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Jüdische Zeitung · 1912-05-10 · 19 (10.5.1912) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
19 (10.5.1912)
Date
1912-05-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 f" Nr. 19 wurde, erbrauste e i n Jubelruf im Lande der Sieger. Die Ehre des Einzelnen War stets die Ehre seines Volkes. Wir Juden darbten bisher wie aller nationalen Funktionen auch des nationalen Sportes. Nicht daß wir schwächer und schlechter wären, als die anderen. Im Gegenteil! Auf allen Gebieten gab es Meister unseres Blutes. Doch' ihre Leistungen wurden den Völkern zugerechnet, die zuhause die Brüder des Siegers als geduldete und lästige Fremde empfinden. Wir stellen noch heute den Ungarn die hochberühmten Fechter, den Deutschen ihre besten Schwimmer und Rußlands erster Ringer ist ein Jude. Jetzt haben wir den Grundstein des jüdischen Sportes gelegt. Kein Jude wird weiterhin gezwungen sein, seine Kraft in den Dienst Fremder, oft Feindseliger zu stellen. Wir wollen nicht Zwietracht und chauvinistische Propaganda in die sportliche Objektivität tragen. Wir wollen aber unseren jüdischen Sportbeflissenen Halt und Stütze schaffen, eine frohe, kräftige Bruderschaft großziehen, die in friedlichem Wettstreit mit den Sportfreunden anderer Völker, als Gleiche unter den Gleichen sich mißt. Die Auspizien sind günstig. Es ist Sadhe der jüdischen Oeffentlichkeit, die Begeisterung unserer Jugend mit dem Wohlwollen der Bürger zu befruchten! Jüdiscfr-akad. Verbindung „Ivria“ Wien, IX. Glasergasse 4a. Mittwoch, den 15. Mai a. c. 8 Uhr abends findet im Festsaal des Hotels „Zum goldenen Engel“, XXI., Am Spitz Nr. 2 ein Palästina Lidiibilöeruortpag statt, mit einem einleitenden Vortrag des Herrn Dr. Hermann Löw über „Wanderbewegung unter, den Juden“. Karten zu 1 K sind bei allen Verbindungsmitgliedern, im Couleurcafe Maria Theresia I., Maria Tberesienstr. 10 und im Cafe Klein „Zum goldenen Engel“ Floridsdorf, XXL, Am Spitz Nr. 2 erhältlich. K 6.—, Dr. Sonnmark K 2.—; (Partschendorf) Dr . Czeczowiczka K 25.—; (Proßnitz) Leo Beer, Mor. Hammel, Julius Neumann ä K 20.—, Dr. Altar K 10.—; jur. Sborowitz K 5.—. Gesamteingang aus Westösterreich K 4522.05 (Böhmen K 1875.65, Inner- Österreich K 2047.70, Mähren und Schlesien K 598.70). Die Ersatzwahl in Rzeszow. Bei der Reichsratsersatzwahl in Rzeszow, welche am Freitag den 3 d. stattfand, beteiligte sich die zionistische Partei nicht. Nichtsdestoweniger erhielt der Zionist Dr. Freilich 492 Stimmen. (Die Telegraphenagentur in Lemberg reduzierte diese Zahl auf 281.) Diese beträchtliche Stimmenanzahl ist ein spontaner Ausdruck der zionistischen Ueberzeugung der Rzeszower Juden. Es wurde gar keine Agitation entfaltet. Dr. Freilich wußte nicht einmal, daß die Zionisten die Absicht haben, für ihn zu stimmen. Die 492 Stimmen rühren von organisierten Zionisten her. Aus dieser Abstimmung ist zu ersehen, daß es ein Fehler seitens der zionistischen Parteileitung war, Abstinenz zu üben. Wenn auch ein Erfolg von vornherein ausgeschlossen war — die Majorität der Wähler ist polnisch — so hätte man doch die günstige Gelegenheit einer Wahlbewegung für intensive zionistische Agitation verwenden können. Palästinakurs der „KadatEh“. Dienstag und Mittwoch sprach Gg. Herr Davis Trietsch im Ingenieur- und Architektenverein über „Palästina als Feld jüdischer Einwanderung“. Die Vorträge waren gut besucht und das Publikum folgte den Ausführungen des Referenten mit großem Interesse. Herr Trietsch hob in seinen .Vorträgen besonders die Bedeutung der Hausindustrie (Spitzenklöppelei, Kunsthandwerk etc.) _für die Kolosation hervor. Wir werden in der nächsten Nummer über diesen Vortragszyklus ausführlich berichten. ZUR GEFL. BEACHTUNG! Die Zeitschrift „Palästina“ hat die Redaktion und Administration in das Jüdische Volksheim, II., Stefaniestraße 12, verlegt. Alle Zuschriften und Sendungen sind ausschließlich an diese Adresse zu richten. PapfeisNacfiricfiten. An die Zionisten in Westösterreich! Das zionistische Zentralkomitee für Westösterreich. Der X. Kongreß in Basel hat unserer Weltorganisation eine neue Leitung gegeben. Arbeitsfreudige, vom besten Willen und von der größten Opferfreudigkeit beseelte Männer sind es, die die schwere Aufgabe auf sich genommen haben, unsere Weltorganisation zu leiten, vor allem aber die Arbeit im Lande unserer Hoffnungen, in Palästina, zu organisieren. Vor Antritt ihres Amtes haben sie dem Kongresse dargelegt, daß die ihnen zur Verfügung gestellten Mittel, die regelmäßig einlaufenden Beiträge, unzulänglich sind. Der Kongreß hat das anerkannt und ihnen versprochen, die Mittel zur Arbeit beizustellen. Er hat zu diesem Zwecke den Zentralfond geschaffen, zu welchem jeder Zionist beizutragen nat. Unsere Leitung in Berlin hat uns seit ihrem Amtsantritte Beweise ihrer Arbeitsfreudigkeit und ihres Pflichtbewußtseins geliefert. An uns ist es nun, unsere Zusage zu erfüllen. Zionisten Westösterreichs! Erfüllet Eure Pflicht! Leistet Euren Beitrag für den Zentralfond! Eingänge seit 1. April 1912: _ Böhmen: (Brüx) Mittelschüler K 30.—; Mädchenklub K 10.—; (Budweis) Josef Freund, Hugo Ried, „Zion“ ä K 5.—. (Krumau) Mädchenklub K 10.—. i(Landskron) Dr. Fantes K 50.—. (Pardubitz) N. N. durch Dr. Bergmann K 5.—; (Prag) Bar Kochba K 250.—; Dr. Bergmann K 15.—; Ph. Alfr. Kraus, ing. Karl Straka ä K 5.—; Martha Schick K 2.—. (Trautenau) „Theodor Herzl“ K 20.—, (Trupschitz) Dr. Jul. Weiss K 10.—. - I nne r ö s t e r r e ich: (Graz) Makkabäa K 50.—. (Wien) Dr. Kart Pollak, Leo Weiss ä K 50.—; Dr. Wittlin K 25-—I Ludwig Bato K 20.—; A. Sdhwadron K 15.—; Hirschl, Dr. Löbl, M. Lamberg ä K 10.—; Jak. Freiwillig K 6.—; Dr. Hahn, Mendl Kohlt, Dr. Scherlag ä K 5.—; Dr. Salz K 4.—; Dr. Brings K 3.—; Artur Mayer K 2.—. Mähren und Schlesien: (Brünn) Spitzer durch Sammlungen K 36.50 und K 3.—; Anny Mayer K 5.—; Erwin öoldschmidt K 1.40; (Dombau) J. Markowitz K2.—; (Jamnitz) Emil Mayer K 5.—; (Olmütz) Tierarzt Schwarzbart K 100.—; (B. Hornik, Oskar Huber, Arnold Jelhnek „Zion“ ä K 50.—; Wilhelm Spitzer K 30.—; J. Oplatka K 10.—; Jak. Schwarz Rus der fiebpäildien Bewegung. Mitteilungen des Organes für hebräische Sprache und Kultur. (Histadruth Ibrith.) Der „W aad-Halascho n“. Das hebräische Sprachkomitee zu Jerusalem, dem die Sichtung und Feststellung der hebräischen Terminologie auf allen Gebieten des Wissens sowie der Umgangssprache obliegt, hat sich neuerdings reorganisiert und seine Tätigkeit begonnen. Einige materielle Mittel, die dem „Waad Halaschon“ teils von der „Histadruth“, teils von der Zionistischen Organisation sowie von Privatspendem zur Verfügung gestellt worden sind, haben ihm die Möglichkeit gegeben, wenn auch in beschränktem Maße, an die Verwirklichung seines Arbeitsprogrammes heranzutreten. Er beginnt demnächst mit der Veröffentlichung einer Reihe von kleinen Wörterbüchern, die die Präzisierung und Prägung der technischen, natur- und geisteswissenschaftlichen Terminologie zur Aufgabe haben. Wollen wir hoffen, daß die vielversprechende Arbeit des „Waad Halaschon“ noch ganz andere Mittel erhalten und sich dann ungehemmt fortentwickeln wird, was für die Bereicherung der hebräischen Sprache von großer Bedeutung werden kann. Allgemeines. Trotz der schweren Hindernisse, die jeder jüdischen Tätigkeit unter den Volksmassen in Rußland im Wege stehen, ^bricht sich doch die hebräische Bewegung Bahn und bemächtigt sich der Gesinnung wie der Willensbetätigung verschiedener Kreise des russischen Judentums. Die begeisterten Kundgebungen, die in den letzten Tagen der Jubiläumsfeier der hebräischen Tageszeitung „Hazefira“ zuteil wurden, die Tausende von Beglückwünschungen, die vielen Gäste, die speziell nach- Warschau gekommen waren, um dem Feste der hebräischen Literatur beiwohnen zu können, die Deputationen von über 70 verschiedenen Gemeinden, Institutionen und Vereinen aus Nah und Fern — das alles ist ein beredtes Zeugnis für das gesteigerte Interesse, das dem Hebräischen entgegengebracht wird. Aber nicht nur im Festglanze gibt sich das Interesse kund. Es treten ■ auch erfreuliche Erscheinungen der hebräischen Arbeit hervor, die leise und bescheiden vor sich geht. So ist es auch mit Freude zu begrüßen, daß in den Kursen von Halpem in Warschau , die schon zum Teil mit dem zweckentsprechenden hebräisch-literarischen Stoff ausgestattet sind, bereits dreizehn hebräische Kindergärtnerinnen ausgebildet wurden, und daß das Odessaer Palästina-Komitee zum Andenken Lewinskys ein hebräisches Kindergärtnerinnen-Seminar begründen will, ein Unternehmen, dessen Förderung wir wiederholt allen Freunden der hebräischen Erziehung ans Herz legen möchten. Ebenso verdient noch die auf Veranlassung der „Chowewe S’fath Eber“ in Petersburg stattgefundene und überaus gelungene Aufführung der Oper „Simson und Delila“ von Saint-Saens in hebräischer Sprache. Ueber 1500 Gäste haben sich im „Konservatorium“ eingefunden, um den Wohlklang hebräischer Laute bewundernd zu genießen. Was unsere Organisationsarbeit anbetrifft, so haben wir uns nach Kräften bemüht, die Regelung und Vereinheitlichung der hebräischen Arbeit in verschiedenen Ländern anzuregen, ln England, Rumänien und in den Vereinigten Staaten haben sich auf unsere Veranlassung provisorische Komitees gebildet zur Schaffung von Landzentralen nach dem Muster der in manchen Ländern bereits bestehenden Landesorganisationen. — In der Schweiz gelang es uns vor kurzem, die akademische Jugend zu bewegen, einen Hebräertag abzuhalten, an dem unter anderen wichtigen Beschlüssen zur Förderung der hebräischen Sprache die Konstituierung eines Landeskomitees unserer „Histadruth“ beschlossen wurde. Nicht unerwähnt soll es sein, daß für die in Deutschland unter der jüdischen Jugend stark verbreitete nationale Turnerschaft gegenwärtig von Mitgliedern unserer „Histadruth“ ein Büchlein mit den notwendigen hebräischen Termini ausgearbeitet wird. Zweck dieser Arbeit ist, auch für das Turnen die hebräischen Formen festzusetzen und nach Möglichkeit zur Durchführung zu bringen. Vom hebräischen Büchermarkt. Von den jüngsten Neuerscheinungen der hebräischen Literatur seien u. a. besonders erwähnt der III. Band der gesammelten hebr. Schriften von Mendeli Mocher S’forim (mit einem Essay von Ch JM. Bialik); 2 Bde. ausgewählter Schriften von Lewinsky; Werke von Schalom Aleichem in einer gediegenen hebr. Uebersetzung; „Don Quichotte“ in einer musterhaften Uebersetzung von Bia lik (Verlag „Turgman“), sowie der 1. Band der Schriften von Rab Zair: „Hatalmud“ — eine entwicklungsgeschichtliche Studie über den Talmud. Ferner sei hier auf die vom „Jubiläumskomitee“ in Aussicht genommene hebräische Uebersetzungsausgabe der Werke des beliebten jüdisch-russischen Schriftstellers B e n - A m i hingewiesen, sowie aut das überaus wertvolle gemeinschaftliche Unternehmen der Verlagsanstalten „Achiasaf“, „Tuschija“ und „Safruth“, die zu Ehren des Hazefirah-Jubiläums eine Anthologie der gesamten hebräischen Presse von ihren ersten Anfängen bis auf die neueste Zeit, chronologisch geordnet, ankündigen. Von der hebräischen Presse. 1. Die Wochenschrift „Haolam“ ist am 1. April von Wilna nach Odessa (Postfach 383) verlegt worden. Die Redaktion sowie der Charakter des „Haolam“ werden keinerlei Veränderungen erfahren. 2.In New York errichtet die Vereinigung der „Chowewe S’fath Eber“ einen Fonds zur Gründung eines neuen hebräischen Organs für die amerikanische Judenheit an Stelle des unlängst zu unserem Bedauern eingestellten „Haderor“. 3. Es erscheinen demnächst zwei neue hebr. Zeitschriften: a) die Monatsschrift „Hassafah“, herausgegeben vom Verein „Chowewe S’fath Eber“ in Petersburg (Offizierstr. 50, 3), die den hebräischen Sprachfragen gewidmet sein wird (Abonnementspreis für das Ausland 6 M. jährlich), und b) die Zeitschrift „HackakJoi“ in Jaffa (p. A. Dr. A. Ruppin), praktisches und theoretisches Organ für alle Gebiete der Agrikultur, redigiert von Dr. Zagorodski und J. wilkanski, 12 Francs jährlich. 4. Es ist eben erschienen der I. Band der Halbjahresschrift „Haibri Hechadasch“, redigiert von Dr. Jacob Cahan. Mittwoch, den 15. Mai, 8 Uhr abends, veranstaltet die jüd.-akad. Verbindung „U n i t a s“ im Saale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschenbachgasse 9, einen Vortragsabend mit Lichtbildern ReUeeindrüdie ans Palästina Das Referat haben die A. H. A. H. Doktor Karl Pollak und Dr. Emil Stein übernommen. Bet dem. lebhaften Interesse, das sich auch in nichtziomstischen Kreisen für den Vortrag kundgibt, empfiehlt es sich, die Sitzplätze ä K 4.—, 2.— und 1.—, welche kn Couleurcafe Louvre, 1., Wipplingerstraße, bei Kehlendorfer und im zionistischen Zentralbüro, IX., Türkenstraße 9, erhältlich sind, im vorhinein zu besorgen. Das Reinerträgnis ist für das hebräische Gymnasium in jerusaehn bestimmt.

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