daß einige Kaufleute die Entfernung Tel-Awiws vom Mittelpunkte der Stadt zum Anlaß nahmen, 'um höhere Preise für Lebensmittel zu fordern. Seit einiger Zeit hat nun der neue Konsumverein seinen Laden, der unter Leitung von Frau Hoofien steht, eröffnet. Die Billigkeit der Preise sowie die peinlche Sauberkeit und gefällige Ausstattung des Ladens befriedigt allgemein. — Die Anteilscheine des Konsumvereins lauten auf je 100 Frs. Der Verein zählt gegenwärtig 35' Mitglieder, außerdem hat der Waad (Vorstand) von' Tel-Awiw 10 Anteilscheine gezeichnet. Auch der Waad Ha’ir (Gemeindevorstand) entfaltet eine rege Tätigkeit und wird immer mehr als die allein berechtigte Vertretung der Jaffaer Judenschaft anerkannt. Um Maßnahmen für die Sauberhaltung der Straßen zu treffen, vereinigte er sich mit der Balladie (allgemeinen Stadtverwaltung zur Schaffung. einer gemeingemeinsamen sanitären Behörde. Ein Fragegen, den dieses Behörde auch in hebräischer ausarbeitete, wurde in der letzten Zeit hier verteilt. Das Terrain, welches zwischen den beiden jüdischen Stadtvierteln Tel-Awiw und N’weh Zedek liegt und zirka 40.000 Meter umfaßlj, wurde vor kurzem von einer jüdischen Gesellschaft erworben. Dadurch werden nun beide Stadtteile vereinigt werden können. PapteisNaciinchten. Aktion der Studentenschaft. Die Verbindung „K a d i m a h“ hatte den 19. d. M. eine Delegiertenversammlung der Wiener jüdisch-nationalen Korporationen einberufen. Tagesordnung: „Endgültige Stellungnahme 2u dem „Waidhofner Beschluß“ und dem Verhalten des akademischen Senates“. Es waren Delegierte von 22 Studentenkorporationen erschienen. Der ernste Verlauf der Versammlung hat deutlich gezeigt, daß die jüdisch-nationale Studentenschaft Wiens es satt hat, die - Beleidigungen, die ihr durch den „Waidhofner Beschluß“ unter dem Protektorate des akademischen Senates zugefügt werden, noch weiterhin zu ertragen und wurde beschlossen, wenn nötig, die äußersten Konsequenzen zu ziehen. ,Es wurde ein Exekutivkomitee gewählt, welches die Beschlüsse dieser Delegiertenkonferenz, welche jede zweite Woche tagen wird, auszuführen hat. Den Verhandlungen wohnte als Gast Herr Dr. P o 11 a k, Präses des westösterreichischen Zenträl-Komitees bei. * Nachrichten aus Mähren - Schiasien. Vereinsabende. Troppau: Verein „Jeschurun“. Jeden Samstag im Vereinslokal (Safcgasse 45), 8 Uhr abends. Zion. Mädchenverein „M i r i a m“. Jeden Dienstag abends im Vereinslokal Salzgasse Nr. 45). Proßnifz: Verein „Zion“. Jeden Samstag oder Sonntag abends im Jüdischen Casino. OlmQtz. Jeden Mitwoch, 8 Uhr abends, im Klub-Zimmer des „Grand-Cafe“. Igiau: Jüd. Volksverein „Theodor Herzl“. Jeden Samstag, um! 8 Uhr abends, im Vereins-, zimmer des „Grand-Hotel“ (Leupoldgasse 3). Ung. Hradisch: Jeden Sonntag, abends 8>4 Uhr, im Cafe Braun. Mährisch-Ostrau: (Volksverein „Zion“.) Jeden Donnerstag, 81/2 Uhr abends, im Klubzimmer des Cafe „Union“ (Ringplatz). Oderberg: Jeden Dienstag nach dem 20. eines jeden Monates, 8 Uhr abends, Kultusgemeinedekanzlei. Brünn: .Mädchenverein „Mirjam“. Jeden Samstag von 5—7 Uhr im Vereinslokal, Großer Platz 21. National fondskommission. Jeden Mittwoch von 8—10 Uhr abends, Cafe Royal. Notizen. 5 Prozent dem Nationalfond. Unter dieser löblichen Devise haben sich in letzterer Zeit einige Firmen verpflichtet, dem Nationalfond von allen mit Gesinnungsgenossen! abgeschlossenen Geschäften obigen Prozentsatz abzuliefern. So auch die bekannte ehern. Fabrik W. Groß, Wien II., Päzmanitengasse 21, die eine Die neuen Gassen der parzellierten Schmelz sind in dem soeben im Verlage der Kartogr. Anstalt G. Freytag 8: Berndt, Ges. m. b. H., Wien VII., Schottenfeldgasse 62, ^erschienenen Verkehrsplan von Wien 1913 (Preis K 1.50, ohne Fioridsdort 1.20) schon enthalten. Der vorzügliche Plan steht auch sonst in seinen Angaben durch- Paus auf der Höhe und enthält unter anderem die Häusernummern, Post- und Telegraphenämter, die öffentlichen Telephonautomaten, Elektrische, Stadtbahnu. Omnibusrouten, Auto-, Fiaker- und Einspännerstandplätze, ein ausführliches Verzeichnis der Straßen, Gassen und Sehenswürdigkeiten, usw. Wir können diesen praktischen Plan jedermann bestens empfehlen. Aufruf. Verein jüdischer Hochschüler „Mensa acadetnica Judaica“ Wien, IX., Pramergasse 31. An die jüdische Bevölkerung! Die in den letzten Jahren stetig zunehmende Verteuerung der Wohnung und der unentbehrlichsten Nahrungsmittel bringt es mit sich, daß Hunderte jüdischer Studierender in der Großstadt darben. In dem Bestreben, diesem Uebelstande wenigstens teilweise abzuhelfen, wurde der Verein jüdischer Hochschüler „Mensa academica Judaica“ ins Leben gerufen, dessen zielbewußter und unermüdlicher Tätigkeit es nach kaum halbjährigem Bestände gelang, im November 1911 eine jüdische Mensa academica für jüdische Studierende der Wiener Hochschulen zu errichten, in welcher täglich über 500 jüdische Hochschüler speisen. Mit Beginn des Studienjahres 1912/13 hat außerdem der Verein ein unentgeltliches Vermittlungsbüro eröffnet. Dadurch, daß den jüdischen Studierenden die Möglichkeit geboten wird, eine billige, dabei doch genügend krättige und rituell zubereitete Nahrung zu .erhalten, wird. jhnender. schwere Kampf um die Erhaltung ihrer Existenz während der Studienzeit bedeutend erleichtert. Die Mensa academica Judaica hat schon nach diesem kurzen Bestände sich die Anerkennung und Sympathie der gesamten jüdischen Studentenschaft erworben, eine Tatsache, die in der täglich zunehmenden Mitgliederzahl ihren deutlichsten Ausdruck findet. Die Institution der Mensa academica Judaica ist für die jüdischen Studierenden der Wiener Hochschulen geradezu eine Lebensfrage geworden. Infolge der stetig steigenden Preise der Lebensmittel ist der Verein jedoch gezwungen, mit einem Defizite zu arbeiten. Deshalb tritt der Vereinsausschuß an die jüdische Oeffentlichkeit mit dem Ersuchen heran, die humanitären Bestrebungen des Vereines zu unterstützen und durch Zuwendungen zu fördern. Wir machen hierbei aufmerksam, daß das Gros der Wiener jüdischen Studentenschaft sich aus den Provinzstädten rekrutiert. Es ist Ehrenpflicht der jüdischen Oeffentlichkeit, der Studentenschaft in ihrem humanitären Bestreben beizustehen! .Der Vereinsausschuß. Das Kuratorium: HIHI JAKOB PliAS im Neubau des -irr HOTEL NEW-YORK "V2 Wien, 11.. Kleine Sperlgasse 5 bietet den P. T. Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt. Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzeits¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. Uepeinsnatfipidifen. Wien. (Zionistischer Verband ehemaliger Hochschüler.) Mittwoch, den 2. April, uml 8 Uhr abends, findet im Cafe Marienbrücke ein Vortrag des Gg. Dr. Karl Po llak, Präsident des zion. Zentral-Komites f. Westösterreich, statt. Thema: Wir und die zionistische Studentenschaft. Gäste willkommen. Wien, f Akad. Verein „Jüdische Kultur“.) Ergebnis der Neuwahlen für das S.-S. 1913: Dr. Max Präger, Präses; cand. irtg. Siegfried Jakob, Viz^n-Tses; cmi. ing. C askei Korn o r n I!;, i ..'-ihrer.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.