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Jüdische Zeitung · 1912-12-06 · 48 (6.12.1912) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
48 (6.12.1912)
Date
1912-12-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 48 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 wärtig in der Meisterschaft mit einem Punkte Vorsprung an der Spitze. Will sie diese führende Position behaupten, so muß sie in diesem Match zwei Punkte davontragen, das heißt siegen! — Das Match beginnt präzise 2 Uhr. Der Hakvah- Sportplatz ist mit der Linie 31 von der Augartenbrücke bequem in 20 Minuten zu erreichen. Auszusteigen bei der ersten Haltestelle nach der Donaubrücke (Birner-Platz, an der oberen alten Donau). * Schwimmen. Die Klubabende finden i'eden Donnerstag, ab 7 Uhr abends im Beatrix- >ad (III., Linke Bahngasse) statt. Gäste Willkommen! Fechten. Gepaukt wird jeden Montag, Mittwoch und Freitag ab 6 Uhr abends auf der Bude IX.-, Servietengasse 10. Anmeldungen zum Hospitium sind an den Sektionsleiter cand. exp. Richard Sittig zu richten. Judifdie Auswanderung narfi Nords ameriba. Die Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden schreibt: „Einen Ueberblick über die Entwickelung der jüdischen Auswanderung nach Nordamerika während der Fiskaljahre (1. Juli bis 30. Juni) 1900 bis 1911 gibt folgende Zusammenstellung: Es wanderten' in den Vereinigten Staaten von Amerika ein im Fiskaljahre: Von den im Fiskaljahre 1910/11 in Nordamerika gelandeten Juden wurde 1899 der Eintritt in die Vereinigten Staaten verweigert, und zwar 38 wegen Erkrankungen des Nervensystems, 306 wegen ekelerregender oder ansteckender Krankheiten, 998 wegen Armut, 413 wegen des Unvermögens, sich selbst zu erhalten und dem Rest wegen verschiedener anderer Ursachen. Von den 6041 (4851 männl. und 1450 weibl.) ausgewanderten Juden waren 360 noch nicht 14 Jahre alt, 5234 standen in einem Alter zwischen 14 bis 44 Jahren, während 807 45 Jahre und älter waren. Hinsichtlich der Länge ihres Aufenthaltes in den verschiedenen Einzelstaaten ist bemerkenswert, daß 4856 Juden biz zu 5 Jahren, 753 zwischen 5 und 10 Jahren, 12 zwischen 10 und 15 Jahren, 33 zwischen 15 und 20 Jahren und 20 über 20 Jahre in Nordamerika ansäßig waren; von 567 ausgewanderten Juden war die Länge des Aufenthaltes unbekannt. Das Informationsbureau wurde von 1293 Juden in Anspruch genommen, von welchen 64 die ihnen erteilte Auskunft hinsichtlich von Arbeitsgelegenheiten benutzten.“ Aus der jüdifdien Presse. Die Dementis der verschiedenen griechischen Gesandten in den europäischen Hauptstädten, die Versicherung des Königs von Griechenland, daß er die jüdische Rasse hochschätze, vermögen die Tatsache der in Saloniki von griechischen Soldaten verübten Greuel nicht aus der Welt zu schaffen. Nachfolgend geben wir einen Auszug aus einem Originalbericht der „Welt“ über die Judenmassakres in Saloniki wieder. Konstantinopel, 23. November. Am 8. November marschierte die siegreiche hellenische Armee in Saloniki ein und wenige Tage darauf hielt auch König Georg von Griechenland seinen feierlichen Einzug in die Stadt. Es scheint, daß dem ungeheuren Enthusiasmus der Saloniker griechischen Bevölkerung gegenüber die Haltung der dortigen Judengemeinde als allzu kalt empfunden wurde. Tatsache ist, daß die Saloniker Juden, güte osmanische Patrioten, die sie gestern noch waren, nicht heute schon flammende Begeisterung für die hellenische Herrschaft empfinden konnten und sich daher beim Einzuge der Sieger in einer würdigen Reserve hielten, die alle Verehrer wahrer Mannhaftigkeit begreifen und achten müssen. Sie hatten ihre Korrektheit schwer zu büßen. Sofort begann die griechische Presse Salonikis ein furchtbares Kesseltreiben gegen sie, indem sie ihnen Gehässigkeit, Feindseligkeit, Falschheit und Hinterhältigkeit vorwarf. Es kam aber schlimmer. Es wurde auf einmal die Anklage gegen sie geschleudert, daß einige 'Mitglieder der Gemeinde zwölf Soldaten der hellenischen Armee vergiftet hätten. Soldaten und Pöbel brachten die. als die Schuldigen Bezeichneten ins Gefängnis Diese wahnwitzige Beschuldigung gab das Signal zu den wildesten Ausbrüchen roher Zerstörungs- und Plühderungswüt. Der Saloniker Mob yerband sich mit der undisziplinierten, ausschweifenden, vom Sieg berauschten Soldateska zu Raub, Gewalttätigkeit und Schändung. In den Tagen des 12.,/13. und 14. November fielen die. Unholde in die jüdischen Stadtviertel ein, schlugen die Juden, nahmen allen, denen sie auf den Straßen begegneten, fort, was sie bei «sich trugen, raubten Kaufläden und Wohnungen aus, vergriffen sich an Frauen und Mädchen, und brachen in mehrere Synagogen ein, deren Schmuck sie plünderten und deren Thorarollen sie zerrissen und mit Füßen traten. Die schwer getroffenen Saloniker Juden taten ihrerseits alles Mögliche, um eine Wendung herbeizuführen.' Die Vertreter ihrer Klubs begaben sich zum Stadtpräfekten Dragumis, um gegen die Haltung der lokalen griechischen Presse und die Untaten des Mobs und der Soldateska Klage zu führen. Gleichzeitig hatte auch der Saloniker Großrabbiner Jacob Meir Schritte getan. Er begab sich zum Metropoliten, der sich ebenfalls durch die peinlichen Vorkommnisse sehr betroffen zeigte und nachdrücklich versprach, alles, was in seinen Kräften stände, aufzubieten, um die Bevölkerung zu beruhigen. Es scheint aber leider nicht ganz festzugtehen, ob alle diese Schritte und Versprechungen schleunigen Erfolg gehabt haben. Man muß vielmehr mit der Tatsache rechnen, daß die Unruhen noch weiter fortgedauert haben. Denn ein jüdischer Reisender, der am 14. die Stadt aut einem österreichischen Dampfer verließ, erzählt, daß er ein jüdisches Stadtviertel in Flammen verlassen habe. Türken, die ebenfalls aus Saloniki hier eingetroffen sind, wollen sogar wissen, daß der Großrabbiner Jacob Meir vom Pöbel angegriffen und tödlich verwundet worden sei. Diese Nachricht ist jedoch keineswegs bestätigt, und wir wollen durchaus annehmen, daß sie auf Mißverständnissen öder Uebertreibungen beruht. Aber soviel ist klar, daß unsere wackeren Brüder in Saloniki schwere, bittere Tage hinter sich haben. Ueber die Haltung der Konstantinopler griechischen Presse berichtet die „Welt“: Nur allzugern sind die griechischen Blätter in Konstantinopel auf die Winke ihrer Saloniker Hetzkollegen eingegangen, und von Athen aus wird ein übriges getan, um die.; schwälenen Feuerchen zu schüren. Zu allererst wurde hier einfach die aus Athen verbreitete Notiz von der Vergiftung von zwölf hellenischen Evzonen durch Saloniker Juden weiterverbreitet. Hernach erfüllten zwar einige griechische Blätter die elementare Anstandspflicht, auch das offizielle Dementi der hellenischen Regierung zu publizieren. Andere aber kamen auf einem hinterhältigen Umwege wieder auf die alte Lüge zurück, indem sie einer Meldung der Ägence d’Athenes Raum gaben, derzufolge das Faktum der Vergiftung wahr sein sollte und' die hellenische Regierung nur aus übertriebener „Menschenfreundlichkeit“ ein solches Dementi veranlaßt habe, damit das gute Einvernehmen zwischen den beiden Elementen nicht getrübt werde. Es werden außerdem weiter Märchen verbreitet, die einerseits dazu dienen sollen, die Untaten der Saloniker Griechen und Soldaten zu vertuschen oder gar abzuteugnen, iund1(andererseits, das Lügengewebe dichter um die armen Saloniker Juden zu ziehen. So z. B. melden hiesige griechische Blätter aus Saloniki: „Eine Abordnung der israelitischen Bevölkerung der Stadt hat sich dem Diadochen vorgestellt und mit Abscheu die Schandtat ihrer Volksgenossen verurteilt. Sie erklärte, alle Israeliten schätzten sich glücklich wegen der in der Stadt eingesetzten griechischen Verwaltung. Der Diadochos erwiderte, das Verbrechen sei eine isolierte Tatsache und belaste die israelitische Bevölkerung keineswegs. Diese werde mit den Christen brüderlich Zusammenleben und zur Entwicklung der neuen Zustände beitragen. Neueren Nachrichten zufolge haben die griechischen Behörden aus der von ihnen angestellten Untersuchung die Ueberzeugung gewonnen, daß von einigen Israeliten, die ihre Glaubensgenossen zu verführen suchen, ein systematischer Widerstand organisiert worden ist. Die griechischen Behörden beschlossen, gegen die Urheber dieses Widerstandes mit aller Strenge des Gesetzes vorzugehen. Andererseits wird die tadellose Haltung des mohammedanischen Elementes hervorgehoben.“ Daß derartige Veröffentlichungen nicht dazu beitragen können, das ohnedies nicht allzu freundliche Verhältnis der Griechen zu den Juden zu verbessern, leuchtet ein. So hat sich denn auch der hiesigen Juden eine gewisse Unruhe bemächtigt. Die Konstantinopeler Juden, die zwar hier ungleich besser geschützt erscheinen als in Saloniki, sehen doch dem nach einem etwaigen Siege der Feinde vor Tschataldscha möglichen Einzuge der christlichen Sieger in die Hauptstadt des Khalifen mit sehr besorgten Gefühlen entgegen. uw MHMmt J. 6i HW Wien» II.» StefanieitraBe Nr. 14. Telephon interurban 13702. 70 njodemst eingerichtete Zbnmer von K 2.80 aufwärts. In unmittelb. Nähe des Nordu. Nordwestbalmhofes, 5 Minuten vom Stadtzentrum. BADEN bei Wien» Antonsg. 13, Franzensstr. 34. Telephon interurban 217. 400 Personen fassend schöner Naturgarten. Elektrisch beleuchtet Große Veranden und Säle vls-ä-vis dem Kurpark. Große Speisesäle zur Abhaltung von Hochzeitsdiners und anderen festlichen Veranstaltungen Pension nach Ueberelnkommen. Exquisite Koche und Keller Wiener Zionistische Vereinigung. 6ro6e nabbabäerfeiep am Samstag, den 21. Dezember 1912 im Hotei „Continental“. Programm: Festrede: Dr. Otto Abeies. Tendenzrede: Otto Schick. Rezitationen: Dr. Benno Wünsch, Mitglied der „Neuen Wiener Bühne“. — Josef Torczyner, Schauspieler. Violinvirtuose Rudolf Kampei. Eine Riege des I. Wiener jüdischen Turnvereines. Ein Quartett, Gssangsvorträge etc. Karten ä 60 Heller sind im Büro der „Jüdischen Zeitung“, Wien II., Karmeliterplatz 1 und im Cafe „Marienbrücke“ erhältlich. FarteisNacfirictten. Alle Gesinnungsgenossen, die Schekelblocks behoben haoen, werden dringend ersucht, die gesammelten Schekefgelder nebst Ablieferung der Schekelblocks per Postanweisung oder Postsparkassenkonto oder aber persönlich (in der Administration der „Jüdischen Zeitung“, II., Karmeliterplatz Nr. 1, Tür 10) abzuführen. Zionistisches Distriktskomitee für Innerösterreich. VereinsnadNübieit. Wien. (Herzl-Klub.) Sonntag, den 8. Dezember findet im Klublokale, II., Leopoldsgasse 31, eine Makkabäerfeier statt. Beginn 4 Uhr. Gäste willkommen. — Dienstag, den 10. Dezember, um 8 Uhr abends, spricht Herr Jonas über soziale Probleme im Judentum. * Wien. (Jüd. Handlungsgehilfen-Verband.) Dienstag, den 10. Dezember, 8 Uhr abends, findet im Privatlokale, II., Taborstraße 11 b, ein Vortrag des Kollegen Samuel Strauß statt. Thema: Eine jüdische Handelsbank. Gäste herzlich willkommen! Der Verband eröffnet am 17. d. M. Unterrichtskurse in Böhmisch und Italienisch, wozu noch Anmeldungen täglich von 8 bis 9 Uhr abends entgegengenommen werden. * Wien. Hiemit wird von der Gründung des akademischen Vereins „Judea“, jüdischer Hörer u. Absolventen der Handelsakademie-Abiturientenkurse in Wien, Kenntnis gegeben. Anmeldungen bei den Konventen im Vereinslokal, II., Karmeliterplatz 1, 2. Stock, Tür 10 (Jüdische Zeitung). Donnerstag 1'-7 Uhr. * Wien. Vor einigen Tagen wurde in Wien eine Ortsgruppe der „Misrachi“-Föderation gegründet. Beitrittserklärungen wolle man richten an ,;Misrachi“, Wien, II., Zirkusgasse 20, 3. St., Tür 20. Wien. Der Hum. Unterst.-Verein der Kolomeaer veranstaltet am 8. Dezember 1912 im Festsaale des Cafe Prückel ihren ersten Gesellschaftsabend, verbunden mit Vorträgen und Tanz. Für ein äußerst amüsantes Programm hat das rührige Komitee Vorsorge getroffen. Beginn um 8 Uhr abends. * Wien. (Chanukafest-Jause.) Sonntag, den S. d. M. präzise i/»3 Uhr nachmittags findet in der Toynbeehalle XX., Othmargasse 46 die diesjährige Chanukafest-Jause für etwa 330 der ärmsten Brigittenauer Schulkinder statt. Der Veranstalter der Kinder-Nachmittage, Herr Karl Freund, bringt dies allen Gönnern und Mitgliedern der Institution hiemit zur Kenntnis. * Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46.) Vortrags-Programm für die Zeit vom 6. bis 13. Dezember 1912. Freitag, 6., Bibelvortrag, Herr J. Rosner; Samstag, 7., Konzert; Sonntag, 8., „Reisen in Südamerika“ (mit Lichtbildern), Schriftsteller Jaques Jäger; Montag, 9., Deutscher Literatur-Zyklus, Fortsetzung; Dienstag, 10., Ueber Shakespeare, Dr. J. Krug; Mittwoch, 11., Thoma voÄehalten, Dr. J. Schwarz; Donnerstag, 12., die verschiedenen Versicherungssysteme, Professor Otto Simon; Freitag, 13., Bibelvortrag.

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