Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 29 (19.7.1912)
- Date
- 1912-07-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2ß JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 *» menheit des Lloyd den jüdischen Auswanderern nach Palästina zu gewähren imstande ist, beehren wir uns den Interessenten folgende Daten mitzuteilen: Die Syriendampfer gehen von Triest jeden Sonntag 1 Uhr vorm, ab, Ankunft in Jaffa die nächste Woche Freitag, 6 Uhr früh, in Kaifa, Samstag, 1.30 nachts. Preise: III. Klasse K 39.—; II. Klasse Frcs. 146.60; Verpflegung Frcs. 82.—; I. Klasse Frcs. 327.60 inkl. Verpflegung. Die Eildampfer gehen ab Freitag, 1 Uhr nachm., Ankunft in Jaffa nächste Woche Freitag 7 Uhr früh, in Kaifa, Samstag 1.30 nachts. (Die Eildampfer verkehren nur bis Alexandria, wo die Umschiffung auf die Dampfer der Syrien- Linie stattfindet.) Preise: IV. Klasse K 46.50; III. Klasse (mit Bett); ab Alexandrien III. Klasse syr. (ohne Bett; K 83.50, Verpflegung bis Alexandrien K 11.50; III. Klasse, ab Alexandien II. Klasse syr. (ganze Fahrt mit Bett) K 100.30, Verpflegung K42.70; II. Klasse Frcs. 244.60, Verpflegung Frcs. 69.—; 1. Klasse Frcs. 450.60, inkl. Verpflegung. Gesellschaftsreisen (mindestens 10 Teilnehmer bei Lösung von Tour-Retourkarten); Triest—JaffaTriest I. Klasse Eillinie Frcs. 679.60 mit Bett und Verpflegung; II. Klasse Eillinie Frcs. 474.10 mit Bett und Verpflegung; I. Klasse Syrienlinie Frcs. 458.20 mit Bett und Verpflegung. Auskünfte erteilt das Palästina-Informationsbureau, Wien, IX. Türkenstraße 9. (Auch die Generalagentur des Oesterr. Lloyd, Wien, I. Kärntnerring 6.) Ermäßigungen wurden nur den persönlich erscheinenden Auswanderern im Informationsbureau spätestens 2 Tage vor Abgang der Dampfer ausgefolgt. Mittellosen Auswanderern, welche die III. Klasse Syrienlinie oder die IV. Klasse Eillinie benützen, wird auf Anweisung des Bureaus eine halbermäßigte Fahrkarte für die III. Klasse Personenzuges auf der Strecke Wien—Triest der Südbahngesellschaft erteilt. Der Preis der halben Karte beträgt K 11.75. Verband » der mähr.-schles. Ferialverbindungen. Am 14. August 1912 findet in Göding der diesjährige STUDENTENTAG statt. Beginn 8 Uhr vorm. T agesordnung: 1. Begrüßung. 2. Bericht des Arbeitsausschusses. 3. Aufgaben der zionistischen Studentenschaft. . 4., O.rganisationsr,eferat., ■ , 5. Die jüdische Moderne. 6. Eventualia. (Auszug aus der Geschäftsordnung.) Die im Verbände organisierten Korporationen haben ihre Delegierten (2 Delegierte, 2 Ersatz- - delegierte) dem Arbeits-Ausschuß bis längstens 7. August bekannt zu geben. Zuschriften sind zu r ichten an Ludwig Reiss, Göding oder Isidor Goldberger, Wsetin! F. d. Verb; d. mähr.-schles. Ferialverbindungen: cand. .phil. Isidor Goldberger dzt. Obmann. nicht vergessen werden, das unsern über Triest nach, Palästina reisenden Brüdern alle mögliche materielle und moralische Förderung angedeihen läßt. So ist also auch in diesem Assimilantenbabel dafür gesorgt, daß auch über wahrhaft jüdische Tätigkeit berichtet werden kann und so spannt sich eine ideale, unsichtbare Brücke von den Küsten des jüdischen Landes bis an den äußersten Nordpunkt der Adria. •A. F. MISZELLEN. Jüdische Nomaden. \ Wie die Zeitschrift „Hacheruth“ in Jerusalem meldet, erschien dieser Tage in Tiberias ein Jude, der sich der hebräischen Sprache bedient, und erzählte, daß er einem jüdischen Stamme angehört,- welcher in der Gegend von Aleppo in Zelten wohnt. Er erklärte, im Aufträge seines Stammes gekommen zu sein,, um nun in der Nähe von Tiberias ein Terrain ausfindig zu machen, auf welchem die Mitglieder des Stammes ihre Zelte für die Dauer aufschlagen können. Weiter erzählte dieser jüdische Nomade, daß sein Stamm infolge eines Krieges mit benachbarten Beduinenstämmen gezwungen wurde, seinen gegenwärtigen Aufenthalt zu verlassen. Da sie nun erfuhren, daß es in der Nähe von Tiberias jüdische Kolonien gebe, hätten sie beschlossen, dahin auszuwandern, um neben ihren Brüdern leben zu können. Seine Aufgabe-sei nun,-sich von der Wahrheit dieser Behauptung zu überzeugen, um selbst zu sehen, ob diese jüdischen Kolonien tatsächlich existieren. . o o ranraonrannrararararararara Offizielle Mitteilungen des Zentralkomitees für Westösterreich. Zentralfond. Eingänge vom I. bis 15. Juli 1912. Böhmen: (Prag) Jüdischer Volksverein K 50.—, Dr. M. Kohn K 20., Abiturienten K4.54; Summe K 74.54. Innerösterreich: (Wien) Mos. Marmorek, Vordernberg, Dr. Emil Stein ä K 5.—; Summe K 10.—. Mähren und Schlesien: (Friedek) Zion. Mittelschüler K 5.—, (Iglau) Rieh. Weissenstein K 5.—, Fritz Stransky K 3.—, S. Grossmann, Erwin Schulz, Leo Sobotka ä K 2.—, J. Wachtl K 1.—, (Pirnitz) Brettschneider, Weissenstein, Fleschner, Reiner, Kölbl, Fabian, Brettschneider ä K 1.—, (Prossnitz) Ernst Beamt K 2.—; Summe K 29.—. Gesamteingang aus Westösterreich K 5788.86 (Böhmen K 2419.64, Innerösterreich 2164.70, Mähren und Schlesien K 1204.52). Der jüdische Hochschulausschuß plant mit Beginn des kommenden Studienjahres eine energische Aktion zwecks Anerkennung der jüdischen Nationalität. Da derselbe darauf Wert legt, daß diese Arbeit planmäßig und einheitlich an allen Universitäten geleitet wird, werden alle p. t. jüdischen Korporationen aller Universitäten aufgetordert, sich ehebaldigst mit dem jüdischen Hochschulausschusse ins Einvernehmen zu setzen. Adresse: Jüdischer Hochschulausschuß, Wien, IX. Türkenstraße Nr. 9. . Am 13. d. M. sprachen die Vertreter des jüdischen Hochschulausschusses beim Rektor der Universität vor und teilten demselben mit, daß die von Seiten des Senates erteilte Antwort auf das seinerzeit an denselben übermittelte Memorandum der jüdischen Studentenschaft nicht genügend scheine. Gleichzeitig teilten die Vertreter mit, daß sie sich die’'weiteren Schritte zur Durchsetzung ihrer Forderungen für das kommende Wintersemester Vorbehalten. Akademische Verbindung „Kadimah“. Das Sommersemester wurde am 8. d. M. geschlossen und zum Ferialleiter wurde med. Josef Krenberger gewählt. Budenbesuch: Dienstag, Donnerstag und Samstag von 5 bis 7 Uhr. Zuschriften sind an die Verbindungsadresse: I., Wiesingerstraße 3 zu richten. Ergebnisse einer arabischen Forschungsreise. Der Wüstenforscher Professor Musil kehrte von seiner letzten Forschungsreise nach Arabien und Mesopotamien, die er mit dem Bruder der Erzherzogin Zita, Prinz Sixtus von Parma, unternommen hatte, zurück. Zu Kamel, von drei Dienern begleitet, durchforschten sie 3000 Kilometer, fanden römische Straßen mit Meilensteinen, Grenzfesten, Wachtürmen, parthische und persische Lagerplätze, Landsitze der Omaijaden und Abbassiden. Sie konstatierten mehrere jüdische, uralte Kolonien und Ueberreste verbannter israelitischer Stämme, die sich äußerhc. nicht mehr von .Mohamedanem unterscheiden. Der Chacham der jüdischen Gemeinde Ana erfreut sich größten Ansehens wegen seiner Freigebigkeit. JMoledet. Jugendzeitschrift, herausgegeben von der Lehrervereinigung Palästinas und vom Vereine „Kohelet“. Es ist hauptsächlich der Mangel einer ausgedehnteren hebräischen Jugendliteratur, dem durch. die Herausgabe dieser an Inhalt reichhaltigen Monatsschrift einigermaßen abgeholfen werden will. Im Vordergründe stehen Erzählungen, kleine aufklärende Aufsätze nationalen Inhalts sowie aus verschiedenen Wissensgebieten und entsprechenden Uebersetzungen. Das jüngste Heft enthält folgende Beiträge: Berachot: „Ein Matrose auf dem Toten Meere“; Isr. Eitan: „Kunst“; Dr. A. Rosenstein: „Isak N e w t o n“; Ujetzki: „Die Trompete“; Joch. Adler: „Persien und die Perser“; J. ben Porat: „Kinder“; Horari: „Moses“; Chowew: „In fernen Ländern“; mehrere Gedichte, ferner Uebersetzungen und Bearbeitungen. nach Maspero - („Egypten zur Zeit Raamses II.), Kipling („Tiergeschichten“), Maeterlinck („Aus dem Leben der Bienen“) und manches Andere. Ras dem jüdildrcn fieften. Zum Wahlrechtsraub an den russischen Juden. Petersburg. Auf Grund der bekannten Senatsentscheidung, wonach die Juden, denen der Aufenthalt außerhalb des Ansiedlungsrayons nur bedingungsweise gestattet ist, vom Dumawahlrecht ausgeschlossen sind, hat das Ministerium des Innern verfügt, daß in Sibirien auch diejenigen Juden, die eine russische Hochschule absolviert haben und sonst im ganzen Reiche wahlberechtigt sind, von den Wahllisten zur bevorstehenden Dumawahl gestrichen werden müssen. Pogromdrohungen ekles russischen Gouverneurs. Jekaterinoslaw. Wie im russischen Reiche „freie“ Dumawahlen gemacht werden und welchen Gebrauch die Juden, die im Besitze des Wahlrechtes sind, davon machen können, illustriet folgender Vorfall: Dieser Tage bestellte der Gouverneur von Jekaterinoslaw den Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu sich und sagte ihm, wie er höre, beabsichtigten die Juden, an den bevorstehenden Dumawahlen tätigen Anteil zu nehmen und die Progressisten zu unterstützen. Die Juden hätten anscheinend die Lehren der jüngsten Vergangenheit schon vergessen .... Der Gouverneur forderte den Rabbiner auf, seine Glaubensgenossen darauf aufmerksam zu machen, daß ihre Teilnahme am Wahlkampf böse Folgen für sie haben könne . . . Deutlicher kann man es nicht sagen! Eine judenfeindliche Verordnung der rumänischen Regierung. Bukarest. Bisher waren sämtliche Studierenden an der medizinischen Fakultät der Bukarester Universität von der Erfüllung ihrer Militärdienstpflicht bis zur Erreichung des 28. Lebensjahres befreit, damit sie ihr Studium ungehindert beenden konnten. Nunmehr hat das Kriegsministerium verfügt, daß die „Fremden“ von dem Genuß dieses Vorrechtes ausgeschlossen bleiben. Die „Fremden“ — das sind bekanntlich in der Terminologie der rumänischen Gesetzgebung die jüdischen Bewohner des Landes, auch wenn sie bereits seit vielen Generationen in Rumänien ansässig sind. Die Folge dieser Ministerialverordnung wird also sein, daß die jüdischen Studenten nach ein- bis zweijährigem Universitätsbesuch ihre Studien unterbrechen müssen, um ihrer Heerespflicht zu genügen. Man bedenke die rumänischen Juden, die unter Fremdenrecht stehen — ohne daß sie einem auslänschen Staatsverband angehören — müssen die Pflichten gegen das „Vaterland“ strenger erfüllen als die Landeskinder, die sich im ungeschmälerten Genuß aller staatsbürgerlichen Rechte befinden. Eine Aufführung von „Uriel A-costa“ in hebräischer Sprache. Hornel. Die hiesige Ortsgruppe der Gesellschaft „Chobebe Sephath Eber“ veranstaltete dieser Tage unter Mitwirkung der Lodzer hebräischen Liebhaberbühne eine Aufführung von Gutzkows „Uriel Acosta“ in hebräischer Sprache. Die Aufführung fand im Stadttheater vor ausverkauftem Hause statt. Es herrschte ungeheure Begeisterung und das Publikum konnte sich an Ovationen und Hervorrufen der Darsteller nicht genug tun. Es ist beabsichtigt, die Aufführung hebräischer Dramen durch künstlerisch geschulte Kräfte zu einer dauernden Einrichtung in unserer Stadt zu machen. Der hiesige hebräische Sprachverein hat auf den Namen der Mitglieder der Lodzer hebräischen Liebhaberbühne eine größere Anzahl von Oelbäumen im Herzlwalde in Palästina gestiftet. Am 13. Juli fand auch in Wilna eine hebräische Aufführung von „Uriel Acosta“ im Philharmoniesaale durch dieselben Darsteller statt. Von der galilälschen Kolonie „Poriah“. Haifa. Vor etwas mehr als einem Jahre erwarb der Verein „Agudath-Achwah“ in St. Luis (Nordamerika) ein Grundstück in Untergaliläa und gründete darauf eine neue Kolonie, die den Namen „Poriah“ (Die Fruchtbare) erhielt. Zum landwirtschaftlichen Leiter der neuen Siedlung wurde Herr Israelit, ein Kolonistensohn aus Rechoboth, bestellt. Im Gegensatz zu den meisten anderen jüdischen Kolonien Galiläas, in denen der Getreidebau vorherrscht, ist Poriah vorzugsweise Planzungskolonie. Bis jetzt sind 400 Dunam mit Mandelbäumen und 4Ö üunam mit Oelbäumen bepflanzt Die jungen Pflanzungen entwickeln sich außerordentlich gut und berechtigen zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft der Kolonie. Gegenwärtig werden weitere 1000 Dunam urbar gemacht, um im nächsten Winter Mandel- und Oelbaumkulturen darauf anzulegen. Sämtliche Arbeiten werden von jüdischen Landarbeitern durchgeführt. Neben 30 aschkenasischen Tagelöhnern und Monatsarbeitern werden etwa 20 palästinensische Sephardim bei der Ausrodung des Domgestrüpps verwendet. Vor einem .Monat besuchte Herr Harry Goldman aus Amerika, ein Bruder des Gründers der Kolonie, Herrn