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Jüdische Zeitung · 1913-03-21 · 12 (21.3.1913) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
12 (21.3.1913)
Date
1913-03-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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bene 2 jODlScfa 2E1TUNQ VfJr. 12 jüdisch-asrimi'atorischen Journalisten zuzusenden, die am 18. März „unseren“ deutschen Hebbel in schwungvollen Artikeln feierten. # # Gaiz’sche Landtagswafrrefonn. Die galizische Wahlreform befindet sich auf dem Wege ihrer Verwirklichung. Für die Juden bedeutet die neue Reform eine furchtbare Nieder-" läge, denn sie petrifiziert für Jahrzehnte hinaus die vollständige politische Ohnmacht der Juden in Galizien. Im ganzen sind fünf bis sechs Wahlkreise mit jüdischer Mehrheit vorgesehen. Und auch in diesen Wahlkreisen werden die Juden von der Gnade der starken polnischen Minderheiten abhängig sein. Nichtsdestoweniger findet das „Sloivo polskie“, das Organ der Allpolen, daß man den Juden zuviel gegeben hat. Und die Allpolen sind die stärkste Volkspartei im galizischen Polentum. Ihr Einfluß beim Volke ist größer als der Einfluß der anderen polnischen Parteien. Die Haltung der Allpolen ist darum der Maßstab für die wahren Empfindungen der Polen in Bezug auf die Juden. Wir wiederholen darum unsere oft ausgesprochene Ansicht: der Schwerpunkt des ostjüdischen Problems liegt in den von Juden bewohnten polnischen Gebieten, denn die Polen haben sich in den letzten Jahren als die konsequentesten und unerbittlichsten Gegner der Juden gezeigt. * * * Eine wichtige Reform in der Türket. Was in 4 Jahren türkischen Parlamentarismus nicht zustande kam, ist jetzt, durch die grausamen Lehren des Krieges möglich geworden: Die Reform der Bodengesetzgebung der Türkei. Der erste wichtige Schritt in dieser Richtung wurde durch die am 16. Februar erfolgte Publizierung eines Gesetzes getan, welches jüristii sehen Personen den Bodenerwerb in der Türkei gestattet Allerdings ist dieses Recht auf ottomanische Gesellschaften beschränkt und enthält auch alle sonstigen ^Limitationen des Entwurfes, der seinerzeit dem Parlamente vorlag. Insbe-i sondere ist der Regierung Vorbehalten, gewisse Gegenden auszuschließen. Immerhin ist aber mit diesem Gesetze ein äußerst wichtiger Fortschritt erzielt, der auch' den jüdischen Kolonisten zuH gute kommen wird. Hoffentlich' werden andere wichtige Reformen, wie die des Hypothekenrechts und der landwirtschaftlichen Steuern bald folgen. Anfifemifismns in Argentinien. Wie sehr Theodor- HerzI mit seiner Behauptung, daß «die Juden den Antisemitismus mit sich in die Länder tragen, wohin sie auswandern, Recht, hatte, beweist folgender Artikel, den ein Freund unseres Blattes, welcher in Argentinien lebt, uns eingeschickt hat. Der Artikel ist in der Zeitung „La Union“ in spanischer Sprache, unter dem Titel „Die Judengefahr in Argentinien“ am 2„ Februar erschienen: „Die Presse der Hauptstadt beschäftigt sich häufig mit den verschiedenen Gefahren der Immigration von Zigeunern, Indianern etc. und mit der „gelben Gefahr“ der chinesischen' und japanischen Einwanderung. Sie übersieht jedoch eine andere Immigration, die vielleicht eine der gefährlichsten ist; diese heißt — Judengefahr. — Bevor ich die wirkliche Gefahr der-i selben analysiere, möchte ich einige Erklärungen über die jüdische Bevölkerung in unserer Re-i publik und vor allem in unserer - Hauptstadt. geben. Es läßt sich’ schwer bestimmen, wann der erste Jude nach’ den La Plata-Staaten gekommen ist Im Jahre 1869 sind in der ersten Statistik einige Dutzend dieser Leute angeführt Zufolge der nächsten von Dr. Carrasco ausgearbeiteten Statistik existierten schon 6.085 Juden,, wovon 6.024 in den Küstenländern lebten, 49 im Zentrum, 2 in den Andenprovinzen, 2 im Norden und 8 im Nationalterritorium. In dieser Statistikerwähnt der Autor, daß seit 1891, auf Anregung des jüdischen Mil'ionärs Baron Hirsch', der seinen Reichtum durch unsaubere Finanzoperationen, hauptsächlich durch die türkische Eisenbahnanleihe, bei der viele kleinere österreichisch^ Kapitalisten ihre Ersparnisse einbüßten, erworben hat, die ersten jüdischen Einwanderer zu uns kamen. Dieser Mann bestimmte nach' dem Tode seines einzigen Sohnes einige Millionen PesoO für die jüdische Kolonisation in Argentinien und gründete hier die berühmte „Jewish Association“, welche ihre Tätigkeit in der Nähe von Buenos .Aires, Santa Fe und Entre krios begann., Sie siedelte in den ersten vier Jahren irt der Provinz Entre krios 3.880 jüdische Landwirte (!), in Santa Fe 721 und in Buenos Aireis 670 an. Mit diesen bescheidenen Anfängen, der Organisation der gutenr jüdischen Landwirte und ehrenhaften Arbeiter begann in Argentinien die Judengefahr zu keimen, die man 'in den ersten Jahren nicht wahrgenommen hat. Die russische und österreichische Emigration wächst täglich. In den argentinischen Küstenländern landen jährlich’ über 8000 jüdische' Immigranten. Im Jahre 1909 waren unter 231.084 Immigranten 8.865 Juden, 1910 von 228.772' 5.390, 1912 10.000 Juden. Es gibt außerdem ejne bedeutende Zahl von Emigranten, die aus Verschiedenen Gründen ihre Religion verleugnen, außerdem noch' viele Passanten. Auf diese Weise "-steigt die Zahl der Juden in Argentinien. Ohne" zu übertreiben, können wir behaupten, daß Idle Zähl der Juden sich zwischen 80.000 und 90.000 bewegti Von dieser Zahl lebt ein sdir geringer- Bruchteil in den Kolonien der „Jewish-Colonisation“, die sich mit der Landwirtschaft beschäftigen. Der Rest hingegen ist in der ganzen Republik fcerstreut. Der größte Teil davon lebt in der Hauptstadt Iund befaßt- '.sidir.AnitsI*mschiedenen‘-Geschäften. — mit erlaubten .und .unerlaubten, moralischen und unmoralischen. In der Hauptstadt waren im Jahre 1895 i 752 Juden (412* Männer und, 311 Frauen), 1904 13.335 Juden (9.342 Männer und 3.393 Frauen), 1909 16.589 Juden (9.810 Männer und 6.(779 Frauen). Diese Zahl stieg in den letzten vier Jahren durch die auswärtige Immigration und durch die Provinz-Emigration. Der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung in der ganzen Republik beträgt 1 Prozent, hingegen der Kaufleute und Industriellen über 6 /Prozent. In einigen Branchen dominieren die Juden vollständig. Es wurde festgestellt, daß unter den 28.832 etablierten Firmen in der Hauptstadt beinahe 1700 Judenfirmen existieren. Wie ich' bereits erwähnte, gibt es Geschäftszweige, die ausschließlich von Juden okkupiert sind. Für den Juden gibt es kein Bedenken. Er sjicht keine edle oder moralische Beschäftigung! Er hat ein einziges Ziel:;In ganz kurzer Zeit Geld zu yerdienen, ohne -zu überlegen, ob die verwendeten Mittel legal oder illegal sind. Darum geben sich' auch so ■viele Juden mit Börseoperationen ab. Um die Wahrheit unserer Angaben zu beiweisen, genügt es, ein kaufmännisches Adreßbuch zur Hand zu nehmen; Da findet man sicherlich Hunderte von Blocks,'Blumenthals, Hirschmanns, Wünschkrauts, Eislers, Hireus, Fonshäars, Karpeles, Jeiteies, Rabinowich, Kohn, Rosenthal, Rosenberg, Weißberg, Sphwarzstein, Aschenbach- Zucker, Zueifer etc. — lauter charakteristische Judennnamen, und zwar deutsche, österreichische, russische und rumänische. Von den spanischen Juden oder besser gesagt^ über die aus Spanien vertriebeinen Juden rede ich' hier nichts. Diese sind in, sehr geringer Zahl vertreten und deren Gegenwart ist aus vielen Gründen nicht so gefahrvoll wie die der anderen. Der deutsche und russische Jude. ist es, welcher in ganz Europa und den Vereinigten Staaten die allgemeine Entrüstung provoziert.- Trata de blancas — weißer Sklavenhandel’' ist deren Beschäftigungsfeld;-dann die betrüge^, rische Bankrotte, die Korruption der Beamten und der Staatsangestellten — all das verursachendie Juden durch ihre unsauberen Geschäfte. Ueberall finden wir den Juden; er Wird sogar Staatslieferant; mit dem Gelde verdirbt er uns, besticht er die Staatsbeamten, um alle Lieferungen zu bekommen, dann liefert er die schlechtesten Waren. Er macht sich durch die Vertrauensmänner mit den Regierungsgeheimnissen bekannt, er kauft mit seinem Gelde alles und im geeigneten Augenblicke beutet er alles aus.. Es ist ihm nicht blos um' (die wichtigsten Staatsgeheimnisse zu tun, der Jude interessiert sich auch für alles andere. Weiters verschafften sich die Juden Pläne und Offertausschreibungen im vorhinein, um damit nötigenfalls mit Erfolg mitkonkurrieren zu können. Außerdem finden sie auch andere Mittel zur Beeinflussung 'sämtlicher Regierungsgeschäfte. Es ist bewiesen, daß der ganze RegierungsM bedarf entweder direkt oder indirekt von Juden gedeckt Wird. Ueber dieses Thema werde ich noch1 ein anderes Mal Gelegenheit nehmen zu schreiben. Alsdann werde ich mehr Details und auch Namen anführen. Die Nationalbanken und die ausländischen Geldinstitute haben kein Geld für den, ehrenhaften Christen hingegen stehen für den Juden die Türen immer offen iund erleichtern 'dadurch' dem Juden die Führung seiner Geschäfte. Daß der, Verdienst der Juden nicht gering ist, dafür bietet jeder Tag Beweise. Bei uns ist unglücklicherweise der unlautere Wettbewerb, nicht verboten. Darum fühlt sich der Jude bei ■uns wie im Paradiese, .^.Der arpe Immigr^it^ eröffnet mit geringen Mitteln ein kleines Spezereigeschäft verbunden mit einem Alkoholausschank. Durch verschiedene Kommissionen und kleine Gefälligkeiten, die er dem Kolonisten erweist, gewinnt ,er bei diesen Vertrauen, dann kreditiert er denselben Waren. Der Kolonist zahlt erst nach' der Ernte. Für den Kredit berechnet der Jude hohe Zinsen, außerdem nimmt er gute Preise und liefert dafür schlechte Waren und falsche Maße. Der Kolonist ist dann auch ge-* zwungen, seine ganze Ernte demselben zu bili ligem Preise und zu drückenden Bedingungen zu liefern. Das ist der erste .Schritt zur Bereicherung. Dann kommt der Jude in die Hauptstadt und gründet hier ein großes Geschäft. Das ganze Getreidegeschäft liegt in wenigen jüdischen Händen. Die Juden diktieren darum: auch die Marktpreise -■ Prfllet alles! Han sollte auch den Malzkaffee, wenn man solchen verwendet, prüfen. Lassen Sie sich, bitte, zum Vergleich mit anderen Erzeugnissen in einer meiner Filialendn Gratis-Kostmuster Malz-Kaffee : - verabreichen. JULIUS MEINL Gegr. 1862. 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