Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 46 (22.11.1912)
- Date
- 1912-11-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Nr. 46 - Personen diese Ausstellung von Produkten aus allen Teilen des Landes besuchten. Ferner entstanden durch die Bemühungen der amerikanischen Hilfsgesellschaft, im Kreise der Farmer 10 kooperative Kreditgesellschaften, die ungefähr im Genre der deutschen Raiffeisen- Kassen arbeiten und Shares zu 5 Dollar ausgeben. Darlehen gewähren diese Gesellschaften nur für Produktionszwecke oder im Falle dringender Not, und zwar nur auf einen Zeitraum von sechs Monaten und in Beträgen bis zu höchstens 100 Dollar. * Eine medizinische Fachzeitschrift in hebräischer Sprache. Jaffa. Seit Anfang dieses Jahres besteht hier eine „Jüdisch-medizinische Gesellschaft“, die zahlreiche jüdische Aerzte des palästinensischen Städte und Kolonien umfaßt. Der Vorstand dieser Gesellschaft hat nun beschlossen, vierteljährlich „Mitteilungen“ herauszugeben, die wohl allmählich zu einer medizinischen Monatsschrift ausgestaltet werden dürften. Und obwohl manche Mitglieder der Gesellschaft das Hebräische vorläufig noch nicht beherrschen, weshalb auch die Sitzungen noch nicht in hebräischer Sprache abgehalten werden, so ist doch das erste Heft dieser Mitteilungen in hebräischer Sprache erschienen! Wohl haben seinerzeit die Petersburger Aerzte Katzenelisohn und Dembo und auch einige Provinzärzte wertvolle Arbeiten auf medizinischem Gebiet in hebräischer Sprache veröffentlicht. Aber dort waren es. vereinzelte sporadische Erscheinungen. Bei uns in Palästina hingegen ist dies eine allgemeine, ganz selbstverständliche Manifestation des national-jüdischen Lebens. So werden wir nun in hebräischer Sprache neben einer wissenschaftlichen Zeitschrift für Pädagogik („Hachinnuch“) und neben einer landwirtschaftlichen Monatsschrift („Hachaklei“) bald auch eine me lizinische Zeitschrift in hebräischer Sprache haben. Wahrlich, das bedeutet einen Triumph für unsere altneue Nationalsprache! * * * Vom neuen hebräischen Lehrerinnenseminar in Jaffa. Jaffa. Das zum Andenken an den hebräischen Schriftsteller E. L. Lewinsky von dem Odessaer Palästinakomilee ins Leben gerufene und von der zionistischen Organisation subventionierte Seminar für hebräische Lehrerinnen in Jaffa wurde am 26. Oktober feierlich eingeweiht. Das Seminar wurde mit 26 Schülerinnen eröffnet. Die meisten haben die Jaffaer Mädchenschule (Beth-Sepher Le-Banoth), die wie das Seminar unter der pädagogischen Leitung des Dr. Turoff steht, absolviert. Einige sind aus Rußland zum Besuch des Seminars gekommen. Dem Lehrkörper der Anstalt gehören außer dem Direktor Dr. N. Turoff an: Waldstein (Bibel), Dr. Zifroni (Mischna und Agadah), Fichmann (Literatur), Dr. Lurie (Geschichte), Ing. Kaplansky (Physik), Berger (Naturkunde), Dr. agr. Zagorodskv (Landwirtschaft), Frau Busagio (Französisch), Orloff (Turnen), Eisenstein (Zeichnen), Karschewsky (Gesang) und Frau Katz (Nähen). * * Die Juden in Palästina und der Balkankrieg. In Haifa hat sich ein Komitee jüdischer Frauen gebildet, um Spenden für den Roten Halbmond zu sammeln. Der Chachambaschi von Jaffa und der dortige Oberrabiner A. J. Kuk veröffentlichen einen schwungvollen Aufruf, in welchem die jüdische Bevölkerung aufgefordert wird, zugunsten derjenigen armen Fami'ien, deren Ernährer ins Feld gezogen sind, Spenden zu sammeln. * * # Ein Jude — amerikanischer Konsul in Jerusalem. Jerusalem. Nach einer Meldung der hiesigen hebräischen Zeitungen „Moriah“ hat die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika Herrn Samuel Edelmann zu ihrem Vizekonsul in Jerusalem ernannt. * * * Jüdisch - landwirtschaftliche Arbeit in Amerikas In der „Welt“ schreibt Hannah Cohn über dieses Thema unter anderem: Eine besonders interessante Form von jüdischer Siedlung ist die Kolonie Woodbine in New-Jersey, die 1891 aus dem Baron Hirsch-Fonds gegründet wurde und heute zirka 30 jüdische Farmer hat. Diese Siedlung, die sich agrikultureil infolge der spärlichen Bodenverhältnisse nicht recht entwickeln konnte, wuchs sich mehr zu einer landwirtschaftlich industriellen Kolonie aus ,in dem sich neben einer Werkzeugfabrik fünf Textilfabriken auftaten, die mehreren hundert Personen Arbeit gewähren. Woodbine ist das einzige munizipale Gemeinwesen des Landes, das durchweg von Juden verwaltet werd. Seine sämtlichen öffentlichen Institute, wie Schulen, Bäder, Feuerwehr, GotteshÄser usw. sind ausschließlich auf jüdische Verhältnisse zugeschnitten. Eine jüdische Kolonie auf rein kommunistischer Grundlage findet sich im Sacramento-Tal (Kalifornien), wo vorwiegend Orangenkultur und und Geflügelzucht betrieben wird. In Utah ist eine Gruppe von 15 Farmern, die auf kooperativer Basis arbeitet, dabei, den Boden für eine Ansiedlung von 150 Familien urbar zu machen, die je 40 Acre Land mit Weizen, Hafer und Luzerne bestellen sollen. ParteisHachpichien. Jüdischer Kochschulausschuß. Am 14. d. M. fand eine Sitzung des jüdischen Hochschulausschusses statt, in der die Wahlen für das Präsidium fiargenommen wurden. Für das heurige Wintersemester wurden in das Präsidium gewählt: J. U. C, Emil Müller („Ivria“), med. Rudolf Menzel (Theod. Herzl), arch. Hans Sobelsohn („Jüd. Redeu. Lesehalle“). Judisdiep Spopt. Stand des Sportklub „Hakoah“ in. den Meisterschaftsspielen der II. B Klasse: Von 8 bisher ausgetragenen Wettspielen: 7 Spiele gewonnen und 1 Spiel unentschieden, daher 15 Punkte. 29 Goals geschossen und 9 erhalten. Zu spielen sind noch zwei Wettspiele (gegen Slovan und Typographia). Hakoah führt demnach in der II. B Klasse. Donnerstag den 28. November findet im Beatrix-Bad ein Propaganda-Schwimmen für Mittelschüler mit folgendem Programm statt: 1. Begrüßungsansprache; 2. Exhibitionsschwimmen; 3. Stafettenschwimmen; 4. Aufschwimmen der Gäste; 5. Kerzenschwimmen (offen für alle); 6. Tellertauchen; 7. Entenjagd. Es ergeht an alle jüdischen Mittelschüler die Aufforderung, sich an diesem Propagandaschwimmen zu beteiligen. Zuschriften an Sektionsleiter Moritz Grans, II., Schuft'amtsgasse 20, Tür 14. Gäste willkommen. Anfang 71/2 Uhr. Personalnachrichten. PepsonaMpidrfen. den 26. d. M. findet ein Vortrag des Herrn Otto Schmiedek statt. Beginn 8 Uhr abends. * Wien. (Gratulationsauffahrt der jüd. akad. Verbindung „Makkabäa“.) Eine Abordnung der jüdisch - akademischen Verbindung „Makkabäa“ sprach Dienstag den 11. d. M. beim Rektor der k. k. technischen Hochschule Sr. Magnifizenz Müller vor und bat, den Chargierten die Auffahrt in Wichs zu gestatten, um ihm anläßlich seiner Inauguration gratulieren zu können. Diesem Wunsche gab Rektor Müller statt und bestimmte Samstag den 16. als Tag, an dem er die Chargierten empfangen wolle. An diesem Tage fuhren die Chargierten vor der Technik auf, überbrachten die Glückwünsche ihrer Korporation und dankten dem Rektor, weil er als erster die praktische Gleichberechtigung der jüdischnationalen Studentenschaft in dieser Hinsicht durchgeführt hatte. Dies war nämlich der erste Fall, daß eine jüdisch-nationale Verbindung in voller Wichs an einer Wiener Hochschule erscheinen durfte. Se. Magnifizenz dankte sehr freundlich für die Gratulation und versprach auch fernerhin die absolute Gleichberechtigung der Jüdischnationalen mit allen anderen Studentengruppen wahren zu wollen. # Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien, IX., Türkenstraße Nr. 0) Das Exekutivkomitee für den am 14. Jänner 1913 im Beethovensaal stattfindenden Ball der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler hat sich bereits konstituiert und seine Ballarbeiten aufgenommen. Anfragen und Mitteilungen sind an Herrn cand. arch. Hans Sobelsohn, II., Untere Augartenstraße 37, zu richten. Das Lokal der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler befindet sich nun IX., Tü^kenstraße 9. » Wien. Der Unterstützungsvereins jüdischer Hochschüler aus der Bukowina hielt am 14. d. M. seine 111. ordentliche Generalversammlung ab, an der ungefähr 50 Mitglieder teilnahmen. ln seinem Tätigkeitsberichte hob der Präses cand. techn. ehern. Alexander Fischer hervor, daß der Verein trotz seines kurzen Bestandes Unterstützungen gewährt habe, obwohl die Reichen der Bukowina in sehr geringer Anzahl als Förderer dem Vereine beigetreten seien. Nachdem dem abtretenden Ausschuß, insbesondere dem Präses das Vertrauen votiert wurde, wurde die Wahl in den Ausschuß für das kommende Jahr (1912— 1913) vorgenommen. Als gewählt gingen hervor: Dr. A. Grünberg, Präses; cand. vet. med., Adolf Heitel, 1. Vice-Präses; med. Gustav Schapira, II. Vice-Präses; med. Phöbus Tuttnauer, I. Schriftführer; med. Wilhelm Schimmel, II. Schriftführer; med. Heinrich Lecker, I. Kassier; med. Salo Zwecker, II. Kassier; cand. techn. ehern. Alexander Fischer und cand. med. Bruno Korn ohne Funktion. Als Ersatz: med. Samuel Stern, Exportakad. Jakob Ziering und Exportakad. Heinrich Krumholz. Zu Revisoren wurden die Herren med. Leon Heitel und jur. Gottfried Weidenfeld gewählt. * Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband, II., Taborstraße 11 B.) Samstag den 23. d. M. findet im Vereinslokale, II., Taborstraße II B, ein Vortrag des Herrn Moses Waldmann über „Kapitalismus und Judentum“ statt. Beginn 8 Uhr abends. Dienstag den 26. d. M. spricht Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Jakob Ehrlich über aktuelle Fragen. Beginn 8 Uhr* abends. Gäste bei allen Veranstaltungen herzlichst willkommen. Gg. Emanuel Reisz und Frau und Jakob Szinberger und Frau zeigen an, daß die Trauung ihrer Kinder Betty und Ludwig am 17. November 1912 stattgefunden hat. * Gesinnungsgenossin Anna Katz, Tochter unseres verstorbenen Gg. Jakob L. Katz, hat sich am 17. November mit unserem Gg. Dawid Landau-Katz vermählt. -» Die Jüd.-akad. Verbindung „Ivria“ teilt mit, daß die Promotion ihrer i. a. Burschen J. U. C. Adolf Brand und J. U. C. Ernst Hornung zu Doktoren der Rechte am Mittwoch, den 20. d. M. stattfand. VepeinsnaApuhten. Wien. Samstag den 23. November findet im Cafe Industrielle, Konkordiaplatz 4, ein Vortrag des Schriftstellers Boris Boruchow über den Balkankrieg und seine Komplikationen vom sozialistischen und zionistischen Standpunkte statt. Anfang 8 Uhr. Regiebeitrag 30 Heller. * * Wien. (Herzl-Klub.) Am Sonntag, den 24. November 1912 findet im neuen Lokale, II., Leopoldsgasse 31/61, eine gesellige Zusammenkunft statt. Alle Mitglieder und Bekannten sind herzlich eingeladen. Auch Gäste willkommen. Beginn 4 Uhr. Aus dem Unterhaltungsprogramm: Ernste und heitere Vorträge, Musik, Gesang, Rezitationen und Lichtbilder. — Am Dienstag, | Eingelaufene Bücher. Dr. J. Theis: Sumerisches im alten Testament, Verlag Trier, Paulinus - Druckerei. Dr. H. Pudor: Deutschland für die Deutschen, Hans Sachs Verlag, München. Preis I Mk. Dr. O. Siebert: Geschichte der Philosophie, Verlag Herrn. Beyer 8: Sohn, Langensalza. Dawid Koigen: Die Kultur der Demokratie, Verlag Eugen Diederichs, Leipzig. Preis, kart. 5 Mark. Bresnitz von Sydacoff: Vom habsburgischen Kaiserhof, Verlag B. Elischers Nachf., Leipzig. Preis Mk. 3.50, geb. Mk. 4.50. ■wo HillttSliHl <i. Mit -wo DOPPEL-MALZ Austrta-Brauerei Wien-Neudorf. Wien, lt., SfefaniejtraBe Nr. 14. Telephon interurban 13702. 70 modemat eingerichtete Zimmer von K 2.80 aufwärts. In nnmittelb. Nähe des Nordu. Nordwestbahnhofe3, 5 Minuten vom Stadtzentrum. BADEN bei Wien, Antonsg. 13, Franzensstr. 34. Telephon interurban 217. 400 Personen fassend schöner Naturgarten. Elektrisch beleuchtet Große Veranden und Säle vis-ä-vis dem Kurpark. Große Speisesale zur Abhaltung von Hochzeitsdiners und anderen festlichen Veranstaltungen Pension nach Uebereinkuinmen. Exquisite Küche und Keller