Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 8 (21.2.1913)
- Date
- 1913-02-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. har Chair ALadin Bey, seine in Palästina erlangte bessere Kenntnis von der Bedeutung des jüdischen Elements auch während seiner zukünftigen Wirteamkeit in Konstantinopel zu verwerten. * Ein jüdischer Joumalistenstreik in Amerika. Ein eigenartiger Streik lenkt hier gegenwärtig die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. Die Mitarbeiter. sämtlicher in New York erscheinenden „yiddischen“ Tageszeitungen sind nämlich in den Ausstand getreten. Ihre Forderungen sind einstweilen noch nicht genau formuliert, nur so viel ist bekannt, daß die jüdischen Journalisten einen Berufsverband gegründet haben und die Herausgeber der „yiddischen“ Blätter zwingen wollen, nur Mitglieder dieses Verbandes zu beschäftigen. Die Zeitungsherausgeber ihrerseits erklären die Forderungen der Journalisten als unannehmbar. Wahrscheinlich werden im Laufe der nächsten Tage die meisten „yiddischen“ Tageszeitungen ihr Erscheinen einstellen müssen, zumal da auch die Setzer die Arbeit niederlegen . wollen, um die Journalisten in ihrem wirtschaftlichen Kampfe zu unterstützen. #• Abschaffung des „roten Zettels“ in Palästina. Der Großrabbiner Haim Nahum erhielt von der neuen Regierung die formelle Zusicherung, daß die Einrichtung des sogenannten „roten Zettels“, der den ausländischen Juden bisher bei ihrer Landung in Sirien von den Hafenbehörden überreicht wurde und der den Zweck hat, die Dauer ihres Aufenthalts im Lande auf drei Monate zu beschränken, in dein neuen Plan, für die Verwaltung der syrischen Vilajets nicht mehr vorgesehen ist. Ebenso sind in dem neuen Entwurf die gegenwärtig in Palästina bestehenden Beschränkungen betreffs des Bodenerwerbs der ausländischen Juden fallen gelassen worden. tarteisNachrichten. Nachrichten aus Mähren-Schlesien. Vereinsabende. Troppau: Verein „Jeschurun“. Jeden Samstag im Vereinslokal (Salzgasse 45), 8 Uhr abends. Zion. Mädchenverein „Miriam“. Jeden Dienstag abends im Vereinslokal (Salzgasse Nr. 45). Frößnitz: Verein „Zion“. Jeden Samstag oder Sonntag abends im Jüdischen Casino. Jifflisdier Sport. Hakoah gegen Nußdorfer A. C. 14:0. Nußdorfer aus der II A-Klasse, also eine Klasse höher wie Hakoah, mußten sich vor der Spielstärke der unsrigen beugen. Die Goals schossen: Jenö 7, Ali 2, Horwitz, Meller, Glasl und Sträußler je 1, ein Goal war ein Eigengoal. Die Zahl spricht für die Leistung. Hakoah HI gegen Reformlyceum 6:1. Sonntag am Hakoahplatze, Hakoah I und II gegen Apollo 1 und II. K. Ml JAKOB im Neubau des irr HOTEL NEW-YORK irr Wien, II., Kleine Spcrlgasse 5 bietet den H. T. Gästen allen Komfort. — Kficbe und Keller sind als erstklassig bekannt. Elegante und geräumige Lokalitäten. Hochzcits- und Festbankette werden bestens arrangiert. Vereinsnadiriditen. Wien. (Wiener Zionistische Vereinigung, IX., Garnisongasse 24.) Die Ausschußwahlen der am 11. Februar stattgefundenen Plenarversammlung ergaben folgendes Resultat: Obmann: stud. arch. Ernst Freud; Obmannstellvertreter: cand.- iur. Heinrich Glanz; Schriftführer: stud. iur. Jak. Landau; Kassier: MUC. Isidor Klaber; Beisitzer: stud. ing. Karl Neumann; Nationalfondskommissär : Walter Kohn. Gemäß der Beschlüsse der Plenarversammlung haben sich die Hochschüler der Vereinigung zur „Akadem. Sektion der Wiener Zionistischen Vereinigung“ zusammengeschlossen, die ihre Anmeldung beim Rektorate bereits vollzogen hat. * Wien. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler veranstaltet als Nachkränzchen ihres diesjährigen Balles eine Kostüm-Redoute, welche Dienstag, den 4. März 1. J. in den -Beethoven- Sälen stattfindet. Das Komitelokal befindet sich ab 24. Februar (täglich von 4—6 Uhr) im Beethovensaal, I., Strauchgasse 4, wo üruppenanmeldungen entgegengenommen,' sowie Auskünfte erteilt werden. * Wien. (Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender, II., Malzgasse 1.) In der Samstag, den 15. d. M. stattgehabten Ausschußsitzung hielt der Vorsitzende Saul Klausner dem am 14. d. verstorbenen zweiten Obmann- Stellvertreter, Herrn Selig Wcininger einen tiefempfundenen Nachruf. Die Versammlung beschließt die Einverleibung der Trauerkundgebung in das Protokoll und gleichzeitig die Veranstaltung eines Hespeth für den Verewigten, welches Sonntag, den 23. d., um halb 5 Uhr nachmittags im VereinsbeUhause, II., Malzgasse 1 a, unter freundlicher Mitwirkung der Herren Rabbiner M. L. Goldstein und Oberkator Maver Scliorr abgehalten wird. » Wien. (Herzl-Klub:) Dienstag, den 25. d. M. findet in unserem Vereinslokale ein Vortrag des Herrn Josef Stein über „Goethe und die Juden“ statt. Beginn präzise a ,S Uhr abends. Ort: 11., Leopoldsgasse 31'61. Wien. (Herzl-Klub, II., Leopoldsgasse 31 6.) Samstag, den 1. März 1913, in den Florasälen des Cafe Kry'stall, I., Aspernplatz 1, Vorkränzchen (Akademie mit Tanz) des Pur im-Maskenfestes. Beginn halb 9 Uhr abends. Entree im Vorverkauf 80 h, an der Kassa K 1.—. Bekannte Kunstkräfte haben ihre Mitwirkung zugesagt. Karten sind zu haben: In der „Jüd. Zeitung“, im Herzl-Klub von S sic in seinem Mantel nach Bethlehem, sie auf den Kopf des Knaben zu legen, des schwarzäugigen, schwarzhaarigen Schafhirten. Auf, Bethlehem, stoß in die Posaunen! Auf, zum Stadttor! Ein Prophet kommt in deine Maufern, um einen deiner Knaben zum König über das Haus Israels zu salben! Schweig, schweig, arabischer Knecht! Hör’ auf mit deinem langweiligen, eintönigen Liede! Verwirre mir meine Gedanken nicht! Wir sind doch auf dem Wege nach Bethlehem. Jedes Steindien wird dir bezeugen, wrer ich bin, und w'oher ich stamme. Ein Königssohn .wallt aus der Gefangenschaft an das Grab der Mutter . . . Und nun sind wir am Grabe Rahels. Klein und bescheiden ist das Befhaus, das Montefiore über ihm errichtet hat. Seine Kuppel erhöht es über den Friedhof, auf dem es steht. Die eiserne Tür geht auf. Wir treten ein. Die Wände sind mit kleinen Deckchcn aus Atlas und Samt behängen, — fromme Geschenke, die die Kinder der Mutter brachten. Keine Gemeinde, kein Verein fehlt. Weder im Lande Israels, noch in den Ländern des Golus. Und ich lese den Vorwurf von den Wänden: Und du? Warum hast du also nicht getan? Und hell ists in dem kleinen Bethaus der Mutter. Denn Freitag äöerids vor dem „Lichtzünden“ weiht ihr jede jüdische Frau ein Lämpchen. Und da hängen die Lämpchen und brennen tagein, tagaus zwischen den Decken. Lichtüber- _gossen ist das Grab. Hoch .und rund ist der Stein, den unser Vater Jakob auf Rahels Grab gesetzt hat. Sieht aus wie ein Sarg, aus Stein gehauen. Und unzählige Seelen umschw'eben ihn. Jedes der Kinder, das hier bei seiner Mutter w-ar, hat seinen Namen in den Stein geritzt, hat sein Briefchen in die Fugen und Löcher des Steines gesteckt. Und kühl und still ist's in dem kleinen Hause. Man hört das Knistern der Lichter und das Atmen der Seelen. Und jede Nacht, genau um die zwölfte Stunde, steht die Mutter Rahel aus ihrem Grabe aut. ln ihren Totengew'ändern, die Sabbathaube aut dem Kopfe, geht sie hinaus auf den Weg von Bethlehem, sieht die Leiden, die Nebusäradan über die Juden bringt, wie er sie in den Golus treibt, und hebt die Hände zum Himmel empor. Ein Gedanke durchzuckt mich: Wie spät?... Vielleicht . . . „Guten Abend, mein Kind. Woher kommst du?“ Ich seh’ mich um. Eine königliche Frau steht vor mir. Eine königliche Stirn strahlt unter der iief sitzenden Spitzenhaube hervor. In den Falten ihres schwarzen Seidenkleides ruht .das Geheimnis der Nacht. Sie hat die Hände erhöben, mich zu segnen. Habt keine Angst! Es wrar nicht die Mutter Rahel. Es war die Lowitscher Rebbezin*), die ihr hier im Bethause dient, ihr die Oellämpchen anzündet, die Deckchen aufhängt . . . Sie gibt mir ein Gebetbuch in die Hand: „Da, sag’ Psalmen!“ *) Die frau des Rabbi. o o bis halb 10 Uhr abends (mit Ausnahme von. Freitag und Sonntag), bei allen Komitemitgliedern und in allen gesinnungsgcnössischett Cafes. * Wien. (Herzl-Klub.) Der Herzl-Klub veranstaltet am Samstag, den 15. März a. c. im Festsaale des „Hotel Continental“ ein großes Purim-Maskenfest. Samstag, den i. März findet das Vorkränzclien statt. (Näheres hierüber im Inserat.) Die nächste Komitesitzung -mit vorangehender Jause und nachfolgendem Tanze findet Sonntag, den 23. d. M., um' 4 Uhr nachmittags im Souterrainlokale des „Cafe Residenz“ (1., Franz Josefs-Kai 31) statt. Diejenigen Damen und Herren, die dem Komitee beizutreten wünschen, werden eingeladen, bei dieser Sitzung bestimmt zu erscheinen, da später eine Einreihung ins Komite nicht mehr möglich sei« wird. * Wien. Anmeldungen für das „Ferienheim“ und für - das „Seehospiz“ finden vom 23. Februar ab, an jedem Montag, Dienstag und Mittwoch von, 4 bis 6 Uhr nachmittags statt. Hiezu haben sich Vater, Mutter oder Vormund des anzumeldenden Kindes mit dem Kinde untl möglichst unter Mitbringung eines Armutszeugnisses, im Vereinsbüro IX., Türkenstraße 17, einzufinden. * Wien. (Vorlesung Ferdinand Gregori.) Am 12. d. M. las Herr Prof. Ferdinand Gregori im Beethovensaale über Einladung der Lese- und Redelialle jüdischer Hochschüler eine Auslese jüdischer Dichtungen. Mit seiner in die Tiefe dringenden, durchgeistigten Interpretationskunst verstand es der Künstler, die lyrische Fülle, die in jenen Dichtungen verborgen liegt, voll auszuschöpfen und den reichverschlungenen Pfaden echter jüdischer Volksseele bis in ihre hehrsten Empfindungen zu folgen. Es begann mit Barber« fein abgetönten „Jungen Harfen“. Darauf folgten Auerbachs „Das große Wecken“ und Proben „Aus dem Hohenliede“, deren festliche Stimmung zu wundervollem Ausdruck kam. Von ergreifender Wirkung wfar Beer Hofmanns „Schlaflied für Mirjam“, einzig schön, mit schlichter Innigkeit rezitiert, wie überhaupt das Elegisch-Schwermütige eine der stärksten Seiten Gregorischer Vortragskunst ist. ßialiks „Josua vor der Landnahme“, Boruchowitschs „Traum“, Zloristis „Erster Sterbetag“ spiegeln die unstillbare Sehnsucht nach dem heiligen Lande wieder. Den mächtigsten Eindruck erzielten drei Gedichte von Morris Rosenfeld: „Werkstatt^, „Sturm“, „Der jüdische Mai“, die, mit elementarer Wucht und großartiger’ Empfindungskraft' wdedergegeben, das grausame Schicksal jüdischer Heimatlosigkeit vor Augen führen. Den Schluß bildeten zw-ei reizende Erzählungen, Schalom Aschs „Der Zaddik vom Dorfe“ v. Perez, „Bonze Schweig“. Das distinguierte Publikum, das den Saal bis auf den letzten Platz füllte, lauschte dem Vortrag mit gespannter Aufmerksamkeit und belohnte mit reichem Beifall den Künstler, dem im Namen der Korporation ein herrlicher Lorbeerkranz überreicht wurde. « Wien. (Zionistischer Mädchenverein „Moriali“ 11., Leopoldsgasse 31.) Die Ausschuliw'ahlen der im Januar stattgefundenen Plenarversammlung ergaben folgendes Resultat: Präsidentin: Alma |. Fa lick; Vizepräs.: Fanny Abramowicz; Schriftführerin: Hansi Stockknopf; Kassierin: Jetti Wolfmann; ferner die Frl. Rohatyn, Schianger, | Silbereiu. Waltuch. — Montag, den 24. d. M. findet im Vereinslokal 11., Leopoldsgasse 31 zu Ehren des zu dauerndem Aufenthalte nach Palästina reisenden Vereinsmitgliedes Malvine Neumann eine Abschiedsfeier statt. * Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, Wien, XX., Othmargasse 46.) Vortrags-Programm für die Zeit Vom 22. Februar bis 29. Februar 1913: Samstag, den 22.: Konzert; Arrangement Frl. Freistädt. — Sonntag, den 23.: „Ankläger—Richter—Verteidiger“; Dr. Karl Lifcsis. — Montag, den 24. : Deutscher Literatur - Zyklus (Fortsetzung). — Dienstag, den 25.: Bilder aus dem alten Griechenland; Dr. Moriz Kaufmann. — Mittwoch, den- 26.: Stimme und Sprache; Univ. Prof. Dr. Willi Roth. — Donnerstag, den 27.: „Was hält das Judentum zusammen?“; Dr. T1L Jänner. — Freitag, den 28.: Bibelvortrag. * Wien. Der Jüd. Turnverein Fünfhaus veranstaltet Samstag, den 15. März ein Schauturnen mit anschließendem T anzkränzchen in Weigls Katharinenhalle. Eintrittskarten K 2.—, Familienkarten (4 Persbnen) K 6.—. Karten sind erhältlich: Am Turnplatz XV. Herklotzgasse 21 von 8 bis 9 Uhr abends, Cafe Raimundltof VI., Wallgasse und an der Abendkasse. Telephonische Bestellungen wurden unter Nummer 1851 entgegengenommen. * Brünn. (Jüd. akad. Verbindung „Veritas“.) Ergebnis der Chargenwahlen für das kommende S. S. 1912/13: cand. ehern. Siegfried Ticho x; cand. ing. Hermann Abeies xxFx (xxFx); ing. Paul Hein xxx (xxx)?: