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Jüdische Zeitung · 1912-07-19 · 29 (19.7.1912) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 29 * Simon Goldman ln St ..Louis, die neue Siedelung und stellte den Landarbeitern zum Zeichen seiner Zufriedenheit mit ihren Leistungen den Betrag von. 500 Frcs. zur Gründung einer kleinen Bibliothek und zur Anschaffung einer Waschmaschine zur Verfügung. Die schwierigste Frage der jungen Kolonie ist die Frage der'.Wasserversorgung. Poriah liegt auf einem hohen Hügel oberhalb des Tiberiassees. Quellen gibt es nicht in der näheren Umgebung. Bis jetzt wurde das erforderliche Wasserquantum vom Tiberiassee oder aus der benachbarten Kolonie Jemma durch Lasttiere oder Fuhrwerke herbeigeschafft. Die Kosten dieses Transports belaufen sich auf 10—15.000 Frcs. jährlich. Die Herstellungskosten einer Wasserleitung vom Tiberiassee oder von den Quellen in Jemma werden aut 40.000 Frcs. geschätzt Höchstwahrscheinlich wird Sich demnach die Leitung der Kolonie bald zur Anlage einer solchen Wasserleitung entschließen. Uebrigens versorgen während eines großen Teiles des Jahres zwei große Zisternen die Arbeiter und Tiere mit gutem Trinkwasser. Das Klima von Poriah ist sehr gesund und erfrischend, die landschaftliche Tage von hervorragendem Reiz. Sämtliche Besucher der jungen Kolonie geben ihrer Bewunderung Ausdruck, daß es in so kurzer Zeit gelungen ist, hier ein derart schönes und zukunftsreiches Werk zustande zu bringen, das der jüdischen Kolonisation sicherlich noch zu großer Ehre gereichen wird. Ein Gewissenszwang gegen jüdische Arbeiter. Warschau. Große Empörung hat hier das Vorgehen einiger jüdischer Fabriksbesitzer hervorgerufen. In den großen Schuhfabriken unserer Stadt, deren Eigentümer Juden sind, werden christliche und jüdische Arbeiter beschäftigt. Bisher feierten nun die christlichen Arbeiter am Sonntag und die jüdischen am Sonnabend. Einige Fabriksbesitzer fanden schon seit längerer Zeit an diesem Zustande kein Gefallen und erschwerten in jeder Weise die Arbeitsbedingungen derjenigen jüdischen Arbeiter, die die Sabbathruhe beobachteten. Nunmehr entschlossen sich die Fabriksbesitzer zu einem radikalen Mittel. Sämtliche jüdische Arbeiter mußten sich schriftlich verpflichten, auf die Sabbathruhe zu verzichten und mit ihren christlichen Kollegen am am' Sonntag zu feiern. Wer die Erklärung nicht unterschrieb, wurde einfach an die Luft gesetzt. Unter diesen Umständen sehen sich zahlreiche jüdische Arbeiter genötigt, dem Machtgebot ihrer Brotherren zufolge und sehr gegen ihren Willen den Sabbath zu entweihen. Man befürchtet, daß das böse Beispiel der jüdischen Schuhfabrikanten auch in anderen Industrien, z. B. der Kleiderkonfektion, die gleichfalls zum großen Teile in jüdischen Händen ist, Nachahmung finden wird. Eingelaufene Bücher und Zeitschriften. „Siehronoth waad haloschon haiwrith. Erste Veröffentlichung Nissan und. Siwan. Jerusalem. (Zeitschrift des hebräischen Sjjradiausschusses in Jerusalem, hebr.) Manes Mordechei Leffel: Die ersten Blüten (Poesien und Lieder). Preis 25 Cent, Newyork 1912 (jüdisch). J. M. Brender:. Sommernächte (jüdisch), Verlag Sulamith, Krakau 1912. Preis K 1.50. Theodor Zlocisti: Am Tor des Abends. Lieder vom Heimweg. Berlin 1912. Jüdischer Verlag. Brosch. K2.40, geb. K 3.60. Karl F. Kocmata: Dr. Viktor Adler und die österr. Arbeiterbewegung. Preis 15 li. Verlag „Das Gesindel“, Wien XIX/,. Vereinsnaihriihten. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „Robur“.) Am 13. Juli d. J. konstituierte sich die Jüdisch-akad. Verbindung „Robur“ in Wien. Die Gründungschargen sind: iur. Richard Klüger X, med. Eugen Felix XX FX, ing. Richard Steiner XXX. Adresse: Wien, XIX. Glatzgasse 4. Budenstunden täglich von 6.8 Uhr. Wien. (Herzl-KIub.) Mittwoch, den 24. Juli 1912 präzise 3/48 Uhr abends im Vereinslokale II. Stefaniestraße 12. Vortrag des Herrn Moritz Geiger über „H eine und die Frauen“. Hernach Rezitationen Heinescher Gedichte durch Herrn Simon Advokat. (Gäste herzlichst willkommen!) (Wegen „Tischabeaw“ wird der Vortrag ausnahmsweise anstatt Dienstag am Mittwoch abgehalten.) Sonntag, den 21. Juli Ruderpartie. Treffpunkt i/,9 Uhr vorm. Tegetthofdenkmal (Praterstern). Leitung: Herr Walter Grün. Nikolsbürg. Anläßlich des Todestages Herzls veranstaltete die jüd.-akad. Ferialverbindung Hebronia in Nikolsburg einen Trauergottesdienst. Nach Sprediung der üblichen Gebete entzündete der Erstchargierte dieser/Vjirinndung die Trauerkerze, worauf Ehrwürdenf Herr Rabbiner Dr. Lewin das Kaddisch sagte. An dieser Kungebung beteiligten sich auch sämtliche Gymnasiasten. Befliaussflnzeige! An den hohen Feiertagen -hsd iwn ■ findet im „Jüdischen Volksheim“, II. B. Stefaniestraße 12, ein Gottesdienst statt. Sitzkarten zu 10, 6 und 4 Kronen gelangen bereits zur Ausgabe und werden die p. t Gesinnungsgenossen ersucht, sich! wegen Bethaus-Sitze schon jetzt vor-: merken zu lassen. Das Bethaus-Comit6 im „Jüdischen Volksheim“ II., Stefaniestraße 12. Eingesenüef. Der Hilfsverein jüdischer Handwerker für Mährisch Ostrau ..und Umgebung versendet folgenden Aufruf: An die Eltern und Vormünder! Nach dem Schulschluß tritt an viele die Frage heran: Was soll aus unseren Jungen werden? Bei der Wahl des Berufes soll der Wunsch des Knaben berücksichtigt werden, denn der Erfolg ist ausgeschlossen, wenn man für ein Fach bestimmt wird, für das man keine Neigung hat. Oft wählt aber/der1 Jifljge einen-Beruf," zifjdeiff er nicht geschaffen ist öder zu dem seine geistige Veranlagung nicht paßt. Darum muß für die Berufswahl neben der Vorliebe ■ des Knaben auch die reifliche Ueberlegung von Eltern und Vormündern bestimmend sein. In den letzten Jahren hat sich die Jugend massenhaft dem Studium zugewendet, und .darum ist eine Ueberpro-, duktion von Absolventen verschiedener Lehranstalten geschaffen worden, für die Stellungen nur schwer zu haben'{sind. Im Handwerkerstande haben noch immer tüchtige, ausgebildete Menschen ihr gutes Fortkommen gefunden, und immer noch wird stets eine gute Handwerkerkraft gesucht.; : 4 Der Unterzeichnete Hilfsverein, jüdischer Handwerker für Mähr.-Ostrau und Umgebung hat es sich statutarisch zur Aufgabe gemacht, Knaben, welche Liebe und Lust zum Handwerk haben, verläßliche Lehrstellen zu besorgen. Beim Vorstande oben bezeichneten Vereines haben sich bewährte Lehrmeister aller Handwerke angemeldet, welche brave Jungen zu tüchtigen Handwerkern ausbilden wollen. Der Hilfsvereiri wird sich dürch" die ganze Dauer der Lehrzeit die Aufsicht über den Lehrling Vorbehalten, daß derselbe nicht nur seih Handwerk vollkommen erlernt, sonder auch in bezug aut Sitten und Moral nicht leidet. Eltern und Vormünder! Wendet euch vertrauensvoll an den Hilfsverein jüdischer Handwerker in Mähr.-Ostrau, derselbe besorgt unentgeltlich die Lehrstelle bei tüchtigen, braven Meistern. Mittellose und Waisenknaben werden, wenn sie brav und fleißig sich aufführen, vom Verein nach Tunlichkeit unterstützt. Anmeldungen sind an den Vorstand des Hilfsvereines. für jüdische Handwerker in Mähr.-Ostrau schriftlich zu richten. Jüdische, arme Kranke die nach Wien kommen um Heilung ihrer Leiden zu suchen, werden vor den Spitalsagenten und betrügerischen Bale 'tauwaus gewarnt. Jeder erreicht sein Ziel nur, wenn er sich gleich nach seiner Ankunft in Wien an den „Ersten österreichischen Hilfsverein für zugereiste kranke Juden“ wendet, wo er ärztliche Untersuchung und diesbezügliche Auskünfte erhält und nötigenfalls seine Aufnahme in ein Spital ermöglicht wird. Sprechstunden von 8—9 Uhr vormittags, und von 5—7 Uhr nachmittags, in Wien II., Stefaniestraße 12. * Liste der Überläufer. Vomj 9. Juli bis 16. Juli 1912. Tiäuber Dr. Siegfried, 1881, Wien, ledig, XX. Klosterneuburgerstraße 1. — Schnabl Leo, 1880, Proßnitz, ledig, Bahnbeamter, II. Nordbahnstraße 14. — Klebinder Ludwig, 1883, Klein- Schwechat, Hadersdorf-Weidlingau, Mühlbergstraße 18; — Weinreb Oswald, 1886, Wien, ledig, Privatbeamter, VIII. Josefstädterstraße 16. — Stern geb. Rabbisch Josefa, 1879, Wien, verwitwet, II. Praterstraße 66. — Pollak Katharina, 1863, Lakompak (Ungarn) ledig, II. Kronprinz Rudolfstraße 8. — Tocker Emma, 1889, Wien, ledig, II. Stuwerstraße 34. — Blumenthal Hans/ 1895, Wien, ledig, Gymnasiast, I. Franz Josefskai 65. — Perger Lili, 1887, Hinterbrühl, ledig, Private, I. Ratnausstraße 19. — Singer Therese, 1892, Wien, ledig, XII, Schönbrunnerstraße 186. An .unsere p. t. Abonnenten! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, deren Abonnement abgefaufen ist, um Erneuerung des Abonnements, damit in der . Zustellung der Zeitung keine Unterbrechung eintrete. Wir machen aufmerksam, daß. das Postsparkassenkonto Nr. 104.067 (Jüdische Zeitung, Ges. m. b. H.) gelöscht würde. Einzahlungen wollen daher nicht Wehr auf Erlagscheinen dieses Kontos (das Geld geht sonst an den Einzahlenden zurück) gemacht werden. Dieses neue Postsparkassenkoiito hat die Nummer 133.404 (Jüdische Zeitung). Erlagscheine (Nr. 133.404) sind den rückständigen Abonnenten direkt per Post zugegangen. Verwaltung „Jüdische Zeitung“ Wien, U/s, Stefaniestraße Nr. 12. . Wiener Künstler: Marten Bilder-Reproduktionen nach Originalen der Maler Jehtido Epstein, Leo B. Eichhorn, Lazar Krestin, N. Ichattenstein etc. Ansichtskarten-Ausstellung Wien, 1., Kämthnerstr. 29 I., Teinfaltstraße 5 VI., Mariahilf erstr. 15 34 34 34 34 34 34 Soeben erschienen! Neu! 34 34 34 34 Beda. Neue Satiren Aus dem Inhalte: Die göttliche Selma, Pollak v. Parnegg, Der Stolz von Göding, Die Nase des Ladislaus u. a. Preis K 1.20, Porto 10 h. Nur gegen Voreinsendung oder Nachnahme [45 h mehr] durch die „Jüdische Zeitung“, Wien, 113, Stefaniestrasse 12 w.xw.w.w.w.w.w.w.w.w.w.r.j.tw.w.f.w.w.Tw.w.f.wx.w.w.y.

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