Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 48 (6.12.1912)
- Date
- 1912-12-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 48 Wien. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur“.) Mittwoch, den 11. Dezember, um ]/-ß Uhr findet im 33er Hörsaal der Universität eine Rosenfeld-Feier anläßlich des 50. Geburtstages des Dichters statt. Ihre Mitwirkung haben zugesagt: Die einleitende Conference wird Herr Dr. Otto Abeies halten. Frl. Frieda' Helldorf, Herr Aloin Nuß, Mitglied der „Neuen Wiener Bühne“. Im Laufe des Monats Jänner findet noch eine größere jüdische Feier statt. Sereth. (Akad. Vereinigung „Makkabäa“.) Chargenwahlen : cand. inr. Elias Weinstein x, cand. iur. Rudolf Grauer xx, cand. iur. Israel Ellenbogen xxx. Sereth. (Bukowina.) Ueber Einladung des hiesigen zionistischen Arbeitskomitees .sprach am 21. v. M. Generalsekretär Dr. Philipp Korngrün vor einem zahlreich erschienen Publikum über „Zionistische Kulturarbeit“. Der Redner erntete mit seinen gediegenen Ausführungen stürmischen Beifall. * Proßnitz. Die Wintersaison ist liier bereits in vollem Gange. Im Oktober konnten wir Herrn Generalsekretär Blumenfeld bei uns begrüßen und veranstalteten eine Agitationsversammlung, in welcher Herr lumenfeld das Publikum geradezu begeisterte. Am 14. November sprach Herr Blumenfeld zum zweiten Male in Proßnitz. Die Saat, die Herr Blumenfeld gesät, ist auf fruchtbarem Boden gefallen. Die hiesigen Zionisten werden alles tu.i, um sie zu hegen und pflegen. Neben dieser agitatorischen Arbeit schreitet auch die organisatorische stramm vorwärts. Die hiesigen jüdischen Vereine haben durch Delegierung je zweier ihrer Mitglieder einen Parteirat geschaffen, dem die Führerschaft obliegt. Trotzdem diese Institution erst' einige Wochen besteht, hat sie doch schon ersprießliches geleistet, indem es ihr gelang, ein zweckentsprechendes Lokal für das jüdische Kasino aufzunehmen. Die zweite, nicht minder wichtige Aufgabe, die sich der Parteirat gestellt hat, ist die Schaffung einer jüdischen Bibliothek. Auch diese Arbeit sieht einem guten Erfolge entgegen. So ist die Gründung des Parteirates nur zu begrüßen. Die scliönste Frucht aber, die unsere Arbeit getragen hat, ist die Gründung einer nationalen Gewerkschaftsorganisation des „Jüdischen Handlungsgeliilfen-Verbandes“. Es ist zu hoffen, daß das Vereinsleben im neuen Kasino ein noch regeres wird und die Vorträge und Kurse, die wir dort zu veranstalten gedenken, in erzieherischer und aufklärender Hinsicht erfolgreich wirken werden. „Einen Siegeszug über die ganze Welt“ hält „Blumen sch nee“,, diese neuartige, wissenschaftlich gearbeitete Hand- und Gesichtscreme, welche sich als das hervorragendste Toilettemittel der Gegenwart erwiesen hat und einen direkten Triumph der modernen Kosmetik vor- .stellt. Die ohnesgleichen rapid zunehmende Beliebtheit dieser Creme bei Hoch und Nieder sagt alles und erhärtet nur wieder einmal den alten Wahrspruch: „Nur das Gute bricht sich Bahn!“ Büdiereinlauf. Moritz Gold stein: „Begriff und Programm einer jüdischen Nationalliteratur“. Preis 50 Pfennig. Alexander Schueler: „Der Rassenadel der Juden“. (Der Schlüssel zur Judenfrage.) Preis SO Pf. Sch. Gorelik: „Die liebe Provinz“. (Aus der russisch-jüdischen Kleinstadt.) Mk. 2..— br., Mk. 3.— geb. Sdralom Asch: „Im Lande der Väter“. (Bilder und Dichtungen aus Palästina.) Mk. 2.— br», Mk. 3.— geb. Vorstehend fiezeichnete Publikationen sind durch die „Jüdische Zeitung“, II., Karmeliterplätz 1 zu beziehen. Dr. Adolf Franki-Grün: „Die Psalmen“. Preis K 1.50. Kein Buch der heiligen Schrift trägt einen solchen ausgeprägten jüdisch-nationalen Charakter wie die Psalmen. Das dritte Buch ist zionistischen Inhalts „Schire Zion“ (137,3).- ln den. verschiedensten Variationen wird Zion „die Krone der Schönheit“ (50,2), „die Wonne der ganzen Erde“ (48,3) verherrlicht. In den Psalmen ist der erhabene Sprudi geprägt: „Vergesse ich dein Jerusalem, dann möge meine Rechte vergessen werden“ (137,5) vgl. Ps. 87. Alle Hasser Zions mögen-sein wie das Gras der Dächer, welches vertrocknet, bevor es in die Höhe schießt (13S,5). Es ist auch das leichteste Buch. Jeder kann sich an der jHand eines Wörterbuches die Kenntnis desselben aneignen. }mm. Wir-, Snon-ii. Irislen- _ Ludwig Lazar Wien, IX., Kolingasse Nr. 13, Liechtensteinstraße 6 empfiehlt sein großes Lager in allen Fecht-, Turn-, Sport-, Tennis-, Fußball-, Hockey-, Militär- und Beamten-Uniformsorten in billigster bis feinster Ausführung und gewährt allen Mitgliedern sämtlicher akad. Verbindungen, Turn- und Sportvereinen KP/o Rabatt auf die auf jedem Stück ersichtlich gemachten Preise. Dr. Frankl-Grün hat es sich in 'dem eben erschienenen, Kommentar zur Aufgabe gemacht, die zionistische Grundlage, den Gedankengang jedes Psalms und alle schwierigen Stellen sachlich und sprachlich zu erklären. Der Kommentar ist beim Herausgeber, Döblinger Hauptstraße 13 und bei M. Kuppitsch’s Wwe., I., Schottenring 8 zu beziehen. * Vom -habsburgischen Kaiserhof. Von Bres- Lnitz von Sydacoff. Verlag B. Eleschers Nachf.. Leipzig. — Der Autor füllt sein Buch zum größten Teil mit byzantrischen Schmeicheleien für die Mitglieder des Kaiserhauses, aber auch die leitenden Minister und Generäle werden in Höflingsmanier verhimmelt. Umso überraschter ist man im zweiten Teil, einige ernster zu nehmende Bemerkungen über die innere und äußere Politik Oesterreichs zu finden. Allerdings sind auch hier des Autors Urteile parteiisch bis zur Unerträglichkeit. So findet er kein Wort des Tadels für die magyarische Politik in Kroatien, nur' die böse serbisch-kroatische Koalition sei an allem schuld.- Aber gerade diese einseitige Darstellung des Autors, der zweifellos vieles direkt von den leitenden Stellen erfahren hat, läßt manches verstehen, was bisher unbegreiflich war, wie eben das Regime Cuvaj. Die Gefahr, die für die Monarchie aus den centrifugalen Bestre-, bungen der serbo-kroatischen Koalition, besonders heute, nach der Erstarkung Serbiens, erwuchs, kann gewiß nicht gering geschätzt werden. Aber schließlich ist kein Volk mit Gewalt für eine nationale Fremdherrschaft zu gewinnen. Sehr schlecht kommt bei Bresnitz die Politik Aehrenthals weg, der nach ihm nur Fehler gemacht habe. Gewiß ist manches richtig, was der Autor darüber sagt, daß z. B. Italien viel eher als Feind anzusehen ist als Rußland, aber in der Politik muß man immer das nächsterreichbare suchen und niemals war Rußland stärker gegen uns, als' in der Annexionszeit. Einen breiten Raum nimmt die Schilderung des vom' Autor beklagten Zerfalles der Christlichsozialen ein, die angeblich Luegers Pläne verdorben hätten. Diese waren auf 'eine Vereinigung der Konservativen aus allen Nationen gerüstet, indeß Geßmann durch Etablierung einer deutschnationalklerikalen Partei sowohl die anderen. Nationen, als die nichtklerikalen Deutschen abgestoßen habe. B. beklagt die Auflösung der feudal-konservativen Gruppe und erklärt zum Schlüsse für die Monarchie eine neue starke konservative Partei für nötig. F. M. Jüöifdie Buhne. Direktion M. Siegler. Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag, den 6. und Samstag, den 7. Dezember : „Kol N i d r e“, Operette in 4 Akten von Scharkandli. — Sonntag, den 8. und Montag, den 9. Dezember: „Mensch soll man sein“, Operette in 4 Akten von M. Scharr. — Sonntag, den 8. Dezember, Uhr nachmittags: „Die Seder Nacht“, Operette in 4 Akten von J. Lateiner. — Dienstag, den 10. Dezember: Wohltätigkeitsvorstellung zu Gunsten der Fr. Ed eihoff er: „Dus Pintale J ü d“, Operette in 4 Akten von B. Thomascliewsky. — Mittwoch, den 11. Dezember: Wohltätigkeitsvorstellung: „Mensch soll man sein“. — Donnerstag, den 12. Dezember: Verein „Rasche Hilfe“: „D er komis che Herrscher“, Operette in 4 Akten von Scheikewiez. — In Vorbereitung: Schi r Haschirem. sucht Stellung in frommem Hause zu Kindern oder in koscherem. Selchwarengeschäft und Restaurant, mit Kost und Quartier. Dieselbe kann auch kochen. Zuschriften erbeten an die „Jüdische Zeitung“ ' M. Fleischmann* Jacques Löw’s \ ) Tanz-Institut) & für distinguierte Kreise j \ II., Taborstraße Nr. 20 a. | % Die P. T. Studierenden sowie Korporationen % f genießen Honorarbegünstigungen. iVMVUVMlMVUnMIiUVMVUl^l Das schönste Ctianufta- 6escl»gnh Palästina im Bild a) Albums. Album I enthält Ansichten von Jaffa bis Jerusalem.. . . . 12 K Album II enthält Ansichten von Jerusalem bis Haifa ...12 K Album III enthält Ansichten von Haifa nach Damaskus . .... . . . 12 K Jedes Album enthält 60 Bilder in vornehm ausgestatteter Holzmappe. Alle 3 Albums . . . . ... . . . 30 K b) Wandbilder. Größe 48x58 cm, 24 Sujets. - 1. Jaffa in Sicht. 2. Alt Jaffa. 3. Herzlstraße in Tel Avviw. 4. Wächter der Kolonie Rechoboth. 5. Schule aus! im hebräischen Gymnasium. 6. Pflüger in der Kolonie Rechoboth. 7. Hauptstraße in Petach Tikwah. 8. Jugendspiele im hebräischen Gymnasium. 9. Yemenitische Silberschmiede. 10. Tempelplatz in Jerusalem. 11. Gräber im Tal Kidron. 12. Bergstraße von Jerusalem nach Sichern. 13. Königsgräber in Jerusalem. 14. 85jähriger Kolonist mit Urenkeln am Pflug in der Kolonie Sichron Jakob. 15. Kunstgewerbeschule Bezalel. 16. Alt 'Jerusalem. 17. Bergstraße in Judäa. 17. Herzlzypresse bei Mozzah. 19. Heueinfuhr in Kinereth. 20. Szenerie in Posch-Pinah. 21. Nordufer des Tiberiassees.. 22. Durch die Jordansquellen. 23. Talmudschule in Meron. 24. Alte Sarazenenbrücke über den Jordan pro Stück 5 Kronen, 10 Stück 40 Kronen. c) Fensterbildet4. (Diapositive) in elegantem Nickelrahmen per Stück 7 K. . Bestellungen und Anfragen an die „jüdische Zeitung“, Wien, II. Karmeliterplatz 1; Telephon 22.075. MTTinn mwim ...