Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 18 (4.5.1912)
- Date
- 1912-05-04
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 ser je Sorge isst, bräud^n wir auch näjäh I dieser An^ro^t nijäÄ!zu suchen. 0 Eine andere /Frage aber ist,Mob cüe jüdisch eh „deutschfreisinnigeri“ Macher des IX. Bezirkes — und unter ihnen natürlich der unvennejdliche Herr M E r ari.k — berechtigt waren, gerade Herrri*’Wölkän in diesem’ von einer sehr »zahlreichen jüdischen Bevölkerung bewohnten {Bezirke als Kandidaten aufzustellen. Falls sie sich berufenPfühlen* Wien vor der stayischen Gefahr zu sdiützen, und - diesem d eu tVc H n a t i o rna - len Interesse das jüdische nachsteh len zu sollen glaubten, dann .allerdings! hatten sie eine sehr gute Wahl getroffen. Aber neben diesen Herren erschien als-einer-der vordringlichsten Vor-" kämpfer WoJkans auch noch der Sekretär der Oe s t. 1 s r. Union; Herr Siegf r ie d FI ei scher. Kann man die früher ägeiijjamitöi .Herren- :init! flürer uaf-A heilbajrfu politischen, .Dummheit oder mit? angeborenem Strebertum entschuldigen; muß man das Vorgehen des Herrn Uriionsekretärs als ein frivoles und skrupelloses Spiel mit jüdischen Interessen brandmarken. Die politischen Qaukelkünste dieses Mannes haben sich bei dieser Wahl' wiederum restlos geoffenbart. Dieser Mensch hat es ja auch1 zustkndegebracHt, dem Vorstand der Oest. Isr. Union bei; den berüchtigten Intriguen gegen die jüdische Kurie in; der Bukowina behilflich zu sein und dann nach Berlin zu reisen,! um dort in einer zionistischen Versammlung die österreichische Regierung wegen Verweigerung der jüdischen Kurie mit flammender Entrüstung anzugreifen! Warum sollte er nicht auch' das Kunststück zuwege bringen, in der Provinz herumzureisen, :um die Juden angeblich von: dem nationalen Kampfe zurückzuhalten, in Wien aber Wahlleiter eines' Mannes zu sein, der den Schärfsten Kampf gegen <die Tschechen predigt? Ist die Stelle des Wa h l Leiters eines radikalen Deutschnationalen. und mag sie noch so gut bezahlt sein — vereinbarlich mit der Sekretärsteile der Oest. Isr. Union? Hat diese nicht die Pflicht, alles zu vermeiden, was den politischen Haß der Tschechien gegen die Juden in den slavischen Ländern zu erhöhen geeignet ist? Wohlgemerkt I Der Unionsekretär ist nicht etwa erst in der Stichwahl für Wolkan eingetreten, — dies mußten allerdings mit schwerem Herzen, auch wir tun, weil wir bloß zwischen'ihm und dem Christlichsözialen zu wählen hatten — er war schon bei der Hauptwahl sein Rufer im Streite, und dies Ohne jede Notwendigkeit, da sich, ganz abge sehen von der Unverl'äßlichkeit der Aufstellung Wolkäns durch einen jüdischen" Verein auch ein Sozialdemokrat um das Mandat bewarb. Da diese skrupellose und gut bezahlte Wahhnache des Unionsekretärs das friedliche Zusammenleben der J uden mit den Tschechen in der Provinz aufs Schwerste zu beeinträchtigen geeignet ist, müssen wir ihn mit. aller Energie von uns abschütteln. Aber auch unsere Gesirinungsgenossen in der Provinz haben die unbedingte Verpflichtung, dafür Sorge zu: tragen, daß die politischen Jongleurkünste dieses Menschen nicht auf das allgemeine ijüdi- JÜDISCHE ZEITUNG schf; Konto gesetzt werMip Es^gc-lrt nicht rodhr an, ihn ruhigJgejVähreh zu lassen uiifl<. hinterdrein : jälSr &ein^|Aufsäin<§ider«§ji und Flausen"zu l^UfenSDieser :Mann ist^eine ernste Gefahr, und es ist p>rge zui tragen, daß!? die jÜ£fis<Sbtev deriPijßyiÄz llkrn leihend Tätigkeit verschont bleibe; »,?l|ei d^ Gem||nderaJ:s^»4H Be^l zirk hät|ubffgeifö^seinrilTi%l<eit die eiä| sprechenden Früchte getragen: Die ganze iBeschwprung der slawischen -Gefahr durch ‘Wölkan hat nichts genützt: Die Deutschnationalen wählten dennoch christlichsozial, und zwar sowohl im vierten als zweiten Wahlkötper, was sie möglicherweise nicht getan hätten, Wenn Herr-Siegfried Fleischer itT/der Bescjiützung des Wiener Deutschtüriis etwäsvzurückhältender'gewesen wäre. "! Seprn Dr. 6fitanns Hnsifhten im Kfttejfles"” ' Urteils. i Wir habbh in der vorfetzten Nummer gegen die Aufforderung Dr! Güdein an ns,:'den jüdischen Kindern nicht jüdische, sondern landesübliche,, das heißt ünjüdische Nariien zu geben, um den Lebenskampf dieser Kinder zu erleichtern" und sie von der Taufe abzuhalten, energisch Stellung genommen. Es, .freut uns, daß unsere Ansicht von allen jüdischen Zeitungen geteilt wird, i Die Präger „Selbstwehr.“ schreibt un- - ter dein Titel: „Therapeutisches Institut Güdemänn, H ata 606“:! , i „Nationale Mimikry hat immer noch im Bewußtsein ihrer Verlogenheit, weif auf absichtliche Täuschung: des Gegners berechnet, sich mit einem Feigenblatt vom entschuldigenden Motiven für unentschuldbares - Tun > bedeckt, aber. so schamlos, wie es nun in der „Blochschen Wochenschrift“ gemacht wird, ist selten wohl Assimilation gepredigt worden., Unverhüllt wird eingestanden: ■;Preisgabe national«;; Ehre um materieller Vorteile willen. Und es gehört eine gute Portion: Unfehlbarkeitsdünkel urnL em; gut Stück Pharisäervirtuosität: dazu,. einer gläubigdummen Welt einreden zu; wollen, daß, wer: Moses; Abraham gegen; Moritz und Artur einwechselt,, vom Taufbecken weiter entfernt ist,; als wer; nackensteif genug ist seinen; Namen nicht für Geld zu verkaufen. Mit der. nationalen; Ehre geht es wie mit der Keuschheit; man verliert sie schwerer das erstemal, aber sind einin al die Skrupel überwunden, so kehren sie nicht leicht wieder. Und man.sün-1 digt fort in der Keuschheit mit seinem Körper, in der nationalen Ehre mit seinem Selbstbewußtsein. Namensänderarg um materieller Vorteile willen ist der -erste Schritt; zur Taufe! Und zUidiesem/zu raten, hat die Stirn: der Seelenhirte der 200.000 Juden Wiens! Er, der :den Beruf hat, bei jeder Gelegenheit unablässig zu rufen: Ihr sollet ein am kscheoref, ein nackensteifes und rückgratfestes: Vplk sein, plädiert; die verwerfliche Mimikry hat die Stirn, nicht zur Entjudurig öffentlich aufzufordern, sondern auch' dem Ge-; wissen auf dem Wege zum Taufbecken die Skrupel zu nehmen!; SNr- 18 tentum winl|we!|e AnMnJer fllflJft Täuschenpvir#uni Sticht fSßjn Ve%äf,erpreis ist Msgesch^lben. „Bisset d|g ICindlein zu mir kommen? Was» die Besehnjeidung aty ihnen verbrochen Hat*imd die §ummheit^rön«ner| Eltern unaVilfeier^;®^.trilc|nführer, ichwerfliSfsiweBeEguf macheri, auf daß sie Gold machen,gleissend;Öplä'!¥“loSktj der RattehfängCr .®nd;! IGtH^rral^Hiner. 5 W^^^tann^. da^iedetstch’en-P^-Auf äie® niedrigsten Instinkte der Menge, wird gerechnet, und%|ifuni’müssen alle nationalen1 Juden »zu einerii scharfen . Protest sieb vereinigen gegen diew Provokation eines verwerflichen Systems,! das sich Dr. Güdemarin» zum intellektuelu len Führer auserkoren -Kat; Und’ vor» -allem: es darf keinen* Frieden gebeir-mit-~ einer Kahalkoterie, in der Maüschels Geist absolutregiert.-Der-K-a-rn-pFum die. Eroberung. (der Kultusgem e i ri d e ri, H e r z Fs - W tr m a fc^rTfPi s, m.ujkgnii Usaßl ie^r -! M-aobt;: f ö rtge^ y s etz4we.r den!“ « Das. , „Frankfurter . Israelitische... Fas, milienblatt^ schreibt ürite# flerif ^Titel- Eine Manifestation Maüschels“.: „Eine Manifestatipn?Mauriqlfels liegt wieder vor uns. Sie ist/zu finden in der . österreichischen Wpcherischrift, trägt den 1 Titel :;,;jüdische Vörriärnen“ undjhatzüm Verfasser Oberräbbiner Dr! Güdemäriri- Wien.“: : >?\jL vji’?!.’’ „Oberrabb. Dr. Gr" efnpfmdef ' gar nicht, welche Selbstentwürdigung,^ welche Schande für., den; jüd.jNamen in seinem Artikel steckt,, ein,j^indet.nicht, daß es , Dinge gibt; wobei . alle^ praktischen Rücksichten hinter detp. Moment; der Ehre und Würde versch'wirideri iriüssen.“ 'Der Petersburger' ,,R^syjett‘. Jßdiit ironisch: ,;Wie viel .ZSelflstbewußtseirt.;. ünd jüdischer Stiölz liegt" in * diesenii-i^pr,--. schlag, der von dem Wiener „Oberrabbiner ausgeht!“ . 1 - Auch das; Lembergert„Tagblatt“.verr urteilt Dr. '•Güdemarins: Ausführungen in scharfer; Weise: DOPPEL-MALZ BIER. flusnta-Brauerei Wlen-Neudwf. Zlonistildie Uahlerfolge in Galizien; Vorige Wöifhe fänden-,!m -ZIoczow die Gemeinderats -Ersatzwahlen, -aus dem dritten und, zweiiän;Wahlkörper statt. ^Hiebei,wurden dreiorganisierte Zionisten, die Herren;Dr. E,|te}T! berg, Dr. Großkopf und Dr^Lamde|s.berg , mit großen Majoritäten!, gewjählt; . Ueberdies wurde äudx Herr O p pe r , der mit der zionistischen Bewegung sympathisiert,!; gewähjt. Interessäht ist es,- daß Dr!,^Landesberg!,im,;zweiten Wahlkörper 70 Prozent der abgegebener. Stimmen erhielt. , , , , , , . In' Stryj erroberten' die Zionisten, bei den letzten Kultusratswablen mehrere Mandate. Be'! der. vor kurzem stattgefrindenen Konstituierung des Kiiltusrätes ^yurde unser Gg. Pr. Heinrich B yk zum" Vizepräsidenfäi/'der Küjtusgemeiiiäe , gewählt.!?i!!if^.!'!,.;????„ Der Güdemann’sche Aufruf zu innerer Knechtschaft und nationalem Kasträ- LEBENS - VERSICHERUNGS - GESELLGHS AFT .?■ ^en,;;i.,: lm «igenen Palais.—UersiAertes: Rapital zirka 13801 Millionen. —^Mmien?eserwi zirka 113 -nuUonen. — Billigste PramtenVunO/ kulanteste iBeOinflangcn^ / Ingagi^l leöerzeit fQäitigejileistungsfähige Hgenten gegen koke Bezflge. Bashüttlteetieilt äie Ceceralagectsdialt Wiefl. J,, jBspe'nplatz 1 (Mer: Oaciö Hebenzahl). FQp Ostgalizien n. BulioBlna: Su^Oiriekfipk^SM^Täaftks.,Remberg. 4444