Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 17 (26.4.1912)
- Date
- 1912-04-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 17 8**^ äftOtafSg* sei.!Äber, |Ü wäi, obqweh! Derisüso spradtund dem Nathan seine italienische Natiohalitäfc bestät^te, häfltfi -vy^der Garibaldij' n«ji G^Smborfij %?6di'Carduca öder sonstwie. L;jevy jijpißt dei-Spute imdilät fortschrittlicher Gemeinjierat vongRom -^gajiz wie^bei tms. Imsrönijscher^Gemeinderate ging« es also iäne-;gju|e WiSle wie im Träger deutschen Kasino, wo' der Kar-’ gelesj-'fiestätigt, daß Robitschdc ein' Urgermane isfcqDerf Assimilationsjudeist und jiileibt;heute eine jävenig imponierende 'Eredbemangij |n; allem Zonen erregt er mißachtendes Lächeln, au di wenn fer Bürgermeister der ewigenSstaliffi ist,i >>; -Kultusgeineindegrößen für Renegaten und -• g Rassenantisemiten. lAls' vor: einigen Monaten der Wiener Ativo-:; kat Doktor 'Gustav Harpner 'her der Wahl' des 'Obmännstellvertreters der Advokatenkammer' sanft durchfiel, war man geneigt anzunehmen, die Mehrzahl der jüdischen Advokaten gehe von der Ansicht aus, daß ein Ab-falljude nicht jene Charaktereigenschaften besitze, die man bei einem höheren Funktionär der Kammer voräussetzen muß. Dies scheint allerdings ein Irrtum gewesen zu sein. Bei den Wah’en, welche jüngst von der Wiener Advokatenkammer vorgepommeti wurden, wurden nämlich u. ä. die beiden Renegaten Doktor Gustav Harpner und Dr. W. Brüll-Neuda in den Ausschuß, und der bekannte deutschradikä 1 e Rassenantisemit Dr. Karl Wagner zum Kammeranwaltsubstituten gewählt. Die Wahl dieser Herren wurde in einem an sämtliche Advokaten versendeten Wahlaufrufe auch von den Herren Dr. ,Jös'e f Win t ern itz und Dr. Jakob Ornst ein em p fob 1 e n. Dr. Winternitz'1 ist Obmann der Vertrauensmännerkömmission der Kuttusgemeinde in der Leopoldstadt und Doktor Örnstein Vorstandsmitglied der Oest. 1 s r. Ü n i o n. Mit Herrn Doktor, Winternitz wollen wir nicht allzuctreng ins Gericht gehen. Diesmal hat er eben den genannten Wahlaufruf unterfertigt — er sieht seinen Namen gerne gedruckt — und in einigen Monaten wird er, wie üblich, anläßlich der Kultuswahlen den Wahlaufruf der Kultusgemeinde gegen die Zionisten unterschreiben. Er ist eben wie viele andere Kiiltusgemeindegrößen, im Kampf um die Ehre und das Heil (des Judentums sehr vielseitig. Von Dr. Omstein sprechen wir an einer anderen Stelle dieses Blattes. Dieses sein Stückchen sei hier nur festgelegt, denn Jauch ihn werden wir bei den Kultüsgemeindew’ahilen wieder sehen. So sorgt ' das offizielle Wiener Israelitentum täglich dafür, daß die Mitwelt .erfahre, wie wacker es an der moralischen: Hebung des Judentums arbeitet. Die Kassen des Pogromzaren füllen, Luegerdenkm äler bauen, die Söhn e zum Taufbecken führen, die Töchter 2«. Sängerinnen bei klerikalen Feesten heranbilden, und bei Gelegenheit das nationale Judentum verleumden und beschimpfen, das sind die weithinsichtbaren Merkmale des zum Untergang bestimmten, unsere Kultusgemeinde hoffentlich ni.fat mehr lange beherrschenden , Klüngels. Der Refrain. Die Berichte über Unruhen, mögen diese in England, Amerika, Rußland oder sonstwo stattfinden, haben immer denselben Refrain. Zum Schluß werden immer die Juden Überfällen und ausgeraubt. Manche Regierungen, besonders die geldbedürftigen, pflegen dann rasch zu dementieren, es sei nichts geschehen, die Unruhen tragen keinen ernsten Charakter und so 'weiter und so weiter. . Der Refrain der jüngsten Berichte über diel Unruhen in .Marokko lautete wie gewöhnlich. Das Jtudeavierie 1 wurde gestürmt, di.e Juden geschlagen und aüsgeraubt. Diesmal waren es die fanatischen Äraberg welche das Blutbad angmetitet habeh.SEin anderes$Mal sind es die Kosaken odqrj englii ,sd}e| Arbeiter. Der Refrain ..der ^Berichte aber "blmbt derselbe ... . •‘S\. 1)erWahlre*tspau5papagpapli geftridien ■w^ SitzimgdesvWiener^KuItusVörstandes. C v or'; einem Monat ‘fhat :der fKultusvorstand eine Statutenänderung beschlossen:' Die damals; von den Kultusvorstehern Brod und Dr. Schreiber geübte schärfe Kritik, Jwarüin denn? nicht bei dieser Gelegenheit der längst odiose § 2b der Wahlordnung gestrichecj; werde, hat doch .seine Wirkung getan. Am le'zten Sonntag fand ^wieder eine öffentliche Sitzung .statt und: das .Mertreterkollegium selbst .beantragte, .die Strei-,, chung jenes .Paragraphen, welcher. Jeden Steueriträger; .der_,.im,JX{ahljaiir..bijslz.ur..Ansschreibung der Wahl die laufende Kultussteuer nicht bezahlt hat,' seines Wahlrechtes .verlustig' .erklärt. So begrüßenswert-i-dieser Antrag, war, ebenso hinterhältig; der, Motivenbericht, Reicher die •; vom Präsidenten Dr. Stern':'stets wiederkäuten Un: Wahrheiten .wiedergäb.jDarnachlsoll-jener, früher vom1 Präsidenten Kiinger, nie benützte Paragraph seit 1906 nur deshalb auch verwendet worden sein, weil er damals von den Zionist e-n, gegen die Giltigkeit der Kultuswahl eingebrachte Protest den Vorstänct zu genauer Befolgung des Statuts gezwungen1 habe. , ,.;. Alle Kultusvorsteher schwiegen zu diesem Bericht, ja der neudekorierte Vizepräsident Dr. Kohn : ließ in einer Paraphrase sogar, glauben, der seinerzeitige Rekurs der Opposition habe die Nichtanwendung des § 2 b getadelt. In Wahrheit hatte sich der Rekurs gegen die . vielfache Einschränkung der Wählerrechte gekehrt. Dr. Stern aber, der bei der Kultuswahl 1906 um ein Haar, durchgefallen wäre, wollte nun den § 2 b als Rettungsanker .benützen, denn die „säumigen“ Steuerzahler waren zumeist Minderbemittelte, welche aus Abneigung gegen die Herrschaft der Geldprotzen im Kahal der Opposition •zunei^en.‘*:Dle^nwendürtg aes § 2 b Isjt ebenso..wie dessen Aufnahme1 in das Statut vom Jahre 1906 das ureigenste Werk des Dr. Stern und war, wie Vorsteher Kauders im Somtner 1908 in offener Sitzung ausplaüderte, eine Ueberi raschung für den Vorstand selbst. . ' Alle . Debatter (.darunter Dr. Engel, E)r.; Spitzer, jasogar Wilhelm1 Kuffner waren in der; Verurteilung jenes § 2b einig (bleibt nur die Frage offen,; warum man mit der Beseitigung! 6 volle Jahre zugewartet hat!), nur verlangten i die Herren r Brod und Dr. Schreiber gleichzeitig; die.-Abänderung: des-ganzen durch die Entwidc--; Iung: längst, .überholten Kultusstatutes samt j Wahlordnung. Bei der Abstimmung wurde . der j Antrag des Vertretertapllegiums mit allen gegen .die;-Stimme des D.r. Schreiber angenommen, der damit einen übel angebrachten Doctrinarismus j bekundete. , Wir Zionisten können uns jedenfalls berühmen, durdi unsere zähe Ägitatiöri den Wählrechtsraubpärägfäphen besei'.igtf und' Tausenden Kultussteuerträgern das Wah’recht wieder gegebei) zu haben. In derselben Sitzung referierte Vorsteher Frank über den Rechnungsabschluß für!das Jahr 1911. Darnach ergäben die Einnahmen von 3,264:000 K. über die Ausgaben von n3,238.000': K. einen Ueberschüß von 26.000 K-, während' der' Voranschlag 'mit einem Defizit von 258B00 K. gerechnet hattet Dieses günstige Ergebnis wird auf unvorgesehene Mehreinnahmen, insbesondere 1 aus der' Kultussteuer und den Trauungstaxen und auf eine sparsamere Wirtschaft :Jzufübkgeführt. Bezeichnend für den Rüökgaiig derStrenggläubigkeif unter den Juden h heuer er Freien wörtatischen em Reßwieder ein|?sffibräaes "heitsmannfcF rank stier S|ich-%^auf da^SlMgra ^pp^osition|j;v|g)fmh tet lljbraR eineirleflmkmjllen irühtamgjJdieMJ^^ auf demagögiiehe ScÜi Mahn kann jp ^rfi|\mt b. Zum| Rechiiui^ääbichlu noch Vor* daß Erinnerungen^. Zweig .eingelaprt seajen.-unc^^^ nach Möglichst fff bagatemsieren. Dann fiel.der;:Vorhmig.;,;;or|-;.v, „verwalte Dieser streb Altbewährte Nahrung__ für gesunde u.kranke.Kindersamü/Ug&nl^il^nde. VerhiitEt u.hesEitigt- BrechifeiifalliJliälhoKMMM^rrii Preis per, Dosei K lBQ^nhälllich in jeder Prog.p.A{iDlli - - .1..:? Generaluepsammlungflepllnion. iUJi Mittwoch, den 17! d. Mii 'fand! die!diesjäh> fige Geheralversämmfühg'i: der/;;„Uniön‘V.isiatk . - Dreizyhn; Male ini Jahrei wägt sich* difefijjUhion# an die Oeffentlidhkeit.t Zwolfmäl-fnJGestalttäiher; Monatsgaben, „Mitteiluhgeb^ *benannt|lündiicfes,'* dreizehnte Mal (die Zähl listJominös)'durchiiAbi- \ hältung der Generalversammlung. . J iboi> * Die „Union“, weldieJ.für sich:vnur fdasi iine Vertfieiist-' in Anqhidf -1 nähmen’ ßkann,1 i'daßi rsie eineii gut bezahlten Sekretär beschäftfgt,/,tischte einen Rechenschaftsbericht;: äüf, dbof Hiebärgste Augenäuswistiherei ,einäs>-!jüdisd^en'^ VereiiäsHiädstellt. Um die päär: BriefCian BezirkshhuptLeute zu schreiben,'-1 damit! die' Stellenausscffreibungen auch den;ipraktisch bülangjosem ^ermefk-jk'ji-iv- oder ,G eb ür t sä qh;ein“ tragen,-jist jWpjjJiqh nicht eirie 'solchfjgroßefi Körperschajtj^mit vielen. Tausenden;1 Krönen Jahreseinnanmjeijnjqtjg. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes bespräch1 - das :;,Union '“-Mitglied;;Luciän B.r u!nne r die perfide1-Haltungb derJi’,;Uiiion“ in.«fAngelegehheit der Jüdischen rWählkdrie rin Ader; Bitköwina sowie1 anläßlichüidern Rejchsratsivahlen. Nachdem der Obmann >')derH Dr.i 5amüely,! -versiicht; hatte,' die , Angriffe; des iGg. Brunneri zii -:entkräften,- kritisierte” Hert Beex in sachlicher Weise die!' Tätigkeit") Her; jUnion. Davon bausgeherid, :daß;, die; Mitteilungeni Reiche ohnehin nur ..eiheä <Abklatschder,.;,jü,dis(J;pn Wochenblättern; jdarstellen/iPjcht aHi^pn^JJjdb’9.r‘ scheinen^; beleuchtete i es jäRrttr dje;.^erl}iij[pjssf|e ini iBureäti der ,;UniQn“.':W9:rfft^n irtl? den/iind-.Wünscche deriiBetenten jundj M.itgliptier •nicht;.berüdcsichtige.„:';iiofrt7o >:b oy :!*> Hieraufileistete Dr„!P r^stje|i.n.def „jUptenf' einen ischlechtenj nDienSt, indem i schilderte,);dni.rNvelclier iJJgeisej jftie f^yjiiion“ ^^ie jüdische .Wahlkurie,.in-.-.der iBiukQycina hinlerjfteben hat. Hiebei; bewies,ierr soviel l^nhennjiijs /-jjer politischen Entwj cklupgj •jierj rpsfer^ejchischen t .Jjtden;'idaß,-man;!siich; fragen mußtfts qb;i:d^nn,.^/e ,;Uniönff und)ihxe!iMache®\nifht die letztga; fünfzehn ' J ahre verechlafeh o xtggrf -man siih-;über-das;[antis.euiUj%ehe!<,tj5erh^y?nr>rtl?r ,,ÜnionM: nicht! VFUiidern,:iwe.injiipan,b>e^enkjy^aß der:; Ehrenpräsident! Sigmuiid,fMßMfi fK?I' dern sovieF Gleichgültigkeit,iUpd;j Feindschaft(|gegen das JuÜentumjfeingeimpft ,hati.,daß')S}C’^Jsiqine .Sohne,; -einer!(nach;dem,tanderen,,ji|ufei}t-lassen. ■Wenn nun geistiger NährvaJerfrund.^e^fried^.Kr^setee,!;, . der letzthin;imr. jd{itten},B.e^ijkj z^ammen^rmt dem Sekretär i^er^niancej^eri-p^pr. .deutscheTol^k. igeffiathf; iha|t,^ r,Se^retaj myl! -<‘;h m ‘TJÜf T!’.q7<! 1 'J //-ji ). ih briia LEBENS-VERSICHERÜNfiSj;GESr-U-?eHäCT WIEN, I.j ASPERNRLÄTZjly . i üMtr, Im eigenen falais. —Beesidierte Kapital1 aipfta 380 Millionen, r- Mmienreserne, zirha 113 wnilonen. — Biffigsle |p8ijü(|ff r Engagiert iedepzeit tQditige, leistungsiahige Bgenten gegen hohe KezQgej v.qo ,; , sibiif ’tjb xnutoqml uib ptehnnHp crtent eie 6enepaiagentsihaIt Bien, l., Hspepnpiatz 1 (Qeitep: Daolö HebenzahQ.j b/m -auüu>i .i-n &■ ■h' r