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Jüdische Zeitung · 1912-03-22 · 12 (22.3.1912) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
12 (22.3.1912)
Date
1912-03-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 12 Rus dem üdifchen Reben. Eine Rabbinerkonferenz in Galizien. Der bekannte Chassidim-Rabbi in C z o r tk o w, Israel Friedmann, trägt sich schon lange mit dem Gedanken, eine Versammlung galizischer und bukowinaer Rabbiner einzuberufen. Vor zwei Jahren richtete er in dieser Angelegenheit ein Rundschreiben an zahlreiche Rabbiner der beiden - Kronländer. Nunmehr soll der Plan feste Gestalt gewinnen. Am 19. d. M. (1. Nissan) findet in Czernowitz eine vertrauliche Vorkonferenz statt, an der eine Anzahl Rabbiner und Laien teilnehmen wird. Auf dieser Vorkonferenz sollen positive Beschlüsse wegen des Zeitpunkte^ und der Tagesordnung der geplanten allgemeinen Rabbinerversammlung gefaßt werden. Hauptsächlich wird sich die Rabbinerversammlung mit der Hebung der wirtschaftlichen Lage der galizischen Judenheit und mit der Organisation der religiösen Einrichtungen zu befassen haben. In Weiten Kreisen des Landes gibt sich für das Zustandekommen der Versammlung lebhaftes Interesse kund. Jüdische Frauenarbeit in Palästina. Soeben ist der vierte Bericht des „Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina“ erschienen. Demselben sind recht erfreuliche Fortschritte in der Ausführung der vom Verbände geplanten Unternehmungen zu entnehmen. Es bestehen gegenwärtig, von Frau Doktor Thon in Jaffa geleitet, vier Spitzenschulen in Jaffa, Jerusalem (im „Bezalel“), in Tiberias (von einer Moskauer Gruppe gegründet) und in der Kolonie Ekron. In allen Ateliers zusammen - arbeiten ungefähr 150 Mädchen, manche außerdem zuhause. Die hier erzeugten Spitzen haben bei mannigfachen europäischen Ausstellungen (in diesen Tagen in Wien) reiche Anerkennung gefunden (besonders einige originelle orientalische Muster) und wurde sogar vom „Vereine für Verbesserung der Frauenkleider“ dafür Propaganda gemacht. Einen wichtigen Anfang, der einem oft empfundenen Bedürfnis entgegenkommt, bedeutet die Gründung einer Mädchenfarm in Kineret; wo vorläufig sechs Mädchen unter Leitung von Frl. Dr. Maisei in jenen mannigfachen Zweigen der Landwirtschaft, die gerade der Frau nahestehen, beschäftigt werden. Durch einen höheren Beitrag seitens des Fraüenverbandes würde endlich die Gründung eines' gesund gelegenen und peinlich geführten .Krankenhauses in Haifa' ermöglicht, des einzigen in Untergaliläa, das unter Leitung Doktor Auerbachs steht. In einem Aufsatze legt Frau Meyer-Libke aus Jerusalem dar, welche Aufgaben echter Philanthropie gerade in dieser Stadt des Elends für eine energische Frauengruppe zu leisten wären, namentlich in bezug auf Berufsversorgung, Kranken- und Säuglingspflege. Die Bilanz des Verbandes verzeichnet 33845 Mark an Einnahmen und Ausgaben. Die bisherigen Erfolge des Verbandes geben eine sichere Gewähr für die Erreichung des gesteckten Zieles: Durch eine gemeinsame Arbeit aller jüdischen Frauen Einrichtungen zu schaffen, die eine Besserung der sozialen Lage der Juden in Palästina herbeizuführen geeignet sind. Es ist zu wünschen, daß alle zion. Frauen die segensreiche Arbeit des Verbandes unterstützen und ihm als Mitglieder beitreten. * Jüdische Bühne. Dienstag, den 19. d. M., fand in der Jüdischen Bühne die Aufführung der Gordinschen t,Kreutzersonate“ statt. Die Beiiefiziantin FrL weintraub, der Liebling der -Theaterbesucher, spielte die Rolle der Etti. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, daß die schauspielerischen Kräfte der Jüdischen Bühne ausgezeichnet sind. An erster Stelle sind jedoch Frl. Weintraub, Frau Siegler und Herr Reißmann zu nennen. Sie boten in der Kreutzersonate vorzügliche Leistungen. Allen voran zeichnete sich FrL Weintraub aus, die Gegenstand aufrichtiger Huldigung war. In einigen Tagen begibt sich das Ensemble zum Sommergastspiel nach Czernowitz. Im nächsten Jahre werden die meisten derzeitigen Mitglieder der Jüdischen Bühne wieder in Wien auftreten. Jemenitisdie Einwanderer in Chedera und in den galiläischen Kolonien. ' Im Laufe dieses Winters haben sich zwei Trupps von jemenitischen Einwanderern in unserer Kolonie niedergelassen. Die erste Gruppe bestand aus 26 meist älteren Leuten, die zweite Gruppe aus etwa 40 jüngeren Personen, die sich sehr gut für die ländliche Arbeit eignen. Sämtliche Ankömmlinge fanden in den Häusern der Kolonisten — einstweilen unentgeltlich — Unterkunft. Die Männer verrichten gegen den ortsüblichen Taglohn Feldarbeit aller Art und haben sich meist in ihr neues Arbeitsgebiet rasch eingelebt. Von den Frauen finden manche in der Hauswirtschaft . der Kolonisten Beschäftigung. VereinsnaAriAten. Wien. (I. Wiener jüdischer Turnverein.) Das Schauturnen des I. Wiener jüdischen Turnverein findet am 23. März, 9 Uhr abends, in den Sofiensälen, III., Marxergasse, statt. Programm: 1. Freiübungen der Männer-Abteilung; 2. Freiübungen der Frauen-Abteilung; 3 Allgemeines Riegenturnen; 4. Sektionstumen der Zöglinge; 5. Kürturnen am Hochreck. Tanz. Entree 2.—, Logen 20.— Kronen. Karten sind am Turnpiatze zu haben. Ferner: Cafe Maria Theresia, IX., Maria Theresienstraße 10; Cafe Jägerhof, IX., Porzellangasse 22; Cafe Marienbrücke, I. Bez., Rotenturmstraße 31; Cafe Metropol, L, Morzinplatz 2; Jüdisches Volksheim, II., Stefaniestraße 12. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband, Wien.) Dienstag, den 26. d. M., findet im Vereinslokal ein Vortrag des Hof- und Gerichtsadvokaten Herrn Dr. wolfgang Pollaczek statt, Thema: „Erinnerungen aus meiner Praxis.“ Beginn präzise 8 Uhr abends. Gäste herzlich willkommen. Sportklub „Hakoah“. Der Einladung des „Pozsonyi Torna Egyesulet“ folgend, wird der Sportklub „Hakoah“ Sonntag, den 24. März, mit seiner I. und II. Mannschaft ein Fußball-Match in Preßburg austragen. Der P. T. E. gilt als einer von den stärksten Provinzklubs Ungarns und könnte ein Sieg über diesen Verein unserer jungen Mannschaft nicht hoch genug angerechneü werden. Die Teilnehmer der Preßburger Fahrt versammeln sich Sonntag, Uhr früh, bei der Schiffs-Haltestelle „Untere Weißgärberlände“. Als Reisemarschall wird der Vizepräsident des Klubs Herr Dr. Körner fungieren. — Hakoah kontra Rennweger Sport-Vereinigung 3:2. Ein lokales, aber als Meisterschaftsspiel höchst bedeutendes Match, konnte der Sp.-Kl. „Hakoah“ Sonntag, 10. d. M., gewinnen, indem er die bisher unbesiegten Rennweger in dem obgenannten Verhältnisse schlug. Am 17. d. M. spielte „Hakoah“ gegen Sportklub „Slovan“ unentschieden Wien. „Die zionistische Vereinigung absolvierter Handelsakademiker und Exportakademiker „Neure Jehuda“ veranstaltet Mittwoch, den 27. März im Hotel Post, Wien, I., Fleisch- , markt, ein Nachkränzchen zu dem nur geladene Gäste Zutritt haben. Karten und Einladungen wolle man sich Sonntag, den 24 und Montag, den 25. (Feiertag) von 10—1 Uhr auf unserer Bude IX., Servitengasse 10 besorgen.“ Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46.) Vortragsprogramm für die Zeit vom 23. März bis 30 \. März 1912. Samstag, 23 .März: Konzert iArrangement: Frau Else Frejmd-Funk. — Sonntag, 24. März: Thema Vorbehalten. Rabbiner Dr. j. Taglicht. — Montag, 25. März: „Das Lied des Ostjuden.“ Rabbiner Dr. Max Grunwald unter Mitwirkung des Herrn Oberkantor M. B. Kaufmann-(Einlaß nur gegen Karten). — Dienstag, 26. März- Oesterreichische Verfassungsgeschichte. (Schluß des Zyklus.) Prof. Dr. Ludwig Singer. — Mittwoch, 27. März: Die Bedeutung des Handels für den Volkswohlstand. Oskar Schnabel. — Donnerstag, 28. März: Die Heilwirkung der Sonnenstrahlen (mit Lichtbildern). Dr. Max Jerusalem. — Freit a g, 29. März: Bibelvortrag. Lehrer H. Löw-Vogel. — Samstag, 30. März : Schlußkonzert. Arrangement: Frl. Freistädt. Wien. Der akad. Verein „Theologia“ teilt mit, daß die Promotion seines Mitgliedes Maier Winkler zum Doktor der Philosophie, Samstag, den 23. d. M., 1 Uhr mittags im Festsaale der „k. k. Universität zu Wien stattfindet. Wien. Die jüd.-akad. Ferialverbindung „Gamala“ in Göding teilt allen Gesinnungsgenossen mit, daß ihr i. a. B. Karl Teller Samstag, den 23. März 1912 zum Doktor der Philosophie promovieren wird. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an der isr. Theol. Lehranstalt in Wien.) Dje Wahlen für das Sommersemester 1912 ergaben folgendes Resultat: Präses: Bela Diamant; Vizepräses: Isidor Kehn; Kassier: Hersch Andermann; 1. Schriftführer Julius Augapfel; II. Schriftführer: Heinrich -Schulsinger; NFK.: M. L. Czaczkes. Wien. („Esperanza.“) Chargenwahlen: cand. arch. Sam. Gumb’al, Präses; cand. ing. Sam. Mandil, Vizepräsident; stud. med. J. Confino, 1. Schriftführer; stud. med. Abr. Nissim, 2. Schriftführer; stud. iur. Sam. Eskenazy, Kassier; stud. med. Albert Kalev, Bibliothekar; stud. med. Nis. Menasse, Oekonom. Wien. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur.“) Ausschußwahlen: Präses: cand. arch. Dawid Birnbaum; Vize-Präses: cand. iur. Heinrich Fleiß; Schriftführer: cand. phil. Erna Dornhelm. Wien. (Jüd. akad. Verbindung „Maccabäa“.) Chargenwahlen für das Sommersemester 1912: Med. Ernst Spitzer *, jur. Josef Berger **, jur. Paul Horovit? ***. Czernowitz. (Chargenwahl der „Zephirah“.) Chargewahlen: cand. iur. Neumann Miseles, Präses; stud. phil. Chaim Lecker, Präses-Stellvertreter; stud. iur. Rudolf Katz, Schriftführer. Als Ablösung für die sonst übliche Verständiung der befreundeten Korporationen, übersenet die genannte Verbindung 4 Kronen für den NF. Wien. Sonntag, den 17. d. M. fand im Bethause des Vereines zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender, II., Malzgasse 1, die feierliche Einweihung eines Sefer-Thora statt. Nach der Begrüßungsansprache des Obmann- Stellvertreters Herrn Rudolf Goldstein wurde die Schlußausfertigung des Sefer-Thora unter zahlreicher Beteiligung der Festgäste vorgenommen. Hierauf trug Herr Oberkantor Mayer Schorr unter Begleitung seines musterhaften Chores Psalmgesänge in herzerhebender Weise vor. Die Festpredigt hielt Sr. Ehrwürden Herr Rabb. Dr. S. Rubin, welcher die Bedeutung der Feier würdigte. Unter Absingung der Volkshymne wurde diese würdige Feier beendet. PersonalnaAnAten. Unser Gg. Herr Luzian Brunner wurde von der mährischen Stadtgemeinde Schaffa zum1 Ehrenbürger ernannt. Vor einigen Tagen überreichte eine Deputation des Schaffaer Gemeinderates, angeführt vom Bürgermeister und Bürfermeister-Stellvertreter, Herrn Brunner das hrenbürgerdiplom.' Sonntag, den 17. d. M., verschied in Streithofen-Michelhausen in Niederösterreich, die Gattin unseres geschätzten Gg. Herrn Heinrich S I a t n e r, ehemaligen Mitgliedes des mährischschlesischen D.-K. Von Herrn Schlesinger, Sekretär und Kantor der Israel. Kultusgemeinde in Troppau, werden wir aufmerksam gemacht, daß der Vater des getauften Bankgouverneurs Exzellenz und- Herrenhausmitgliedes Sieghart, Herr Leopold Singer, nicht Tempelsänger, sondern vom Jahre 1855 bis 1879 Rabbiner und Religionslehrer der Kultusgemeinde Troppau gewesen ist. Ueberdies versah Herr Leopold Singer die Funktionen eines Kantors. Wir nehmen von der Zuschrift des Herrn Schlesinger Notiz, obwohl in der Affaire Sieghart—Waffenfabriks - Aktiengesellschaft der Stand des verewigten Vaters Siegharts keine Rolle spielt. rararararararararararararairarara Soeben erschien eine neue Palästina-Brochüre von Dr. Elias Auerbach, Haifa: Palästina als Judenland 1. Auswanderung und Kolonisation. 2. Die jüdische Bevölkerung Palästinas. 3. Die Spraahenfrage in Palästina. 4. Schule und Erziehung. 5. Ergebnisse der Kolonisation. 6. Zukunft und Ziele der jüdischen Kolonisation. Preis 40 h, Porto 5 h. Zu beziehen durch die „Jüdische Zeitung» Wien, IIj3, Stefaniestraße 12. Jüdischer Verlag, Geschäftsstelle für Oesterreich-Ungarn, „Jüdische Zeitung“, Wien II/3, Stefaniestraße 12. Empfehlenswerte Neuerscheinungen: Werner Sombart: Die-Zukunft der Juden.K 3.— — Judentaufen.K 2.40 Heinrich Löwe: Die Sprache der Juden ..K 2.40 Dr. Arthur R u p p i n: Die Juden der Gegenwart, brosch. K 6.— geb.K 7.20 — Protokoll des X. Zionistenkongreßbrosch. Kl.80, geb. K 2.70 Theodor H e r z I: Feuilletons, 2. Aufl., soeben erschienen 2 Bände.'. . K 7.20 — Purimgeschichte der Königin Esther ..K 0.50 Bäck: Wesen des Judentums K 3.60 T r i e t s c h: Palästinabilder . . K 4.80 — Palästinahandbuch . . . . K 3.60 Durch die „Jüdische Zeitung“ sind alle Bücher, Bilder, Musikalien etc. zu zu beziehen.

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