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Jüdische Zeitung · 1911-11-24 · 47 (24.11.1911) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
5 (1911)
Issue
47 (24.11.1911)
Date
1911-11-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Nr. 47 Nun hat sich hier in Czernowitz eine Vereinigung gebildet, die das Buch, dessen einziges Exemplar sich in meinem Besitze befindet, neu auflegen und in tausenden;Exemplaren, in alle Sprachen übersetzt, verbreiten will. Da ich glaube, daß dies nicht im Interesse Ihrer Glaubensgenossen liegt, namentlich nicht derjenigen Rumäniens, wo die 'Bevölkerung durch den Inhalt dieses Buches noch mehr gegen die Juden aufgebracht würde, biete ich Ihnen das einzige Exemplar an, bevor an dessen Vervielfältigung geschritten wird. Natürlich ist dafür die gebührende Summe an mich zu entrichten. Wollen Sie mich also daher verständigen, ob Sie das Buch kaufen wollen.“ Aus Palästina. Aufnahmsbedingungen für den „Bezalel“. In allen Arbeitsateliers des „Bezatel“ werden nur Palästinenser (Ansäöige) aufgenommen und es werden alle diesbezüglichen Anfragen unbeantwortet bleiben. In der Kunstabteilung gibt es noch acht freie Plätze, für welche folgende Aufnahmsbedingungen bestehen: 1. Es muß der Leitung eine selbständige Zeichnung, Gemälde oder Skulptur, sei es nach der Natur oder eigene Komposition, aber keineswegs eine Kopie, eingesendet werden. 2. Es muß ein Würdigkeitszeugnis von einem zionistischen Vereine oder einer der Leitung bekannten Persönlichkeit erbracht werden. 3. Es ist ein ausführliches Curriculum vitae (Alter, künstlerische Vorbildung u. dgl.)> erforderlich. 4. Außer den Reisespesen muß der Betreffende wenigstens 150 Frs. haben. Da die Mehrheit der sich an uns wendenden jungen Leute mittellos ist, haben wir für dieselben halbtägige kunstgewerbliche Beschäftigung eingeführt, von der sie nach 3—4monatlicher Uebung sich ihren Lebensunterhalt verdienen können. Wer sich hingegen nur der reinen Kunst widmen will, muß uns ein Verpflichtungsschreiben von seinem Vater (Vormund) einschicken, in dem ihm ein Jahresgehalt von 600 Frs. auf die Dauer von vier Jahren zugesichert wird. Gez. Boris Schatz. Aus der palästinischen' Kolonie Artuf. Jaffa. Die jm Janre 1896 von sephardichcn Juden aus ^Bulgarien gegründete Kolonie Artuf (hebräischer Name: Har-Tow) an der Bahnlinie Jaffa—Jerusalem entwickelt sich sehr gut. Der früher kommunistisch bewirtschaftete Boden ist jetzt aufgeteilt, und die Streitigkeiten mit den in Bulgarien zurückgebliebenen Genossen sind ‘endgültig geschlichtet. Vor kurzem versammelte sich die Jugend der Kolonie, um rüber,'die geistige Hebung der Bewohnerschaft Rat zu pflegen. Es soll eine Bibliothek und Lesehalle, ferner ein Kursus zur Pflege der hebräischen Sprache und Literatur eingerichtet werden. Auch die von dem Odessaer Komitee der Chowewe-Zion subventionierte Volksschule soll einer gründlichen Reorganisation unterzogen werden. Demnächst wird Herr J. L. Goldberg aus Wilna, der ein größeres Gut in Artuf besitzt, die Kolonie besuchen. Die Kolonisten rüsten sich, diesem verdienten Palästinafreund, der dieser Tage das Jubiläum seiner 30jährigen öffentlichen Tätigkeit beging, einen festlichen Empfang zu bereiten. Neues aus Pethach-Tikwah. Jaffa. In einer Trauerversammlung, die zur Ehrung des kürzlich verstorbenen Vizedirektors der Anglo-Palestine Company E. S a p h i r in Pethach-Tikwah veranstaltet wurde, beschlossen die versammelten Bewohner der Kolonie im Einverständnis mit dem ,W aa d;(Gemeindevorstand), eine öffentliche Bibliothek in Pethach- Tikwah auf den Namen des Verstorbenen zu errichten und im Bibliotheksaal das Bildnis Saphirs zur ewigen Erinnerung anzubringen. — Zum Koloniearzt in Pethach-Tikwah wurde in der vor kurzem abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung Herr Dr. S. Kahan, der dieses Amt schon seit zwei Jahren versieht, einstimmig wiedergewählt. Herr Dr. Kahan hat sich durch seine außerordentliche Tüchtigkeit und Gewissenhaftigkeit das ungeteilte Vertrauen sämtlicher Bewohner der Kolonie erworben. Wasserleitung in Hebron. Hebron. Die Anlage der Wasserleitung in unserer Stadt, die durch den früheren Pascha von Jerusalem Osmi-Bey in Angriff genommen wurde, geht ihrer Vollendung entgegen. Die Leitung udrd durch die unweit von hier gelegene Quelle „Ain-Arab“ gespeist. In der Hauptstraße von Hebron wi.d zum Zwecke der Trinkwasserversorgung ein öffentlicher Brunnen errichtet. Gegen eine Gebühr von 200 Frks. werden die einzelnen Wohnhäuser Anschluß an die neue Wasserleitung erhalten. Vom Schulwesen in den galiläischen Kolonien. T i b e r i a s. Die Ica hat Herrn Lehrer Krön aus Grodno (Rußland) zum Generalinspektor der von ihr in den galiläischen Kolonien unterhaltenen Volksschulen ernannt. In den Kolonien Mcsha und Miihamie werden zurzeit‘neue Schulgebäude errichtet; der Neubau der Kolonieschule in Jemma ist bereits vollendet. Neue englische Ausgrabungen in Jerusalem. Eine neue britische Expedition verließ dieser Tage London, um in Jerusalem die in den letzten beiden Jahren begonnenen Ausgrabungen auf der Stätte des alten Zion fortzusetzen. Der Hauptzweck der Ausgrabungen ist die Auffindung der Begräbnisstätten Davids und Salomos. Die Expedition steht unter Leitung des Kapitäns Parker, des Bruders des Grafen Morley. ln seiner Begleitung befinden sich Mr. Clarence Wilson und drei oder vier englische Schachtarbeiter. Die Forscher reisen nach Monte Carlo, wo sie sich auf Mr. Wilsons Jacht nach Jaffa einschiffen. Bei ihrer Ankunft .in Jerusalem werden die Arbeiten sofort an dem unterirdischen Gang am Berge Ophei aufgenommen. Diese Gegend ist jetzt in einen Gemüsegarten umgewandelt und hier soll das alte Zion gestanden haben. Die Arbeiten werden von dem Hauptquartier der Expedition in Kafr Sihvän (Siloah) geleitet und stehen unter der Oberaufsicht von türkischen Regierungsinspektoren, die von der türkischen Regierung in Konstantinopel hierzu ernannt wurden. Zionistischer Mädchenverein „Moria“. Samstag, den 2. Dezember, findet unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte im neueröffneten Jüdischen Volksheime, II., Stefaniestra- (!e Nr. 12, eine AKADEMIE statt. Regiebeitrag: 80 Heller. Beginn: 8 Uhr abends. PapteisNachpichten. Zum west-österreichischen Zionistentag. Der Vorstand des j ü d. Volksvereines in Teplitz-Schönau erklärt seine volle Uebereinstimmung mit der Resolution des Zentralkomitees vom 22. Oktober 1911 über die Notwendigkeit einer strafferen Zentralisierung der west-österreichischen Organisation. Aussig. Der „Jüdische Volksverein „Theodor Herzl“ Aussig, faßte in seiner am 15. d. stattgefundenen Vorstandssitzung nach reiflicher Beratung mit Stimmeneinhelligkeit folgende Resolution : „Der Vorstand des Jüdischen Volksvereines .Theodor Herzl4 in Aussig erklärt seine volle Uebereinstimmung mit der Resolution des zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich vom 22. Oktober a. c. üher die Notwendigkeit einer strafferen Zentralisierung der westösterreichischen Organisation. Der Vorstand billigt die Haltung des Vertreters der böhmischen Zionisten im Zentralkomitee, Dr. Emil M a r g ulies und versichert ihn seines vollen Vertrauens. . < * * * Mährisch-schlesischer Distriktstag. Wie wir erfahren, findei der mährisch-schlesische Distriktstag am 3. Dezember in P r e r a u statt. . * . Dr. Lewins Agitationstournee in Galizien. Die Agitationstournee Dr. Schemarjahu Lewins ist ein Triumphzug der zionistischen Idee. Bis heute hat Herr Dr. Lewin in Krakau, Rzeszow, Lemberg und Przemysl gesprochen. Die einzelnen Versammlungen waren Massenkundgebungen des galizisch-zionistischen Judentums. Die Fühlungnahme Dr. Lewins mit den einzelnen Führern in Lemberg und in der Provinz garantiert ein reibungsloses Zusammenarbeiten der Berliner Zentrale mit den Provinzorganisationen und wird der Gesamtorganisation die zu ihrer Arbeit nötigen Mittel beistellen. Jahreskonferenz der südslawischen zionistischen Organisation. Am 22. Oktober fand in Agram im Konferenzsaale des Hotels „Kaiser von Oesterreich“ die Jnhreskonferenz der südslawischen Organisation statt, die von Delegierten aus Kroatien, Slavonien, Bosnien, Dalmatien zahlreich beschickt war. Herr Dr. Hugo Spitzer, der Präsident der Organisation, begrüßte die Teilnehmer und gab dem Bedauern Ausdruck, daß die Konferenz nicht im jüdischen Gemeindesaale abgehalten werden kann, da die jüdische G e m e i nd e zwar d en S o k o I i s t e n gegenüber bereit war, Gastfreundschaft zu üben, nicht aber einer e jn i n e n t jüdischen Versammlung. In kurzen Strichen zeichnete Dr. M. Horn den Bericht über die Tätigkeit der Organisation, hob die Schwierigkeiten hervor, mit denen gekämpft werden mußten. Eine lebhafte Debatte knüpfte sich an dieses Referat. Frl. Klara Jakobi erstattete den Bericht der Sammelstelle des Jüdischen Nationalfondes, der ein sehr gutes Ergebnis aufwies. Dr. Licht beantragte, dem Fräulein für die außerordentlich verdienstvolle Tätigkeit die besondere Anerkennung auszusprechen. Unter allgemeiner Zustimmung tund Begeisterung 'wurde der vom Delegierten N. Landau gestellte Antrag, Frl. Jakobi in das goldene Buch des Nationalfondes cinzutragen, angenommen und ergab auch die sofort vorgenommene Sammlung den dafür hotwendigen Betrag. Dr. Alexander Licht referierte über die Agitation, hierauf Dr. Spitzer über den 10. Kongreß. Dr. Jakobi legte den Voranschlag vor, der auch nach lebhafter Debatte angenommen wurde. Redakteur Bauer referierte über das Parteiorgan die „2idovska Smotra“. Die Beratungen und Besprechungen über diesen Gegenstand nahmen den breitesten Raum ein. Allgemein wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, die Smotra zu erhalten, ihre Existenz zu sichern. An der Debatte beteiligten sich beinahe alle Delegierten. Schließlich wurde der Antrag, ein Redaktionskomitee zu wählen angenommen. In dasselbe wurde folgende Herren entsendet: Dr. Hugo Spitzer, Dr. Ivan Jakobi, Erwin Kraus, Dr. Marko Horn, Leon Finzi, S. Pinto, Dr. S. Perlberg, Dr. S. Bogad, Dr. M. Margel, Adolf Beck, Dr. Alexander Licht, Richard Her- Dr. Jochanan Thau, Siegfried Weber, Lav. Stern, Lazar Schönfeld. Dr. Bogad beantragte ein Begrüßungstelegramm an das Aktionskomitee abzusenden. Wird angenommen. Hierauf griff Dr. Bogad in heftigster Weise der. Beschluß des Agranier jüdischen Gemeindevorstandes an, nach welchem das Ansuchen der Organisation um Ueberlassung des Sitzungsssaales für die Abhaltung der Jahreskonferenz abgewiesen worden war.* Die Versammlung faßte eine Resolution, in der dem Präsidium der jüdischen Gemeinde die Mißbilligung ausgesprochen wurde. Unter stürmischer jubelnder Zustimmung wurden die Neuwahlen für den Ausschuß der Organisation vorgenommen: Dr. Hugo Spitzer, Präsident; Dr. Ivan Jakobi, Vizepräsident; ferner Dr. S. Bogad, Dr. Marko Horn, Frl. Klara Jakobi, Dr. Alexander Licht, Erwin Krauß, Natan Landau, Gustav Seidem a n n, Albert O z m o, Dr. Otto H o r w i t z, Samuel Pinto als Ausschußmitglieder. Der Redakteur und Administrator der „Smotra“ wird den Ausschußsitzungen beigezogen. Nachdem die Tagesordnung erschöpft war, schloß der Präsident um' 7 Uhr abends die Konferenz. Unter den Klängen der „Hatikwah“ verließen die Delegierten »len Saal. Abends .»and :im „Grand Hotel“ eine gemütliche Zusammenkunft statt, bei der unser alter Landau von der Jugend gefeiert wurde. An unsere NFK. und Vertrauensmänner in Galizien. Herr Rabbiner C h a i m Dow' aus Schreja (Palästina) hat seine Agitationstournee für den J.N. F. in Galizien bereits angetreten und wird Samstag den 25. d. M. in Krakau sprechen. Jene N. F. K., die einen Vortrag des Herrn Rabbiner D o w in ihrer Stadt w’ünschen, mögen sich an das zion. Distriktskomitee Krakau, Grodzka 32, welches die Tournee zusanunenstellt, bis zum 30. November wenden. Später einlangende Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Die L. S. Stelle des J. N. F. Oesterreich. Sport. Es gibt nur mehr wenige Kreise, die die Bedeutung sportlicher Betätigung für Körper und Geist verkennen, .aber es wird lange nicht genug Sport getrieben. Wir brauchen jedenfalls "noch eine sehr energische Propaganda und jede Bestrebung, die heranwachsende Jugend in sportlichem Geiste zu erziehen. Einer der vornehmsten Sportzweige ist unbestritten das Schwimmen. LJer Sportklub „Hakoah“ hat seine Schwimmsektion bereits eröffnet und finden zweimal wöchentlich, Montag und Donnerstag, abend halb 8 bis halb 10 Uhr. die Klub-

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