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Jüdische Zeitung · 1913-03-21 · 12 (21.3.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
12 (21.3.1913)
Date
1913-03-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 geschlagen wird, alsinternationales Freigebiet v ein selbständiges staatliches Dasein erlangen wird. Im ersteren Falle wird wohl die alte Handelseifersicht zwischen Griechen und Juden, die unter türkischer Herrschaft die Haupttriebfeder des von Salonich ausgegangenen antigriechischen Boykotts War, die Stellung der 80.000 Juden Salonichs wenig angenehm machen und zu einer starken Auswanderungsbewegung Anlaß geben; im letzteren Falle dürften die Juden der Stadt an deren zu erwartendem großen Handelsaufschwunge teilnehmen wollen. PaläsfinasNachpifbfen. Organisierung der jüdischen Gemeinde Jerusalem. Jerusalem. Die Bestrebungen, hier eine einheitlich organisierte Gemeinde zu schaffen, gewinnen immer mehr an Boden. Das Losungswort heißt: „Edah m’schalemeth“ zu deutsch wörtlich: „eine zahlende Gemeinde“, gemeint ist jedoch: „eine Gemeinde von zahlenden Mitgliedern“. Die Forderung geht nämlich dahin, daß sich eine Gemeinde konstituiere, deren Mitglieder, wie dies überall üblich, durch jährliche Abgaben für die Bedürfnisse der Gemeinde aufkommen, anstatt daß die Ausgaben der Gemeinde, wie bisher, von den Chalukah-Ver- Waltungen bestritten werden. Da das türkische Staatsgesetz für eine von seiten der Gemeinde durchzuführende Besteuerung keine sichere Handhabe bietet, so hängt die Entrichtung von Gemeindesteuern ganz vom guten Willen der einzelnen Mitglieder ab und hat daher mehr den Charakter einer Selbstbesteuerung. Nachdem man in Jaffa auf diesem Wege gute Erfahrungen gemacht hat, will man ihn auch hier beschreiten. Glücklicherweise empfinden es jetzt ber.eits weite Bevölkerungskreise als eine persönliche Schande, von der Chalukah auch nür indirekt Nutzen zu ziehen, indem man durch sie von der Abgabe von Gemeindebeiträgeri enthoben wird. Man begreift auch, daß alle die edlen Bestrebungen zur Hebung Jerusalems, die an mancher Stelle zutage treten, solange von keinem dauernden Erfolg gekrönt sein werden, als es hier an einer autoritativen Körperschaft fehlt, die allein berechtigt wäre, zumindest in wirtschaftlichen Fragen im Namen der Allgemeinheit zu handeln. Daß die Vorsteher der Chalukah sowie die der alten und neuen Anstalten' nicht als Gesamtvertretung der jüdischen Bewohnerschaft Jerusamlems gelten können, versteht sich von selbst. Ein Versuch, die hiesige Judenheit zu or-:; ganisieren, ist ja seinerzeit, nach dem Ausbruch aef~'*Krisis;ih; den'WohHhhrtsanstatten und‘ mit Hilfe des seligen Rabbiners Chaim Berlin, unternommen worden. -Wenn er auch auf ganz anderer Grunlage aufgebaut war, so daß er gewissermaßen den Todeskeim von vornherein in sich barg, — so war er doch nicht vergebens gewesen. Er half manche Uebelstände beseitigen und gewöhnte vor allem auch die hiesige Orthodoxie an den Gedanken der Gemeindeorganisation, so daß dieser Gedanke ihr jetzt nicht ,mehr fremd ist. So finden wir auch in dem vorbereitenden Komitee,' welches dieser Tage" in einer zu diesem Zwecke abgehältenen Versammlung gewählt wurde, Vertreter sämtlicher Richtungen der hiesigen Judenheit. Als positive Ziele der zu schaffenden Organisation wurden bezeichnet: Wahrung der Rechte der Juden, Verbesserung der ökonomischen Lage und Zusammenschluß der verschiedenen Gemeinden. Hingegen.soll sich die zu wählende Gemeindevertretung weder in die religiösen noch sonst in die . inneren Angelegenheiten der Chalukah und der einzelnen Anstalten mengen. Vorläufig wurde beschlossen, daß schon die Entrichtung eines : jährlichen Beitrages von 2 Frs. zur' Mitgliedschaft in der zu gründenden Gemeinde berechtigt. In das provisorische Komitee wurden 13 Herren gewählt. ,• Gepäcksraum für jüdische Einwanderer in Jaffa. Jaffa. Die jüdische Gemeinde in Jaffa hat, um den jüdischen Einwanderern die Orientierung in der Stadt gleich nach der Landung zu erleichtern, in der Nähe des Zollamtes-einen Lagerraum gemietet, in welchem die jüdischen Einwanderer ihre Gepäckstücke aufbewahren können. Der jüdische Immigrant kann hierdurch ohne Gepäck in die Stadt gehen und sich über Unterkunft, Hotel. Weiterreise usw. erst, orientieren. Er ist nicht mehr gezwungen, wie bisher, wenn er mit Gepäck beladen vom Dampfer ausstieg, das erste beste Hotel zu wählen und unnütze Ausgaben zu machen. Der Gepäcksaufbewahrungsraum steht unter der Aufsicht des Herrn Chaim; Ridnik, welcher die Reisenden auf den Schiffen erwartet und ihnen bei der Landung behilflich ist. Man zahlt für die Aufbewahrung einen Metallik pro Woche, d. i. etwa 5 Centime nro Tag und S*ück. Der Aufbewahrungsraum ist täglich von 10—12 Uhr sowie zwei Stunden vor Ankunft und nach Abgang jedes Schiffes geöffnet. Fortschritte des Turflwespns in Palästina. .. a.. - - Die Hoffnungen, die mail vor einigen Monaten an die erste Konferenz <i|er palästinensischen Turnvereine geknüpft hatte, daß sie zu einer Ausdehnung des Turnwesena unter der palästinensischen Judenheit beitragen werde, sind in Erfüllung gegangen. Schon jetzt zählt der Turnverband „Makkabi“, der demnächst als „Palästinensischer Kreis“ dem Verbände der „Jüdischen Turnerschaft“ beitreten wird, picht weniger als 11 Vereine, und zwar m Jerusalem, Jaffa, Beirut, Pethach-Tikwah, Rischon Le-Zion, Rechoboth, Neß-Zionah, Gederah, Ekron, Sichron- Jakob und Resch Pinah. An änderen Orten sind neue Turnvereine im Entstehen begriffen. So hat beispielsweise Herr Dr. Elias Auerbach, Arzt in Haifa, früher ein aktives Mitglied des Berliner Turnvereines „Bar Kochba“, r seine Mitarbeit für einen in Haifa "zu gründenden Turnverein zugesagt. Ein anderes Mitglied fies „Bar Kochba“, Herr E. Herrmann, 'wirkt in"’ Jaffa und den benachbarten Kolonien für die Entwicklung der Tumsache. Besonders erfreulich ist der Erfolg des Jaffaer Turnvereines, dem es gelungen ist, die verschiedensten Elemente der Jaffaer jüdischen Bevölkerung: Aschkenasim, Sephardim und Jemeniten, an seinen Turnabenden einträchtig zu versammeln. Der Vorstand des Turnverbandes „Makkabi“ hat beschlössen,- periodisch Zirku-. lare über die Turnbewegung in Palästina herauszugeben, in denen die Berichte der einzelnen Turnvereine, sowie Aufsätze über verschiedene turnerische Fragen veröffentlicht werden sollen. In Jaffa hat der Turnverein eine eigene Lesehalle eröffnet, in der die Mitglieder auch Unterricht in der hebräischen Sprache, in der jüdischen Geschichte usw. empfangen. Der Jerusalemer Turnverein erhielt anläßlich der Abwesenheit des Herrn Ussischkin, Vorsitzenden der Chowewe Zion, ein Darlehen von dieser Gesellschatt zwecks Anschaffung von Turngeräten. Neben dem Turnen der Erwachsenen hat auch der Turnunterricht in den Schulen Fortschritte zu verzeichnen. Ueber „Das Schulturnen vom medizinischen Standpunkte“ hielt kürzlich Dr. Moscowitz aus Rechoboth ein Referat in der Jaffaer „Jüdisch-Medizinischen Gesellschaft“. Außer den Aerzten waren auch die Leiter des Hebräischen Gymnasiums, der Mädchenschule, der Schule des Hilfsvereines der deutschen; Juden, sowie die TurnlehrerTurnlehrer dieser Schulanstalten anwesend. Nach längeren Verhandlungen wurde folgende Resolution gefaßt: 1. Das Schulturnen: ist sowohl für Knaben als für Mädchen eine Notwendigkeit als Hilfsmittel zur Hebung der Gesundheit der Schüler. Deshalb muß der Turnunterricht in sämtlichen Schuten als obligatorisch gelten. Z Die Schüler und Schülerinnen sollen Tjedes h’älbe' Jahr von ' einen!" Arzte untersucht werden, damit diejenigen, denen das Turnen gesundheitlich unzuträglich ist, auf Anweisung des Arztes vom Turnen befreit werden. RESIAIM1 JAKOB P1NKAS im Neuban des ' TO HOTEL NEW-YORK TO Wien, II., Kleine Sperigasse 5 bietet den P. T. Gästen allen Komfort. — Küche und Keller sind als erstklassig bekannt. Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzelts¬ und Festbankette werden bestens arrangiert. Vercinsnadipiditen. Nachrichten aus Mähren-Schlesien. Vereinsabende. Troppau: Verein „Jeschurun“. Jeden Samstag im Vereinslokal (Salzgasse '45), 8 Uhr abends. Zion. Mädchenverein „M i r i a m“. Jeden Dienstag abends . im Vereinslokal Salzgasse Nr. 45). Proßnitz: Verein „Zion“. Jeden Samstag oder Sonntag abends im Jüdischen Casino. Obnütz. Jeden Mitwoch, 8 Uhr abends, im Klub-Zimmer des „Grand-Cafe“. Iglau: Jüd. Volksverein . „Theodor Herzl“. Jeden Samstag, umf8 Uhr abends, im Vereinszimmer des „Grand-Hotel“ (Leupoldgasse 3). Ung. Hradisch: Jeden Sonntag, abends 8Va Uhr, im Cafe Braun. Mährisch-Ostrau: (Volksverein „Zion“.) Jeden Donnerstag, 8Va Uhr abends, im Klubzimmer des Caf6 „Union“ (Ringplatz). Oderb'rg: Jeden Dienstag nach dem 20. eines jeden Monates, 8 Uhr abends, Kultusgemeinedekanzlei. Brünn: Mädchenverein „Mirjam“. Jeden Samstag von 5—7 Uhr im Vereinslökal, Großer Platz 21. Nationalfondskommission. Jeden Mittwoch von 8—10 Uhr abends, Cafe RoyaL * * Wien. (Jüdischer Turnverein in Döbling.) Am 6. d. M. fand im „Cafe Döbling“ unter zahlreicher Beteiligung der Döblinger Judenschaft die konstituierende Generalversammlung des Jüd. Turnvereines in Döbling statt. Namens der Proponenten eröffnete Herr Rechnitz er die Versammlung und besprach das Programm und die Bedeutung des erstehenden Vereines. Auch unser Gg. Herr Lucian Brunner, der die Gründung des Vereines von Anfang an mit werk-j tätigen Sympathien begleitete, richtete an die Versammelten Worte, die ihrer Aufrichtigkeit und selbstbewußten Ehrlichkeit wegen. ihre Wirkung nicht verfehlten. Hierauf erfolgte die Wahl in den ersten Vereinsausschuß. Es wurden gewählt : Hugo R e c h n i t z e r als Präsident; Lucian Brunner und Siegfried Altmann als Vizepräsidenten; Jakob B ä 1 i n t und Dr. Max Rosenzweig als Kassiere; Phi'ipp Kantor als Schriftführer; Felix Benedikt und Alfred Bondy als Materialverwalter; Alexander Sternlicht, Dr. Siegfried Frank!, Johann Kol tanyi, Ludwig Spira und Moriz Müller als Beiräte und schließlich Arnold Kahn, Dr. E. Weiß und Ing. Zdenko K ö n i g s t e i n als Revisoren. * Wien. Der jüdische Turnverein „Massada“ (XVII., Rötzergasse 9—11) hält am 29. März 9 Uhr abends in Stalehners großem Saale, XVII., Jörgerstraße 22, ein Schauturnen ab. Der Verein „Massada“ ist der erste Turnverein Oesterreichs, der mit gutem Erfolge für das Männerturnen die hebräische Kommandosprache eingeführt hat. Es kostete zwar viele Mühe, doch ließen sich die Unwilligsten allmählich umstimmen und nun ist die hebräische Kommandosprache selbstverständlich und wirkt durch ihren Klang allein auf die Jugend erzieherisch. Alle Freunde unseres Volkes und seiner Sprache werden herzlichst zum Schauturnen eingeladen. * Wien. (Vereinigung jüdischer Exportakademiker in Wien, IX., Berggasse 16.) Die Vereinsleitung gibt hiemit bekannt, daß sie ein Informationsbüro eröffnet hat, welches allen Interessenten unentgeltlich Auskunft über alle auf das Studium an der Exportakademie, sowie die sonstigen auf das Studium in Wien bezughabenden Verhältnisse erteilt. Anfragen, mit Beischluß des Rückportos, sind zu richten an die Vereinigung jüdischer Exportakademiker in Wien, IX., Berggasse 16. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband, Unabhängige Organisation der jüd. Handelsu. Privatangestellten.) Die diesjährige Haupt- (Delegierten)versammlung findet am Sonntag, .tden 23.-März 1913, im Saale-der Lese- und. Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Türkenstraße 9, umi 9 Uhr früh .(eventuell Fortsetzung Montag Nachmittag) statt. Wien. Die jüd.-akad. Verbindung „Jvria“ gestattet sich, dem zionistischen Distriktskomite für Mähren und Schlesien, der zion. Tafelrunde „Theodor Herzl“ in Znaim, sowie allen, die sich durch unermüdliche Arbeit um das schöne Gelingen der Damen'kneipe und damit um einen bahnbrechenden Erfolg der zionistischen Sache bemühten, den geziemenden Dank der Verbindung auszusprechen. Wien. Die jüd.-akad. Verbindung „Zephirah“ gibt bekannt, daß ihr i. a. B. MUC. Paul Hönigsberg (xxx, x, x) am Donnerstag, den 13. d. M. zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert wurde. » Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, Wien, XX., Othmargasse 46.) Bis inklusive Dienstag, :den 25. d. M. bleibt die Toynbeehalle geschlossen. Mittwoch, den 26. d. M. findet ein von der Gesangsmeisterin Frau Elsa Freund-Funk veranstalteter Konzertabend, Donnerstag, den 27. d. ein Lichtbildervortrag des Herrn Sandor Wolf aus der Geschichte der Juden in Spanien statt und mit einem von der Gesangsmeisterin Fräulein Alice Goldberg arrangierten Konzert schließt Samstag, den 29. d. M. die Vortragssaison 1912/13. Sonntag, den 30. März, um halb 3 Uhr nachmittags findet auf Veranlassung des Obmannstellvertreters, Herrn Kart Freund, als Nachfeier des Purimfestes eine Kinderjause für 330 arme Brigittenauer Schulkinder statt. * Boskowitz. Der zion. Mädchenbund „Judith“ in Boskowitz veranstaltet Ostersonntag, den 23. März, um 8 Uhr abends, im Saale des H. B. Deutsch eine Akademie mit sehr reichhaltigem Programm und anschließendem Tanzkränzchen. Gäste willkommen. Graz. Sonntag, den 23. Februar veranstaltete die Damenriege unseres Vereines im Turnsaale einen Five o* clock tea mit Tanz, der efnen sehr animierten Verlauf nahm. Ein mit Leckerbissen aller Art reich besetztes Büffet wurtfe von den Damen beigestellt. Unseren strammen Turnerinnen sagen wir für die vortreffliche Veranstaltung herzlichen Dank, ebenso der verehrlichen Gemeinde für die Ueberlassung des Turnsaales zu diesem Zwecke. Die Veranstal- ‘ *

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