Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 39 (2.10.1912)
- Date
- 1912-10-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Backs und Halfs und sendet unter tosendem Beitall einwandfrei ein. Bald darauf dringt „Admira“ durch, aber nur bis zum Strafraum, als plötzlich vom Schiedsrichter gegen „Hakoah“ der schwerste Strafstoß (11 Meter) diktiert wird. Selbst die Gegner wußten keinen Grund für diesen Schiedsspruch. Da zeigte sich die glänzende Disziplin der Hakoahner, aber auch der Zuschauer. Lautlos nahm man diese Entscheidung auf, und nicht zu groß war der Beifall, als, der Ball ins Hakoah-Tor plaziert wurde, jetzt erst „legten sich die braven Hakoahner herein“. Kombination der Stürmerreihe, Ballvorbringen der Halfs und Decken der gegnerischen Spieler waren vorbildlich. Nur eines war ungünstig — das Wetter. Ein heftiger stoßweise einsetzender Wind «machte die Ballbehandlung zu einem ziemlich schwierigen Kunststück. Ein vom linken Flügel (Ah, Horovvitz) aufs Tor gefeuerter Schuß wurde »zur Ueberraschung aller vom Winde „weggedreht“. Und so wurden beim Stande 1:1 die Seiten gewechselt. „Admira“ spielt nun mit dem Wind. Die Haifreihe Hakoahs (Burian, Dukes und ganz besonders Glasl) ersticken die Angriffe der gegnerischen Stürmer im Keime. Hodik, der Star Admiras und einer der besten Stürmer Wiens, wird von Glasl derart gehalten, daß er auch' nicht ein einziges Mal zum Schüsse kam. Und gelang es hie und da den Admira-Leuten, über die Halfs hinauszukommen, dann prallten ihre Angriffe an dem hervorragenden Verteidigungstrio (Sträußler, Rosenthal und Halpern ab. Die Hakoahstürmer bedrängten unermüdlich weiter und zweimal glaubte man schon an Erfolge, aber das „Pech“ ließ keinen Schuß zu, und so endet das Wettspiel mit 1:1. Nur war das Goal Hakoahs ein schöner Schuß, während das Goal Admiras ein Strafstoß und noch dazu ein ganz unbegründeter war. Bemerkenswert wäre noch, daß Hakoah vor einem Jahre von derselben Mannschaft mit 9: OK besiegt wurde, also ein ganz hervorragender Fortschritt im Verlaufe eines Jahres. Vor dem Wettspiele der ersten Mannschaften spielten die beiderseitigen Reserven, doch müßte das Spiel beim Stande 2:2 wegen Regelwidrikeiten der gegnerischen Mannschaft abgebrochen werden. Vormittag spielte „Hakoah III“ gegen „Währinger Sportklub“ und siegte mit 15:1 „Pikkolo“ schoß allein 7 Goals. ♦ * * „Schwimmsektion Hakoah“. Die rührige Sektion erwarb für das Training das Beatrixbad und zwar den Donnerstag abends. Es ergeht an alle Gg., die unter Aufsicht einiger gediegener Trainer sich im Schwimmen ausbilden wollen, der Appell, der Sektion beizutreten. Auskünfte wer- .den..am Mittwoch . (8—10 Uhr abends) -im- Klubcafe Fetzer erteilt. Leichtathletik. Das Training dieser Sektion « findet am Sportplätze jam Sonntag vormittag statt. . Die Beteiligung ist eine sehr rege. Die Sektionsleiter (Rosenthal und Rosenberger) haben für 1. November das erste interne Meeting angesetzt. K. ParfeiiNachrichten. Mitteilungen des i.-ö. Distriktskomitees. Gesinnungsgenossen, die Schekelagitation betreiben wollen, können die Blocks im Lokal des DK. (Nationalfondsbüro, IX., Türkenstraße 9, Telefon 14.199) jederzeit erhalten. Die gesammelten Schekelgelder können entweder direkt mittels Postanweisung an das Zionistische Distriktskomitee für 'innerösterreich (IX., Türkenstraße 9) oder im Wege der von der Sammelstelle des Nationalfonds ausgegebenen Postsparkassen - Erlagscheine (mit Schekelver - merk) gesendet oder an das Nationalfondsbüro persönlich abgeführt werden. Gesinnungsgenossen, die keine Gelegenheit hatten, ihren Schekel durch Zahlung eines Vereinsbeitrages oder an Schekelsammler zu entrichten, werden besonders aufmerksam gemacht, daß sie den Schekel (K 1.20) auch direkt mittels Postanweisung oder Postsparkassen-Erlagscheine (mit Schekelvermerk) entrichten können. Die Abrechnung aller Schekelgelder hat bis längstens 20. Oktober 1. J. unbedingt zu erfolgen. * * Eine am 15. September in Drohobvcz stattgefnndene Hauptkonferenz galizisch-ziönistischer Studenten hat den Beschluß gefaßt, eine Organisation der zionistisch - akademischen Korporationen in Galizien ins Leben zu rufen. Als Sitz des Präsidial-Komitees für das Jahr 5673 wurde Przemysl bestimmt und in dasselbe die Herren Dr. B. Knopf, Dr. P. Kupfer und L. Lauterbach gewählt. Briefe an das Präsidium sind zu richten an Dr. P. Kupfer, Przemysl, Grunwaldzka 5. Der Eall Back. - Von einem Freund unseres Blattes erhalten wir folgende Zuschrift: „Sie haben in Ihrer letzten Nummer durch die Brandmarkung des Ghettojudentums der liberalen Bezirksmeier anläßlich des Eucharistenkongresses im Sinne des größten Teiles der Wiener Juden gehandelt. Die Tatsache, daß Bezirksrat Back und seine Dominogesellschaft vom Cafe Donau sich vermaß, im Namen „weiter jüdischer Kreise“ Erklärungen abzugeben, erregte allgemeine Empörung, denn gerade um die Zeit, als der alte Back nach duckmäuserischer Schutzjudenart „protestierte“ und dafür vom „Neuen Wiener Tagblatt“ taxfrei zum jüdischen Notabeln ernannt wurde, ist seine Tochter Zerline Back aus dem Judentume ausgetreten. Offenbar hat die Taufe seiner Tochter den Bezirksrat Back für katholische Veranstaltungen versöhnlich gestimmt und der „Protest“ war nur eine stille Huldigung an die Adresse der alleinig seligmachenden Kirche, welche seine Tochter, die junge Back, freundlich aüfgenommen hatte. Nichtsdestoweniger gilt Back im Cafe Donau noch immer als jüdischer Notabler, der befugt ist, im „Namen der Judenschaft“ die Juden zu blamieren. Hochachtungsvoll M. R. Vcreinsnadipiditen. Wien. (Allgem. Jüd. Arbeiterverein „Poale Zion“.) Samstag, den 5. d. M. findet im Saale des Hotel „Arco“, II., Rote Sterngasse 7, ein Unterhaltungsabend mit anschließendem Tanzkränzchen unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte statt. Aus dem Programm: Vortrag jüdischer und deutscher Lieder, Rezitation, Aufführung des „Get“ von Scholem Alejchem. Beginn 8 Uhr abends. Einfache Toilette. Preis der Karte K —.70. Wien. (Jüd.-akad. Verbindung „Robur“.) Das Ergebnis der am 23. September 1912 stattgefundenen Chargenwahl für das Wintersemester 1912/13 war folgendes: jur. Rieh. Klüger X, med. Eugen Felix XXX, jur. Wilhelm Heublum XXX. Wien. (Herzl-Klub.) Dienstag, den 8. Oktober 1912: Vortrag. Gäste herzl. willkommen. Rzeszow. (Jüd.-akad. Verbindung „Makkabea“.) Semesterneuwahlen: cand. jur. Reichmann Henryk, Senior; cand. jur. Laufbahn Samuel, Kosenior; cand. jur. Goldfluß Mojzesz, Sekretär. Orlau. Der Verein „Zion“ von Orlau und Umgebung veranstaltet am 6. Oktober 1. J. in den Lokalitäten des Hotels Stern in Orlau ein Simchas-Thora-Kränzchen. Anfang um S Uhr abends. Entree pro Person K 2.05, Familienkarte für drei Personen K 5.05. Stanislau. (Jüd.-akad. Verbindung Giskalah“.) Wahlergebnis für das Wintersemester: cand. jur. Last Abraham X, cand. ing. Feuermann Juliusz XX, cand. jur. Klein Josef XXX. RUSSISCHER W1SSOTZKY-TEE. Wer den Wert des Tees erkannt hat und denselben trinkt, hat zweifellos oft Grund unzufrieden zu sein, sei es dab der gekaufte Tee schlecht oder zu teuer ist. Nunmehr will die neuetablierte Firma G. Tetelbaum, VI., Morizgasse 1, Telephon Nr. 23312, gemeinsch. mit Brüder Teutelbaum, von der ein Zirkular dem heutigen Blatte beiliegt, beiden Uebeln abhelfen,, indem sie den bekannt vorzüglichen Wissotzky-Tee zu Original-Preisen, den Rubel zum Kurse von K 2.50 berechnend, frei ins Haus zustellt. Nebstbei fließen 5°u von den für verkauften Tee von unseren Abonnenten beeinnahmten Beträgen dem Jüdischen Nationalfonds zu und werden die Beträge, wie üblich, allwöchentlich im Blatte ausgewiesen. Die P. T. Besteller wollen sich gefl. auf das Blatt berufen. JÜDISCHES VOEKSHE1M II., Stefaniestraße 12. Eröffnung der Lesehalle. Es wird hiermit bekannt gemacht, daß unsere Lesehalle wieder eröffnet wurde. Lese-Stunden: Vormittags von 10—1 Uhr mittags; nachmittags von 4—9 Uhr abends. Lesegebühr vier Heller per Person. Bei Veranstaltungen im großen Festsaale, entfallen die Nachmittags-Lesestunden. Freitag den 11. Oktober 1912, 7 Uhr abends, Bibel-Vortrag, Vortragende: Herr Löw- V ogel. Die Verwaltung. Simchas Thora-Feier. Das am Samstag den 5. d. M. im Jüdischen Volksheim, II., Stefaniestraße 12, stattfindende Simchos-Thora-Feier, verspricht ein sich zu einem echt jüdischen Familien-reste zu gestalten. In allen Kreisen der Leopoldstädter Judenschaft wird dieser Veranstaltung mit lebhaftem Interesse entgegengesehen. Das Programm des Abends wird einige Ueberraschuugen bringen. Auch für die Jugend ist vorgesorgt, da nach Schluß der Vorträge ein Tanzkränzchen stattfindet. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß ein Teil vom Reingewinn dem „Jemenitenhäuser- Fonds“ zufließt. Jfiüifdie Bühne. Direktion M. Siegler. Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Ab Freitag den 4. Oktober 1912 und täglich zum ersten Male: „Der wahre Jude“, Operette von B. Wilenski, Musik von Rumschinski. Sonntag den 6. Oktober 1912, um halb 4 Uhr nachmittags bei ermäßigten Preisen: „Herzale Mejiches“ von M. Richter. In Vorbereitung: „Schir Haschirim“. In Studium: „Die Ilte Judith“. gggggggggggggggg Avis iiir Einjäfipig-Ereiwfllige. Telefon: Stelle 6 von 3455. Witkowski & Nacht Nadif. Julius Nudit's Witwu Wien, IX., Berggasse 27. empfiehlt sämtliche Uniformierungs- und Ausrüstungs-Sorten für das k. k. Militär, Staats- und Eisenbahnbeamte, sowie für Einjährig-Freiwillige aller Branchen. Große Auswahl in Couleurbändern. Neuanschaffungen werden in kürzester Zeit effektulert. Ch. Teiielbanm Juweier und Godichmled Ulen, II., Taborefea&e 17a (Hirschenhaus.) 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