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Jüdische Zeitung · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 es ihm bei den Fortschritten der jüdischen Kolonisation hier im Ländle auch gelingen.“ * Dritte Konferenz der jüdischen Landarbeiter in Judäa. Jaffa. In den Chanukatagen fand in der Farm des jüdischen Nationalfonds Ben-Schemen die dritte Konferenz derjüdischen Landarbeiter statt. 34 Delegierte aus den verschiedenen jüdischen Kolonien Judäas nahmen an den Beratungen teil. Aus dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes ging hervor, daß die neue Berufsorganisation der Landarbeiter allmählich Wurzel zu fassen beginnt, ln der Berichtsperlode wurde eine Statistik der landwirtschaftlichen Arbeiter in Judäa angelegt, die Lebensversicherung der Motorarbeiter angebahnt (auf den Nationalfonds- Gütern werden sämtliche Arbeiter gegen Unfall versichert) sowie eine Krankenkasse für die Arbeiter begründet. In letzter Zeit versuchte der Vorstand, Arbeitergenossenschaften auch auf dem Gebiete des Pflanzenbaues ins Leben zu rufen, während die bisher bestehenden Genossenschaften nur den Körnerbau betreiben. Auch dem Informationswesen auf dem Gebiete des Arbeitsmarktes wurde die nötige Aufmerksamkeit zugewendet. Ein sehr -inhaltsreiches Referat über „Arbeitersiedlungen“ hielt der Arbeiter Katzenellsohn. Er stellte vier Grundsätze für Arbeitersiedlungen auf: Eigene Arbeit, freie Zuwahl der Gemessen, solidarische Haftung und Erbpacht nationalen Bodens. Solche Siedlungen müßten bei jeder bereits bestehenden Kolonie geschaffen werden, ebenso müßte bei der Erwerbung eines jeden neuen Terrains seitens der nationalen Organisation im voraus ein entsprechender Teil für so!che< Siedlungen reserviert werden, damit mit dem 'Einzug des jüdischen Kapitals auch die jüdische Arbeit heimisch werde. Das interessante Referat wurde von der Konferenz mit großem Beifall aufgenommen und dementsprechende Resolutionen gefaßt. Der neue Vorstand wurde beauftragt, einige noch strittige Punkte zu beraten. PapteisNachriciiten. Generalversammlung des Zionistischen Zentralvereines. Laut § 11 der Vereinsstatuten berufen wir für Samstag, den 18. Jänner 1913, die diesjährige ordentliche Generalvers'a ra m 1 trn g des' Zionistischen Zentralverenies ein. Ort: Großer Saal, Zionistisches Zentralbüro, II., Karmeliterplatz Nr. 1. Beginn präzise 8 Uhr abends. T agesordnung: 1. Bericht des abtretenden Vereinsausschusses. 2. Neuwahlen. 3. Wahlen zum Distriktstag. 4. Budget. 5. Eventualia. Stimmberechtigt sind lediglich die ordentlichen Mitglieder des Vereines. Für den Ausschuß: Wien. (Akademischer Verein , Jüdische Kultur“, IX., Garnisonsgasse 24.) Samstag, den 18. d. M. findet im Lesesaal der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler anläßlich der 50jährigen Jubiläums des jüdischen Schriftstellers und Journalisten Ch. Z y d I o w s k i eine Zydlowski- Feier statt, bei der der bekannte Schriftsteller Herr S. Boruchow sprechen wird. Anfang *•>8 Uhr. Entree frei. Gäste willkommen! * Wien. (Akad. Verb. „Kadimah“.) Das endgültige Programm für Tlie Feierlichkeiten des 60. sem. Stiftungsfestes wurde folgendermaßen festgesetzt: 27. Jänner: Begrüßungsabend (Hotel de France); 28. Jänner: Bali (Beethovensaal); 29. Jänner: Fest-Konzert; 30. Jänner: Vorm. Abfahrt zum Grabe Herzls; Kommers im Beethovensaal; 31. Jänner: —; 1. Februar: Festbummel; 2. Februar: Ausflug. — Zur Darnachrichtung unserer Festgäste bringen wir Folgendes zur Kenntnis: Der Begrüßungsabend im Restaurant Riedhof, VIII., Schlösselgasse, findet um 8 Uhr im großen weißen Saal statt. Der Festkonvent steigt am 29. d. M. um 8 Uhr aut der Bude (I, Wiesingerstraße 3). Die Teilnehmer an der Herzl-Feier versammeln sich am 30. d. M. um 11 Uhr vorm, in der Zeremonienhalle des Döblinger Friedhofes. Das zionistische Meeting im Hotel Post am 31. d. M. beginnt um 9 Uhr abends. Zum Frühschoppen kommen wir am 1. Februar, um 10 Uhr vorm, beim „Oberen Gilly“, IX., Berggasse, im Saale des I. Stockes zusammen. Wien. (Poale-Zion.) Samstag, den 18. d., findet ein Vortrag des P. Reiner über „Die Entwicklung der jüdischen Presse“ statt. Anfang 8 .Uhr. Gäste willkommen. # Wien. („Jordania“.) Mittwoch, den 22. Jänner I- J-» 7t/s Uhr abends, findet auf unserer Bude, IX., Porzellangasse 36, ein Vortrag des Herrn M. Waldmann über „Die Juden und die Rassenfrage“ statt. Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46.) Vortrags-Programm für die Zeit vom 18. bis 24. Jänner 1913: Samstag, den 18.: Konzert; Arrangement Fräulein Alice Goldberg. — Sonntag, den 19.: „Die Entwicklung der Flugmaschine“ (mit Experimenten und Lichtbildern) L; Paul Be.lak. — Montag, den 20.: Deutscher Literatur-Zyklus (Fortsetzung). — Dienstag, den 21.: „Kaiser Heinrich IV.“; Prof. J. Baß. — Mittwodh, den 22.: „Die Entwicklung der Luftballone“ (mit Lichtbildern) I!.; Paul Bellak. — Freitag, den 24.: Bibelvortrag. Göding. (Jüdisch-akademische Ferialverbindung „Gamala“.) Chargenwahlen: Cand. phil. Ludwig Weiner, dz. x, ing. Fritz Pocher, dz. xxxx, ing. Konrad Körner, dz. xxx. » Wien. (Zionistischer Mädchenverein „Moria“.) Am 20. Jänner, 8 Uhr abends, liest im Vereinslesesaal Herr Dr. Steckl über „Ziele des Zionismus“. Gäste, Frauen und Mädchen herzlich willkommen. * türlich sowohl jüdischen als auch die deutschen Bauern sehr hart, und es ist klar, daß bei einem so drückenden Steuersystem die Weinpflanzung eingeschränkt bleiben muß. Ganz anders wäre es natürlich, >venn sich die Regierung zu einer vernünftigen Steuerreform entschließen wollte. Sie würde dabei auch mehr Einnahmen erzielen, da dann immer größere, jetzt brachliegende oder äußerst extensiv bewirtschaftete Flächen einer rationellen intensiven Kultur erschlossen würden. Daß das Syndikat trotz all diesen mißlichen Zuständen sich so günstig entwickelt hat, ist nicht zum geringen Teil das Verdienst seines Leiters, des Herrn Z. Gluskin. Die J. C. A. Kat dies auch durch Ueberreichung einer Gratifikation im Betrage von 5000 Frs. anerkannt. Herr Gluskin. hat diesen Betrag der Anglo- Palestine-Company mit der Maßgabe überwiesen, daß er samt den Zinsen für eine jüdischkulturelle Institution verwendet werden soll. * Das Odessaer Palästina-Komitee und das Jerusalemer Hebräische Gymnasium. Jerusalem. Vorigen Sonntag wohnte Herr M. M. Ussischkin, der Vorsitzende des Odessaer Komitees der Chowewe Zion, den ganzen Vormittag dem Unterricht im hiesigen Hebräischen Gymnasium bei, der auf ihn einen , sehrgünstigen Eindruck machte. Abends fand eine beratung unter dem Vorsitze UssisChkins statt, an der sich der Vorstand der Schule, die Lehrer und die Herren Scheinkin, Chissin und Barsilai aus Jaffa beteiligten. Herr Salomon Schiller, der Leiter der Anstalt, sprach ausführlich. über die Entwicklung und die tinanzielle Lage des Gymnasiums. Alle Anwesenden stimmten darin überein, daß das Gymnasium für Jerusalem unentbehrlich und daß seine bisherige Entwicklung sehr zufriedenstellend sei. Angesichts der momentan noch kritischen finanziellen Lage der Schule erklärte Herr Ussischkin im Namen des Odessaer Komitees sich zur Gewährung folgender Beiträge bereit:- 1. Gehalt des Leiters der Schule; 2. Miete für das Schulgebäude. Sollte sich die Notwendigkeit ergeben, einen Herrn für einige Zeit ins Ausland zu entsenden, um Propaganda für die Anstalt zu machen, so würde sich das Odessaer Komitee auch an den hierfür erforderlichen Ausgaben mit einem namhaften Betrag beteiligen. Ueberhaupt erklärte Herr Ussischkin seine Bereitwilligkeit, diese wichtige Jerusalemer Schule in jeder Beziehung zu fördern. Es wurde auch beschlossen, Herrn Dr. Gerson Zipper in Lemberg um die Ueberweisung des von ihm mit großer Hingebung gesammelten Baufonds zu er- "sücfieri;‘dämTUniän recht" bälet "an’die Erbauung eines eigenen Heims für das Gymnasium gehen könne. Ebenso beschloß man, Herrn Alderman Jacob Moser in Bradford um die Erhöhung seiner jährlichen Subvention zu bitten. Herr Ussischkin hat auch für das von Dr. Marschak geleitete „Chadar Thorah“ 1200 Frs. und für das Beth-Am 1000 Frs. bewilligt. Aus eigenen Mitteln hat er dem Greisenheim 1300 Frs. gespendet. Ferner veranstaltete er eine allgemeine Besprechung der Lage Jerusalems, an der sich Vertreter der verschiedensten Richtungen der jüdischen Bevölkerung beteiligten. Der Inhalt der Aussprache wurde in der lokalen Tagespresse wiedergegeben und weckte allenthalben lebhaftes Interesse. » _ Aus der palästinensischen Kolonie Artuf. Aus der hauptsächlich von spaniolischen Juden aus Bulgarien bewohnten Kolonie Artuf wird geschrieben: > Vor kurzem wurde .'hier die neue dreiklassige Kolonieschule, eröffnet. Die Zähl der Schüler und Schülerinnen beträgt 21. Einstweilen ist die Schule in einem gemieteten Raume untergebracht, doch dürfte sie bald ein . eigenes Gebäude erhalten. Dieser Tage wurden wissenschaftliche Abendkurse für die Landarbeiter eingerichtet. Auch werden allwöchentlich Vorträge veranstaltet. Im allgemeinen ist. .in .-unserer Siedlung sowohl auf geistigem wie auf materiellem Gebiete ein stetiger, wenn auch . langsamer. Fortschritt wahrzunehmen. * T Die Spracherrfrage in Palästina. In einem „Die Sprachenfrage in Palästina“ betitelten Aufsatz bespricht die „Kölnische Zeitung“ die Fortschritte des Hebräischen in Palästina.' Der ArtikelsChreiber berichtet darüber: „In den letzten Jahren hat das Hebräische in Palästina einen wohl nie gedachten Aufschwung genrimmen dank den unausgesetzten' Bemühungen der Zionist ein. Man ist überrascht, zu sehen, wie diese Sprache zu einem neuen und reichen Leben wieder auferstanden ist. Augenblicklich ist es d'.ie Lehrsprache in den meisten jüdischen Schulen und Lehranstalten. Man darf daher auch nicht erstaunt sein, nicht nur vereinzelt hebräisch auf der Straße, sondern ganze Ortschaften wie Tiberias und Safed am See Genezareth diese Sprache sprechen zu hören. Mit einer - bemerkenswerten Ausdauer arbeitet das jüdische Volk daran, dieser Sprache ihre frühere Bedeutung wiederzugeben, und zweifelsohne wird Max Markus, Obmann. * * * Innerösterreichischer Distriktstag. Der in der letzten Nummer angekündigte Distriktstag findet am 26. d. M., 9 Uhr vormittags im Saale der Lese- und Redehalle, IX., Türkenstraße 9, statt. Nur jene Korporationen werden zugelassen, die die Parteisteuer voll abgeführt haben! Verelnsnadiiiditen. Wien. Der „Zionistische Verband ehemaliger Hochschmer“ veränsaLet jeden Mittwoch ab 8 Uhr abends im Cafe Marienbrücke freie Zusammenkünfte seiner Mitglieder, bei denen aktuelle Fragen auf zionistischem Gebiete zur Diskussion gelangen. .Mittwoch, den 22. d. M., Fortsetzung der Debatte, über das Thema: „Religion und Zionismus“. Die Mitgleder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen! * Wien. (Herzl-Klub.) Samstag, den 18. d. M., um 6 Uhr nachmittags findet imr Klubheim, 4L, Leopoldsgasse 31 ein Vortrag nach § 2 des Vereins- und Versammlungsgesetzes des Gg. Simon, Advokat, statt. Thema: „Soll das Judentum bestehen oder untergehen?“ * Wien. (Herzl-Klub, II., Leopoldsgasse 31/11, T. 61.) Dienstag, 21. Jänner: Vortrag über Turnen und Sport bei den J u-, den mit Lichtbildern im Vereinslokale. Beginn präzise 8 Uhr. Gäste willkommen! Wien. Am 8. d. M. hielt der „Misrachi“ unter reger Beteiligung seine erste Versammlung ab. Der Referent Vereinsobmann I. Austerlitz gab einen Rückblick auf die vorzionistische Zeit, auf das Entstehen des Zionismus, dessen bisherige Erfolge, um dann auf die Tendenzen, und die Wirksamkeit des Misrachi überzugehen. Er kam unter Beifall zur Schlußfolgerung, daß sich alle denkenden . Kreise des Judentums dem Zionismus anschließen und alle thoratreuen Juden dem Misrachi beitreten und in diesem fürs Gesamtjudentum gemeinsam wirken müssen. An der Debatte beteiligten sich die Herren Ing. Löwenbein, Lektor Landtmann, 'Schwertfinger, Lebowitsch aus Budapest und Rabbiner Goldstein. Nach dreistündiger Dauer schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Appell, auch insbesonders an die Frauen und Mädchen, sich in Massen dem Misrachi anziV’Chließen. Der Verein zählt bereits 100 Mitglieder. 0 Kaufet nur bei unseren # ■ Inserenten... # Zur Beachtung! Es ist von Wichtigkeit, daß Sil Ihre Einkäufe bei unseren Inserenten besorgen, und sich dabei auf die „Jüdische Zeitung“ berufen. Sie erreichen damit eine reelle Bedienung und fördern gleichzeitig Ihr Parteiorgan. ' Auch bei Provinzbeste’.lungen bitte die „Jüdische Zeitung“

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